| Wappen | Deutschlandkarte | |
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Koordinaten: 52° 40′ N, 13° 35′ O |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Barnim | |
| Höhe: | 68 m ü. NN | |
| Fläche: | 103,73 km² | |
| Einwohner: |
36.338 (31. Dez. 2010)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 350 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 16321 | |
| Vorwahlen: | 03338 (033397 in der Waldsiedlung) | |
| Kfz-Kennzeichen: | BAR | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 60 020 | |
| Stadtgliederung: | Hauptort und 4 Ortsteile | |
| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeister: | Hubert Handke (CDU) | |
| Lage der Stadt Bernau bei Berlin im Landkreis Barnim | ||
Bernau bei Berlin ist eine etwa zehn Kilometer nordöstlich der Stadtgrenze von Berlin gelegene Große kreisangehörige Stadt und ein Mittelzentrum des Landes Brandenburg.
Das bis Ende des 19. Jahrhunderts schiffbare Flüsschen Panke entspringt im Stadtgebiet von Bernau und mündet in Berlin in die Spree. Bernau ist eine der elf Hauptstationen der Märkischen Eiszeitstraße.
Die Stadt grenzt im Norden und Nordosten an die Stadt Biesenthal und die Gemeinde Rüdnitz des Amtes Biesenthal-Barnim, im Osten an die Stadt Werneuchen, im Süden an die Gemeinde Ahrensfelde, und im Südwesten an die Gemeinde Panketal sowie im Westen und Norden an die Gemeinde Wandlitz (Ortsteile Schönwalde, Basdorf, Wandlitz und Lanke), alle amtsfrei.
Eine Besonderheit ist die Ortsgrenze der beiden Siedlungen Birkholzaue (Ortsteil von Bernau) und Elisenau (Ortsteil Blumberg der Gemeinde Ahrensfelde). Die Westseite der Landesstraße 31 (L 31) ist die Ortsgrenze der beiden räumlich nicht getrennten Siedlungen. Daher gibt es links und rechts der Straße zwei verschiedene Ortseingangs- und Ortsausgangsschilder.
Das Stadtgebiet gliedert sich in
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¹ Diese Gemeinden und Wohngebiete haben keinen Ortsteilstatus.[6]
Die Daten in Klammern geben den Zeitpunkt der Eingemeindung an.
Wie archäologische Quellen belegen, ist Bernau seit mehr als 10.000 Jahren ein Siedlungsplatz. Am Anfang des 13. Jahrhunderts wurde die Stadt gegründet.[7] Die genauen Umstände sind ungeklärt, da alle Urkunden bei großen Bränden 1406 und 1484 vernichtet wurden. Das Bier und die Tuchproduktion machten die Stadt im Mittelalter weit über die Grenzen der Mark Brandenburg hinaus bekannt. Über Jahrhunderte hinweg galt das Bier als das beste der Mark, und die gute Haltbarkeit machte es zum Exportschlager. Noch im 17. Jahrhundert wurden jährlich 30.000 Tonnen Bier in andere Städte und Gemeinden - auch außerhalb der Mark Brandenburg - geliefert. Im Heimatmuseum vermitteln prächtige Trinkgefäße, Schleppkannen und Schankzeug einen Eindruck von der Bierbrauerei in Bernau.
Von der Blütezeit der Stadt zeugen noch heute beeindruckende Bauwerke. Die starken Stadtmauern erschwerten jeden Angriff auf die Stadt. Der Dreißigjährige Krieg und die Pest machten aber aus Bernau eine verarmte und verödete Stadt. Dies änderte sich erst, als Kurfürst Friedrich III. französische Glaubensflüchtlinge (Hugenotten) ins Land holte. 1699 wurden 25 Familien in Bernau aufgenommen. Darunter waren ausgezeichnete Handwerker, Bauern, Wissenschaftler und Kaufleute.
150 Jahre später erlebte die Stadt eine neue Blüte. Am 30. Juli 1842 wurde die Eisenbahnstrecke Berlin-Eberswalde der Berlin-Stettiner Eisenbahn eingeweiht. Seit 1924 verbindet die erste elektrisch betriebene Stadtbahn der Welt Bernau mit Berlin. Die Nähe zur aufstrebenden Hauptstadt begünstigte in Bernau auch den gewerblichen Aufschwung.
Ab Sommer 1943 gab es in der Stadt ein Außenlager des KZ Sachsenhausen, in dem 300 Häftlinge bei Arbeiten in einer Polizeidienststelle eingesetzt wurden. Ein Mahnmal vor dem Bahnhof auf einer Grünanlage an der Breitscheidstraße erinnert seit dem 11. September 1949[8] an die Opfer des Faschismus. Im Zweiten Weltkrieg blieb die Stadt von Zerstörungen weitgehend verschont.
Konrad Wolf war im April 1945 mit 19 Jahren für kurze Zeit der erste sowjetische Stadtkommandant.
In den 1980er Jahren wurden große Teile der meist aus Fachwerkhäusern bestehenden Altstadt abgerissen und weitestgehend durch Neubauten in einheitlicher Plattenbauweise ersetzt. Eine ebenfalls diskutierte Rekonstruktion der stark verfallenen Altbausubstanz war den damals Verantwortlichen zu teuer.
Bis 1952 gehörte Bernau zum Landkreis Niederbarnim in Brandenburg, von 1952 bis 1993 als Kreisstadt zum gleichnamigen Landkreis im Bezirk Frankfurt (Oder), ab 1990 zum Land Brandenburg. Mit der Verwaltungsreform kam Bernau unter Verlust des Sitzes der Kreisverwaltung zum neugebildeten Landkreis Barnim. Nachdem der Zusatz bei Berlin, in Abgrenzung zu zahlreichen anderen Orten mit dem Namen Bernau, auch schon früher Verwendung fand, trägt die Stadt diesen seit dem 1. April 1999 offiziell.[9] Seit dem 1. Januar 2011 hat Bernau den Status einer Großen kreisangehörigen Stadt.[10]
Bis 1991 war Bernau zudem Standort der 90. Panzerdivision der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland. Das freigeräumte Gelände konnte noch nicht vollständig einer neuen Nutzung zugeführt werden.
Der Sage nach[11] veranlasste der Askanier Albrecht der Bär, 1157 Gründer der Mark Brandenburg und ihr erster Markgraf, bereits 1140 die Gründung einer Stadt. Nach einer Jagd in der Heide nördlich von Berlin ließ er sich bei der Rast in einem Gasthof ein Bier ausschenken. „Weil ihm dies so außerordentlich gut mundete“, soll er beschlossen haben, just an dieser Stelle eine Stadt zu gründen. Er befahl schließlich den Bewohnern der damaligen Dörfer Schmetzdorf, Lindow und Lüpenitz in die neue Stadt zu ziehen. Diese bekam den Namen Bärnau nach seinem Gründer. „Die vorherigen Dörfer verschwanden oder blieben nur als kleine unbedeutende Siedlungen bestehen, der gute Ruf des Bieres jedoch konnte sich bis heute erhalten.[12]“
Zu dieser Sage ist zu bemerken: Es gibt keinen einzigen urkundlichen Beleg dafür, dass Albrecht der Bär sich tatsächlich in der späteren Mark zwischen Elbe und Oder aufgehalten hat, anders als sein Sohn Otto I. (Brandenburg), der zum Schluss gemeinsam mit dem Vater als Markgraf amtete. Um 1140 herrschten in der Gegend von Bernau noch die slawischen Lutizen, die noch keine Gasthäuser (tabernae) kannten; auch ist nichts über slawische Bierproduktion bekannt. Städtegründungen sind östlich der Elbe erst seit 1159 bekannt. Die slawischen Zentralorte waren Burgwälle. Die Ableitung des Ortsnamens Bernau aus „Bär“ (oder gar von Albrecht dem Bären) ist - ebenso wie in Berlin - Volksetymologie. Als am wahrscheinlichsten gilt die Herleitung aus dem slawischen Personennamen Barnim (der Name zahlreicher Pommernfürsten).
Die Anzahl der Einwohner Bernaus steigt stetig. Dies ist einerseits durch die gut entwickelte Infrastruktur zu erklären (Verkehrsanbindung in die Hauptstadt per S- und Regional-Bahn, ausgebautes Straßensystem und Autobahn), andererseits durch Eingemeindungen der heutigen Ortsteile, welche allein einen Zuwachs von etwa 9.000 Einwohnern einbrachten. Zum Zeitpunkt der Eingemeindung hatten die Ortsteile Birkholz 417 Einwohner (31. Dezember 1992), Ladeburg etwa 2025 Einwohner (31. Dezember 2000), Börnicke 433 Einwohner (31. Dezember 2001), Lobetal 707 Einwohner (31. Dezember 2001) und Schönow rund 5.371 Einwohner (31. Dezember 2002).
Es folgt eine Übersicht mit den Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1831 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter beziehungsweise der Stadtverwaltung selbst. Stichtag ist jeweils der 31. Dezember, sofern es nicht abweichend angegeben ist.
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¹ 1. Dezember, ² 2. Dezember, ³ 3. Dezember, 4 8. Oktober, 5 16. Juni, 6 17. Mai, 7 29. Oktober, 8 31. August 1950
| Fraktion | Sitze |
|---|---|
| Fraktion Die Linke | 14 |
| SPD-Fraktion | 7 |
| CDU/FDP-Fraktion | 6 |
| Freie Fraktion | 5 |
| Unabhängige Fraktion | 3 |
| DVU (fraktionslos) | 1 |
Die Stadtverordnetenversammlung von Bernau bei Berlin zählt 36 Stadtverordnete sowie den Bürgermeister. Die Tabelle rechts gibt einen Überblick über die Sitzverteilung seit der letzten Kommunalwahl vom 28. September 2008.
Gemäß der aktuellen Gemeindeordnung des Landes Brandenburg wird der Bürgermeister der Stadt alle acht Jahre durch die Bürger gewählt. Gegenwärtig bekleidet Hubert Handke (CDU) dieses Amt in seiner dritten Amtsperiode. Am 1. November 2009 stellte sich Handke erneut der Wahl zum Bürgermeister und konnte sich im ersten Wahlgang gegen Lutz Kupitz von den Linken und gegen Péter Vida, den Vorsitzenden der Unabhängigen Fraktion, durchsetzen.[13]
In der Chronik von Tobias Seiler ist das Amt des Bürgermeisters seit 1406 dokumentiert. Bis 1662 gab es stets vier Bürgermeister, die regelmäßig wechselten, so dass jeweils zwei amtierend und zwei beratend tätig waren. Danach gab es zwei Bürgermeister, einen regierenden und einen beratenden.
Ab 1719 wechselten die Bürgermeister nicht mehr und blieben beständig im Amt. Es gab zum einen den dirigierenden oder Justizbürgermeister (Consul dirigens), der nicht nur den obersten Rang der Stadtverwaltung innehatte, sondern auch der oberste Stadtrichter war. Daneben gab es noch den Polizeibürgermeister (Proconsul), der für Kommunal- und Polizeiangelegenheiten verantwortlich war. Die Bürgermeister wurden durch den Magistrat der Stadt frei gewählt, wobei aber eine Bestätigung durch staatliche Behörden notwendig war.
Am 19. Dezember 1808 trat die Ordnung für sämtliche Städte der preußischen Monarchie in Kraft, und es gab nur noch einen Bürgermeister. Die Bürgermeister seit dieser Städteverordnung waren:
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Das aktuell gültige Wappen wurde am 30. Juni 1992 genehmigt.
Blasonierung: „In Silber auf grünem Rasen ein sich teilender grüner Eichbaum mit goldenen Früchten, darüber schwebend der brandenburgische Adler mit Bewehrung und Kleestengeln in Gold, vor dem Stamm ein schreitender schwarzer Bär mit roter Zunge und Bewehrung.“[14]
Die Farben der Stadtflagge von Bernau bei Berlin sind: Grün - Weiß - Rot. Im weißen Feld ist das Stadtwappen abgebildet.
Bernau unterhält Partnerschaften zur französischen Stadt Champigny-sur-Marne, zum rheinländischen Meckenheim sowie zur polnischen Stadt Skwierzyna (Schwerin an der Warthe)).
Das bedeutendste Bauwerk der Stadt ist die spätgotische St. Marienkirche. Sie wurde 1519 geweiht. Im Innern birgt sie einen Flügelaltar aus der Schule des Renaissancemalers Lucas Cranach des Älteren.
Außerhalb der Stadtmauer befindet sich das Sankt-Georgen-Hospital, eine Stiftung der reichen Tuchmachergilde und Wollweber aus dem Jahr 1328[15], zu dem auch die St.-Georgen-Kirche gehört. Außerdem gibt es die 1908 eingeweihte katholische Pfarrkirche Herz-Jesu in der Nähe des Bahnhofs.
Aus dem Mittelalter sind große Teile der Stadtmauer erhalten. Die Feldsteinmauer ist bis zu 8 m hoch und ca. 1,3 km lang (einst 1,5 km). Zur Befestigungsanlage gehört auch ein dreifaches Wall- und Grabensystem. Die Stadtmauer war einst mit 42 Lughäusern (Wehrtürme), zwei Rundtürmen und drei Stadttoren versehen. Reste der Lughäuser sowie die Rundtürme, der Pulver- und Hungerturm sind noch vorhanden. Von den ehemals drei Stadttoren ist allein das durch zwei Wehrgänge mit dem Hungerturm verbundene Steintor erhalten.
Das älteste Wohnhaus der Stadt ist das Kantorhaus, das 1582/83 erbaut wurde und heute die Musikschule beherbergt. Am Marktplatz befindet sich das klassizistische Rathaus von 1805, das zwischen 1995 und 2002 saniert wurde. Am Seitenflügel des Rathauses steht ein von dem Bildhauer Horst Engelhard geschaffenes Geschichtsbuch in Bronze. In fünf Segmenten wird anhand von historischen Ereignissen die Geschichte Bernaus dargestellt. Der historische Stadtkern, der von der Stadtmauer begrenzt wird, war bis 1975 mit kleinen, größtenteils Fachwerkhäusern bebaut. Diese vor allem zu Beginn des 19. Jahrhundert erbauten Gebäude waren in schlechtem Zustand und wurden zu Zeiten der DDR mangels finanzieller Mittel nicht renoviert. Stattdessen wurde die Stadt dazu bestimmt, architektonisch zur sozialistischen Musterstadt umgestaltet zu werden. Die alte Bausubstanz der Innenstadt wurde zu großen Teilen abgetragen und durch Plattenbauten ersetzt. Allerdings wurde darauf geachtet, dass sich die Neubauten in das Stadtbild einfügten und ihre Höhe auf vier Geschosse begrenzt.
Zu den technischen Denkmälern zählt das Gaswerk Bernau mit dem 1932 konstruierten Scheibengasbehälter; der Gasometer war bis zum Jahre 1966 in Funktion. 1992 wurde der Kessel restauriert und erhielt seinen dreifach abgesetzten blauen Anstrich.
Ein weiteres technisches Denkmal ist der 1911 erbaute Wasserturm mit einer Höhe von 43,9 Metern.[16]
Nördlich der Stadt befindet sich das größte Bauhausobjekt neben dem Bauhaus selbst - die ehemalige Bundesschule des Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbundes. Bernau war seit 1930 Sitz dieser Schule. Nach der Schließung durch die Nationalsozialisten im Jahr 1933 wurde sie als Reichsführerschule für den SD und die Deutsche Arbeitsfront genutzt. Ab 1945 nach Ende des Zweiten Weltkrieges war das Gebäude zunächst Lazarett der Roten Armee und später Gewerkschaftshochschule „Fritz Heckert“ des FDGB. Das Gebäude, das seit 1977 auf der Denkmalliste des Bezirkes Frankfurt/Oder eingetragen ist, ist heute weiterhin denkmalgeschützt. Im Auftrag der Handwerkskammer Berlin wurde es in den späten 1990er Jahren unter Leitung der BRENNE-Gesellschaft von Architekten mbH saniert. Der World Monuments Fund (WMF) in New York hat die Architekten für die Instandsetzung mit dem WMF-Knoll-Modernism-Prize 2008 ausgezeichnet.[17]
Im Ortsteil Birkholzaue befindet sich ein 115 Meter hoher Fernmeldeturm in Stahlbetonbauweise. Dieser Turm besitzt im Unterschied zu fast allen anderen vergleichbaren Fernmeldetürmen keinen Antennenträger auf seiner Spitze, was ihm den Spitznamen „Bernauer Birzel“ eingebracht hat. – In der Fliederstraße im Stadtteil Blumenhag befindet sich die Sternwarte Bernau, die regelmäßig öffentliche Himmelsbeobachtungen und astronomische Vorträge anbietet.
In Bernau befinden sich zwei Museen, das Heimatmuseum mit Steintor und Henkerhaus sowie das Wolf Kahlen Museum. Neben dem Henkerhaus steht ein von der Künstlerin Annelie Grund geschaffenes Denkmal für die Opfer der Hexenverfolgung in Bernau. Das Denkmal wurde am 31. Oktober 2005 eingeweiht.
Als Vorläufer des heutigen Heimatmuseums wurde 1882 in Bernau das erste Hussitenmuseum der Welt gegründet. Ausgestellt wurden für Beutestücke gehaltene mittelalterliche Waffen, die den Hussiten bei der erfolgreichen Verteidigung der Stadt 1432 abgenommen wurden. Als diese 1925/26 zum Restaurieren ins Berliner Zeughaus kamen, erkannten Spezialisten darin die mittelalterliche Bewaffnung der Bernauer Bürger. Heute sind die Sammlungen des Heimatmuseums auf die beiden Standorte Steintor und Henkerhaus verteilt. Das Steintor ist das einzige erhaltene Tor der Stadtbefestigung. Neben Waffen wird die Entwicklung der Stadt und ihrer Gewerbe dargestellt. Hervorgehoben werden die für Bernau bedeutende Bierbrauerei sowie die Textilherstellung. In der ehemaligen Wachstube ist das Modell eines hussitischen Kampfwagens ausgestellt. Direkt an der Stadtmauer liegt das Henkerhaus, die ehemalige Scharfrichterei. In dem in Ständerbauweise errichteten Fachwerkbau werden Exponate aus dem mittelalterlichen Gerichtswesen sowie ein Hussitenzimmer gezeigt. Ein anschauliches Bild des Alltagslebens vom 17. bis ins 19. Jahrhundert vermittelt die Schwarze Küche, deren alte Kochstelle nach bauarchäologischen Funden rekonstruiert wurde.
Am Pulverturm befindet sich das private Medien- und Kunstmuseum des Medienpioniers Wolf Kahlen (geboren 1940). Gezeigt werden repräsentative Arbeiten mit Materialien und Medien. Auf mehreren Hundert Quadratmetern gibt es den Videoskulpturen und -installationen, den Klangkunstwerken und Textstücken, den Architekturen, Zeichnungen, Photoleinwänden und Internetarbeiten Raum, sich zu entfalten.
Über Bernau gibt es viele Sagen. Die bekanntesten sind hier aufgezählt.
Als die Glocke von Bernau gegossen wurde, gab man den Einwohnern auf, all ihr Metall für den Guss der Glocke zu spenden. Jeder trug herbei, was er an Metall entbehren konnte. Als ein altes Weib, das als Hexe verschrien war, ihre Schürze öffnete und Kreuzottern und andere Schlangen in die Glut gab, war die Bestürzung groß. Doch der Klang der Bernauer Glocke hat bis heute alle Schlangen verschreckt. Bis heute gibt es keine Giftschlangen in und um Bernau.
Das Bernauer Bier war schon früh überregional bekannt und in vielen Schankstuben erhältlich. Einem Bernauer Gesellen, der in Berlin zur Lehre war, war das offenbar nicht bekannt. Als sein Lehrherr ihm auftrug, eine Kanne Bernauer Bier zu besorgen, machte er sich auf den Weg nach Bernau. Seine Eltern fürchteten, dass sein Lehrherr wohl sehr böse wäre, weil er so lange ausblieb, denn Bernauer Bier hätte er auch in Berlin kaufen können. Der Geselle machte sich mit schlechtem Gewissen auf den Weg. Als Rekrutenwerber ihn überzeugten, doch lieber als Soldat seinem Vaterland zu dienen als Schläge von seinem Lehrherren zu beziehen, vergrub er die Kanne mit dem Bier. Jahre später, er war inzwischen Hauptmann, kam er wieder bei seinem alten Meister vorbei. Das Gespräch kam auf den Lehrjungen, und er gab sich zu erkennen. Man ging zu der Stelle und fand eine Kanne Bier, das nach Jahren noch vorzüglich schmeckte.
Das Basketballteam des SSV Lok Bernau, ehemals Barnim RimRockers, trägt in der neuen Sporthalle an der Heinersdorfer Straße seine Heimspiele in der 2. Basketball-Bundesliga ProB Nord aus. In der Saison 2009/10 schaffte das Team als Zweitplatzierter der 1. Regionalliga Nord den direkten Aufstieg in die nunmehr dritthöchste deutsche Spielklasse. In der Saison 2003/04 spielte die Mannschaft für eine Saison in der zweithöchsten Basketball-Liga.
Ein besonderes Angebot für Lauffreunde ist der seit 2004 jährlich Anfang September stattfindende 24-Stunden-Lauf von Bernau.
Bernau verfügte mit der Anlage des RC Speedracer e. V. über eine der größten regionalen Rennstrecken für RC-Modelle, sie wurde inzwischen vorläufig geschlossen.[19] Zudem gibt es den Fußballverein FSV Bernau[20], der im Spieljahr 2011/12 in der Landesliga Brandenburg Nord spielt.
Von den 1930er Jahren bis 1973 lag in der Nähe von Bernau die Autorennstrecke Bernauer Schleife. Mit dem Anstieg der Sicherheitsanforderungen im Autorennsport wurden die Rennen auf der Bernauer Schleife eingestellt.
Die Wirtschaft in Bernau ist durch kleinteiliges Gewerbe, vorrangig im Bereich Dienstleistung und Handel, geprägt. Große Industriebetriebe existieren nicht. So gab es eine Großbäckerei (Götz-Brot KG), die rund 530 Mitarbeiter beschäftigte (Stand Jahr 2000), allerdings schloss die Bäckerei 2011. Ansonsten steht Bernau in enger Beziehung zur Stadt Berlin, in die viele Einwohner zur Arbeit pendeln. Ferner sind zahlreiche Einwohner in den Gesundheitseinrichtungen beschäftigt. In einem Wirtschaftsförderkonzept (2001) wurde dieser Bereich der Gesundheitswirtschaft (Life Sciences) als Wachstumspotenzial für die Stadt herausgearbeitet. Auch die Nähe zu Einrichtungen der Branche im nahen Berlin-Buch wird hier als Vorteil genannt.
Im Jahr 2010 erfolgte durch das Brandenburgische Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft eine größere Umgestaltung des Bahnhofsplatzes mit folgenden Einzelmaßnahmen: Straßen- und Kanalerneuerung, Installation einer modernen Beleuchtung, Errichtung einer Haltestellenüberdachung für den Busverkehr und Sanierung des OdF-Denkmals. Die Finanzierung des ersten Bauabschnitts erfolgte auch mit Mitteln des Bundes.[21]
Bernau ist durch die Linie S 2 der Berliner S-Bahn im 20-Minuten-Takt mit der Hauptstadt verbunden. Im Stadtgebiet befinden sich zwei Bahnhöfe, der Bahnhof Bernau bei Berlin (Endbahnhof der S-Bahn) sowie seit 1997 der durch eine Wohnpark-Firma (mittlerweile insolvent) vollständig privat finanzierten S-Bahnhof Bernau-Friedenstal im gleichnamigen Stadtteil. Die Fahrzeit vom Bahnhof Berlin Friedrichstraße bis nach Bernau beträgt mit der Linie S 2 circa 35 Minuten.
Ferner ist die Stadt über mehrere Linien an das Regional- und Fernbahnnetz angeschlossen. Es hält der Regional-Express RE3, der stündlich in Richtung Norden über Angermünde abwechselnd nach Schwedt und Stralsund fährt. In Richtung Süden führt die Linie durch den Tiergartentunnel über Berlin Hauptbahnhof (Fahrzeit circa 20 Minuten) nach Elsterwerda. Die Regionalbahn OE60 der ODEG fährt in Richtung Wriezen und Frankfurt (Oder) bzw. zum Bahnhof Berlin-Lichtenberg. Ferner verbinden InterCity/EuroCity-Züge der Deutschen Bahn AG die Stadt mit überregionalen Zielen in Deutschland und Europa (drei Mal werktäglich).
Innerhalb Bernaus betreibt die Barnimer Busgesellschaft mbH (BBG) einen Stadtbusverkehr. Die Linie 868 verbindet die Stadtteile Bernau Süd, den Stadtkern, Bernau-Blumenhag, Bernau-Friedenstal und Schönow mit dem Bahnhof Bernau (b. Berlin) im 20-Minuten-Takt. Die Linie 869 verbindet alle zwei Stunden die Ortsteile Ladeburg und Lobetal mit dem Bahnhof Bernau (b. Berlin). In Bernau haben 15 weitere Regionalbuslinien der BBG ihren Ausgangspunkt zu Fahrten in das Bernauer Umland. Ein Großteil der Linien beginnt und endet am Bernauer Busbahnhof unweit des Bahnhofs Bernau (b. Berlin).
An Bernau vorbei führt die Bundesautobahn 11 vom Berliner Ring nach Prenzlau und Stettin. Anschlussstellen sind Bernau-Nord (Nummer 15) und Bernau-Süd (Nummer 16). Die Anschlussstelle Bernau-Süd wurde erst in den späten 1990er-Jahren errichtet. – In der Nähe von Bernau befindet sich das Autobahndreieck Schwanebeck, das seit 2011 zum Autobahndreieck Kreuz Barnim umgebaut wird. – Die Bundesstraße 2 (Berlin–Staatsgrenze nach Polen) durchquert Bernau und läuft dann über Angermünde und Schwedt/Oder bis zur Oder.
Der Radfernweg Berlin–Usedom führt durch Bernau und erschließt die Region auch touristisch.
Eine lokale Redaktion der Märkischen Oderzeitung, deren Inhalte jeden Werktag im Lokalteil Barnim Echo der Zeitung erscheinen, befindet sich in Bernau. Des Weiteren erscheinen die Anzeigenblätter Märkischer Markt (von der Märkischen Oderzeitung), Der Blitz und der Märkische Sonntag. Der lokale Fernsehsender ODF - Fernsehen für Ostbrandenburg mit Sitz in Eberswalde berichtet über Bernau und verbreitet sein Programm auch in einigen Teilen des Bernauer Kabelnetzes.
Es gibt mehrere Kliniken in Bernau. Das Evangelisch-Freikirchliche Krankenhaus und Herzzentrum Brandenburg befindet sich in einem neuen Gebäude hinter dem ehemaligen Kreiskrankenhaus Bernau in der Ladeburger Chaussee. – Im rekonstruierten Gebäude des ehemaligen Kreiskrankenhauses ist heute die zu den Hoffnungstaler Anstalten gehörige Epilepsieklinik Tabor untergebracht. – In der Waldsiedlung befindet sich die Brandenburg-Klinik für Rehabilitation in den Bereichen Neurologie, Kardiologie, Orthopädie, Pädiatrie und Psychosomatik. – Im Ortsteil Lobetal sind die Hoffnungstaler Anstalten Lobetal ansässig und arbeiten auf dem Gebiet der Alten- und Behindertenhilfe.
Bernau verfügt über vier Grundschulen: Grundschule am Blumenhag, 3. Grundschule, Grundschule an der Hasenheide im Nibelungenviertel und Grundschule Schönow. Weiterführende Schulen sind das nach dem Pädagogen Paulus Praetorius benannte Paulus-Praetorius-Gymnasium, des Barnim-Gymnasium und zwei Oberschulen. Es existieren ferner eine nach den Prinzipien der Maria Montessori lehrende Montessori-Schule und eine evangelische Schule in freier Trägerschaft. Außerdem gibt es die drei Förderschulen Johannaschule, Robinsonschule und die Schule an der Hasenheide im Nibelungenviertel. Zur Berufsaus- bzw. Weiterbildung dient das Oberstufenzentrum I, eine Zweigstelle der Kreisvolkshochschule Barnim; bis 2005 gab es auch die Waldarbeitsschule des Landes Brandenburg im Stadtteil Bernau-Waldfrieden.
Die Stadtbibliothek Bernau hat ihren Sitz auf dem Kulturhof der Stadt und unterhält Zweigstellen in den Ortsteilen Börnicke, Lobetal und Schönow.
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