Sonntag, 27. Mai 2012

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Berlin-Neukölln

Dieser Artikel erläutert den Ortsteil Berlin-Neukölln; zu anderen Bedeutungen siehe Neukölln.

Neukölln Ortsteil von Berlin

Neukölln auf der Karte von Neukölln
Über dieses Bild
Koordinaten 52° 28′ 53″ N, 13° 26′ 7″ O52.48138888888913.435277777778
Koordinaten:
52° 28′ 53″ N, 13° 26′ 7″ O
Fläche 11,7 km²
Einwohner 158.429 (31. Dez. 2011)
Bevölkerungsdichte 13.541 Einwohner/km²
Eingemeindung 1. Okt. 1920
Postleitzahlen 12043, 12045, 12047, 12049, 12051, 12053, 12055, 12057, 12059
Ortsteilnummer 0801
Gliederung
Verwaltungsbezirk Neukölln
Ortslagen

Neukölln ist der namensgebende Ortsteil des Bezirks Neukölln von Berlin. Der Ortsteil Neukölln ist der nördlichste und am dichtesten bebaute Teil des Bezirks Neukölln. Bis 1920 war der Ortsteil Neukölln eine eigenständige Stadt, bis 1912 hieß die Stadt Rixdorf (bei Berlin). Gelegentlich wird der Ortsteil als Abgrenzung zum gesamten Bezirk auch als Neukölln-Nord oder Nord-Neukölln bezeichnet.

Ortsteile und Stadtquartiere

Rixdorfer Wappen

Zum Ortsteil Neukölln gehören die Ortslagen Rixdorf (um den Richardplatz) und Böhmisch Rixdorf (um die Kirchgasse).

Bekanntere Stadtquartiere im Ortsteil sind

Die größten Straßen sind die Karl-Marx-Straße, die Hermannstraße und die Sonnenallee.

Geschichte und Bebauung

Neukölln hieß bei seiner ersten urkundlichen Erwähnung in der Gründungsurkunde vom 26. Juni 1360 Richardsdorp, später Rieksdorf und schließlich Rixdorf. Der Ortskern befand sich am Richardplatz. Richardsdorf gehörte anfangs den Tempelrittern, die in Tempelhof ansässig waren, und von 1318 bis 1435 dem Johanniterorden als deren Nachfolgern. Aus diesem Grund trägt das Wappen des Bezirks das Johanniterkreuz.

1737 gestattete Friedrich Wilhelm I. die Ansiedlung böhmischer Exulanten in Rieksdorf, die wegen ihres evangelischen Glaubens vertrieben worden waren. Diese Anhänger der Herrnhuter Brüdergemeine bauten ihre eigene Kirche und siedelten in einem eigenen Bereich abseits des Dorfangers, entlang der heutigen Richardstraße. Das entstandene Böhmische Dorf erhielt schließlich im Jahr 1797 als Böhmisch-Rixdorf eine eigene Verwaltung.

Mit der Vereinigung der beiden selbstständigen Gemeinden Böhmisch-Rixdorf und Deutsch-Rixdorf am 1. Januar 1874 zur Einheitsgemeinde hatte der Ort Rixdorf bereits 8.000 Einwohner, und wuchs im Folgejahr auf 15.000 Einwohner. Seit dem 1. Mai 1899 bildete Rixdorf, bis dahin als größtes Dorf Preußens zum Kreis Teltow gehörig, einen eigenen Stadtkreis.

Die Umbenennung von Rixdorf zu Neukölln erfolgte mit Zustimmung von Kaiser Wilhelm II. an dessen 53. Geburtstag am 27. Januar 1912[1] und wurde von den Behörden deshalb beschlossen, weil Rixdorf mittlerweile für die Berliner zum Inbegriff frivoler Unterhaltung geworden war, der damalige – und zum Teil noch heute – populäre Gassenhauer In Rixdorf ist Musike bringt das zum Ausdruck. Das negative Erscheinungsbild für den Ort sollte mit dem Namen abgestreift werden. Der Name Neucölln leitet sich von den nördlich des alten Rixdorf gelegenen Neucöllner Siedlungen ab, die auf die Lage vor den südlichen Toren des alten Berlin-Cölln hinweisen.

Mit dem 1. Oktober 1920 wurde der Stadtkreis Neukölln zusammen mit den Dörfern Britz, Rudow und Buckow als 14. Verwaltungsbezirk nach Groß-Berlin eingemeindet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg gehörte Neukölln zum Amerikanischen Sektor von Berlin, war also bis 1990 ein Teil von West-Berlin. Die Berliner Mauer trennte es vom Nachbarbezirk Treptow, der zu Ost-Berlin gehörte.

Seit der Verwaltungsreform am 1. Januar 2001 bildet der Bezirk Neukölln den achten Berliner Bezirk.

Öffentlicher Verkehr im Ortsteil Neukölln

U-Bahnlinien
S-Bahnlinien
MetroBuslinien

Straßen und Plätze

Parkanlagen und Friedhöfe

Gewässer

Sehenswürdigkeiten

Siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Neukölln

Einkaufszentren

Kultur

In Neukölln hat sich in den vergangenen Jahren ein bemerkenswertes Künstlernetzwerk entwickelt.

Neukölln in der Musik

  • In Rixdorf is' Musike von Littke-Carlsen nach der Melodie von Eugen Philippi[12]
  • Neuköln von David Bowie und Brian Eno
  • Neuköllner Schluckspechtsymphonie in Suffmoll von Freigestirn[13]

Neukölln im Film

Bekannte Bewohner Neuköllns

Gedenktafel für Curt Kaiser
Gedenktafel für Will Meisel

Literatur

  • Dieter Althans, Robert Dupuis, Cornelia Hüge, Rainer Pomp, Jan Sonnenberg, Bezirksamt Neukölln von Berlin (Hrsg.), Bezirksbürgermeister/Hochbauamt (Hrsg.): Rathaus Rixdorf-Rathaus Neukölln, Veröffentlichung anlässlich des 100-jährigen Jubiläums des Neuköllner Rathauses. Berlin 2008, ISBN 978-3-00-026396-5.
  • Bezirksamt Neukölln von Berlin, Abt. Bauwesen (Hrsg.): 100 Jahre Bauen für Neukölln – Eine kommunale Baugeschichte. Berlin 2005, ISBN 3-00-015848-0.
  • Christiane Borgelt, Regina Jost: Architekturführer Berlin-Neukölln. Stadtwandel Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-933743-9-15.
  • Wolfgang Borowski, Bezirksamt Neukölln von Berlin (Hrsg.): Berlin-Neukölln – Seine Geschichte und Denkmale Rixdorf. Berlin 1999.
  • Verena S. Diehl, Jörg Sundermeier, Werner Labisch (Hrsg.): Neuköllnbuch. Verbrecher-Verlag, Berlin 2003, ISBN 3935843283.
  • Neuköllner Kulturverein (Hrsg.): Nahaufnahme Neukölln. Kinos, Kameras, Kopierwerk. Argon Verlag, Berlin 1989, ISBN 3-87024-153-5.
  • Falk-Rüdiger Wünsch: Neukölln – Alte Bilder erzählen. Sutton Verlag, Erfurt 1998, ISBN 3-89702-096-3.
  • Dorothea Kolland (Hg.): Zehn Brüder waren wir gewesen…. Spuren jüdischen Lebens in Neukölln, Hentrich & Hentrich Verlag, Berlin 2012, ISBN 978-3-942271-29-5.

Weblinks

 Commons: Berlin-Neukölln – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Wie aus Rixdorf Neukölln wurde. In: Berliner Morgenpost. 7. Oktober 2008.
  2. Siehe: Website des Huxleys. Abgerufen am 15. Dezember 2010.
  3. Siehe: Ausstellungshinweise auf der Website des Körnerparks. Abgerufen am 15. Dezember 2010.
  4. Siehe: Website des Heimatshafens Neukölln. Abgerufen am 15. Dezember 2010.
  5. Siehe: Website des Karnevals der Kulturen. Abgerufen am 15. Dezember 2010.
  6. Siehe: Website des Jüdischen Theaters Bimah. Abgerufen am 15. Dezember 2010.
  7. Siehe: Website des Museums Neukölln. Abgerufen am 15. Dezember 2010.
  8. Siehe: Website der Neuköllner Oper. Abgerufen am 15. Dezember 2010.
  9. Siehe: Website des Puppentheater-Museums Neukölln. Abgerufen am 15. Dezember 2010.
  10. Kleinkunst im Schillerkiez – das Theater-Café „Sowieso“.
  11. Siehe: Website der Werkstatt der Kulturen. Abgerufen am 15. Dezember 2010.
  12. In Rixdorf is' Musike auf der Seite des Bezirksamts Neukölln. Abgerufen am 23. September 2009.
  13. Neuköllner Schluckspechtsymphonie in Suffmoll von Freigestirn auf der Seite von Kreativkiez Neukölln. Abgerufen am 28. November 2011.
  14. Berlin:Hasenheide - auf hasenheidefilm.de. Abgerufen am 28. November 2010.
  15. Berlin-Neukölln – auf IMDb.de. Abgerufen am 4. November 2009.
  16. Kreuzkölln – Kiez im Double Feature. Abgerufen am 17. Oktober 2009.
  17. Info zum Film. Abgerufen am 11. März 2010.
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