Avira Antivirus (bis 2011 Avira AntiVir) ist ein Antivirenprogramm des deutschen Software-Herstellers Avira.
Für Privatanwender ist der Einsatz der Freeware-Version Avira Free Antivirus kostenlos, für einen erweiterten Funktionsumfang oder Nutzung im kommerziellen Umfeld stehen als kostenpflichtige Varianten Avira Antivirus Premium und die Avira Internet Security zur Verfügung. Avira bietet Privatkunden einige weitere kostenlose Programme im Bereich Computersicherheit an, Geschäftskunden außerdem Funktionalitäten zum Schutz von Arbeitsplatzcomputern, Datei-, Mail- und Proxyservern unter Windows und Linux sowie für PDAs und Handys unter Windows Mobile.
Ein aufgespannter Regenschirm in verschiedenen Formen ist das traditionelle Symbol von Avira Antivirus, Avira und der teilweise aus den Verkaufserlösen finanzierten Auerbach Stiftung.
Mit dem Release von Version 2012 benannte Avira seine Produktpalette um. Der zuvor genutzte Name AntiVir wurde aufgegeben; aus Avira Antivir Personal, der kostenlosen Variante, wurde Avira Free Antivirus, aus Avira AntiVir Premium wurde Avira Antivirus Premium und Avira Premium Security Suite wurde zu Avira Internet Security.[2][3]
| Avira Holding GmbH[4] | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH |
| Gründung | 1. März 2006 |
| Sitz | Tettnang am Bodensee, Deutschland[5] |
| Leitung | Tjark Auerbach, CEO[6] |
| Mitarbeiter | 469 (2010)[7] |
| Umsatz | 45,1 Mio. Euro (2010)[8] |
| Branche | IT-Sicherheit |
| Website | www.avira.com |
1986 wurde die H+BEDV Datentechnik von Tjark Auerbach und einem Kollegen gegründet, wobei H+B für die Vornamen der Frauen der Firmengründer stand.[9] Der Hauptzweck des Unternehmens war zunächst der Import einer speziellen Software aus den USA nach Deutschland. Später stellte man auf Computersicherheit als neues Betätigungsfeld um.
Im Jahr 1988 brachte das Unternehmen AntiVir auf den Markt, eines der ersten professionellen Antivirenprogramme überhaupt. Zwei Jahre später wandelten Tjark Auerbach, Martin Ritter und Norbert Huth das Unternehmen zur GmbH um. Arbeiteten im Jahr 1990 bei der H+BEDV Datentechnik GmbH noch sechs Personen, so vergrößerte sich der Personalstamm bis 2007 auf 250 Mitarbeiter in Tettnang am Bodensee und an anderen Unternehmensstandorten in Deutschland.
Im Juni 2004 wurde ein Schutz gegen Internet-Dialer in AntiVir integriert, was zu diesem Zeitpunkt weltweit kein anderes Antivirenprogramm beinhaltete. Aufgrund dessen verlieh das Land Baden-Württemberg dem Hersteller im Rahmen einer Mittelstandsinitiative die Auszeichnung „Innovation des Monats“.[10]
Im gleichen Jahr erschien eine AntiVir-Portierung für Linux. Später wurden neben den Windows-Varianten, ab Windows 2000, auch die Unix-Varianten FreeBSD, OpenBSD und Solaris unterstützt.
Nach einem Zusammenschluss der H+BEDV Datentechnik mit zwei Schwestergesellschaften tritt der Hersteller von AntiVir seit dem 1. März 2006 unter dem Namen Avira auf. Die ursprüngliche Avira GmbH war zuvor schon für internationale Geschäftskunden tätig. Im Jahr 2011 benannte sich die Avira GmbH in Avira Holding um. Das operative Geschäft, somit auch die Entwicklung von Avira Antivirus wird unter der Avira Operations GmbH & Co. KG geführt.[11]
Avira Antivirus erkennt über 3.700.000 Virenstämme[12], wehrt Trojaner, Würmer und Backdoors ab, schützt vor kostenverursachenden Einwahlprogrammen, sogenannten Dialern, und Rootkits. Infizierte Dateien können in den meisten Fällen repariert werden.
Integriert ist ein fakultativ ständig aktiver Virenwächter zur Echtzeit-Überwachung der Tätigkeiten auf dem Computer. Sobald auf eine Datei zugegriffen werden soll, die der Wächter für schädlich hält, gibt er eine Warnung aus und verhindert die Ausführung der verdächtigen Routine. Dabei kann das Programm auf eine Heuristik-Funktion zum Schutz vor bislang unbekannten Viren zurückgreifen.
Bei Verdacht auf einen Fehlalarm von Avira Antivirus oder bisher unerkannte Malware besteht die Möglichkeit, die betroffenen Dateien bei Avira für eine genaue Analyse hochzuladen.[13]
Im Juni 2004 wurde ein Schutz gegen Internet-Dialer in AntiVir integriert.
Seit Version 7.06 verfügt Avira Antivirus über einen Prozess-Schutz, dessen Ziel es ist, das Beenden des Virenwächters durch ein anderes Programm zu verhindern.[14] Mit Version 8.1 wurde das Programm optisch überarbeitet und modularisiert.[15]
Die im März 2009 erschienene Version 9 brachte eine Unterstützung für Dualcore-Prozessoren und in der Freeware-Variante einen Spyware-Schutz sowie eine Unterstützung für weniger leistungsstarke Netbooks.[16][17]
Version 10 der Software erschien am 23. März 2010 und enthält die Verhaltenserkennung ProActiv, welche unbekannte Malware anhand bestimmter Aktionsmuster erkennen soll.[18][19] Darüber hinaus wurde die Programmoberfläche überarbeitet und die generische Reparatur verbessert. Mit der generischen Reparatur sollen infizierte Dateien und die Windows-Registrierungsdatenbank besser von Malware bereinigt werden können.
Da der Nutzen eines Antivirenprogramms umso höher ist, je aktueller die verwendeten Virendefinitionen sind, stellt Avira mehrmals täglich in unregelmäßigen Abständen neue Virendefinitionsdateien zur Verfügung.
Am 4. Oktober 2011 erschien die Version 2012 von Avira Antivirus (ehemals Avira AntiVir). Das Programm soll ressourcenschonender sein und neue Viren effektiver entfernen. Zudem wurde die Oberfläche stark aufgefrischt.[20]
Antivirus scannt in der kostenfreien Version den Mailverkehr nicht direkt beim Versand oder Empfang. Der Virenscanner wird aber bei einem Zugriffsversuch bzw. beim Speichern der Mail oder eines Anhangs bei einem potentiellen Schädlingsprogramm aktiv.
Die seit Version 10 integrierte Verhaltenserkennung ist in der kostenlosen Fassung nicht enthalten.
Mit der Version AntiVir Personal Edition Classic 7.0 wurde die programminterne Werbung verstärkt. Einmal täglich während der Aktualisierung zeigt sich ein Pop-up mit einer Werbeeinblendung.
Seit Version 10.2 (auch „Service Pack 2“ genannt), die im Juni 2011 veröffentlicht wurde, installiert die kostenlose Version von Antivirus zusammen mit der Option „Webguard“ die Werkzeugleiste „ASK Toolbar“ für den jeweils genutzten Standardbrowser. Die Werkzeugleiste des US-amerikanischen Suchmaschinenbetreibers Ask.com ist ein im Browser integrierter proxyähnlicher Dienst, welcher jegliches Surfverhalten des Nutzers zu dem Hersteller der Werkzeugleiste kommuniziert. Die Werkzeugleiste wird daher von vielen Anwendern als Ad- und/oder Spyware angesehen.
2008 erreichte AntiVir „Advanced+“ sowohl im Bereich der signaturbasierten Erkennung[21] als auch im Bereich der heuristischen Erkennung.[22] Die Reaktionszeit beim Bereitstellen von Sicherheitsaktualisierungen lag einer Untersuchung der Computerzeitschrift Chip zufolge bei maximal zwei Stunden.[23]
Version 9 ragte in einem Test der Computerzeitschrift c’t[24] durch eine sehr gute Erkennung von Web-Exploits heraus. Diese Funktion ist allerdings nur in der Premium-Version aktiv.
Version 10 erzielte in einem Test von AV-Test sehr gute Ergebnisse.[18]
Im Test von Stiftung Warentest belegte AntiVir Premium 2011 zusammen mit den Konkurrenz-Produkten G Data InternetSecurity und Eset Smart Security Home den zweiten Platz. AntiVir Free ist das beste kostenlose Programm im Test.[25]
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