| Wappen | Deutschlandkarte | |
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Koordinaten: 49° 29′ N, 9° 46′ O |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Stuttgart | |
| Landkreis: | Main-Tauber-Kreis | |
| Höhe: | 206 m ü. NN | |
| Fläche: | 129,97 km² | |
| Einwohner: |
22.394 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 172 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 97980 | |
| Vorwahlen: | 07931 (hauptsächlich), 07930, 07932, 07937, 07938 (Stadtteile) | |
| Kfz-Kennzeichen: | TBB | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 1 28 007 | |
| LOCODE: | DE BME | |
| Stadtgliederung: | Kernstadt und 13 Stadtteile | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Bahnhofplatz 1 97980 Bad Mergentheim | |
| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | Udo Glatthaar (CDU) | |
| Lage der Stadt Bad Mergentheim im Main-Tauber-Kreis | ||
Bad Mergentheim (im regionalen Dialekt: Märchedol[2] [ˈmɛʀxəˌdɔːl]) ist eine Stadt an der Tauber im Nordosten Baden-Württembergs, etwa 35 km südwestlich von Würzburg bzw. 56 km nordöstlich von Heilbronn. Vor der Bildung des Landes Baden-Württemberg war es die nördlichste Stadt Württembergs. Heute ist sie nach Wertheim die zweitgrößte Stadt des Main-Tauber-Kreises und ein Mittelzentrum.
Bad Mergentheim wurde im Jahr 1058 erstmals erwähnt und war von 1526 bis 1809 Dienstsitz des Hochmeisters des Deutschen Ordens. Seit 1926 trägt die Stadt die Bezeichnung Bad; seit dem 1. April 1975 ist sie Große Kreisstadt. Mit den Gemeinden Assamstadt und Igersheim ist Bad Mergentheim eine Vereinbarte Verwaltungsgemeinschaft eingegangen.
Bad Mergentheim liegt in einer Talweitung der Tauber an der Einmündung der Wachbach. Die Kernstadt liegt direkt an der Tauber, während ein Großteil der Stadtteile in Seitentälern liegt.
Nachbargemeinden von Bad Mergentheim sind im Uhrzeigersinn:
Bad Mergentheim besteht aus der Kernstadt Bad Mergentheim und 13 weiteren Stadtteilen und den Stadtteilen zugehörigen Ortsteilen, die seit der Gemeindereform der 1970er Jahre zu Bad Mergentheim gehören. (Einwohnerzahlen vom 31. März 2004)
Mit Ausnahme von Bad Mergentheim-Stadt bilden die Stadtteile mit zugehörigen Ortsteilen Ortschaften im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung; in den Ortschaften Rot und Stuppach wird die Unechte Teilortswahl entsprechend angewendet. Die Stadtteile und Ortsteile bilden jeweils Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung. Die 14 Stadtteile sind in fünf Wohnbezirke im Sinne der baden-württembergischen Gemeindeordnung gegliedert. Wohnbezirk I mit Bad Mergentheim-Stadt, Wohnbezirk II mit Althausen, Neunkirchen, Rengershausen und Stuppach, Wohnbezirk III mit Dainbach, Edelfingen und Löffelstelzen, Wohnbezirk IV mit Apfelbach und Markelsheim und Wohnbezirk V mit Hachtel, Herbsthausen, Rot und Wachbach.[3][4]
Bad Mergentheim bildet ein Mittelzentrum innerhalb der Region Heilbronn-Franken, in der Heilbronn als Oberzentrum ausgewiesen ist. Zum Mittelbereich Bad Mergentheim gehören noch die Gemeinden im Süden des Main-Tauber-Kreises, und zwar Ahorn, Assamstadt, Boxberg, Creglingen, Igersheim, Niederstetten und Weikersheim.
Mergentheim wurde 1058 als „Mergintaim“ erstmals urkundlich erwähnt (comitatus Mergintaim in pago Tubergewe). 1280 wurden der Siedlung die Zollrechte von Herzog Johann von Lothringen zuerkannt. Am 2. Juli 1340 wurde Mergentheim auf Bitten des Deutschmeisters Wolfgang von Nellenburg durch Kaiser Ludwig den Bayern zur Stadt erhoben. Von 1526 bis 1809 war Mergentheim Hauptsitz des Deutschen Ordens (Sitz des Hochmeisters). Dessen Kammergut war das Meistertum Mergentheim. Seit 1809 gehörte die Stadt zum Königreich Württemberg und wurde zum Sitz eines württembergischen Oberamtes. Ein im Juni 1809 ausbrechender Aufstand gegen die neue Herrschaft, der sich an der Rekrutenaushebung entzündete, wurde von württembergischen Truppen unterdrückt, wobei das Schloss unversehrt blieb und es nur Todesurteile gegen die Rädelsführer gab.[5][6] 1826 wurden die Heilquellen wiederentdeckt, aufgrund deren Mergentheim zur Badestadt wurde. 1926 wurde Mergentheim das Prädikat Bad verliehen. 1938 wurde das Oberamt Mergentheim in den Landkreis Mergentheim überführt.
In der Reichspogromnacht vom 9. auf den 10. November 1938 wurde die Bad Mergentheimer Synagoge verschmutzt und demoliert. So wurden beispielsweise – wie an vielen anderen Synagogen – auch hier die Fenster zerstört, gleiches passierte mit den Schaufenstern des Schuhgeschäfts Springmann in der Bahnhofstraße durch NSKK- und SA-Angehörige. Etliche jüdische Männer wurden in „Schutzhaft“ genommen. 1978 wurde ein Denkmal zu diesen Geschehnissen auf dem Gelände der evangelischen Kirchengemeinde aufgestellt.[7] Auch im Innenhof der Realschule St. Bernhard in der Holzapfelgasse 15 erinnert eine Gedenktafel an die Opfer der Shoa.[8]
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs 1945 gehörte Bad Mergentheim zur Amerikanischen Besatzungszone. Die amerikanische Militärverwaltung richtete ein DP-Lager ein zur Unterbringung so genannter Displaced Persons (DP). Die meisten von ihnen stammten aus Litauen.
Der Landkreis Bad Mergentheim bestand bis zur Kreisreform zum 1. Januar 1973, als er Bestandteil des neuen Main-Tauber-Kreises wurde. Dadurch verlor Bad Mergentheim seine Funktion als Kreisstadt zugunsten von Tauberbischofsheim.
Ab 1972 wurden im Zuge der Gemeindereform 13 bis dato selbstständige Gemeinden, teilweise mit weiteren zugehörigen Wohnplätzen, nach Bad Mergentheim eingemeindet. Infolgedessen überschritt die Einwohnerzahl der Stadt Bad Mergentheim 1975 die Grenze von 20.000. Daraufhin stellte die Stadtverwaltung den Antrag auf Erhebung zur Großen Kreisstadt, was die Landesregierung von Baden-Württemberg mit Wirkung vom 1. April 1975 beschloss.
Von 1962 bis 1993 war in der Stadt die Panzerbrigade 36 „Mainfranken“ der Bundeswehr stationiert.
Das Gebiet der Stadt Bad Mergentheim gehörte ursprünglich zum Bistum Würzburg. Die Reformation konnte sich zunächst nicht durchsetzen, doch wurde während der Schwedenzeit das lutherische Bekenntnis eingeführt, als der katholische Pfarrer zum Protestantismus übertrat. Die Gottesdienste wurden zunächst in der St. Johannis-Kirche, dann in der Marienkirche abgehalten. Die katholischen Gottesdienste wurden in jener Zeit in der Schlosskirche gehalten. Nach Rückkehr des Hochmeisters von Stadion wurde die Stadt jedoch wieder fast vollständig rekatholisiert. Die Gemeinde gehörte zunächst noch zum Bistum Würzburg, wurde dann nach dem Übergang an Württemberg ab 1814 Teil des Generalvikariats Ellwangen, bevor sie 1821/1827 der neu gegründeten Diözese Rottenburg (heute Rottenburg-Stuttgart) zugeordnet wurde. Bad Mergentheim wurde Sitz eines Dekanats. Die heutigen Pfarrgemeinden im Stadtgebiet gehören zu zwei Seelsorgeeinheiten. Zur Seelsorgeeinheit 1a gehören die Gemeinden St. Gumbert Apfelbach, St. Johann Baptist Bad Mergentheim mit Filialkapelle in Edelfingen, Zur heiligsten Dreifaltigkeit Löffelstelzen und St. Kilian Markelsheim, zur Seelsorgeeinheit 1b gehören die Gemeinden Maria Krönung Stuppach, St. Leonhard Rengershausen, Filialkirchengemeinde St. Pius Laibach, St. Georg Wachbach, St. Petrus und Paulus Rot und Filialkirchengemeinde Mariä Himmelfahrt Hachtel. Der ehemals badische Stadtteil Dainbach hat eine neugotische katholische Kapelle aus dem Jahr 1900. Die Gemeindeglieder gehören zur ebenfalls badischen Nachbarpfarrei Unterschüpf und damit zum Erzbistum Freiburg. Die Stadtteile Althausen, Neunkirchen und Herbsthausen sind überwiegend evangelische Orte.
Nach dem Übergang an Württemberg gründete sich in Bad Mergentheim wieder eine protestantische Gemeinde, welche 1815 die Schlosskirche als Gottesdienstraum zuerkannt bekam. Einen eigenen Pfarrer erhielt die Gemeinde ab 1825. Die Gemeinde ist von Anfang an Glied der Evangelischen Landeskirche in Württemberg. Bad Mergentheim wurde seinerzeit zwar Sitz des Oberamtes, die kirchliche Verwaltung, das Dekanatamt, war und blieb jedoch in Weikersheim. Daher gehört die Kirchengemeinde Bad Mergentheim bis heute zum Kirchenbezirk Weikersheim. Neben der Kernstadtgemeinde Bad Mergentheim gibt es in den Stadtteilen Althausen, Edelfingen, Herbsthausen, Markelsheim, Neunkirchen und Wachbach jeweils eine eigene evangelische Kirchengemeinde bzw. Kirche. Letztere ist auch für Hachtel zuständig. Die evangelische Kirchengemeinde Dainbach gehört bis heute zur Evangelischen Landeskirche in Baden (Kirchenbezirk Boxberg).
Neben den beiden großen Kirchen sind in Bad Mergentheim auch freikirchliche Gemeinden vertreten, darunter eine Gemeinde der Gemeinschaft der Siebenten-Tags-Adventisten und die 1991 gegründete Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten). Auch eine neuapostolische Gemeinde ist in Bad Mergentheim ansässig. Des Weiteren gibt es ein Gemeinschaftshaus der Bahai, eine Altpietistische Gemeinschaft und eine Liebenzeller Gemeinschaft.
Juden gab es in Mergentheim seit dem Mittelalter. Sie wurden vom Deutschen Orden zugelassen, auch um dessen wirtschaftlichen Interessen zu dienen. Mit ca. 5 % in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts lag ihr Bevölkerungsanteil weit über dem Durchschnitt des Deutschen Reiches (knapp 1 %). Die Geschichte bis hin zur Zerstörung durch den Nationalsozialismus (Vertreibung und Ermordung) wird in dem Buch Die letzten Mergentheimer Juden von Hermann Fechenbach geschildert, einem nach England emigrierten Maler.
Folgende Gemeinden wurden nach Bad Mergentheim eingegliedert. Soweit nicht anders angegeben gehörten alle zum Landkreis Mergentheim:
Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Die Zahlen sind Schätzungen, Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter (nur Hauptwohnsitze).
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Langfristig zeigt die Prognose aufgrund geringer Geburtenraten und des Wegzugs junger Menschen einen Bevölkerungsrückgang.[9]
Als Große Kreisstadt unterliegt Bad Mergentheim der Fachaufsicht des Regierungspräsidiums. Der sonst für die Kommunalaufsicht zuständige Landkreis ist lediglich für die Rechtsaufsicht zuständig. Dies führt zu einer größeren Unabhängigkeit im Vergleich zu anderen kreisangehörigen Städten und Gemeinden.
Der Gemeinderat der Stadt Bad Mergentheim hat seit der letzten Kommunalwahl 2009 insgesamt 28 Mitglieder, die den Titel „Stadträtin/Stadtrat“ führen. Die Wahl brachte folgendes Ergebnis:
1998 wurde in Bad Mergentheim zum ersten Mal ein Jugendgemeinderat gewählt. Dieser wird alle zwei Jahre von den Jugendlichen im Alter von 14 bis 19 Jahren gewählt. Jeweils sieben der 14 Mitglieder kommen aus dem Stadtgebiet und aus den Ortsteilen.
An der Spitze der Gemeinde stand ursprünglich der Schultheiß. Nach der Stadterhebung trat an dessen Stelle der Oberamtsbürgermeister und der Unterbürgermeister. 1784 wurde die Stadtverwaltung umgebildet. Danach gab es ein Stadtgericht mit einem Stadtschultheißen als Vorsitzenden. Ihm standen drei Assessoren zur Seite. Nach dem Übergang an Württemberg leitete der Stadtschultheiß, später der Bürgermeister die Stadtverwaltung. Seit 1. April 1975, als Bad Mergentheim Große Kreisstadt wurde, trägt das Stadtoberhaupt die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister. Dieser wird von der wahlberechtigten Bevölkerung auf acht Jahre direkt gewählt. Er ist Vorsitzender des Gemeinderats, welcher ebenfalls von der wahlberechtigten Bevölkerung auf fünf Jahre gewählt wird.
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Das Wappen der Stadt Bad Mergentheim zeigt „in Silber ein durchgehendes schwarzes Kreuz, belegt mit einem goldenen Kreuz, im goldenen Herzschild ein schwarzer Adler; in den Winkeln oben je ein sechsstrahliger, sinkender roter Stern, unten je eine fünfblättrige rote Rose“. Die Stadtflagge ist rot-weiß.
Das Stadtwappen ist schon viele hundert Jahre alt und wurde in der Blasonierung 1942 offiziell festgelegt. Es handelt sich um das Hochmeisterkreuz, das vom Hochmeisterwappen abgeleitet ist. Die Sterne und Rosen sind Symbole Mariens, welche Patronin des Ordens ist. Die Stadtflagge wurde erst am 17. April 1967 durch das Innenministerium Baden-Württemberg verliehen.
Bad Mergentheim unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:
Bad Mergentheim ist über die Bundesautobahn 81 Würzburg – Stuttgart (Anschlussstellen Boxberg, Ahorn oder Tauberbischofsheim) zu erreichen.
Das Stadtgebiet wird durch die Bundesstraßen 19 (Eisenach – Mellrichstadt – Würzburg – Bad Mergentheim – Ulm – Oberstdorf) und 290 (Tauberbischofsheim – Bad Mergentheim – Aalen, Ostalbkreis) erschlossen.
Bad Mergentheim liegt an der Taubertalbahn Crailsheim – Bad Mergentheim – Lauda – Wertheim. Von ihrer Eröffnung 1869 bis zum Ende der Länderbahnzeit 1920 verfügte der Bahnhof durch seine besondere Bedeutung als Wechselstation zwischen den Königlich Württembergischen Staats-Eisenbahnen und den Großherzoglich Badischen Staatseisenbahnen über umfangreiche Anlagen.[10]
Zum 1. Januar 2006 gingen die Strecke und der Betrieb darauf in die Hände der DB-Tochter Westfrankenbahn über. Werktags gibt es einen ungefähren Stundentakt nach Crailsheim und wechselweise nach Aschaffenburg und nach Würzburg.
Anschlüsse an den Schienenpersonenfernverkehr der Deutschen Bahn bestehen in Würzburg und in Crailsheim.
Den öffentlichen Personennahverkehr bedienen darüber hinaus mehrere Buslinien im Auftrag der Verkehrsgemeinschaft Main-Tauber (VGMT) im Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN).
Der Stadtteil Markelsheim ist ein renommierter Weinort im Taubertal und Sitz der Weingärtner Markelsheim eG. Bis in die 40er Jahre des 20. Jahrhunderts wurde auch in Bad Mergentheim Wein angebaut. Der Anbau in Bad Mergentheim wurde aufgrund von Schäden und mangelnder Pflege (Kriegsfolgen) sowie akutem Reblausbefall und fehlendem Kapital eingestellt. Teile der ehemaligen Weinberge wurde in späteren Jahren für den Ausbau des Kurbetriebs benutzt.
Siehe auch: Württemberg (Weinbaugebiet) und Württemberger Weinstraße.
Am 13. Oktober 1826 entdeckte der Schäfer Franz Gehring die heutige Wilhelmsquelle. In den Folgejahren wurden weitere Quellen erschlossen, so stehen heute drei Trinkquellen mit Mineralwasser und eine Badequelle mit Sole zur Verfügung.
In Bad Mergentheim erscheint als Tageszeitung die Tauber-Zeitung, eine Lokalausgabe der Südwest Presse. Eine weitere lokale Tageszeitung ist die Ausgabe Bad Mergentheim der Fränkischen Nachrichten aus Tauberbischofsheim, die ihrerseits wiederum ihre überregionalen Seiten vom Mannheimer Morgen beziehen.
Der Sender Radio Ton betreibt in Bad Mergentheim ein Zweit-Studio, das Lokalnachrichten liefert.
In der Nähe des Ortsteils Löffelstelzen (am Ketterwald) befindet sich bei 49° 30′ 27″ N, 9° 46′ 57″ O49.5074179.782417 ein Stahlbetonturm für die Abstrahlungen von Fernseh- und Hörfunkprogrammen im Bereich des Südwestrundfunks (SWR). Der Grundnetzsender versorgt hauptsächlich den Main-Tauber-Kreis sowie angrenzende Gebiete. Auf UKW werden mit 10 kW folgende Programme gesendet: SWR1 Baden-Württemberg (87,8 MHz), SWR2 (93,2 MHz), SWR3 (99,7 MHz), SWR4 Baden-Württemberg (105,5 MHz) sowie DASDING (100,5 MHz) mit 40 Watt und Radio Ton (103,5 MHz) mit 20 kW. Im DAB Frequenzblock 12B werden die landesweiten Programme von Digital Radio Südwest mit 8 kW gesendet. Außerdem befinden sich auf dem Turm Fernsehsender (DVB-T) auf den Kanälen 26 (DasErste BW, EinsPlus, Arte, Phoenix), 23 (ZDF, 3sat, Kika/ZDFneo, ZDFinfo) und 50 (SWR BW, BR, HR, WDR).
Bad Mergentheim hat ein Notariat und mit dem Amtsgericht Bad Mergentheim ein Amtsgericht, das dem Landgericht Ellwangen und dem Oberlandesgericht Stuttgart untergeordnet ist. Ferner hat es eine Außenstelle des Finanzamts Tauberbischofsheim und eine Außenstelle (Kfz-Zulassungsstelle) des Landratsamts Main-Tauber-Kreis.
Die Stadt ist auch Sitz des Dekanats Mergentheim des Bistums Rottenburg-Stuttgart. Neben dem Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim, einem Allgemein-Krankenhaus, gibt es in Bad Mergentheim mehrere Sanatorien und Kurkliniken, darunter mit dem Diabetes Zentrum Mergentheim auch ein Diabetes-Fachkrankenhaus.
Bis Mitte der 1990er Jahre war Bad Mergentheim zudem Garnisonsstadt sowie Standort der Panzergrenadierbrigade 36 sowie weiterer Einheiten der 12. Panzerdivision.
Seit 2002 verfügt Bad Mergentheim über einen Campus der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Mosbach. Angeboten werden betriebswirtschaftliche Studiengänge aus den Bereichen International Business, Food Management und Gesundheitsmanagement. Ferner gibt es in Bad Mergentheim ein Seminar für Didaktik und Lehrerbildung (Grund- und Hauptschulen).
An staatlichen, allgemeinbildenden Schulen besitzt Bad Mergentheim ein Gymnasium (Deutschorden-Gymnasium), eine Realschule (Kopernikus-Realschule), eine Sonderschule (Lorenz-Fries-Schule), eine Hauptschule (Eduard-Mörike-Schule), eine Grund- und Hauptschule (Ottmar-Schönhuth-Schule Wachbach) sowie vier Grundschulen (Bad Mergentheim Stadtmitte, Grundschule am Kirchberg Stuppach/Neunkirchen, Edelfingen und Markelsheim). Darüber hinaus gibt es eine Jugendmusikschule und eine Volkshochschule.
Ferner gibt es in Bad Mergentheim in Trägerschaft des Main-Tauber-Kreises ein Berufliches Schulzentrum mit Gewerblicher und Kaufmännischer Schule, sowie der Beruflichen Schule für Ernährung, Pflege, Erziehung (EPE). Dazu gehören mit dem Informationstechnischen, dem Technischen, dem Ernährungswissenschaftlichen und dem Wirtschaftsgymnasium auch vier berufliche Gymnasien.
Das schulische Angebot Bad Mergentheims wird abgerundet durch die katholische Grundschule St. Bernhard, die katholische Mädchenrealschule St. Bernhard, die Abendrealschule Bad Mergentheim, das Kolping-Berufskolleg, die staatlich anerkannte Fachschule für Physiotherapie des Bildungszentrums Bad Mergentheim[12] und das Bildungszentrum (Berufsfachschule für Pflegeberufe/ Fort- und Weiterbildungszentrum) am Caritas-Krankenhaus Bad Mergentheim.
Bad Mergentheim liegt an der „Romantischen Straße“ im Herzen des „Lieblichen Taubertales“.
Das Kulturforum bildet mit den Abteilungen des Stadtarchivs, der Stadtbücherei und dem Hof die ideale Basis für das kulturelle Leben Bad Mergentheims. Es ist Begegnungsstätte, Galerie, Konzertsaal und Bühne.
Im Kursaal Bad Mergentheim finden unter anderem auch Theaterdarbietungen statt.
Das 1996 eingerichtete Deutschordensmuseum im Deutschordenschloss zeigt die Geschichte des Deutschen Ordens, der hier seinen Hauptsitz hatte. Erwähnenswert ist auch die Berwart-Treppe, eine 1574 von Blasius Berwart erbaute Wendeltreppe. In der Sammlung des Museums befindet sich auch die von Albrecht Duwe im Maßstab 1:50 rekonstruierte Burg Rehden aus dem Kulmerland.
Das Deutschmeistermuseum im ehemaligen Zeughaus zeigt die 300-jährige Deutschmeistertradition anhand von Uniformen, Wappen und historischen Dokumenten.
Das Museum Münsterschatz im ersten Stock über der Sakristei des Münsters St. Johannes Baptist zeigt liturgische Gefäße und Geräte von der Spätgotik bis zur Gegenwart.
Im Rathaus des Stadtteils Hachtel wurde die Ottmar-Mergenthaler-Gedenkstätte eingerichtet. Der in Hachtel geborene Uhrmacher Ottmar Mergenthaler erfand 1886 in den USA die Linotype-Setzmaschine. Diese für die damalige Zeit revolutionäre Zeilensetz-, Gieß- und Ablegemaschine von Schriftzeichen beschleunigte die Satzherstellung vor allem für Bücher und Zeitungen ganz entscheidend. Das Museum widmet sich dem Schaffen Ottmar Mergenthalers.
In der Pfarrkirche des Stadtteils Stuppach befindet sich mit der Stuppacher Madonna von Matthias Grünewald aus dem Jahr 1519 eines der wichtigsten spätgotischen Gemälde Deutschlands.
Sehenswürdigkeiten sind vor allem das Deutschordensschloss (amtliche Bezeichnung Deutschordenschloß) mit seiner Barockkirche, die Münsterkirche St. Johannes Baptist und das charakteristische Rathaus, das als Wahrzeichen der Stadt gilt. Da es seit dem Schmalkaldischen Krieg (1556/1557; Brand des Rathauses) keine Kriegszerstörungen mehr gegeben hat (im Zweiten Weltkrieg war Mergentheim Lazarettstadt), hat es sein mittelalterliches bis barockes Stadtbild bewahrt.
Berühmt ist auch die Stuppacher Madonna des Malers Matthias Grünewald, ein 1812 von Bad Mergentheim in die 1607 erbaute katholische Kirche Maria Krönung in Stuppach überführtes Gemälde. Außerdem befindet sich im Ortsteil Wachbach ein Wasserschloss. Weitere Kirchen im Stadtgebiet sind:
Der Schlosspark wurde von 1791 bis 1805 nach den Entwürfen des Ordensritters Calr Caspar Reutter von Weyl und des Hofgärtners Franz Joseph Hüller verwirklicht. Stilgeschichtlich zählt der Park zu den vorromatnisch-sentimentalen Landschaftsgärten. Die imposante Platanenallee im Äußeren Schlosshof, die um 1800 angelegt wurde, fürht durch den Torbau im Osten in den Schlosspark, direkt in den geometrisch gestalteten Pflanz- und Nutzgarten. Hieran schließt sich rechterhand ein englischer Garten mit abwechslungsreicher Wegeführung an. Wiesenflächen mit Baumgruppen und Solitärbäumen bilden weite Gartenräume und eröffnen interessante Sichtachsen. Einen landschaftlichen Mittelpunkt bildet der See mit der Pappelinsel, der ein Motiv aus dem französischen Park von Ermenonville zitiert.[13]
Der Kurpark mit einer Gesamtfläche von 160.000 m² beherbergt u. a. einen Rosengarten mit 27 Arten Edelrosen, einen Therapiepark, einen Kräutergarten, ein Lapidarium und den Klanggarten. 1996 wurde zwischen dem oberen Kurparkeingang und dem Badepark Solymar von einem Gartenbaumeister aus der Partnerstadt Isawa ein Japangarten mit kleinen Wasserfällen, japanischen Pflanzen und einer Bogenbrücke aus Granit angelegt. Im Jahr 2003 wurde der Kurpark von einer unabhängigen Jury zu einem der zehn schönsten Parks Deutschlands gekürt.[14]
Freizeitbad Solymar, drei Freibäder, Reithalle, Tennisplätze, Tennishalle, Indoor-Kartbahn, Golfplatz, diverse Sportplätze und Vereine.
Die Stadt Bad Mergentheim hat folgenden Personen das Ehrenbürgerrecht verliehen:
Um dem Hoch- und Deutschmeister Maximilian Franz von Österreich sein Heimweh nach seiner Heimatstadt Wien zu nehmen, wurden im 18. Jahrhundert die Glocken des Münsters und der Schlosskirche so aufeinander abgestimmt, dass sie bei gemeinsamen Läuten wie der Stephansdom klingen. Noch heute läuten jeden Samstag um 15 Uhr für 15 Minuten die Glocken der beiden Kirchen gemeinsam.
Bad Mergentheim hat am 12. Juni 1990 die Patenschaft über eine Boeing 737-300 der Lufthansa übernommen, die seither den Namen der Stadt trägt.
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