| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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Koordinaten: 49° 54′ N, 10° 54′ O |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Bayern | |
| Regierungsbezirk: | Oberfranken | |
| Höhe: | 262 m ü. NN | |
| Fläche: | 54,58 km² | |
| Einwohner: |
70.004 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 1283 Einwohner je km² | |
| Postleitzahlen: | 96047, 96049, 96050, 96051, 96052 | |
| Vorwahl: | 0951 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BA | |
| Gemeindeschlüssel: | 09 4 61 000 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Maximiliansplatz 3 96047 Bamberg | |
| Webpräsenz: | ||
| Oberbürgermeister: | Andreas Starke (SPD) | |
| Lage der Stadt Bamberg in Bayern | ||
Bamberg (mittelalterlich: Babenberg, bambergisch: Bambärch) ist eine kreisfreie Stadt im bayerischen Regierungsbezirk Oberfranken und Standort des Landratsamtes Bamberg. Bamberg ist Universitäts-, Schul- und Verwaltungsstadt, wichtiges Wirtschaftszentrum Oberfrankens sowie Sitz des gleichnamigen Erzbistums. Die Stadt ist in der Landesplanung als Oberzentrum des westlichen Oberfrankens ausgewiesen und Mitglied in der Metropolregion Nürnberg. Bamberg ist Mittelpunkt eines Ballungsraums von über 200.000 Einwohnern.
Die Altstadt ist der größte unversehrt erhaltene historische Stadtkern in Deutschland und seit 1993 als Weltkulturerbe in die Liste der UNESCO eingetragen. Darüber hinaus ist Bamberg überregional bekannt für seine vielfältige Biertradition.
Die alte fränkische Kaiser- und Bischofsstadt erstreckt sich über eine Talsenke, durch die die Regnitz fließt. Sie verlässt Bamberg in nordwestlicher Richtung und mündet sieben Kilometer vom Stadtzentrum entfernt bei Bischberg in den Main. Nach Süden erstreckt sich das Regnitztal bis nach Fürth, im Osten liegt die Fränkische Schweiz, im Nordosten und Westen das Maintal, im Nordwesten die Haßberge und im Westen der Steigerwald. Das Stadtgebiet grenzt an die umliegenden Gemeinden (von Norden beginnend im Uhrzeigersinn) Gundelsheim, Memmelsdorf, Litzendorf, Strullendorf, Pettstadt, Stegaurach, Bischberg, Oberhaid und Hallstadt.
Das Stadtgebiet hat eine Fläche von 54,58 Quadratkilometern. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 9,6 Kilometer, die Ost-West-Ausdehnung 9,7 Kilometer. Die Altstadt liegt auf der Insel zwischen den beiden Regnitzarmen sowie westlich des linken Regnitzarmes (Domberg). Später dehnte sich die Stadt vor allem nach Osten aus.
Bamberg gliedert sich in die Stadtteile: Berggebiet, Mitte (Inselstadt), Theuerstadt (Gärtnerstadt, St. Gangolf), Wunderburg, Gereuth, Nord (St. Otto), Ost (St. Heinrich), Gartenstadt (St. Kunigunda). Eingemeindete Stadtteile: Bruckertshof, Bug, Bughof, Gaustadt, Hirschknock, Kramersfeld, Wildensorg.
Zwischen 1750 und 1753 teilte die Verwaltung Bamberg in vier Viertel ein, die nach den Stadtheiligen benannt wurden: das Henriziviertel im Nordwesten, das Georgenviertel im Nordosten, das Kunigundenviertel im Südosten und das Ottonisviertel im Südwesten.[2] Die Häuser wurden innerhalb jedes einzelnen Viertels durchnummeriert. Eine neue Einteilung in vier Distrikte, die den Pfarreien St. Martin, St. Gangolf, Unserer Lieben Frau und Dom entsprachen, erfolgte 1804. Zugleich wurden alle Häuser der Stadt fortlaufend durchnummeriert, beginnend mit dem Alten Rathaus. 1876 ging man zur straßenweisen Vergabe von Hausnummern über. Zu den bestehenden Distrikten kamen mit zunehmendem Stadtwachstum weitere, so 1909 der 5. Distrikt um die Pfarrei Maria Hilf in der Wunderburg und 1916 der 6. Distrikt um die Pfarrei St. Otto. Diese bis heute nicht offiziell abgeschaffte Einteilung dient nur noch als Grundlage für die Tätigkeit der 16 Bürgervereine, wobei es teilweise zwei Bürgervereine in einem Distrikt gibt. Die Bürgervereine Gaustadt und Kramersfeld-Bruckertshof-Hirschknock wurden gegründet, als Gaustadt noch selbständige Gemeinde war und Kramersfeld noch zu Hallstadt gehörte. Aktuell ist die Stadt in statistische Zählbezirke gegliedert, die sich an historischen und städtebaulichen Leitlinien orientieren.
| Distrikt | Bürgerverein | Gründungsjahr des BV |
|---|---|---|
| I. Distrikt | Bürgerverein Bamberg-Mitte | 1905 |
| II. Distrikt | Bürgerverein Gangolf | 1908 |
| III. Distrikt | Bürgerverein Kaulberg | 1899 |
| Bürgerverein Stephansberg im III. Distrikt | 1953 | |
| IV. Distrikt | Bürgerverein Sand | 1891 |
| V. Distrikt | Bürgerverein Wunderburg, Bamberg Süd, im V. Distrikt | 1906 |
| Bürgerverein Bamberg-Süd, Gereuth, im V. Distrikt | 1974 | |
| VI. Distrikt | Bürgerverein Bamberg-Nord, St.Otto | 1923 |
| VII. Distrikt | Bürgerverein Bamberg-Ost | 1951 |
| VIII. Distrikt | Bürgerverein Gartenstadt | 1951 |
| IX. Distrikt | Bürgerverein Kramersfeld-Bruckertshof-Hirschknock | 1956 |
| X. Distrikt | Bürgerverein Bug | 1972 |
| XI. Distrikt | Bürgerverein Gaustadt | 1904 |
| XII. Distrikt | Bürgerverein Wildensorg | 1979 |
| XIII. Distrikt | Bürgerverein Süd-West | 1977 |
| XIV. Distrikt | Bürgerverein Am Bruderwald | 1993 |
Bamberg hat ca. 650 Straßen, Plätze und Gassen.
Die Temperaturmittel betragen im kältesten Monat Januar −1,1 °C, im Sommermonat Juli +17,8 °C. Der Jahrestemperaturdurchschnitt liegt bei +8,5 °C.
Die ältesten Relikte der Bamberger Vorgeschichte sind vermutlich die im 19. Jahrhundert gefundenen Bamberger Götzen. Im Jahre 902 wurde zum ersten Mal ein Castrum Babenberch auf dem heutigen Domberg genannt. Es gehörte dem ostfränkischen Geschlecht der älteren Babenberger, die das Lehen 903 in einer blutigen Fehde mit den rheinfränkischen Konradinern verloren. Bei der sogenannten Babenberger Fehde starben drei babenbergische Brüder. Die Besitzungen fielen an den König und blieben bis 973 Königsgut. Kaiser Otto II. schenkte das Castrum seinem Vetter, dem Herzog von Bayern, Heinrich dem Zänker.[3]
1007 erfolgte die Gründung des Bistums durch Kaiser Heinrich II., den Sohn Heinrichs des Zänkers und im gleichen Jahr ließ er den ersten Dom errichten, der aber zweimal abbrannte und durch den heutigen, aus dem 13. Jahrhundert stammenden Bau ersetzt wurde. Im Januar 1430 rückten die Hussiten auf Bamberg vor. (siehe auch Hussitenkriege). Das Domkapitel floh mit dem Domschatz (heute im Diözesanmuseum Bamberg) auf die Giechburg, der Bischof selbst zog sich nach Kärnten zurück. Die wohlhabenden Bürger flüchteten nach Forchheim und Nürnberg. Die Hussiten nahmen Bamberg jedoch nicht ein. Als sie Scheßlitz erobert hatten, plünderten die in Bamberg verbliebenen Handwerker, Tagelöhner und Bauern erst die Weinkeller und dann die Bürgerhäuser und Klöster. Kurz darauf handelte Markgraf Friedrich von Brandenburg mit Andreas Prokop, Heerführer der Hussiten, auf Burg Zwernitz einen Waffenstillstand aus und Bamberg zahlte 12.000 Gulden Lösegeld, um der Brandschatzung zu entgehen.
Ein Aufstand der Bürger im 15. Jahrhundert gegen die fürstbischöfliche Macht, der sogenannte Immunitätenstreit, blieb erfolglos. Der Bauernkrieg 1524/1525 hinterließ in der Stadt seine Spuren.
Im Dreißigjährigen Krieg litt die Stadt sehr unter den schwedischen Truppen, im Siebenjährigen Krieg durch preußische und zu Zeiten Napoleons durch französische Truppen.
Unter den Fürstbischöfen Lothar Franz (1693–1729) und Friedrich Carl von Schönborn (1729–1745) erlebte die Stadt in der Barockzeit eine kulturelle Blüte.
Stadt und Stift wurden im Frieden von Lunéville dem Kurfürstentum Bayern als Kompensation für den Verlust der Pfalz an Frankreich in Aussicht gestellt. Noch vor der endgültigen Fixierung im Reichsdeputationshauptschluss begann Bayern am 2. September 1802 das Territorium des Hochstifts militärisch zu besetzen und erklärte das Gebiet am 29. November endgültig zu einer bayerischen Provinz. Fürstbischof Christoph Franz von Buseck trat zurück und besiegelte damit das Ende der Selbständigkeit Bambergs.
Während der Märzrevolution in den Jahren 1848/49 war Bamberg eine Hochburg der Demokraten, weshalb die Stadt bei der Regierung in München als besonders radikal galt. Bekannteste Persönlichkeiten waren die Anwälte Nikolaus Titus und Ignaz Prell, der Arzt Heinrich Heinkelmann und der Journalist Carl Heger. Dort wurden die sogenannten 14 Bamberger Artikel, ein Grundrechtekatalog, verlesen.
Am 25. und 26. Mai 1854 hielten acht deutsche Mittelstaaten (Bayern, Sachsen, Hannover, Württemberg, Baden, Kurhessen, Hessen-Darmstadt und Nassau) in Bamberg die Bamberger Konferenz ab, in der sie sich über ihre Stellung zu den beiden Großmächten Österreich und Preußen in der orientalischen Angelegenheit verständigten.
1909 wurde in Bamberg eine der ersten Pfadfindergruppen in Deutschland gegründet.
Nach dem Ersten Weltkrieg flüchtete am 7. April 1919 die kurz zuvor gewählte Bayerische Staatsregierung (Kabinett Hoffmann) in den Auseinandersetzungen um die Münchner Räterepublik nach Bamberg und forderte von dort aus militärische Unterstützung zur Niederschlagung der Räterepublik an. Nachdem die Räterepublik von Reichswehr und Freikorps gewaltsam beendet worden war, wurde am 14. August 1919 die Bamberger Verfassung als erste demokratische Verfassung für Bayern unterzeichnet.
Auch in Bamberg wurde 1933 die Macht an die Nationalsozialisten übergeben, und Bamberger Bürger beteiligten sich an der Verfolgung jüdischer Mitbürger. Willy Aron wurde am 10. März 1933 in „Schutzhaft“ genommen und dann in Dachau ermordet. Am 1. Juli 1933, sechs Wochen nach dem 10. Mai in Berlin, wurden auf der Hauptkampfbahn des Volksparks Bücher verbrannt. Der Unternehmer der Hofbräu Bamberg Willy Lessing wurde 1936 enteignet und bei den Novemberpogromen 1938 so schwer misshandelt, dass er kurze Zeit später starb.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Bamberg zur Amerikanischen Besatzungszone. Von der Militärverwaltung wurde ein Lager für sogenannte Displaced Persons angelegt. Bamberg ist seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges Standort einer Garnison der US Army.
Die wechselnde Wasserführung der Regnitz stellt seit Jahrhunderten eine Bedrohung für die Stadt dar. Im Juli 1342 riss das Magdalenenhochwasser eine Brücke mit sich. Wohl das größte Hochwasser war am 27. Februar 1784, dem die Häuser am Ufer im Mühlenviertel zum Opfer fielen. Auch die Brücken wurden stark beschädigt. Insbesondere die erst 1756 fertiggestellte Seesbrücke, die heutige Kettenbrücke, mit ihrer barocken Ausstattung wurde durch Eisschollen und mitgerissene Baumstämme zerstört.
Im Stadtgebiet sind Hochwassermarken u. a. in der Langen Straße, am Hochzeitshaus, in der Fischerei und an der Walkmühle zu finden. Dort sind auch die Vergleichswerte des letzten großen Hochwassers von 2004 verzeichnet. Weitgehenden Hochwasserschutz bieten seit 1964 das Jahnwehr und das Hochwassersperrtor bei Bug.
Das ehemalige Hochstift Bamberg war gemeinsam mit dem Hochstift Würzburg und Kurmainz, dem benachbarten protestantischen Fürstentum Bayreuth und der kleinen schwäbischen Herrschaft Wiesensteig eines der Hauptzentren der frühneuzeitlichen Hexen- und Zaubererverfolgung in Süddeutschland.
Infolge lang anhaltender, teils gewalttätiger Machtauseinandersetzungen zwischen Bürgern und dem jeweiligen regierenden Fürstbischof Bambergs, einer durch Missernten und Kriegseinwirkungen ausgelösten Hungersnot und eines starken persönlichen Hexenglaubens des regierenden Bamberger Fürstbischofs Johann Georg II. Fuchs von Dornheim, genannt der Hexenbrenner (1623–1633), erreichten die Verfolgung und Hinrichtung von Personen und ganzer Familien unter dem Vorwurf der Hexerei in Bamberg in den 1620er und frühen 1630er Jahren ihren Höhepunkt. Der Weihbischof Friedrich Förner war der wichtigste Prediger und der eigentliche Scharfmacher der Inquisition. Johann Georg II. Fuchs von Dornheim errichtete speziell für die Inhaftierung von der Hexerei Beschuldigten im Jahr 1627 das einst im Bereich der heutigen Promenade gelegene sogenannte Drudenhaus, auch Malefizhaus genannt.
Neben zahlreichen anderen Bamberger Bürgern (z.B. Dorothea Flock und Christina Morhaubt) und Mitgliedern des Domkapitels wurde im August 1628 unter dem Vorwand der Hexerei auch der Bürgermeister der Stadt Bamberg Johannes Junius im Drudenhaus festgesetzt. Dieser schrieb dort vor seiner Hinrichtung in seinem Abschiedsbrief an seine Tochter: „Unschuldig bin ich in das gefengnus kommen, unschuldig bin ich gemarttert worden, unschuldig muß ich sterben …“ Bis 1632 wurden weit über 300 Menschen in Bamberg als Hexen oder Hexer hingerichtet. Erst der Einmarsch schwedischer Truppen im Februar 1632 setzte dem Treiben des Bischofs und seiner Häscher ein Ende.
Die Hochzeit der Bamberger Hexenverfolgung ist durch die um 1830 im Antiquariatshandel in mehreren Konvoluten aufgetauchten umfangreichen Prozessakten gut dokumentiert. Diese wurden für das Archiv der Stadt erworben und befinden sich in der Handschriftensammlung der Staatsbibliothek Bamberg. Ob diese Akten allerdings den Gesamtbestand der Bamberger Hexenakten darstellen, darf aufgrund ihrer Erwerbsumstände bezweifelt werden. Dennoch wird aus dem der Hexerei beschuldigten Personenkreis und den Prozessumständen mehr als deutlich, dass es bei den Bamberger Hexenprozessen in erster Linie um machtpolitische Auseinandersetzungen ging. Fürstbischof Johann Georg II. Fuchs von Dornheim nutzte den Vorwand der Hexerei gezielt zur Ausschaltung machtpolitischer Gegner im Domkapitel sowie im städtischen Bürgertum Bambergs.
→ Siehe auch: Hochstift Bamberg
Die 1647 gegründete Universität wurde im Zuge der Säkularisation des Hochstifts Bamberg durch die bayerischen Besatzer 1803 aufgehoben, bestand aber weiter als Philosophisch-Theologische Hochschule. Erweitert durch alle universitären Fakultäten nahm sie im Wintersemester 1946/1947 in der Hoffnung, sich zur vierten bayerischen Landesuniversität entwickeln zu können, den Lehrbetrieb auf. Energischer Initiator war der damalige Rektor Benedikt Kraft. Er berief namhafte Professoren, die bisher in Königsberg oder Breslau gelehrt hatten, sowie Richter vom Reichsgericht in Leipzig. Viele aus dem Krieg zurückgekehrte ehemalige Soldaten begannen hier ihr Studium, das von Semester zu Semester erweitert wurde. Die Ausbaupläne zerschlugen sich dann, Regensburg wurde die vierte bayerische Landesuniversität. 1972 wurde die Bamberger Hochschule als Gesamthochschule wiedergegründet und 1979 zur Universität erhoben. Die nach ihren Gründern benannte Otto-Friedrich-Universität Bamberg beherbergt geistes- und sozialwissenschaftliche Fakultäten sowie eine Fakultät Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik.
Im Jahr 2009 wurde aufgrund von Sparmaßnahmen der Bayerischen Staatsregierung der Fachbereich Soziale Arbeit aufgelöst und in die Hochschule Coburg integriert. Die Gründungsfakultät Katholische Theologie wurde ebenfalls stillgelegt und zum Institut für Katholische Theologie innerhalb der Fakultät für Geistes- und Kulturwissenschaften umgewandelt.
Am 25. Mai 2009 erhielt die Stadt den von der Bundesregierung verliehenen Titel Ort der Vielfalt.
In der Zeit vor der Säkularisation und den Gebietsreformen war der Fränkische Reichskreis, dem das Bistum Bamberg Truppen abstellte, für die Verteidigung Bambergs zuständig. Es waren Teile der Regimenter Hohenlohe und Ferntheil sowie Truppen der fränkischen Kreisartillerie.[4] Bamberg war relativ schlecht befestigt und wurde im Siebenjährigen Krieg dreimal von preußischen Verbänden eingenommen, unter anderem, um den Bamberger Fürstbischof zur Neutralität zu zwingen, der am kaiserlichen Hof viel Einfluss hatte.[4]
Bambergs „Hausregimenter“ waren das 5. bayerische Infanterieregiment (seit 1855) und das 1. bayerische Ulanenregiment mit dem Spitznamen Sekt-Ulanen (seit 1872). Zu Beginn des Ersten Weltkriegs waren die Bamberger Reiter an dem Gefecht bei Lagarde beteiligt. Beide Regimenter standen bis 1918 in Bamberg. Nach 1919 war es Garnison für das Reiter-Regiment 17 der Reichswehr. Die Wiederaufrüstung im Zeichen des NS-Regimes brachte Kasernenneubauten und die Stationierung von Teilen der 4. Panzer-Division der Wehrmacht mit sich. Nach 1945 befand sich kein deutsches Militär mehr in Bamberg; die Garnison der US Army besteht bis heute. Seit Anfang Februar 2012 steht fest, dass die US Army in nächsten zwei bis drei Jahren vollständig abgezogen wird. [5]
Die 1908 bis 1910 erbaute Bamberger Synagoge wurde während der Novemberpogrome 1938 zerstört. Ab November 1941 begann man, die in Bamberg lebenden Juden zu deportieren. Der jüdische Friedhof wurde enteignet und das Taharahaus an die Firma Bosch vermietet, die es als Lagerhalle verwendete.[6] Dadurch wurde das Gebäude vor dem Abriss und der Friedhof vor Schändungen bewahrt. Bis Mai 1945 verblieben lediglich 15 Juden, die in sogenannten „Mischehen“ lebten. Insgesamt fielen ca. 630 in Bamberg geborene oder längere Zeit dort wohnhafte Juden durch Deportation und Ermordung dem Holocaust zum Opfer.[7][8]
Am 1. Januar 1970 wurden die Ortsteile Kramersfeld und Bruckertshof der Gemeinde Hallstadt ins Stadtgebiet eingegliedert. Am 1. Juli 1972 folgten im Rahmen der Gebietsreform die Gemeinden Bug, Gaustadt, Wildensorg, der Ortsteil Bughof der Gemeinde Strullendorf und der Ortsteil Hirschknock der Gemeinde Gundelsheim.[9]
Im Mittelalter und in der frühen Neuzeit wuchs die Einwohnerzahl von Bamberg nur langsam und ging durch die zahlreichen Kriege, Seuchen und Hungersnöte immer wieder zurück. Während des Dreißigjährigen Krieges sank sie auf 7.000 im Jahre 1648. Vor dem Krieg waren es noch 12.000. Mit dem Beginn der Industrialisierung im 19. Jahrhundert beschleunigte sich das Bevölkerungswachstum. 1811 lebten 17.000 Menschen in der Stadt, 1900 waren es bereits 42.000.
Bis 1939 stieg die Bevölkerungszahl auf 59.000. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg brachten die vielen Flüchtlinge und Vertriebenen aus den deutschen Ostgebieten der Stadt innerhalb weniger Monate einen Zuwachs um 16.000 auf 75.000 Einwohner im Dezember 1945. Im Jahre 1953 stieg die Einwohnerzahl auf den historischen Höchststand von 77.000. Bis Juni 1972 sank sie wieder auf 69.000. Eingemeindungen am 1. Juli 1972 brachten einen Zugewinn von 7.207 auf über 76.000 Einwohner. Am 30. Juni 2006 betrug die Amtliche Einwohnerzahl für Bamberg nach Fortschreibung des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung 70.063 (nur Hauptwohnsitze und nach Abgleich mit den anderen Landesämtern).
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1811 sind es meist Schätzungen, danach Volkszählungsergebnisse (¹) oder amtliche Fortschreibungen des Statistischen Landesamtes. Die Angaben beziehen sich ab 1871 auf die Ortsanwesende Bevölkerung, ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1987 auf die Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung. Vor 1871 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
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¹ Volkszählungsergebnis
Die Wappen in Form eines Siegels wurde 1279 zum ersten mal erwähnt. Es zeigt den heiligen Georg mit einer Fahne ein Schild stützend.
| Stadtratswahl | 2. März 2008 | 3. März 2002 | 10. März 1996 | 18. März 1990 | 18. März 1984 | 5. März 1978 | 11. Juni 1972 | 13. März 1966 | 27. März 1960 | 18. März 1956 | 30. März 1952 | 30. Mai 1948 | 26. Mai 19462 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Christlich-Soziale Union in Bayern (CSU) | 154 | 19 | 19 | 20 | 25 | 26 | 22 | 21 | 18 | 15 | 15 | 15 | 28 |
| Sozialdemokratische Partei Deutschlands (SPD) | 103 | 9 | 9 | 13 | 13 | 13 | 18 | 17 | 15 | 14 | 8 | 7 | 9 |
| Grün-Alternative Liste (GAL) | 73 | 6 | 5 | 4 | 3 | - | - | - | - | - | - | - | - |
| Bamberger Bürgerblock (BBB) | 55 | 4 | 1 | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| Freie Wähler (FW) | 3 | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| Überparteiliche Bürger-Gemeinschaft (ÜBG) | - | 3 | 6 | 2 | 2 | 3 | 2 | - | - | - | - | - | - |
| Bamberger Realisten (BR) | 2 | 1 | 1 | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| Freie Demokratische Partei (FDP)1 | 1 | 1 | 1 | 2 | 1 | 2 | 2 | 2 | 1 | 1 | 1 | 2 | 3 |
| Die Republikaner (REP) | 1 | 1 | 1 | 2 | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) | - | - | 1 | 1 | - | - | - | - | - | - | - | - | - |
| Bayernpartei (BP) | - | - | - | - | - | - | - | 1 | 2 | 5 | 7 | 12 | - |
| Bund der Heimatvertriebenen und Entrechteten (BHE) | - | - | - | - | - | - | - | 1 | 3 | 3 | 5 | - | - |
| Freie Liste | - | - | - | - | - | - | - | - | 2 | 3 | 3 | - | - |
| Deutsche Reichspartei (DRP) | - | - | - | - | - | - | - | - | 1 | 1 | - | - | - |
| Deutscher Block | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | 1 | - | - |
| Liste der Flüchtlinge, Ausgewiesenen und Kriegsgeschädigten (ÜFAK) | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | 4 | - |
| Wirtschaftliche Aufbau-Vereinigung (WAV) | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | 1 | - |
| Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | - | 1 | 1 |
| gesamt | 44 | 44 | 44 | 44 | 44 | 44 | 44 | 42 | 42 | 42 | 42 | 42 | 41 |
Die Stadt Bamberg unterhält mit folgenden Städten eine Städtepartnerschaft:
| Rodez (Frankreich) | |
| Bedford (Vereinigtes Königreich) | |
| Nagaoka (Japan) | |
| Esztergom (Ungarn) | |
| Feldkirchen in Kärnten (Österreich) | |
| Villach (Österreich) | |
| Prag (Tschechien) |
1958 übernahm die Stadt Bamberg für die auf Grund der Beneš-Dekrete aus ihrer Heimat vertriebenen Sudetendeutschen aus dem Gebiet um die tschechische Stadt Troppau die Patenschaft.
→ Siehe auch: Liste der Baudenkmäler in Bamberg
Bamberg wurde wie Rom auf sieben Hügeln (Stephansberg, Kaulberg, Domberg, Michaelsberg, Jakobsberg, Altenburg, Abtsberg) erbaut und deshalb auch manchmal als Fränkisches Rom bezeichnet. Da Bamberg im Zweiten Weltkrieg weitgehend von Bombardierungen verschont blieb, bietet die Altstadt bis heute das nahezu unveränderte Bild der ursprünglichen Dreigliederung in geistliche Bergstadt (im Umfeld des Kaiserdoms), bürgerliche Inselstadt (zwischen den beiden Flussarmen der Regnitz) und der Gärtnerstadt. Überragt vom Dom stellt die Stadt ein denkmalgeschütztes Ensemble zwischen mittelalterlicher und barocker Baukunst dar.
1993 wurde die Altstadt in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit der UNESCO aufgenommen. In der Begründung heißt es, Bamberg repräsentiere in einzigartiger Weise die auf einer Grundstruktur des Frühmittelalters entwickelte mitteleuropäische Stadt. Das in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommene Areal umfasst die drei historischen Stadtzentren Berg-, Insel- und Gärtnerstadt mit einer Gesamtfläche von etwa 140 Hektar.
Die deutsche 100-Euro-Gedenkmünze aus Gold des Jahres 2004 aus der Reihe UNESCO-Welterbe zeigt eine historische Stadtansicht Bambergs.
Umfangreiche Aktivitäten im Bereich der Denkmalpflege haben zu einem guten Restaurierungszustand geführt. Im Juli 2005 richtete die Stadt Bamberg ein eigenes Dokumentationszentrum Welterbe als Koordinierungs- und Anlaufstelle zu allen Belangen des UNESCO-Welterbes ein.
Bamberger Kirchen bilden ein imaginäres Kreuz. Der Längsbalken besteht aus den Kirchen St. Jakob, Dom, St. Martin und St. Gangolf, der Querbalken aus St. Stephan, Obere Pfarre, Dom und St. Michael. Letztere vier Kirchen sind auch als der sogenannte Vierkirchenblick bekannt. Der Mittelpunkt dieses Kreuzes ist nicht, wie vielleicht anzunehmen, der Dom, sondern eine 1777 eingelegte Säule, die den Namen Tattermannsäule trug. An ihre Stelle trat zum 1000-jährigen Jubiläum des Bistums Bamberg ein „unterirdisches“ Denkmal. Ein Denkmal, das ein Künstler aus Israel – mit familiären Wurzeln in Bamberg – schuf.
Die etwas außerhalb des Querbalkens stehende Kirche St. Jakob wird als das gesenkte Haupt Christi gedeutet.
Ein weiteres imaginäres Kreuz bildet der Grundriss des Doms; das gesenkte Haupt Christi wird durch einen außerhalb der Linie angeordneten Scheitelstein im Westchor des Domes dargestellt.[12][13]
Die im Jahr 1993 in die Liste des Weltkultur- und Naturerbes der Menschheit aufgenommene Stadt Bamberg besitzt in der Kernstadt über 1200 Baudenkmale.
Katholische Kirchen
Evangelische Kirchen
Evangelische Freikirchen
Synagogen
Die Immunitäten waren geistliche Frei- oder Sonderbezirke der Stifte mit Ummauerung und eigener niederer Gerichtsbarkeit, in denen ab dem 12. Jahrhundert fast die Hälfte der Bamberger Bevölkerung lebte.[18][19]
Im Bamberger Berggebiet gibt es ein recht ausgedehntes System von Katakomben und Felsenkellern, deren Ursprünge zum Teil bis in das Mittelalter zurückreichen. Während der Pest- und Choleraepidemien im 13. und 14. Jahrhundert wurden einige Stollen auch als Grabanlagen verwendet.[23] Unter dem Lerchenbühl wurde um 1500 eine Felsenkapelle angelegt, das Heilige Loch. In der Regel allerdings angelegt als kühle, aber frostgeschützte Lagerkeller für Lebensmittel und Getränke, vor allem Wein und Bier, unter dem Kaulberg als Sandschürfstollen zur Gewinnung von Scheuersand, dienten sie im Lauf der Zeit verschiedenen Zwecken (Zufluchträume bei kriegerischen Auseinandersetzungen, Versammlungsstätten, Gefängnis, Trinkwasserversorgung, Verlagerung industrieller Produktionsstätten während des Zweiten Weltkriegs). Heute dienen einige der Stollen als Lagerräume, Zivilschutzräume sowie als touristische Attraktion der Stadt. Befahrungen der Stollen unter dem Stephansberg sind daher möglich und werden von der Stadt Bamberg organisiert.
Die Stadt Bamberg ist Ausrichterin der bayerischen Landesgartenschau 2012.[24] Im Rahmen dessen werden u. a. auf dem ehemaligen ERBA-Gelände im Norden der Regnitzinsel umfangreiche städtebauliche- und landschaftsgestalterische Maßnahmen betrieben. Weitere Maßnahmen sind die Neuanlegung des Treidelpfads am alten Ludwig-Kanal und die teilweise Neubepflanzung des Michaelsbergs mit Weinstöcken. Anlässlich der Gartenschau soll auch die Tradition des Süßholzanbaus wieder neu aufleben.
Der Basketballverein Brose Baskets wurde 2005 (als GHP Bamberg), 2007, 2010 und 2011 Deutscher Basketball-Meister, in den Jahren 1993 (als TTL Bamberg), 2003 (als TSK uniVersa Bamberg) und 2004 (als GHP Bamberg) Vizemeister und 1992 (als TTL Bamberg), sowie 2010 und 2011 Deutscher Pokalsieger. Aufgrund der fanatischen Anhänger des Vereins und der breiten Begeisterung innerhalb der relativ kleinen Stadt ist Bamberg bei den deutschen Basketball-Fans unter der Bezeichnung „Freak-City“ bekannt.
Erfolgreichster Fußballverein ist der 1. FC Eintracht Bamberg, welcher 2006 aus der Fusion des 1. FC 01 Bamberg und dem TSV Eintracht Bamberg entstand. Nach zwei Jahren in der Bayernliga stieg der Verein 2008 in die Regionalliga Süd auf. Die erfolgreichste Zeit des Vorgängervereins 1. FC 01 Bamberg lag jedoch in den 1950er-Jahren. Zwischen 1990 und 1993 errang auch der zweitälteste Fußballverein SC 08 Bamberg einige bemerkenswerte Erfolge (Bayernliga und Achtelfinale im DFB-Pokal 1991/92).
Die 1. Männermannschaft der SKC 1947 Victoria Bamberg ist neunfacher deutscher Meister im Kegeln, sechsmal Pokalsieger des DKBC, dreimal Champions-League-Sieger, fünfmal Europapokalsieger und viermal Weltpokalsieger. Die 1. Frauenmannschaft der SKC Victoria ist neunmal deutscher Meister, fünfmal Pokalsieger des DKBC, einmal Europapokalsieger, fünfmal Champions-League-Sieger und viermal Weltpokalsieger.
Die Schachspieler vom SC 1868 Bamberg waren dreimal Deutscher Meister (1966, 1976, 1977) und einmal Deutscher Pokalsieger (1983/84).
Der Tauchclub war 2004 Deutscher Vize-Meister, wurde von 2007 bis 2012 sechsmal in Folge Deutscher Meister sowie 2008 und 2011 außerdem Vize-Champions Cup-Sieger im Unterwasserrugby.
Der Bridgeclub Bamberger Reiter ist, nach 1994, 1998, 2003, 2006, 2007 und 2008 amtierender Bundesligameister 2009. Weitere Erfolge: Deutscher Teammeister 2005, 2006 und 2008, Gewinner des Europäischen Championscup der Landesmeister 2006 (Sieg am 15. Oktober 2006 in Rom; 2007: 3. Platz; 2008: 4. Platz und 2009 2. Platz). 2008 stellte Bamberg mit Wilhelm Gromöller den DM der Senioren. Im November 2009 errang Michael Gromöller die DM im Mixed Team. Durch den 3. Platz bei den Europameisterschaften 2008, bei denen Bamberg die deutsche Nationalmannschaft stellte, war die Mannschaft als erste deutsche Herrenmannschaft überhaupt für die Weltmeisterschaften 2009 qualifiziert und belegte den 3. Platz im Transnations Cup. Sabine Auken (geb. Zenkel) ist dreifache Weltmeisterin, amtierende Vizeweltmeisterin und bei den Damen aktuelle (November 2009) Nr. 1 der Weltrangliste. Der Bamberger Club ist damit der erfolgreichste deutsche Bridgeclub der letzten Jahre.
Seit der Saison 2009/2010 ist der VC Franken mit einer Herren-Volleyballmannschaft in Bamberg zuhause. Die Heimspiele des Vereins, der in der Deutschen Volleyball-Bundesliga der Herren spielt und auch am DVV-Pokal teilnimmt, finden in der Stechert-Arena statt.
Spezialitäten Bambergs sind die Bamberger Hörnla, womit sowohl ein Croissant-artiges Gebäck als auch eine Kartoffelsorte bezeichnet werden. Eine weitere Spezialität ist der Zwetschgenbames, ein Rinderschinken, der seinen Namen dem Aussehen eines Zwetschgenstammes verdankt. Des Weiteren ist die Stadt Bamberg auch für das fränkische Schäuferla und seine Biertradition bekannt.
In Bamberg wird seit dem frühen sechzehnten Jahrhundert Süßholz angebaut. Heutzutage ist Bamberg der einzige Ort im Norden Europas, an dem diese Pflanze noch kultiviert wird. Diese Tradition wird von der Bamberger Süßholzgesellschaft gepflegt, die die Bamberger Gärtner beim Anbau unterstützt.[25]
Im Jahr 2006 gab es in Bamberg etwa 47.000 sozialversicherungspflichtige Beschäftigte. Wichtigste Industriebranche ist die Kfz-Zulieferindustrie (51 % der Industriebeschäftigten 2004), gefolgt von der Elektrotechnik und dem Ernährungsgewerbe. Der traditionelle Wirtschaftszweig der Gemüsegärtner, der die Stadt seit ihren Anfängen über Jahrhunderte prägte, ist nach wie vor vorhanden. Daneben spielt der Tourismus für die Wirtschaft der Stadt eine wichtige Rolle. Darüber hinaus existieren in Bamberg zahlreiche kleinere und mittelständische Unternehmen anderer Branchen. Eine weitere Besonderheit ist die seit Jahrhunderten gepflegte Tradition des Orgelbaus, die zurzeit von dem Meisterbetrieb Thomas Eichfelder fortgesetzt wird.
Die zehn wichtigsten gewerblichen Arbeitgeber in der Stadt mit jeweils mehr als 400 Beschäftigten sind (Stand: 9/2010):
Die Wasserversorgung der Stadt war früher durch Brunnen gesichert. Es handelte sich hierbei überwiegend um Brunnen auf Privatgrund, von denen es ca. 300 gab. Des Weiteren versorgten öffentliche Brunnen, gebaut und unterhalten durch die öffentliche Hand, die Stadt mit Wasser. Daneben gab es bereits eine Art Fernwasserversorgung mit Leitungen aus Brunnen in der Umgebung, die vor allem von kirchlichen und klösterlichen Einrichtungen genutzt wurde.
Der Ausbau eines städtischen Rohrnetzes begann im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts. Seit den 1970er Jahren ist Bamberg – neben seinen eigenen Wasserbrunnen – an die Fernwasserversorgung Oberfranken (FWO) angeschlossen. Diese speist seit Frühjahr 1975 Wasser aus der Ködeltalsperre in das städtische Wasserversorgungsnetz ein.
Die Stadt ist Teil der Bierregion Franken an der Grenze zwischen Wein- und Bierfranken. Besondere Spezialität ist das Rauchbier. Von ehemals 68 historischen Braustätten gibt es noch acht Brauereien mit alter Tradition in Bamberg: Brauerei Mahr, Brauerei Fässla, Brauerei Schlenkerla, Brauerei Spezial, Klosterbräu Bamberg, Brauerei Greifenklau, Brauerei Keesmann und die Brauerei Kaiserdom im ehemals selbständigen Stadtteil Gaustadt. Eine Gasthaus-Brauerei, das Ambräusianum, die Röstmalzbierbrauerei und die Versuchsbrauerei der Mälzerei Weyermann eröffneten 2004. Bis 2008 existierte noch die Maisel-Bräu. In der Stadt Bamberg bestehen daher derzeit elf Brauereien, die Bier verkaufen. Daneben gibt es noch die kleine zollrechtlich zugelassene Brauerei Robesbierre, die aber kein Bier verkauft.
Im Jahre 1907 gab es den so genannten Bamberger Bierkrieg, bei dem ein Boykott der Bevölkerung die Brauereien zwang, die Bierpreiserhöhung von zehn auf elf Pfennig wieder rückgängig zu machen.
Bamberg ist mit einem Binnenhafen am Main-Donau-Kanal (Regnitz), zwei Autobahnen (A 70/E48 und A 73) und einem Bahnhof ins Verkehrsnetz eingebunden. Außerdem verfügt die Stadt über einen Sonderlandeplatz für Flugzeuge (ICAO-Kennung:ETEJ). Zum 1. Januar 2010 trat die Stadt dem Verkehrsverbund Großraum Nürnberg bei.
Von 1897 bis 1922 bediente die Elektrische Straßenbahn Bamberg AG den Stadtverkehr. Heute gibt es über 23 Buslinien, die das Stadtgebiet nahezu lückenlos bedienen. Auch angrenzende Gemeinden (Bischberg, Gundelsheim, Hallstadt, Memmelsdorf, Stegaurach und Litzendorf, Gemeindeteil Schammelsdorf) deckt das Liniennetz ab. Weiterhin verkehren in Bamberg zahlreiche Regionalbuslinien, die von der Omnibusverkehr Franken GmbH sowie einer Reihe weiterer privater Omnibusunternehmen versorgt werden. Hauptknotenpunkt des regionalen Omnibusverkehrs ist der Bahnhofsvorplatz in Bamberg und für den Stadtverkehr der zentrale Omnibusbahnhof (ZOB) in der Innenstadt. Insgesamt befinden sich derzeit 57 Stadtbusse im Fuhrpark des Verkehrsbetriebes der Stadtwerke Bamberg, sie transportieren im Jahr durchschnittlich 9,5 Millionen Fahrgäste.[27] Seit dem Wintersemester 2004/2005 erhalten alle Studenten der Universität Bamberg ein Semesterticket. Es gilt in allen Bussen und den Nahverkehrszügen der DB Regio in Stadt und Landkreis Bamberg.
Am 23. März 2011 wurden die Haltestellendurchsagen durch Kinderstimmen aus dem Raum Bamberg ausgetauscht.[28]
Die Stadtwerke Bamberg haben an einigen stark frequentierten Bushaltestellen sogenannte dynamische Fahrgastinformationen angebracht.
Zum 20. November 2010 haben die Stadtwerke Anfahrtspunkte am ZOB neu angeordnet und einige Buslinien erweitert. Weil vor allem der Verkehr in Richtung Bahnhof Bamberg in den letzten Jahren stark zugenommen hat, wurde der Linienverkehr so optimiert, dass ein 5-Minuten-Takt zum Bahnhof möglich ist. Darum wurde auch der Fahrplanwechsel am 20. November 2010 durchgeführt und der offizielle Fahrplanwechsel im VGN fand am 11. Dezember 2010 statt.
Das überörtlich ausgeschilderte Radwegenetz weist besonders im Altstadtbereich erhebliche Lücken auf.
In der Bamberger Innenstadt wird auf Grund der relativ flachen Topographie zwischen Main-Donau-Kanal und Regnitz traditionell viel Fahrrad gefahren. Die relativ kompakte Innenstadtfläche, kurze Distanzen zwischen den Universitätsstandorten, Einbahnstraßen, Parkplatzknappheit und die schnellere Erreichbarkeit des Naherholungsgebietes im Hain begünstigen die Nutzung des Fahrrades als alltägliches Transportmittel.
Durch die unmittelbare Lage am Main-Donau-Kanal-Radweg ist Bamberg auch Ziel vieler touristischer Radreiserouten. Die Stadt hat sich zum Ziel gesetzt, eine Veränderung des Modal Splits zugunsten des Radverkehrs zu erreichen.[29]
Der ADFC Bamberg sieht Nachbesserungsbedarf in der städtischen Verkehrspolitik: Er moniert die „ungenügende finanzielle Ausstattung für den Ausbau von Radverkehrsanlagen, die fehlende Akzeptanz des Fahrrades als vollwertiges Verkehrsmittel in Teilen von Politik und Verwaltung sowie die zögerliche Umsetzung der StVO-Novelle“[30]
Die Fahrradmitnahme in den DB-Regiozügen und den Bussen des VGN ist kostenpflichtig.[31]
Auf dem Weg zu größerer urbaner Fahrradfreundlichkeit erhielt die Stadt im Jahr 2009 den Zuschlag beim Bundesmodellversuch Zero-Emission-Mobility der Bundesverkehrsministeriums. Im Sommer 2009 erfolgte dessen multimediale Umsetzung mit der Werbekampagne Kopf an: Motor aus. Für Null CO2 auf Kurzstrecken.[32]
Im Fernverkehr liegt Bamberg an der Nord-Süd-Strecke Leipzig – Nürnberg und wird im Zweistunden-Takt von ICE-Zügen angefahren. Während die Verbindung in Richtung Berlin aktuell über Saalfeld und Jena verläuft, wird sie nach Fertigstellung der Schnellfahrstrecke Nürnberg–Erfurt voraussichtlich ab 2017 über Erfurt geführt.
Der Bahnhof Bamberg ist der Ausgangspunkt von Regionalexpress- und Regionalbahnlinien nach
Außerdem ist Bamberg seit dem Dezember 2010 an das S-Bahn-Netz der Stadt Nürnberg angeschlossen. Die Linie S1 verkehrt im Stundentakt zwischen Bamberg und Nürnberg Hauptbahnhof[33]
Bamberg ist an folgende Bundesstraßen angeschlossen:
| Bad Bramstedt–Bamberg–Nürnberg | |
| Würzburg–Bamberg–Bayreuth–Cham | |
| Riedstadt –Bamberg–Eisenach | |
| Bamberg-Süd –Höchstadt |
Bamberg liegt an folgenden Bundesautobahnen:
Der Flugplatz Bamberg-Breitenau ist einer der ältesten noch in Betrieb befindlichen Landeplätze Deutschlands. Bereits 1912 landete dort das erste Motorflugzeug. Das Jahr 1909 wird als tatsächlicher Beginn der Luftfahrt in Bamberg angesehen. Zu diesem Zeitpunkt begann Willy Messerschmitt zusammen mit dem Stadtbaumeister Friedrich Harth mit der Entwicklung von Fluggeräten. Heute ist der Flugplatz offiziell Militärflugplatz, wird aber in erster Linie zivil genutzt. Auch eine Fluggesellschaft fliegt den Flughafen auf Bestellung an.
Bamberg ist Sitz der Mediengruppe Oberfranken GmbH & Co. KG. Deren größte Tageszeitung, der Fränkische Tag, erscheint ebenfalls in Bamberg. Auch die beiden lokalen Radiosender sowie ein monatlich als auch ein wöchentlich erscheinendes Anzeigenblatt werden von diesem Unternehmen in Bamberg verantwortet.
Ein von diesem Medienunternehmen unabhängiges journalistisch ausgerichtetes Angebot, das sich an alle Bevölkerungsschichten richtete, gab es von 1987 bis 1991 in Form von Fun Boy Radio. Darüber hinaus gibt es in Bamberg mit dem Wobla (Wochenblatt) und der Zeitung Bamberg Stadt und Land noch weitere wöchentliche Anzeigenblätter sowie die monatlich erscheinenden Stadtmagazine Fränkische Nacht, Mohr Stadtillu und Bamberg Journal.
Bamberg verfügt über einen Stadtfeuerwehrverband. Die Freiwillige Feuerwehr Bamberg besteht aus 12 Abteilungen, darunter eine Ständige Wache und zwei Spezialeinheiten des ehemaligen Katastrophenschutzes, dem Technischen Zug (Löschgruppe 21) und dem ABC-Zug (Löschgruppe 51) und neun weiteren Löschgruppen. Einige ihrer Fahrzeuge tragen die seltene orange Katastrophenschutzlackierung.[34]
Darüber hinaus existiert in Bamberg noch ein Ortsverein des Technischen Hilfswerks (THW). Dieser Ortsverein besteht aus dem Stab, zwei Technischen Zügen sowie einer Fachgruppe Räumen und einer Fachgruppe Wassergefahren sowie weiteren intern beschafften Gerätschaften. Es existiert zudem eine Jugendgruppe.[35]
Für den zivilen Katastrophenschutz sind mehrere Schnelleinsatzgruppen (SEG) der örtlichen Hilfsorganisationen aktiv. Der Kreisverband Bamberg des Bayerischen Roten Kreuzes stellt zwei SEG Behandlung, eine SEG Betreuung sowie Facheinheiten UG-SanEL, Technik und Sicherheit. Weiterhin wird die Sanitätseinsatzleitung (SanEL) durch organisatorische Leiter und leitende Notärzte gestellt.
Als Sitz eines Oberlandesgerichts, eines Landgerichts, eines Amtsgerichts, eines Arbeitsgerichts und einer Justizvollzugsanstalt ist Bamberg ein überregional bedeutsamer Gerichtsstandort.
In der Stadt gibt es elf Seniorenheime, die von verschiedenen Trägern betrieben werden.
1953 wurde das Stadionbad eröffnet, das im September 2001 renoviert wurde.
Das Hainbad bietet seit 1972 die Möglichkeit im linken Regnitzarm zu schwimmen, dazu gehört eine Holzliegefläche.
Ende 2011 wurde das Bambados in Bamberg eröffnet, ein modernes Freizeit- und Sportbad mit Wellness- und Saunalandschaft.
Die Otto-Friedrich-Universität Bamberg gehört mit mehr als 12.000 Studenten[36] zu den mittelgroßen Universitäten Bayerns. Die Gebäude der Universität sind über das gesamte Bamberger Stadtgebiet verteilt. Ein großer Teil liegt aber im Kern der Bamberger Altstadt. Sprach- und Literaturwissenschaften nehmen zum Teil Gebäude ein, die vorher zum Kaiser-Heinrich-Gymnasium gehörten. In den Altstadtstandorten befinden sich neben der Verwaltung die beiden Fakultäten der Geistes- und Kulturwissenschaften (GuK) und der Humanwissenschaften (Huwi). Ein weiterer Standort befindet sich in der Feldkirchenstraße, wo sich das Rechenzentrum und die Sozial- und Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät (SoWi) befinden. Auch die Fakultät für Wirtschaftsinformatik und Angewandte Informatik (WIAI) befindet sich in der Feldkirchenstraße. Die umfangreiche Universitätsbibliothek besitzt fünf Teilbibliotheken an allen wichtigen Standorten. Die Otto-Friedrich-Universität ist Mitglied des Netzwerkes Mittelgroßer Universitäten und wurde einerseits zur Familiengerechten Hochschule und andererseits zur Partnerhochschule des Spitzensportes ausgezeichnet. Sie gehört zu den führenden Universitäten für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften sowie Psychologie in Bayern.[37]
Die Hochschule für angewandte Wissenschaften Bamberg – Private Hochschule für Gesundheit ist seit Beginn des Wintersemesters 2010/2011 in Bamberg ansässig. Ihr Verwaltungssitz befindet sich in der Kloster-Banz-Straße. Die Hochschule bietet die Vollzeitstudiengänge Physiotherapie und Logopädie an, die mit dem international anerkannten Bachelor of Science abschließen. Mit ihrem Angebot ist die Hochschule die einzige Hochschule im Freistaat Bayern, die diese beiden therapeutischen Berufe im Rahmen eines grundständigen Studiums lehrt. Träger der Hochschule ist das Deutsche Erwachsenen-Bildungswerk (DEB) mit Sitz der Bundeszentrale in der Pödeldorfer Straße in Bamberg.[38]
Zwei Realschulen (darunter eine reine Mädchenschule), eine Wirtschaftsschule, Volks- und Förderschulen, fünf berufliche Schulen, zehn Privatschulen, Volkshochschule Bamberg, Bildungszentrum der Industrie- und Handelskammer, Berufliche Fortbildungszentren der Bayerischen Wirtschaft (bfz), Erzbischöfliches Abendgymnasium für Berufstätige, Katholische Erwachsenenbildung in der Stadt Bamberg e. V. (KEB), neun berufliche Weiterbildungs- und Qualifizierungsstellen, die Städtische Musikschule; Taubstummen-Anstalt mit Internat.
Das Aufseesianum wurde 1738 von Domkapitular Jodocus Bernhard Freiherr von Aufseß gestiftet. Hier wurde 1973 der Roman Das fliegende Klassenzimmer von Erich Kästner verfilmt.
Ebenfalls in Betrieb ist das Maria-Ward-Internat in Trägerschaft der Englischen Fräulein (seit 1717).
Zwei weitere kirchliche Internate wurden Ende des 20. Jahrhunderts geschlossen: das Ottonianum (1866–1999, in diözesaner Trägerschaft) und das Marianum (1918–1988, in Trägerschaft der Karmeliten).
Bamberg ist Drehort bekannter Kinofilm- und Fernsehproduktionen wie z. B.:
Der Film Engelchen oder Die Jungfrau von Bamberg thematisiert die in den späten 1960er Jahren empfundenen Gegensätze zwischen der fränkischen „Provinz“ und dem „freizügigen“ Schwabing.
Seit August 2008 gibt es ein eigenständiges Fernsehen für Bamberger Schulen.
→ Siehe: Liste der Erzbischöfe und Bischöfe von Bamberg 1007–2007
→ Siehe: Liste der Weihbischöfe in Bamberg
→ Siehe: Bamberger Bischöfe (Auswahl)
Der hauptamtliche Bürgermeister wurde im Jahr 1818 erstmals von den Bürgern gewählt. Seit 1917 ist die Amtsbezeichnung Oberbürgermeister.
→ Hauptartikel: Liste der Bürgermeister und Oberbürgermeister von Bamberg
Die Stadt Bamberg verlieh bisher an 35 verdienstvolle Personen die Ehrenbürgerschaft.
→ Hauptartikel: Liste der Ehrenbürger von Bamberg
Hier sind die Plaketten und Medaillen in Bezug auf Bamberger Persönlichkeiten und Ereignisse aufgeführt.
Im Jahr 2009 waren 40.891 Menschen in Bamberg römisch-katholisch, was einem Anteil von 58,5 Prozent entspricht. Der Anteil der evangelischen Bürger belief sich im selben Jahr auf 13.520 (19,4 Prozent). Unter Sonstige hat die Stadt 15.416 Personen gezählt (22,1 Prozent), dazu zählen nach Auskunft der Pressestelle der Stadt Bamberg „Juden, Moslems, Kirchenlose bzw. Angehörige anderer Religionen“. Die Gesamtzahl der Bamberger Bevölkerung betrug 2009: 69.827 Personen.
Wegen seiner Lage auf sieben Hügeln wird Bamberg auch als Fränkisches Rom bezeichnet.
Klein Venedig nennt sich außerdem die ehemalige Schiffer- und Fischersiedlung an der Regnitz.
Zudem tragen die Einwohner Bambergs auch den Spitznamen Zwiebeltreter. Er geht zurück auf die Bamberger Gärtner, bei denen das Zwiebeltreten eine wichtige Tätigkeit im Zwiebelanbau war. Sie mussten die Schalotten bei einer bestimmten Größe umtreten, damit das Kraut nicht zu sehr in die Höhe wuchs, sondern die Nährstoffe für das Wachstum der unterirdischen Zwiebel genutzt wurden. Die Bauern banden sich dazu kleine Brettchen an die Schuhe, um nicht versehentlich auf die Zwiebeln zu treten, und gingen damit auf die Felder. Ein ähnlicher Spitzname ist Zwiebelfranken.
Ein Marskrater mit einem Durchmesser von 58,3 km wurde nach Bamberg benannt.
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