| Basisdaten | ||
|---|---|---|
| Ort: | Berlin | |
| Land | Berlin | |
| Staat | Deutschland | |
| Koordinaten | 52° 31′ 16″ N, 13° 24′ 36″ O52.52111113.41 Koordinaten: 52° 31′ 16″ N, 13° 24′ 36″ O |
|
| Höhenpunkt: | 40 m ü. NHN | |
| Verwendung: | Fernsehturm, Restaurant, Aussichtsturm | |
| Status: | in Betrieb | |
| Baudaten | ||
| Bauzeit: | 1965–1969 | |
| Betriebsdaten | ||
| Inbetriebnahme: | 3. Oktober 1969 | |
| Technische Daten | ||
| Gesamthöhe: | 368 m | |
| Grundfläche: | 804 m² | |
| Gesamtmasse: | über 31.000 t | |
| Aussichtsplattformen: | 203,78 m und 207,53 m | |
| Baustoff: | Stahl, Stahlbeton | |
|
|
||
Der Berliner Fernsehturm ist mit 368 Metern das höchste Bauwerk Deutschlands und das vierthöchste – nicht abgespannte – Bauwerk Europas. Er wurde im historischen Zentrum der deutschen Hauptstadt im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks direkt neben der mittelalterlichen Marienkirche in Nachbarschaft zum Roten Rathaus und unmittelbar westlich des Alexanderplatzes errichtet. Betreiber und Eigentümer der Anlage ist die Deutsche Funkturm GmbH (DFMG) mit Sitz in Münster, ein Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom AG. Der Turm gehört zur World Federation of Great Towers.[1] Laut einer jährlich durchgeführten Umfrage des Deutschen Tourismusverbandes (DTV) zählt der Fernsehturm zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands und hat jährlich rund eine Million Besucher.[2]
Bereits in den 1950er Jahren gab es Planungen für die Errichtung eines Fernsehturms in Berlin, der zunächst in den Müggelbergen im Bezirk Köpenick errichtet werden sollte. Der bereits begonnene Bau dieses Fernsehturms Müggelberge musste jedoch eingestellt werden, da er für die den Flughafen Berlin-Schönefeld an- und von ihm abfliegenden Flugzeuge eine Gefahr bedeutet hätte. Von diesem Bau wurde lediglich der Stumpf fertiggestellt. Als Standortalternative war eine Fläche am Rande des Volksparks Friedrichshain vorgesehen. Dieses Projekt kam jedoch über die Planungsphase nicht hinaus.
1964 wurde unter maßgeblicher Einflussnahme des ersten Sekretärs des Zentralkomitees der SED, Walter Ulbricht, die Errichtung des Fernsehturms im unmittelbaren Stadtzentrum beschlossen. Die Architektur geht auf eine Idee von Hermann Henselmann und Jörg Streitparth zurück, die Bauplanung erfolgte im VEB Industrieprojektierung (Ipro) Berlin. Wichtigste Architekten waren hier: Fritz Dieter, Günter Franke und Werner Ahrendt. Die Fußumbauung stammt von Walter Herzog und Heinz Aust. Der Fernsehturm sollte eine städtebauliche Höhendominante werden, eine „Stadtkrone, die alles überragt und von der Sieghaftigkeit des Sozialismus kündet.“[3] In den Entwürfen von Henselmann sollte die Kugel rot angestrahlt werden. Bruno Flierl hat ausgeführt, dass die Metallfassade der Kugel Ähnlichkeiten zum sowjetischen Satelliten Sputnik aufweisen und somit die technologische Überlegenheit der sozialistischen Staaten versinnbildlichen sollte.[4] Der Sputnik-Satellit ist auch am Café Moskau als Modell angebracht worden.
Zwecks Baufreimachung für die Errichtung des Fernsehturms sowie die Umgestaltung seiner Umgebung wurde die in der Mitte der 1960er Jahre in diesem Bereich noch erhaltene Bebauung mit Ausnahme der Marienkirche und des Roten Rathauses abgerissen und der ursprüngliche aus dem Mittelalter stammende Straßengrundriss der Berliner Altstadt aufgegeben.
Am 4. August 1965 war Baubeginn. Der Gesamtbauleiter und Chef der Deutschen Bauakademie Walter Kürschner wurde bereits 1965 abberufen, da die Baukosten mit rund 200 Mio. Mark sechsmal höher wurden als ursprünglich kalkuliert. Grund hierfür war unter anderem, dass zahlreiche Materialien importiert werden mussten: die Außenverkleidung und die Scheinwerfer aus der Bundesrepublik, Aufzüge sowie Klimaanlagen aus Schweden und Fenster aus Belgien. Eine genaue Abrechnung über die Kosten wurde nie erstellt.
Zunächst wurde der Turmschaft in Kletterbauweise betoniert, wobei in dem Hohlkörper ein Stahlgerüst mit in die Höhe kletterte. Dann wurde am Boden das Stahlskelett der Kugel zusammengebaut. Auf der Spitze des Betonschaftes montierte man einen Montagekran, der die einzelnen Stahlsegmente der Turmkugel heraufbeförderte. Der Kran befindet sich heute noch dort, sein Ausleger ist nach unten geklappt. Die Antenne wurde aus einzelnen – etwa vier Meter großen – Segmenten zusammengesetzt. Hierfür wurde ein kleiner mitwachsender Kran an der Seite der Antenne installiert, der nach Beendigung der Arbeit wieder entfernt wurde.
Die Bauarbeiten wurden rund um die Uhr durchgeführt.
Nach gut vier Jahren Bauzeit wurde der Fernsehturm am 3. Oktober 1969 durch den damaligen Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht eingeweiht und am 7. Oktober, dem Jahrestag der DDR-Gründung, eröffnet. Zur Einweihung wurden die Architekten – entgegen üblicher Gepflogenheiten – nicht eingeladen. Der Grund hierfür soll gewesen sein, dass sich Ulbricht über die kreuzförmige Reflexion auf der Kugel („Rache des Papstes“) geärgert habe.[5] Zum Zeitpunkt seiner Fertigstellung war der Berliner Fernsehturm mit einer Höhe von 365 Metern der zweithöchste der Welt, nach dem Moskauer Fernsehturm Ostankino.
Mit der Errichtung des Fernsehturmes wurde der gesamte Bereich zwischen der Stadtbahnstrecke am Bahnhof Alexanderplatz, der Karl-Liebknecht-Straße, der Rathausstraße und der Spree zu einer großzügig angelegten Freifläche mit Springbrunnenanlage, Baumgruppen und Blumenrabatten umgestaltet. Diese ist von vielgeschossigen Neubauten umgeben. Außer der Marienkirche und dem Roten Rathaus erinnert nichts mehr daran, dass man sich im historischen Stadtkern von Berlin befindet.
Nach der Wiedervereinigung übernahm die Deutsche Telekom den denkmalgeschützten Turm und renovierte ihn. Im Zuge dieser Arbeiten wurde die Antennenspitze erneuert und um drei Meter auf eine Gesamthöhe von 368 Meter verlängert.[6]
Die Kugel des Fernsehturms wurde im Vorfeld der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 mit einer Folie aus 12.000 Einzelstücken in Form eines Fußballs beklebt. Als Werbung für die Deutsche Telekom trug diese neben Silber die Firmenfarbe Magenta.
Bei der Entfernung der Beklebung ab August 2006 traten Verzögerungen auf, sodass noch bis zum Oktober 2006 Folienreste an der Kugel zu erkennen waren. Die Telekom-Tochter „Deutsche Funkturm GmbH (DFMG)“ trat aber dem in Berlin verbreiteten Gerücht entgegen, diese Verzögerungen lägen an der Hartnäckigkeit des verwendeten Klebstoffs; die Folie lasse sich problemlos beseitigen. Stattdessen seien verschärfte Sicherheitsauflagen für die längere Dauer der Abschälaktion verantwortlich. Eine gleichzeitig für das Frühjahr 2007 angekündigte Säuberungsaktion der Kugel, die erste nach 1989, wurde damit begründet, dass sich im Laufe vieler Jahre durch die Sonneneinstrahlung eine feste Schmutzschicht auf der Oberfläche eingebrannt habe.[7]
Der Turmschaft beherbergt zwei Aufzugsanlagen sowie eine Schachttreppe mit 986 Stufen. Ein Übergang ausgehend vom Obergeschoss des Vorgebäudes ermöglicht den Zugang zu den Aufzügen, die innerhalb von 40 Sekunden hinauf zur Panoramaetage in der Kugel fahren. Im Inneren der Kabinen wird die aktuelle Position in Höhenmetern auf einem Display dargestellt.
Für Besucher sind zwei Etagen im Inneren der Kugel zugänglich. Die Panoramaetage in 203 Metern ermöglicht einen Rundgang hinter den Aussichtsfenstern, außerdem befindet sich hier ein weiterer Souvenirstand und eine Panoramabar. Ausführliche Informationstafeln erklären die erkennbaren Sehenswürdigkeiten und Orientierungspunkte. In der darüber liegenden Etage befindet sich auf einer Höhe von 207,5 Metern das Telecafé genannte Turmrestaurant. Der Sitzbereich befindet sich auf einer Plattform, die sich zweimal pro Stunde (abends einmal pro Stunde) um die eigene Achse dreht.
Im Turm können Trauungen vorgenommen werden. Sie werden von Beamten des Standesamtes Berlin-Mitte durchgeführt.
Für Rollstuhlfahrer ist der Zugang zum Turm nicht möglich, da die Aufzüge bei einer Gefahrenlage ausgeschaltet werden und sich jeder Besucher eigenständig über die Treppen in Sicherheit bringen muss.[5]
Weitere Etagen beherbergen u. a. die Geräte der Rundfunksender, die Klimatechnik sowie die Feuerlöschanlage.
Um den Fuß des Turms wurde ein Bau mit einer großzügigen Treppenanlage errichtet, in deren Hauptachse der Neptunbrunnen von Reinhold Begas aufgestellt wurde. Er weist eine charakteristische spitzgiebelige Dachkonstruktion auf. Im nordöstlichen Bereich befindet sich im Erdgeschoss ein großzügiges Foyer mit Souvenirläden und Kassen. Mehrere kreuzweise angeordnete Treppen führen zum Obergeschoss der Eingangshalle. Dort befindet sich der Zugang zum Turmschaft mit dem Lifteingang.
Der südwestliche Gebäudeteil wird im Erdgeschoss durch eine Filiale der ALEX-Systemgastronomie genutzt, das Obergeschoss bietet Raum für Ausstellungen. Außerdem wurden Wasserkaskaden um den Fuß des Turmes installiert, deren Höhe über Computer gesteuert werden können.[8]
Die Antennenanlage des Fernsehturms enthält übereinander angeordnet verschiedene Antennen für digitales Fernsehen (DVB-T), UKW-Radiosender und digitalen Rundfunk (DAB). Die Antennenanlage ist elektrisch beheizbar, da sie im Winter eisfrei gehalten werden muss, um die Umgebung des Fernsehturms vor herabfallenden Eisbrocken zu schützen. Das Ende der Spitze ist mit einem 1,5 Tonnen schweren Gewicht versehen, das die dünnere (herausragende) Spitze bei starken Schwankungen durch Windeinflüsse automatisch wieder einpendelt und für eine maximale Abweichung von 80 cm sorgt (Tilgerpendel).
Die zwei Ringe am Betonschaft unterhalb der Kugel sind Rettungsplattformen für den Notfall. Dorthin können sich 400 Besucher begeben, falls ein Brand in der Kugel auftritt. Dort kann man bis zur Löschung ausharren oder über eine Treppe weiter hinabsteigen.
Der Fernsehturm wurde zu DDR-Zeiten sowohl an der Spitze als auch an der Kugel mit einem rot blinkenden Flugwarnlicht mit einem Intervall von etwa zwei Sekunden befeuert. Über viele Jahre nach der Wende existierte dagegen statt des roten Intervalllichtes ein weißes Blitzlicht. Zum Ende der 2000er Jahre ist man wieder zu der früher üblichen rot blinkenden Befeuerung übergegangen.
Von den unterschiedlich hohen UKW-Antennen werden insgesamt 17 Radioprogramme abgestrahlt. Deren Sendeleistung reicht von 0,5 bis 100 kW.
Der Privatsender BB Radio nutzt seine für den Fernsehturm koordinierte Frequenz 107,5 MHz mit erlaubten 100 kW alternativ vom Fernmeldeturm Berlin-Schäferberg mit nur 13 kW. Das Programm Fritz vom RBB darf vom Berliner Fernsehturm mit maximal 100 kW senden.
Beim Antennendiagramm sind im Falle gerichteter Strahlung die Hauptstrahlrichtungen in Grad angegeben.
| Frequenz(MHz) | Programm | RDS PS | RDS PI | Regionali-sierung | ERP(kW) | Antennen- diagrammrund (ND) /gerichtet (D) | Polari- sationhorizontal (H) /vertikal (V) | Frühere Programme |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 87,9 | Star FM | STAR_FM_ | 1023 | - | 1 | ND | H | AFN Berlin; Charlie 87,9 |
| 90,2 | Radio Teddy | _RADIO__/_TEDDY__ | 1B2E | - | 16 | ND | H | BBC World Service |
| 91,4 | Berliner Rundfunk 91.4 | BRF_91.4 | D363 | - | 100 | ND | H | Berliner Rundfunk (Rundfunk der DDR) |
| 93,6 | Jam FM | _JAM_FM_ | 10B2 | - | 2,4 | D (330°-280°) | H | FFB²; rfi; NewsTalk 93,6; Berlin aktuell 93,6; FAZ-Radio 93,6 |
| 94,3 | 94,3 rs2 | 94,3_rs2 | D32B | - | 25 | ND | H | RIAS 2² |
| 95,8 | radioeins (rbb) | _radio1_/vom_rbb_ | D332 | - | 100 | ND | H | Radio DDR I; Radio aktuell; Radio Brandenburg |
| 97,7 | Deutschlandfunk | __DLF___ | D210 | - | 100 | ND | H | Stimme der DDR; Deutschlandsender Kultur |
| 98,8 | 98.8 Kiss FM | _KISS_FM | 1024 | - | 1 | ND | H | BFBS² |
| 99,7 | Antenne Brandenburg (rbb) | Antenne_/vom_rbb_ | D431 | Potsdam | 100 | ND | H | Radio DDR II/Sender Frankfurt |
| 100,6 | Flux FM | _FluxFM_ | 1028 | - | 12,6 | ND | H | Hundert,6/Radio 100² |
| 101,3 | Klassik Radio | KLASSIK_ | D75B | Berlin | 4 | ND | H | Info101 |
| 101,9 | Radyo Metropol FM | metropol | 102B | - | 0,5 | ND | H | Jazz Radio |
| 102,6 | Fritz (rbb) | _Fritz__/vom_rbb_ | D333 | - | 15 | ND | H | DT64; Rockradio B |
| 103,4 | Energy Berlin (NRJ) | _ENERGY_/_BERLIN_ | 132F | - | 8 | ND | H | Radio 100² |
| 104,6 | 104.6 RTL | 104.6RTL | 132A | - | 10 | ND | H | |
| 105,5 | 105’5 Spreeradio | _SPREE__ | 1022 | - | 5 | ND | H | Radio 50 Plus |
| 106,0 | Radio France Internationale (RFI) | ___RFI__ | 1026 | - | 1 | D (50°-20°) | H | SFB-Messeradio² |
² Ausgestrahlt von einer anderen Sendeanlage.
DAB beziehungsweise DMB wird in vertikaler Polarisation und im Gleichwellenbetrieb mit anderen Sendern ausgestrahlt.
| Block | Programme | ERP(kW) | Antennen- diagrammrund (ND) /gerichtet (D) | Gleichwellennetz (SFN) |
|---|---|---|---|---|
| 5C DRDeutschland (D__00188) | DAB+ Block der Media Broadcast:
|
10 | ND |
Hinweis: Kursive Sender in Planung und Ausbau für 2012 |
| 7B Berlin/Brandenburg (D__00245) | DAB+-Block der Media Broadcast
|
7 | Berliner Fernsehturm Alex | |
| 7D Berlin/Brandenburg (D__00246) | DAB+-Block vom rbb:
|
10 | Berliner Fernsehturm Alex, Berlin (Scholzplatz) | |
| 12B FhG FIRST-on-Air | DAB-Block von Deutsche Telekom/Fraunhofer FIRST:
|
1 | Berliner Fernsehturm Alex |
Die DVB-T-Ausstrahlungen vom Berliner Fernsehturm Alexander laufen im Gleichwellenbetrieb (Single Frequency Network) mit anderen Sendestandorten. In Deutschland war dieses Sendernetz, als es 2003 schrittweise startete, das Erste seiner Art.
| Kanal | Fre- quenz(MHz) | Multiplex | Programme im Multiplex | ERP(kW) | Antennen- diagrammrund (ND) /gerichtet (D) | Polari- sationhorizontal (H)/ vertikal (V) | Modulations- verfahren | FEC | Guard- inter- vall | BitrateMBit/s) | SFN |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 27 | 522 | ARD national (rbb) |
|
120 | ND | H | 16-QAM (8-k-Modus) | 2/3 | 1/8 | 14,75 | Berliner Fernsehturm Alex, Berlin-Wannsee (Schäferberg), Berlin-Charlottenburg (Scholzplatz) |
| 47 | 682 | ARD regional (rbb) Berlin |
|
100 | ND | H | 16-QAM (8-k-Modus) | 2/3 | 1/8 | 14,75 | Berliner Fernsehturm Alex, Berlin-Wannsee (Schäferberg), Berlin-Charlottenburg (Scholzplatz) |
| 33 | 570 | ZDFmobil | 50 | ND | H | 16-QAM (8-k-Modus) | 2/3 | 1/4 | 13,27 | Berliner Fernsehturm Alex, Berlin-Wannsee (Schäferberg), Frankfurt/Oder (Booßen) | |
| 25 | 506 | RTL-Group Berlin | 20 | ND | H | 16-QAM (8-k-Modus) | 2/3 | 1/8 | 14,75 | Berliner Fernsehturm Alex, Berlin-Wannsee (Schäferberg) | |
| 44 | 658 | ProSiebenSat.1 Berlin | 120 | ND | H | 16-QAM (8-k-Modus) | 2/3 | 1/8 | 14,75 | Berliner Fernsehturm Alex, Berlin-Wannsee (Schäferberg) | |
| 50 | 706 | Gemischt Berlin 1 |
|
50 | ND | H | 16-QAM (8-k-Modus) | 2/3 | 1/8 | 14,75 | Berliner Fernsehturm Alex, Berlin-Wannsee (Schäferberg) |
| 56 | 754 | Gemischt Berlin 2 | 10 | ND | H | 16-QAM (8-k-Modus) | 2/3 | 1/8 | 14,75 | Berliner Fernsehturm Alex, Berlin-Wannsee (Schäferberg) | |
| 59 | 778 | Gemischt Berlin 3 | 10 | ND | H | 16-QAM (8-k-Modus) | 2/3 | 1/8 | 14,75 | Berliner Fernsehturm Alex, Berlin-Wannsee (Schäferberg) | |
| 39 | 618 | Gemischt Berlin 4 |
|
20 | ND | H | 64-QAM | 2/3 | 1/8 | 22,12 | Berliner Fernsehturm Alex, Berlin-Wannsee (Schäferberg) |
Bis zur Umstellung auf DVB-T wurden vom Berliner Fernsehturm folgende Programme in analogem PAL gesendet:
| Kanal | Frequenz (MHz) | Programm | ERP(kW) | Sendediagrammrund (ND)/ gerichtet (D) | Polarisationhorizontal (H)/ vertikal (V) |
|---|---|---|---|---|---|
| 5 | 175,25 | TV.Berlin | 100 | ND | H |
| 27 | 519,25 | ORB-Fernsehen | 700 | ND | H |
| 41 | 631,25 | BBC World | 1 | D | H |
| 44 | 655,25 | ProSieben | 670 | ND | H |
| 51 | 711,25 | n-tv | 5 | D | H |
Der Bau des Fernsehturms gab Anlass für eine Vielzahl von Anekdoten:[9]
Wenn die Sonne die Kugel der Blechprismen aus rostfreiem Stahl anstrahlt, erscheint eine Reflexion in Form eines Kreuzes. In Anspielung auf die atheistische Grundeinstellung der sozialistischen Regierung und die Diskriminierung kirchlicher Einrichtungen in der DDR bezeichneten Berliner dieses leuchtende Kreuz als „Rache des Papstes“ oder auch, nach dem damaligen evangelischen Bischof Otto Dibelius, als „Dibelius’ Rache“.[10]
Eine beliebte – allerdings nicht gesicherte – Anekdote in diesem Zusammenhang besagt, der Architekt sei nach Fertigstellung von der Stasi vernommen worden, um herauszufinden, ob er das Kreuz absichtlich mit eingeplant habe. Nach einer weiteren Anekdote beendete ein Regierungsmitglied die Diskussion mit dem Ausspruch: „Das ist kein Kreuz, sondern ein Plus für den Sozialismus!“ Die dritte Anekdote besagt, die Stasi habe anfänglich versucht, das reflektierende Kreuz mittels großer Spiegel vom Boden aus wegzublenden. Schließlich gibt es das Gerücht, dass in der Volkskammer der Abriss des Turmes diskutiert worden sei.
In seiner Rede vor dem Brandenburger Tor am 12. Juni 1987 griff US-Präsident Ronald Reagan eine Variation dieser Gerüchte auf. Er behauptete, die Ost-Berliner Behörden hätten seit dem Bau des Fernsehturms immer wieder mit dem Einsatz von Farbe und Chemikalien vergeblich versucht, die Lichtreflexion an der Glaskugel zu verhindern.[11]
Das Bauwerk an sich wird aus demselben Grund auch „St. Walter“ (nach Walter Ulbricht) genannt. Ebenso wird der Begriff „Ulbrichts Gedächtniskirche“ deshalb seit dem Tode von Walter Ulbricht verwendet.
Von Reiseleitern und Stadtführern wird Touristen gern kolportiert, die Berliner würden den Fernsehturm „Telespargel“ nennen, so wie für jedes bekanntere Gebäude der Stadt angeblich ein Name existiere, der von den Einheimischen benutzt werde.[12] Dies ist in vielen Fällen nicht zutreffend, Berliner benutzen in der Regel die Bezeichnung Fernsehturm. Die Bezeichnung Telespargel war ein von den DDR-Offiziellen gewünschter Spitzname, der sich in der Praxis jedoch auch schon in der DDR nicht durchgesetzt hat.
Von Uninformierten und Touristen wird der Fernsehturm auch fälschlich als „Alex“ bezeichnet. Dies kommt höchstwahrscheinlich daher, dass viele Berliner den Alexanderplatz im täglichen Sprachgebrauch mit Alex abkürzen („zum Alex fahren“, „am Alex treffen“) und ortsfremde Zuhörer damit nicht den Alexanderplatz assoziieren, sondern das gegenüberliegende Gebäude des Fernsehturms.[13]
Der Parteichef der SED Walter Ulbricht traf am 22. September 1964 vor einem Modell der Stadt höchstpersönlich die Wahl des Standorts mit den Worten: „Nu, Genossen, da sieht man’s ganz genau: Da gehört er hin.“ (nach Kraemer[14]) Zunächst wurde der Bau geheimgehalten, es gab keine offizielle Grundsteinlegung oder Baugenehmigung. Der Standort wurde so gewählt, dass alle großen Straßen und Sichtachsen des gesamten Berlins, die auf das historische Stadtzentrum gerichtet sind, auf den Fernsehturm zuführen.
Die zweite Strophe des Fernsehturmliedes Unser Fernsehturm (Was ist in unserem Spreeathen) der Jungen Pioniere lautet:
|
Der Fernsehturm ist groß und schlank, groß und schlank, groß und schlank und hat ein Bäuchlein blitzeblank, Bäuchlein blitzeblank, Bäuchlein blitzeblank. Da ist kein Magen drin, nee, nee, sondern ein Fernsehturmcafé. Groß und schlank, blitzeblank, Fernsehturmcafé. |
Der Fernsehturm spielte in mehreren Fernseh- und Kinofilmen eine Rolle:
Berliner Fernsehturm mit dem Reichstagsgebäude im Vordergrund
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Berliner_Fernsehturm aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |