| Bari | ||
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| Staat: | Italien | |
| Region: | Apulien | |
| Provinz: | Bari (BA) | |
| Koordinaten: | 41° 8′ N, 16° 52′ O41.13333333333316.8666666666675 Koordinaten: 41° 8′ 0″ N, 16° 52′ 0″ O |
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| Höhe: | 5 m s.l.m. | |
| Fläche: | 116 km² | |
| Einwohner: | 320.475 (31. Dez. 2010)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 2763 Einw./km² | |
| Postleitzahl: | 70100 (generico), 70012, 70016, 70045, 70050, 70057, von 70121 bis 70126 | |
| Vorwahl: | 080 | |
| ISTAT-Nummer: | 072006 | |
| Volksbezeichnung: | Baresi | |
| Schutzpatron: | Nikolaus von Myra | |
| Website: | Bari | |
Bari ist die Hauptstadt der Region Apulien (Italien) und hat 320.475 Einwohner (Stand 31. Dezember 2010). Sie ist eine bedeutende Hafen- und Universitätsstadt an der Adria. Der Hafen von Bari bietet Fährverbindungen nach Dubrovnik, Bar, Durrës, Patras und Korfu; die Universität Bari ist mit rund 70.000 Studenten eine der größten in Italien. Außerdem verfügt Bari über einen internationalen Flughafen, der vor allem von Billigfluggesellschaften angesteuert wird.
Bari ist auch die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz mit 5.138 km² und ca. 1,6 Mio. Einwohnern. Im Wesentlichen gibt es in Bari drei bedeutende Industriezweige: Chemische Industrie, Metallindustrie und Autoindustrie (Zulieferer). Dies erklärt auch die Niederlassungen bedeutender deutscher Firmen in Bari, wie zum Beispiel Bosch, Osram oder GETRAG.
Die Nachbargemeinden sind: Adelfia, Bitonto, Bitritto, Capurso, Giovinazzo, Gravina in Puglia, Modugno, Mola di Bari, Noicattaro, Triggiano und Valenzano.
Der Flughafen Bari (italienisch Aeroporto di Bari-Palese „Karol Wojtyla“) liegt 8 Kilometer nordwestlich von Bari
| Bari | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Klimadiagramm | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die ältesten Siedlungsspuren fand man um die St.-Peter-Kirche. Sie sind ca. 4000 Jahre alt. Im dritten Jahrhundert v. Chr. wurde Bari von griechischen Siedlern besiedelt, die die Stadt Barion nannten. Als Teil des römischen Reiches wurde Bari (Barium) zum municipium cum suffragio. In dieser Zeit konnte die Stadt eigene Gesetze erlassen und eigene Münzen prägen. Zwischen 476 und 840 war Bari Teil der Germanenreiche in Italien. Seit dem 4. Jahrhundert ist der Ort Sitz eines Bistums, des heutigen Erzbistums Bari-Bitonto.
Darauf besetzten die Sarazenen die Stadt, die dort ein islamisches Emirat in Italien gründeten, aber schon 870 wieder vom Byzantinischen Reich verdrängt wurden, das dort das Zentrum seiner italienischen Territorien errichtete. Noch 1002 wurde Bari erneut von Arabern erobert und von der Byzantinischen Armee rasch zurückerobert. Gegen die Byzantiner aber erhob sich der Barenser Melus (Melo) 1009 und 1017, als Ismahel (Ismail) ist er auf dem goldbestickten Sternenmantel verewigt, den der Emir dem deutschen Kaiser Heinrich II. geschenkt hatte.
Am 15. April 1071 eroberten nach dreijähriger Belagerung die Normannen unter Robert Guiskard die Stadt, den zu dieser Zeit letzten Besitz von Byzanz in Italien. 1087 wurden die Gebeine des Heiligen Nikolaus von Myra nach Bari gebracht. Der Heilige ist seither in Italien auch als Nicola da Bari bekannt. 1155 rebellierten die Bewohner der Stadt gegen die Normannen. Als Strafaktion darauf ließ Wilhelm I "der Böse" im Juni des folgenden Jahres die Stadt zerstören, vertrieb die Bewohner und verschonte nur die Kathedrale und die Basilica St. Nicola.
Unter Friedrich II. erlebte Bari eine Blütezeit.
Gioacchino Murat war 1813 einer der Initiatoren eines Neuanfanges.
Das Museum liegt im ersten Stock der Universität am zentralen Platz Piazza Umberto I in der Neustadt von Bari. Zu sehen sind Ausgrabungsgegenstände aus ganz Apulien mit dem Schwerpunkt griechisch-römische Objekte.
Die Kathedrale wurde in den Jahren 1170 bis 1178 erbaut. Sie ist eine dreischiffige Pseudo-Emporenbasilika mit großem Ostquerhaus, an das direkt die Apsiden anschließen. Die Emporenöffnungen des Langhauses täuschen in den Seitenschiffen liegende Emporen vor, diese jedoch sind nicht vorhanden. Die Seitenschiffe sind fast genauso hoch wie das Mittelschiff, dem nur ein enorm flacher Obergaden zur Belichtung bleibt.
Im Inneren ist neben der Kanzel auch der rekonstruierte Altarbereich mit aus Originalteilen zusammengesetztem Ziborium und Bischofsthron Beachtung sehenswert. Sehenswert ist auch der reiche Ornamentschmuck der Kathedrale. In der barock überformten Krypta befindet sich eine Reihe von mittelalterlichen Fresken.
Die Wallfahrtskirche San Nicola liegt nördlich der Kathedrale.
S. Nicola ist der Gründungsbau der Bareser Romanik und wurde von 1087-1196 gebaut. Der älteste Bauteil ist der Ostchor, dessen Apsiden, genau wie in Bitonto, im 12. Jahrhundert ummantelt und mit Blendarkaden gegliedert wurden. Die Basilika lag ursprünglich ganz nahe am Wasser wie die Kathedrale von Trani. Lediglich eine Seemauer trennte sie vom Meer. Sie wird von drei großen Höfen umgeben, um die sich die restlichen Gebäude des Klosters gruppieren: im Süden das Kloster, im Westen Hospiz und Pilgerheim und im Nordwesten die Kirche S. Gregorio.
Bari war im Jahr 1087 mit der Beschaffung einer hohen Reliquie relativ spät dran. „Die unternehmerisch aktivsten Seestädte hatten fast alle ihren hoch angesehenen Heiligen: Venedig seinen Markus (Evangelist), Neapel seinen Januarius (frühchristlicher Märtyrer), Salerno seinen Matthäus (Apostel und Evangelist) und die älteste Seerepublik Amalfi ihren Andreas (Apostel). Genua sicherte sich als eine der letzten der großen italienischen Seestädte bei der Gelegenheit des ersten Kreuzzuges die Gebeine von Johannes dem Täufer, und Bari hatte sich eben 1087 die Reliquien des hl. Nikolaus verschafft“.[2]
Dieses „Verschaffen“ ist eine leichte Umschreibung eines schlichten Raubzuges, wie das damals - vor allem zu einem solch edlen Zweck - allgemein üblich war. Man legte das Gelingen des Raubzuges damals so aus, dass Gott es nicht anders gewollt habe und dass der Heilige selber, um dessen Gebeine es ging, unbedingt nach Bari wollte. Natürlich musste jetzt eine neue Kirche gebaut werden. Die Durchführung wurde Elias, dem Abt des nahen Benediktinerklosters, anvertraut, der 1089 Bischof von Bari wurde. Die Schlussweihe fand 1196 statt.
S. Nicola hat diese spezielle Außengliederung des Langhauses eingeführt mit den hohen Nischen und den darüber liegenden Emporen.[3] Die archaisch wirkende Fassade der Kirche wird durch gesondert hervorgehobene kubische Bauteile bestimmt. Die beiden seitlichen Turmstümpfe gehen auf normannische Vorbilder in Nordfrankreich, Caen, Jumièges und so weiter, zurück. Die Türme erinnern an S. Abbondio in Como, die Zwerggalerien und die Blendarkaden am Außenbau sowie die Emporen im Kircheninnern vor allem an den Dom von Modena. Die Beziehungen zu Oberitalien sind generell eng, wobei die zeitlichen Genese, also das gegenseitige Abhängigkeitsverhältnis noch relativ ungeklärt ist.
Das Eingangsportal hat als einziges in Apulien Stiere als Säulenträger statt der sonst üblichen Löwen.
Der Innenraum hat nicht mehr die originale Gestalt. Aus Gründen der Statik wurden im 15. Jahrhundert die westlichen Säulen verdoppelt und durch Bögen verbunden, wodurch Schwibbögen entstanden, die jetzt den Innenraum bestimmen und die Raumwirkung sehr beeinträchtigen.
Das bedeutendste Kunstwerk im Innern der Kirche ist die Kathedra, der Bischofsstuhl des Elias von etwa 1098. Ein Bischofsstuhl hatte meist einen erhöhten Sitz im Vergleich zu anderen Stühlen in der Kirche. Ein solcher Stuhl wird in der Kunstgeschichte nach dem lateinischen Begriff „Kathedra“ genannt. Und Prunk-Kathedren dieser Art stehen in einer langen Traditionskette, die sich im Adriaraum anhand von Beispielen bis ins 6. Jahrhundert direkt zurückverfolgen lässt.
Was den Thron in Bari von seinem Vorgänger in Ravenna und von anderen unterscheidet, ist die figurale Ausgestaltung des Untergestells. Das ganze tragende Gerüst stellt skulptural eine Handlung von agierenden Personen dar, denen die Last, die sie tragen, deutlich anzusehen ist. Dabei sind die verschiedenen Anteile am jeweiligen Arbeitsaufwand einfühlsam unterschieden. Die beiden Hauptträger links und rechts ächzen augenscheinlich unter der Last, während die kleinere Figur in der Mitte nur locker mit Hand anlegt.
„Ihr Attribut, der Pilgerstab, zeigt ihre eigentliche Aufgabe: die Pilgerschaft. [...] Hier in S. Nicola kann nur der Pilger zum hl. Nikolaus gemeint sein, und der ist schließlich ein wesentlicher ‚Träger‘ der neuen Bedeutung von Bari im Allgemeinen und vom Abt von S. Nicola im Besonderen. Die Rückseite des Thronunterbaus ist schließlich noch durch drei kurze achteckige Säulen als Architektur gekennzeichnet. Auch hier überwiegt die Aktion, denn zwischen den Säulchen ungleich gewichtiger sind zwei große Löwinnen ganz darauf konzentriert, irgendeinen Erbarmungswürdigen zwischen ihren Fängen zu reißen. Löwen, im Mittelalter ganz allgemein als Sinnbild des Tierischen und Bösen, aber auch als Symbol für Christus verstanden, haben hier in ihrer Anbringung auf der Rückseite wohl apotropäische (Unheil abwendende) Funktion. Zur Ausstattung des Throns gehört noch ein flacher, die Höhe des Piedestals ausgleichender Marmorschemel, ebenfalls über liegenden Löwen“ [4]
Ein Urbild dieser Form aus geschnitzten Elfenbeintafeln steht in Ravenna, die sogenannten Kathedra des Maximinian aus der Mitte des 6. Jahrhundert. Über Ravenna gelangte die Tradition steinerner Herrschersitze bis nördlich der Alpen, zum Beispiel nach Aachen, wo offensichtlich bis dahin Throne aus Holz oder Metall gebräuchlich waren.
In der Krypta werden die Gebeine des Heiligen Nikolaus aufbewahrt. Die Kirche ist den Dominikanern anvertraut; in der Krypta befinden sich Möglichkeiten für einen katholischen wie einen orthodoxen Gottesdienst. Das Grab des Heiligen Nikolaus wird in der Orthodoxie stark verehrt und es findet eine große Pilgerbewegung statt.
Der Bau des Castello Svevo di Bari (zu Deutsch wörtlich: Schwaben-Schloss) wurde 1131-1132 auf Befehl von Roger „dem Normannen“ begonnen. Das Kastell steht auf den Überresten einer byzantinischen Festung aus dem 11. Jahrhundert. Bei Ausgrabungen wurden im Nord- und Westflügel Konstruktionen freigelegt, die sicher darauf hin deuten, dass vor der byzantinischen Bebauung ein Sakralbau vorhanden war, der zum ältesten Stadtkern Baris gehört.
1139 wurde das Kastell nach Zerstörung wieder aufgebaut. Durch den Aufstand gegen die Normannen 1155 wurde die Burg wiederum schwer beschädigt.
In der Stauferzeit wurde das Kastell unter Kaiser Friedrich II. ab 1233 umgebaut. Aufbauend auf dem existierenden normannischen Grundriss wurden unter anderem zwei polygone Türme aufgebaut, erstmals wird das Kastell durch äußere Wehranlagen verstärkt, wie jüngste Untersuchungen auf der östlichen Seite der Bastion beweisen. Innerhalb der Wehranlagen wurde auf der Höhe des Innenhofes ein 45 Meter langes Tonnengewölbe mit viereckigen Säulen ausgegraben. Ein Wassergraben wird angelegt. Markenzeichen der Stauferzeit sind die mit Figuren reich geschmückten Säulen und Torbögen, für die herausragende muslimische Steinmetze angeworben wurden.
Seit der Ankunft von Isabella von Aragonien wurde das Kastell als Palast umgebaut, den Höhepunkt erreichte das höfische Leben unter Isabellas Tochter Bona Sforza, die Bari nach dem Tod ihres Ehemannes Sigismund I. als Witwensitz nutze. Der Innenhof wurde im Stil der Renaissance umgebaut, eine Kapelle gebaut und dem Heiligen Stanislaus geweiht.
Nach dem Tod der Bona Sforza war das Kastell zeitweise verlassen, wurde später zum Gefängnis umfunktioniert. Heute befindet sich dort ein Museum, in dem wechselnde Ausstellungen gezeigt werden.
Der bekannte Fußballverein AS Bari befindet sich nach 2 Jahren in der Serie A (der ersten Liga) des italienischen Fußballs (er beendete diese in der Saison 2009/10 auf dem 10. Platz) in der Saison 2011/12 wieder in der Serie B. Die Saison 2008/09 beendete der Verein aus Apulien auf dem 1. Platz in der Serie B. Spielstätte des Vereins ist das Stadio San Nicola.
Bekannte Persönlichkeiten der Stadt sind in der Liste von Persönlichkeiten der Stadt Bari aufgeführt.
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