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Pankow Ortsteil von Berlin |
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| Koordinaten | 52° 34′ 9″ N, 13° 24′ 12″ O52.56916666666713.403333333333 Koordinaten: 52° 34′ 9″ N, 13° 24′ 12″ O |
| Fläche | 5,66 km² |
| Einwohner | 57.113 (31. Dez. 2011) |
| Bevölkerungsdichte | 10.091 Einwohner/km² |
| Postleitzahlen | 13187, 13189 |
| Ortsteilnummer | 0307 |
| Verwaltungsbezirk | Pankow |
Pankow [ˈpaŋkoː] ist der namensgebende Ortsteil des Berliner Bezirks Pankow.
Im Sprachgebrauch können Örtlichkeiten von Pankow auch in den nördlich angrenzenden Bebauungen von Heinersdorf (Pankow-Heinersdorf) und Niederschönhausen (Pankow-Schönhausen) liegen. Pankow liegt im Urstromtal der Panke und ist nach diesem Nebenfluss der Spree benannt.
Pankow ist eine slawische Gründung, ein Wendendorf, das auf dem Pankower Piesel, einer Landerhebung entstand. Pankow wurde vermutlich um 1230 gegründet, wobei die erste urkundliche Erwähnung des Ortes im Jahr 1311 nachzuweisen ist. Eine ausführliche Beschreibung Pankows, über seine Siedler und die Besitzverhältnisse ist in dem 1375 verfassten Landbuch Kaiser Karls IV. enthalten.
Die dörfliche Entwicklungsetappe vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert wurde von einem städtischen Aufschwung der Gründerjahre im 19. Jahrhundert abgelöst.[1] Noch immer ist der ursprüngliche Dorfcharakter am Verlauf der Breiten Straße zu erkennen, die den ursprünglichen Dorfanger mit der Kirche im Zentrum nachzeichnet. Das am Anfang der heutigen Damerowstraße befindliche Kavalierschloss unterstreicht diese gewachsene Struktur des Ortsteils. Von hier aus starteten im 19. Jahrhundert die Jagdgesellschaften nach Buchholz und darüber hinaus in das Umland. Dieses Gebäude wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Kindergarten genutzt.
In den folgenden Jahrhunderten wurde Pankow von wechselnden Besitzverhältnissen geprägt, u. a. kaufte es 1691 auch der Kurfürst Friedrich III. und ließ das Schloss Schönhausen errichten. Damit erhielt Pankow eine verstärkte Bedeutung als Residenz des Hauses Hohenzollern. Ende des 19. Jahrhunderts setzte die Entwicklung zu einem Ort der Sommerfrische für die Städter ein, was wiederum zu einem Ausbau der Infrastruktur führte. Das heutige Straßensystem wurde um 1900 herum angelegt unter Nutzung vorhandener früherer Handelswege wie der Wollankstraße.
1920 wurde Pankow durch das Groß-Berlin-Gesetz als Ortsteil zum Bezirk Pankow eingemeindet. Das Rathaus Pankow ist bis heute Sitz des Bezirksbürgermeisters.
Zum Ende des Zweiten Weltkrieges stieß die Rote Armee nach Pankow zuerst über Heinersdorf vor. Im Bereich der Prenzlauer Promenade /Binzstraße fanden erbitterte Gefechte mit letzten Gruppen des Volkssturms statt, die sich in der Neumannstraße verschanzt hatten. Am 22. April 1945 schlugen die Truppen ihr Quartier in der Binzstraße auf. In Höhe der Trelleborger Straße wurde eine Begräbnisstätte für die gefallenen Sowjetsoldaten errichtet. Die Umbettung der Toten erfolgte mit der Errichtung des Ehrenmals in der Schönholzer Heide.
Zwischen 1945 und 1949 war Pankow ein Ortsteil im Sowjetischen Sektor Berlins und zwischen 1949 und 1990 Ortsteil im Ost-Berliner Stadtbezirk Pankow. Zu diesem Verwaltungsbereich gehörten die heute eigenständigen Ortsteile Niederschönhausen mit Schönholz und Nordend, Rosenthal mit Wilhelmsruh, Blankenfelde, Buchholz, Heinersdorf, Blankenburg, Karow und Buch.
In den 1980er Jahren ließ der Magistrat von Berlin größere Flächen von Kleingartenanlagen räumen und auf dem gewonnenen Bauland neue Wohnviertel errichten, beispielsweise beiderseits der Arnold-Zweig-Straße.
Nach der Wende war (Alt-)Pankow dann zwischen 1990 und 2001 Ortsteil im Bezirk Pankow. Nach der Bezirksverwaltungsreform des Jahres 2001 blieb Pankow weiterhin ein Ortsteil im nunmehr vergrößerten Bezirk Pankow.
Im Bereich des früheren Güterbahnhofs zwischen den Stationen Pankow und Pankow-Heinersdorf, nördlich begrenzt durch die S-Bahntrasse und südlich durch den Straßenzug Granitzstraße/Prenzlauer Promenade, entsteht ab 2012 schrittweise das neue Stadtviertel Pankower Tor. Hier engagiert sich der unweit in Schlossparknähe aufgewachsene Unternehmer Kurt Krieger, dem u. a. die Einrichtungshäuser Möbel-Krieger, Höffner und Sconto gehören. Ein neues Straßensystem wird eine Schule für 1200 Schüler, einen Stadtpark, ein Einkaufszentrum und zwei Möbelhäuser aufnehmen. Zu dem von Krieger erworbenen und bereits seit einigen Jahren in der Planungsphase befindlichen Areal gehört auch der denkmalgeschützte Rund-Lokschuppen an der Heinersdorfer Brücke.[2][3] Der Rangier- und Güterbahnhof wurde 1996 stillgelegt. Die Mehrheit der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) hat die Planungen Kriegers auf ihren Sitzungen bislang unterstützt (Stand: Mai 2011).[4]. Damit andere Einkaufszentren und weitere Geschäfte im Bezirk nicht gefährdet werden, einigte sich die BVV mit dem Investor auf einen Kompromiss: das neue Einkaufszentrum wird kleiner ausfallen und soll nicht nahe dem Bahnhof Pankow, sondern Richtung Prenzlauer Promenade gebaut werden. Krieger rechnet mit einer Investition von etwa 350 Millionen Euro und einer Fertigstellung der Baumaßnahmen bis frühestens 2021. [5]
Nachdem sich die Bevölkerungszahl seit der Gründung nicht wesentlich erhöht hatte, stieg sie ab Mitte des 19. Jahrhunderts auf das etwa Hundertfache bis um 1910 an.[6] Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der im Ortsteil durchgeführten Enttrümmerung gab es eine stetige Zunahme der Einwohner, die erst seit 1990 wieder rückläufig ist.
| 1801 | 1850 | 1856 | 1860 | 1870 | 1880 | 1890 | 1900 | 1910 | 1920 | 1930 | 2010 |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 286 | 1.037 | 1.343 | 1.611 | 2.105 | 4.109 | 7.480 | 21.534 | 29.346 | 61.070 | 72.064 | 56.324 |
Im Ortsteil befinden sich die S-Bahn-Stationen Pankow und Pankow-Heinersdorf, die von den Linien S2, S8 und S9 bedient werden. Ebenfalls noch auf dem Gebiet des Ortsteils Pankow an der Grenze zu Wedding liegt der Bahnhof Wollankstraße (Linien S1, S25, S85).
Außerdem gibt es zwei U-Bahnhöfe, beide an der U-Bahnlinie 2 gelegen. Bis 1993 hieß der heutige U-Bahnhof Vinetastraße, der am 1. Juli 1930 eröffnet wurde, noch Pankow (Vinetastraße). Ursprünglich war er als Vinetastraße eröffnet worden. Damals war eine Verlängerung über den heutigen Bahnhof Berlin-Pankow bis Pankow-Kirche geplant. Die Weltwirtschaftskrise verhinderte jedoch den Weiterbau. Der Bahnhof befindet sich unterirdisch, sodass die vom Hochbahnhof Schönhauser Allee kommenden Züge eine Rampe herunterfahren müssen.
Der heutige U-Bahnhof Pankow ist der Endbahnhof der U2. Er wurde am 16. September 2000 eröffnet. Bereits 1988 wurde die Strecke nördlich des Bahnhofs Vinetastraße verlängert, um eine geplante Betriebswerkstatt anzuschließen. Diese wurde jedoch aufgrund des Falls der Mauer nie verwirklicht. 1994 wurden die Gleisanlagen dann zu einer Kehrgleisanlage erweitert und 1997 begann der Weiterbau bis zum Umsteigebahnhof mit der S-Bahn. Hinter dem Bahnhof befindet sich eine Kehrgleisanlage, die auch bei einem immer noch geplanten Ausbau bis Pankow-Kirche in die Strecke miteinbezogen werden kann.
Mehrere Straßenbahn- und Omnibuslinien erschließen den Ortsteil. Ein großer Verkehrsknoten ist der Bereich um den Bahnhof Pankow.
Im Jahr 1920 wurde Pankow nach Groß-Berlin eingemeindet. Die Bürgermeister des Bezirks Pankow sind dort beschrieben.
→ Siehe auch: Liste der Kulturdenkmale in Berlin-Pankow
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