| Bauer Media Group | |
|---|---|
| Rechtsform | Kommanditgesellschaft |
| Gründung | 1875 |
| Sitz | Hamburg |
| Leitung | Yvonne Bauer, Kommanditistin (85 %) |
| Mitarbeiter | 8.500 (2009) |
| Umsatz | 2,107 Mrd. EUR (2009) |
| Branche | Medien |
| Produkte | Publikumszeitschriften, Zeitungen, Hörfunk, TV, Internet, Druckereien |
| Website | www.bauermediagroup.de |
Die Bauer Media Group, bis 2008[1]Bauer Verlagsgruppe bzw. Heinrich Bauer Verlag, ist eine 1875 gegründete Verlagsgruppe mit Sitz in Hamburg. Sie produziert und vertreibt zahlreiche Publikumszeitschriften im In- und Ausland und verfügt über Beteiligungen im Privatfunk und Privatfernsehen.
Das Unternehmen wurde 1875 von dem Lithografen Johann Andreas Ludolph Bauer (1852–1941) gegründet, der im Alter von 23 Jahren in Hamburg eine Druckerei eröffnete. Der Schwerpunkt lag auf der Produktion von Visitenkarten. Der Betrieb wird zunächst von Sohn Heinrich Friedrich Matthias (1874–1949) und später von Enkel Alfred (1898–1984) weitergeführt. Nach der Jahrhundertwende bringt das Unternehmen die „Rothenburgsorter Zeitung“, ein kostenloses Anzeigenblatt, heraus und gliedert ein Papiergeschäft an. Eine Schnellpresse und eine Setzmaschine zählen zum neuen Betriebskapital der Firma J.A.L. Bauer & Söhne, die nun rund 20 Mitarbeiter umfasst.
1920 wurde das „Extrablatt“ gegründet, aus dem sich später eine Sportzeitung entwickelt und 1926 erscheint die Wochenzeitschrift „Rundfunkkritik“, später umbenannt in „Funkwoche“, zuletzt „Funk-Wacht“. Die Zeitschrift erreichte eine – für damalige Zeiten – sensationelle Auflage von über einer halben Million verkaufter Exemplare. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der Heinrich Bauer Verlag 1946 die Verlagsgeschäfte wieder auf. 1953 erschien die Jugendzeitschrift „Rasselbande“. Von zunächst 180.000 Exemplaren stieg die verkaufte Auflage auf über eine halbe Million Hefte.
In den 1960er Jahren verlagerte sich, nach Eintritt von Heinz Heinrich Bauer (geb. 1939) in das Unternehmen und Übernahme der Geschäftsführung durch Siegfried Moenig, das Hauptgeschäft des Verlages auf Mode- und Frauenzeitschriften, wie „Neuer Schnitt“, „Elsa Moden“ und „Wäsche“ den ersten großen Schritt in Richtung Mode. Aus diesen Frauenzeitschriften ging später die „Neue Mode“ hervor. 1962 wurde der Verlag in eine Kommanditgesellschaft umgewandelt und das Portfolio um TV-Programmzeitschriften erweitert. Es erschienen „TV“ und „Hören und Sehen“, die später zusammen als „TV Hören und Sehen“ herausgegeben werden. 1966 wurden für 68 Millionen Mark die Zeitschriften „Quick“ und „Revue“, „Neue Post“, „Neue Illustrierte“, die Fußballzeitschrift „Kicker“ und der Titel „TWEN“ übernommen. Damit wurde die Bauer zum größten deutschen Zeitschriftenverlag. Im selben Jahr wurden die „Neue Illustrierte“ und die „REVUE“ zur „Neuen Revue“ zusammengelegt.
1968 kamen das Kölner Druckhaus Du Mont-Presse, die Zeitschrift „Das Neue Blatt“ und die Jugendzeitschrift „Bravo“ hinzu. „Bravo Girl“ erscheint 1988. 1971 erwarb die Bauer Media Group von Hugh Hefner die Lizenz für den deutschsprachigen „Playboy“, der erstmals am 1. August 1972 erscheint und 2003 an den Burda Verlag abgegeben wurde.
Seit 1984 war die Bauer Verlagsgruppe an Produktionen des Privatfernsehens beteiligt: Es werden verschiedene Magazine produziert, u. a. Bravo TV. Die Verlagsgruppe wurde auch in anderen europäischen Ländern tätig, wie etwa 1986 mit der Gründung der Heinrich Bauer Ediciones S.G. in Madrid, Spanien und 1987 mit H. Bauer Publishing in London, Großbritannien. Ab 1989 engagierte man sich auch auf dem US-amerikanischen Markt, zum Beispiel mit „First for woman“. 1991 wurde die TV Movie eingeführt. Im gleichen Jahr stößt die regionale Tageszeitung Volksstimme zur Bauer Media Group und erscheint seitdem bei der Magdeburger Verlags- und Druckhaus GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der Bauer Media Group.
1992 rief die Verlagsgruppe die „Goldene Feder“, einen Medienpreis ins Leben, mit dem besondere Leistungen im Journalismus ausgezeichnet werden. Ebenfalls 1992 wurde die „Quick“, das ehemalige Flaggschiff des Konzerns, eingestellt. Mit Bravo und diversen Frauenzeitschriften drang der Verlag in den osteuropäischen Markt, wie Polen und Tschechien, vor. 2008 wurde die Zeitschrift „Revue“ (zwischenzeitlich „Neue Revue“) eingestellt.
Anfang 2008 übernahm die Group die Abteilungen Consumer Media and Radio des britischen Unternehmens Emap u.a. mit den Zeitschriften Mojo, Q und Empire.[2]
Die neue Bauer Postal Network (BPN) will ab April 2009 als alternatives Postunternehmen auch adressierte Infobriefe zustellen. [3]
Am 2. Dezember 2010 übernahm Yvonne Bauer, Tochter von Heinz Heinrich Bauer, die Unternehmensleitung. Die Aktivitäten des Konzerns werden ab diesem Datum in der Heinrich Bauer Verlag KG zusammengeführt. [4]
Die Angaben berufen sich auf die Geschäftsberichte der Bauer Media Group:[5] Die Bauer Media Group publiziert 323 Zeitschriften in 15 Ländern, und 54 Zeitschriften und die regionale Tageszeitung Volksstimme in Deutschland. Mit ihren Zeitschriften erreicht sie eine Auflage von 14 Millionen Exemplaren in Deutschland (durchschnittlich verkaufte Auflage nach IVW II/2011) und erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2010 einen Umsatz von hochgerechnet 2,03 Milliarden Euro. Die Bauer Media Group beschäftigt 8.493 Mitarbeiter, davon 2.630 im Inland und 5.863 im Ausland.
Die Bauer Media Group ist sowohl Marktführer im Segment der Programmzeitschriften mit einer Auflage von 7,2 Millionen Exemplaren (durchschnittlich verkaufte Auflage nach IVW II/2011) als auch im Segment der wöchentlichen Frauenzeitschriften und Jugendzeitschriften, zu denen Europas größte Jugendzeitschrift Bravo gehört.
Neben der Vertriebskooperation mit der Presse-Vertrieb Pfalz GmbH & Co KG (24 %) besitzt Bauer im Bereich der elektronischen Medien Beteiligungen. An Radio Hamburg ist die Bauer Media Group seit 1989 mit 25 % und an dem Fernsehsender RTL 2 seit 1992 mit 31,5 % beteiligt.[6]
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