| Baur Versand | |
|---|---|
| Rechtsform | GmbH & Co KG |
| Gründung | 1925 |
| Sitz | Burgkunstadt, Bayern |
| Leitung | Marc Opelt, Vorsitzender der Geschäftsführung |
| Mitarbeiter | ca. 4000 in Deutschland, 400 in Österreich (Januar 2011)[1] |
| Umsatz | 608,9 Millionen Euro Mio. € (2010/11)[2] |
| Branche | Versandhandel |
| Website | www.baur.de |
Der Baur Versand in Burgkunstadt (Oberfranken), korrekt die BAUR Versand (GmbH & Co KG), ist einer der ältesten Universalversender sowie der älteste Schuhversand in Deutschland. Er bildet den Schwerpunkt der Baur-Gruppe. Der Baur Versand gehört mehrheitlich der Friedrich-Baur-Stiftung[3] mit einer Minderheitsbeteiligung der Otto Group.
Baur betreibt das Kaufhaus Baur Kaufwelt in Altenkunstadt.[2] Zur Baur-Gruppe gehören das Dienstleistungsunternehmen Baur Fulfillment Solutions (BFS) sowie die Schuhversender I’m walking und mirapodo und die österreichische Tochter Unito.[4] Mit einem Umsatz von über 600 Millionen Euro im Jahr 2010[1] ist Baur eins der größten Distanzhandelsunternehmen Deutschlands.
Der Baur Versand wurde 1925 von Friedrich Baur gegründet, zunächst als reiner und erster[5] Schuhversender.[4] Burgkunstadt war zu jener Zeit von der Schuhindustrie geprägt.
Der Baur Versand führte als erster die Sammelbestellung ein, in der ein Kunde Teile der Distributionsfunktion übernimmt und für andere mitbestellt. 1935 führte er die Ratenzahlung ein.[4]
In der Folge erweiterte das Versandhaus sein Sortiment mit Textilien und Hartwaren und wurde zu einem der größten Versandhäuser in Deutschland. Nach dem Tod des kinderlosen Friedrich Baur wurde das Unternehmen 1965 in die Dr.-Friedrich-Baur-Stiftung eingebracht.[4]
Das Unternehmen ist mit etwa 3000 Beschäftigten der bedeutendste Arbeitgeber der Region.
Seit 1997 ist die Otto Group mit 49 % an Baur beteiligt.[4][5]
Seit 2000 ist der Baur Versand über die zur Baur Gruppe gehörenden Vollversender Otto-Versand bzw. Universal (2001 übernommen[6] auch in Österreich als Versandunternehmen aktiv. In der Folge wurden 2003 Otto Österreich und Universal zu Unito verschmolzen.[7]
2003 wurde der Spezialschuhversender I´m walking gegründet. 2006 wurde die Baur Fulfillment Solutions (BFS) ausgelagert. 2010 gründete Baur den Online-Schuhändler mirapodo.[7]
Im Juli 2010 nahm die Unito, mit den Schweizer Versandmarken Quelle und Ackermann nach der Liquidation der Schweizer Quelle Versand AG das operative Geschäft in der Schweiz wieder auf. Die Markenrechte am ehemaligen Schweizer Versandhaus Spengler wurden ebenfalls von Unito übernommen.
Im ersten Quartal des Jahres 2011 wurde das neue Unternehmen Quelle GmbH (Österreich) in Salzburg gegründet. Es gehört organisatorisch zur österreichischen Tochter der Baur Gruppe, Unito. Die neu gegründete Gesellschaft beschäftigt 100 Mitarbeiter und konzentriert sich auf die Bereiche Technik und Wohnen. Den Versandhandel mit Textilien hat das Unternehmen nicht wieder aufgenommen.[8][9] Über die Handelsmarke Privileg, die schon vorher vom Quelle Versand genutzt wurde und deren Markenrechte 2010 vom Otto Versand gekauft und an das Unternehmen Whirlpool weiter veräußert wurden, werden Haushaltsgeräte vom Lager in Bergheim bei Salzburg aus vertrieben.[10]
Baur ist zwar ein Universalversender, fokussiert sich aber auf die Kernsortimente Damenmode, Schuhe und Wohnen. Dabei setzt Baur nicht nur auf Fremdmarken, wie s.Oliver, Esprit oder Tamaris, sondern auch auf eine breite Auswahl an Eigenmarken, die dem eigenen Anspruch hoher Qualität und einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis genügen sollen. Die Zielgruppe von Baur sind modisch interessierte Frauen zwischen 40 und 55 Jahren. Der ehemals dominante Hauptkatalog spielt heute bei Baur nur noch eine untergeordnete Rolle. Neben einer Vielzahl an Phasenkatalogen, die wesentlich dünner sind und sich spezifischen Themen widmen, werden rund drei Viertel der Produkte über den Onlineshop www.baur.de vertrieben. Dieser Prozentsatz liegt deutlich über dem Branchendurchschnitt.
Seit vielen Jahren legt Baur großen Wert auf nachhaltige Unternehmensführung, also auf „Corporate Responsibility“. Den Grundstein für eine nachhaltige Unternehmensführung bei Baur legte bereits sein Gründer Dr. Friedrich Baur. Er vertrat den Grundsatz: „Im Mittelpunkt des Denkens und Handelns muss stets der Mensch stehen.“ Vor diesem Hintergrund gründete er die Friedrich-Baur-Stiftung, die heute noch soziale Projekte und Einrichtungen unterstützt.[11]
Corporate Responsibility ist bei Baur von Beginn an fest verankert: Die aktuellen Schwerpunktthemen sind Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz, schadstoffgeprüfte Textilien, eine sozialverträgliche Produktion der angebotenen Waren sowie gesellschaftliches Engagement.
Gemeinsam mit allen Mitgliedern der Otto Group hat sich Baur das Ziel gesetzt, die CO2-Emissionen bis 2020 um 50 Prozent zu reduzieren. Um dieses Ziel zu erreichen, optimiert Baur beispielsweise die Dämmung seiner Gebäude, installiert LED-Lampen und Bewegungsmelder oder nutzt technische Neuerungen wie eine energiesparende Sortertechnik im Logistikbereich. Praktisch wird der Umweltschutz bei Baur auch bei der Abfallentsorgung umgesetzt. Der Umwelt- und Klimaschutz stellt bei Baur ein Unternehmensziel dar. Die Deutsche Gesellschaft zur Zertifizierung von Managementsystemen (DQS) bestätigt Baur seit mehreren Jahren, dass der betriebliche Umweltschutz an den Standorten Altenkunstadt, Burgkunstadt und Weismain den Vorgaben der Norm 14001 entspricht. Darüber hinaus hat das Unternehmen im Juni 2002 auf insgesamt vier Fließkilometern die Bachpatenschaft für die Weismain, einen Nebenfluss des Mains in Oberfranken, übernommen.
Bei der Produktion der Werbemittel wird bei Baur sogenanntes FSC-Papier verwendet, dessen Holz aus überprüfter und verantwortungsvoller Forstwirtschaft stammt. Bereits über 4,5 Milliarden Katalogseiten sind auf FSC-Papier gedruckt worden. Seit 2007 gilt bei Baur die sogenannte Timber Sourcing Policy für den Einkauf von Möbeln und dekorativen Accessoires aus Massivholz. Dieser Grundsatz soll sicherstellen, dass kein Holz aus illegalem Raubbau oder Kahlschlag für die Produktion der Holzartikel im Sortiment verwendet wurde. Es besteht die Pflicht für Lieferanten, einen Nachweis für die Herkunft der verwendeten Hölzer zu erbringen. Um die Gesundheit von Kunden und Mitarbeitern zu schützen, hat Baur eine eigene Textilleitlinie, deren zulässige Grenzwerte bezüglich bestimmter Schadstoffe noch strenger gesetzt sind als die gesetzlich bestimmten Grenzwerte.
Als Handelsunternehmen ist es für Baur wichtig, dass die angebotenen Waren unter sozialverträglichen Bedingungen hergestellt wurden. Aus diesem Grund hat die Otto Group einen sogenannten »Code of Conduct« (grundlegender Verhaltenskodex) entwickelt, der von allen Lieferanten weltweit unterzeichnet werden muss und der sie verpflichtet, auch bei ihren Lieferanten und Subunternehmern auf die Einhaltung der Standards zu achten. Der Code of Conduct beinhaltet das strikte Verbot von Kinder- und Zwangsarbeit. Es darf höchstens an sechs Tagen in der Woche gearbeitet werden, die regelmäßige Wochenarbeitszeit darf 48 Stunden nicht überschreiten. Arbeiter und Angestellte müssen angemessen bezahlt werden. Des Weiteren sind als Mindeststandards beispielsweise die Vereinigungsfreiheit, Antidiskriminierung sowie der Arbeits-, Gesundheits- und Umweltschutz verankert.
Qualität, Sicherheit und Transparenz des Bestellprozesses auf www.baur.de wurden vom TÜV Saarland bestätigt. Die TÜV-Zertifizierung verleiht Baur ein hohes Maß an Vertrauenswürdigkeit. Von der unabhängigen Agentur ServiceRating GmbH wurde Baur im Bereich Servicemanagement und Kundenorientierung in den vergangenen Jahren wiederholt das Prädikat „exzellent“ ausgestellt.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Baur_Versand aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |