Bauglas (auch Silikatglas genannt), ist ein Werkstoff der aus Quarzsand, Soda, Kalkstein und Dolomit erschmolzen wird.
Glas ist ein Vielfachgemisch von verschiedenen Silikaten (z. B. Na-Ca-Mg-Silikaten), welches einen großen Erweiterungsbereich, aber keinen festen Schmelzpunkt hat. Bei seiner Abkühlung aus dem dünnflüssigen Zustand ist es bis auf 500 °C plastisch formbar. Sein Erweichungsbereich hängt von der chemischen Zusammensetzung ab. Beispielsweise bleibt reines Quarzglas bis etwa 1.000 °C gebrauchsfähig. Im festen Zustand ist Glas ein amorpher Stoff, der physikalisch auch als eine unterkühlte Flüssigkeit bezeichnet wird.
Zum Bereich des Bauglas zählen außer dem Glasbaustein bzw. dem Betonglas, die Bauglas-Gruppen I und II.
Glas mit einem Anteil an kleinen Kristallen bezeichnet man als Glaskeramik. Wegen seines hohen Erweichungspunktes wird es u. a. für Kochplatten genutzt.
Fensterglas (F) ist ein klares Alkali-Kalk-Glas, welches überwiegend nach dem Floatglas-Verfahren hergestellt werden. Daher hat es eine hohe Oberflächengüte, ähnlich wie geschliffenes Spiegelglas.
Gartenblankglas gemäß der DIN 11 525 ist ein den Anforderungen des Garten- und Landschaftsbaues entsprechendes Fensterglas. Gartenklarglas ist ein Gussglas mit einer lichtstreuenden Unterseite, und ist in der DIN 11 526 genormt.
Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) wurde im heißen Zustand oberflächlich schnell abgekühlt, und dadurch vorgespannt. Daher ist es besonders bruchsicher gegen Stoß, Schlag und Biegung. Bei mechanisch verursachtem Bruch zerfällt es in kleine Glaskrümel. Eingesetzt wird es für Glastüren, Brüstungs- und Fassadenplatten, sowie z. B. auch Fenster in Sporthallen.
Verbund-Sicherheitsglas (VSG) besteht aus zwei oder mehreren Glasschichten, die mit hochelastischen Kunststoff-Folien(PVB)oder mit Hilfe von Giessharz(Schallschutz)zusammengeklebt sind, welche eine splitterbindende Wirkung ausüben. VSG ist daher durchschuss- und durchbruchhemmend. Es wird auch mit Drahteinlagen und als Mehrscheiben-Isolierglas hergestellt. Bei sogenanntem Alarmglas gemäß der DIN 52 290 ermöglichen eingelegte Drähte beim Bruch das Auslösen einer angeschlossenen Alarmanlage.
Hierbei handelt es sich um ein Glas mit strukturierten Oberflächen, z. B. Ornamentglas (O), das eine schmückende und gestalterische Wirkung hat, lichstreuend und durchsichthemmend eingesetzt werden kann, und auch als Drahtglas (D) oder Drahtornamentglas (DO) bezeichnet wird.
Wärmedämmglas besteht aus mehreren hintereinander liegenden Scheiben, zwischen denen sich je nach Verglasungsart ein oder mehrere mit Edelgas gefüllte Zwischenräume befinden. Außerdem besitzt es dünne Edelmetallbeschichtungen auf den Glasoberflächen. Sie liegen geschützt im Scheibenzwischenraum und sorgen dafür, dass langwellige Wärmestrahlen wieder nach außen reflektiert, kurzwellige Strahlen dagegen in den Raum gelassen werden. Zweifach-Wärmedämmglas erreicht heute einen U-Wert von 1,1 W/m2K (Watt pro Quadratmeter Kelvin). Bei Dreifach-Wärmedämmglas liegt dieser Wert heute bei rund 0,7 W/m2K. Zum Vergleich: Bei bis weit in die 1970er Jahre eingebauten Einfachverglasungen lag der Wert noch bei 5,8 W/m2K und bei vor 1995 verwendeten Zweischeiben-Isoliergläsern bei rund 3 W/m2K.
Sonnenschutzglas besitzt einen niedrigen Gesamtenergiedurchlassgrad g-Wert sowie eine gute Wärmedämmung und eine möglichst hohe Lichtdurchlässigkeit.
Es ist in verschiedenen Beschichtungen verfügbar.
Schallschutzglas besteht aus zwei unterschiedlich dicken Scheiben, die bis 14 mm bzw. bis 4 mm messen, um Resonanzen zu verhindern. Der Luftzwischenraum beträgt 12 bis 24 mm und wird teilweise zur weiteren Verbesserung des Schallschutzes mit einem Edelgas, z.B. Argon oder Krypton, gefüllt. Bei steigender Anforderung an den Schallschutz, erhöhen sich gleichzeitig aber auch die Anforderungen an die Fugendichtigkeit der Fensterrahmen.
Brandschutzglas wird nach deutschem Baurecht in die zwei Klassen F und G unterteilt. Der Buchstabe "F" steht für feuerhemmend (F30), hochfeuerhemmend (F60) und feuerbeständig (F90 und F120). Der Buchstabe "G" steht für feuerwiderstandfähige Verglasungen (G30 bis G120). Die Zeitangabe gibt die Dauer der Schutzwirkung bei einer Prüfung nach DIN 4102 bzw. EN 1364-1 in einem Brandversuch an. Eine Klassifizierung des Feuerwiderstandes ist nur für ein komplettes Bauteil, d.h. ein System, wie eine Brandschutzverglasung bestehend aus dem Brandschutzglas, einem geeigneten Rahmensystem, Befestigungselementen und Verglasungsmaterialien (spezielle Klötze, Dichtungen etc.) möglich. Transparenter Brandschutz wurde erst vor 30 Jahren auf Grund der Entwicklung spezieller Glasprodukte ermöglicht und verbreitet. Brandschutzgläser der F-Klasse bestehen aus mehreren Silikatglasscheiben oder aus Einscheibensicherheitsgläsern, zwischen denen mindestens eine durchsichtige Brandschutzschicht eingebettet ist, die bei Temperaturen ›120 °C aufschäumt. Die Interlayerschicht oder -schichten werden dabei undurchsichtig. Die Brandschutzverglasung muss im Falle eines Brandes raumabschließend wirksam bleiben, den Durchtritt von Feuer und Rauch verhindern und darf keine Wärmestrahlung durch lassen, d.h. sie muss isolierend wirken (< 140 K Temperaturerhöhung). Gläser der G-Klasse, Drahtglas, speziell vorgespannte Gläser, sonstige Sondergläser und Glaskeramik haben keine Brandschutzschichten und schützen in der Regel nur vor dem Durchtritt von Feuer und Rauch. Sie gelten damit als weniger widerstandsfähig, sichern den Raumabschluss, bieten aber wenig oder kaum Schutz vor Hitzestrahlung, die unter Umständen feuerabgewandt zu hohen Temperaturen und Selbstentzündungen von brennbaren Stoffen, wie Teppichen oder Mobiliar führen kann.
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