Montag, 28. Mai 2012

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Bütte

Badezuber in einem mittelalterlichen Badehaus, dargestellt um 1470

Eine Bütte, Bütt, (linguistisch verwandt mit dem Bottich), auch Zuber genannt, hergeleitet vom althochdeutschen Wort „zuo-amber“ („Amper“, ein Eimer, der auf beiden Seiten einen Träger hat) ist ein großes Gefäß von runder oder ovaler Form ohne Deckel; in der Regel ist es breiter als hoch.

Bütten werden traditionell bei der Papierherstellung (Schöpfbütte) oder Weinherstellung verwendet. Ursprüngliche Verwendung war aber der Waschzuber als allgemeines Sanitärutensil – „Zuber“ nennt man speziell heizbare Gefäße, sonst spricht man von „Schaff“.

Geschichte

Anfangs waren Bütten aus Holz und wurden ähnlich wie die ursprünglichen Weinfässer durch den Küfer, Büttner oder Böttcher gefertigt. Später wurden die Schöpfbütten auch aus Stein oder Eisen hergestellt; die eisernen hat man zum Schutz vor Rost mit Blei verkleidet. Bis ins 18. Jahrhundert hinein hatte eine Papiermühle meist nur eine einzige Bütte, welche dann die Grenze ihrer Leistung bestimmte.

In den rheinischen und südwestdeutschen Regionen, in denen Karneval und Fastnacht eine große Rolle spielen, wurde die dem Weinbau entlehnte „Bütt'“ zum närrischen Vortragspult umfunktioniert. Mittlerweile ist diese „Bütt'“ nicht mehr zur Aufnahme von Flüssigkeiten geeignet, weil von hinten her ein Zugang ähnlich wie zu einer Kanzel geschaffen wurde.

Der Waschzuber

Badender Ritter, Handschrift des 14. Jahrhunderts, aus: Nordisk familjebok, 1904

Zuber oder Bütten zum Zweck des Wäschewaschens standen früher in den Waschhäusern, die meist von mehreren Parteien gemeinsam genutzt wurden, und über einen Ofen zum Erhitzen des Wassers verfügten. Daneben bildet der Waschzuber auch die Ausgangsform der Badewanne zur Körperpflege.

Papierherstellung

Bütten werden noch benutzt bei der Herstellung handgeschöpften Papiers, des Büttenpapiers, das kurz auch das Bütten genannt wird. Dabei wird mit einem Sieb ein wässriger Faserbrei aus Hadern oder Zellstoff, das Ganzzeug oder der Ganzstoff, geschöpft und anschließend zu Papier getrocknet. Eine aus dem Papierschöpfen stammende Bütte wird auch bei dem historischen Brauch des Gautschens verwendet, wenn ein Buchdrucker nach beendeter Lehrzeit in den Gesellenstand übernommen wird.

Weinbau

Von der Rückenbütte in die Sammelbütte

Im Weinbau dienen große Bütten, auch Traubenbütte oder Zuber genannt, dem Winzer zum Sammeln und Transport bei der Weinlese, vorübergehend auch zur Aufbewahrung von Weintrauben, Maische oder Most.

Bütte auch Beschoff [1], Hotte, Kiepe, Legel oder Logel, und Traubenschütte war bzw. ist eine Bezeichnung für einen auf dem Rücken getragenen Behälter. Dieser war einst ein geflochtener Korb (Rückenkiepe), danach ein Behälter aus Zinkblech, seltener Kupferblech [2] und wurde in jüngster Zeit aus Kunststoff gefertigt. Er dient bei der Hand-Weinlese zum Einsammeln der Trauben, wobei das Fassungsvermögen bis zu 40 Kilogramm Trauben bzw. 75 Liter Volumen betragen kann. [3]

Auf dem Bau

Heutzutage wird der Begriff Bütt auch von Handwerkern benutzt und ist dort ein großer Bottich, meist aus festem Kunststoff, welcher oft mit Wasser gefüllt ist und ein Allzweck-Gefäß für die verschiedensten Aufgaben auf dem Bau darstellt. Es wird zum Beispiel zum Werkzeug waschen oder als Wasservorrat (z. B. beim Anrühren von Speis etc.) verwendet.

Heraldik

Der Badezuber ist in der Wappenkunde eine gemeine Figur. Der Zuber im Wappen von Badeorten:

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Deutsches Rechtswörterbuch Beschoff
  2. Kupferbütte-Bild
  3. Beschoff, Bütte, Hotte, Legel und Logel

Weblinks

 Commons: Eimer aller Art – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Wiktionary Wiktionary: Waschzuber – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
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Diese Seite wurde zuletzt am 13. Februar 2012 um 19:19 Uhr geändert.

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