Sonntag, 27. Mai 2012

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Berthold Huber (Gewerkschafter)

Berthold Huber (2009)

Berthold Huber (* 15. Februar 1950 in Ulm) ist ein deutscher Gewerkschafter. Er ist seit dem 6. November 2007 Erster Vorsitzender der IG Metall.

Ausbildung

Berthold Huber wuchs mit sechs Geschwistern in Herrlingen bei Ulm auf. Nach dem Abitur am humanistischen Humboldt-Gymnasium Ulm (zwei Jahre hatte er als Internatsschüler am Peutinger-Gymnasium Ellwangen verbracht) und Ableistung des Zivildiensts absolvierte Huber ab 1971 eine Ausbildung zum Werkzeugmacher. Im erlernten Beruf war er anschließend bei der Karl Kässbohrer Fahrzeugwerke GmbH tätig.

Zwischen 1985 und 1990 studierte er an der Universität Frankfurt Geschichte, Philosophie und Politik.[2]

Gewerkschafter

1971 trat er der Gewerkschaft IG Metall bei. Er machte eine Ausbildung zum Werkzeugmacher und arbeitete bei der Firma Kässbohrer (heute Evo-Bus) in Ulm. Huber engagierte sich als Betriebsrat und wurde 1977 Betriebsratsvorsitzender.

Nach seinem Studium wurde er 1990 hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär der IG Metall und war kurze Zeit mit dem Aufbau der Gewerkschaft in Ostdeutschland beschäftigt.

Von 1991 bis 1993 war er als Abteilungsleiter des 1. Vorsitzenden der IG Metall Franz Steinkühler und anschließend nach dessen Rücktritt bis 1998 als koordinierender Abteilungsleiter des 2. Vorsitzenden und späteren Arbeitsministers Walter Riester tätig.

Danach wechselte er zur IG Metall Baden-Württemberg wo er bis 2003 als Nachfolger von Gerhard Zambelli Bezirksleiter war. In dieser Zeit wurde zum Beispiel der Tarifvertrag über das Entgelt-Rahmenabkommen (ERA-TV) in Baden-Württemberg abgeschlossen.

Seit 2003 war Berthold Huber nach einem zermürbenden Führungskampf Zweiter Vorsitzender der IG Metall Deutschland. Auf dem Gewerkschaftstag am 6. November 2007 wurde er mit einem Stimmenanteil von 92,6 % als Nachfolger Jürgen Peters’ zum Ersten Vorsitzenden gewählt. Er ist ferner stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender des Siemens-Konzerns [3] und der Audi AG und Aufsichtsratsmitglied der Porsche Automobil Holding SE.[4]

Berthold Huber wurde im Mai 2009 in Göteborg zum Präsidenten des Internationalen Metallgewerkschaftsbundes gewählt.[5]

Berthold Huber wird zu dem Reformerflügel der Gewerkschaft gezählt. Bei den in der Vergangenheit von ihm geleiteten Verhandlungen wurden zumeist innovative und flexible Tarifverträge abgeschlossen, was insbesondere im linken Lager der Gewerkschaft nicht immer positiv aufgenommen wurde.

Partei

Berthold Huber ist seit 1991 Mitglied der SPD.

Nach unwidersprochener Aussage des MLPD-Vorsitzenden Stefan Engel war Huber bis 1979 Mitglied „bei uns“, also offenbar in der MLPD-Vorläuferorganisation Kommunistischer Arbeiterbund Deutschlands. Huber sei ausgeschlossen worden, da er zu großen Wert auf „seine Privilegien als Gewerkschaftsfunktionär“ gelegt habe.[6]

Berthold Huber war, durch die SPD nominiert, Mitglied der 13. Bundesversammlung und der 14. Bundesversammlung und nahm am 23. Mai 2009 bzw. am 30. Juni 2010 an den Wahlen des deutschen Bundespräsidenten teil. 2012 wird er wiederum auf Vorschlag der hessischen SPD Mitglied der 15. Bundesversammlung sein.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Als solcher bezog er 2011 nach eigenen Angaben ein Jahresgehalt von 261.000 Euro, vgl.  Alexander Hagelüken und Thomas Öchsner: "Warum soll ich ein oder zwei Millionen verdienen?". In: SZ vom 11.02.2011.
  2. Berthold Huber im Who's who
  3. FAZ vom 1. Februar 2005:„Es gibt keine längeren Arbeitszeiten bei Siemens“
  4. Profil auf der Webseite der IG Metall
  5. Profil auf der Webseite des Internationalen Metallgewerkschaftsbundes
  6. Jungle World vom 15. Juni 2006: "Der Kapitalismus hat nicht viel drauf.", siehe auch [1]
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