| Bistum Görlitz | |
| Basisdaten | |
|---|---|
| Staat | Deutschland |
| Kirchenprovinz | Berlin |
| Metropolitanbistum | Erzbistum Berlin |
| Diözesanbischof | Wolfgang Ipolt |
| Emeritierter Diözesanbischof | Rudolf Müller |
| Generalvikar | Hubertus Zomack |
| Fläche | 9.733 km² |
| Dekanate | 3 (31. Dez. 2008 / AP2010) |
| Pfarreien | 33 (31. Dez. 2008 / AP2010) |
| Einwohner | 775.000 (31. Dez. 2008 / AP2010) |
| Katholiken | 29.929 (31. Dez. 2008 / AP2010) |
| Anteil | 3,9 % |
| Diözesanpriester | 55 (31. Dez. 2008 / AP2010) |
| Ordenspriester | 2 (31. Dez. 2008 / AP2010) |
| Ständige Diakone | 5 (31. Dez. 2008 / AP2010) |
| Katholiken je Priester | 525 |
| Ordensbrüder | 3 (31. Dez. 2008 / AP2010) |
| Ordensschwestern | 71 (31. Dez. 2008 / AP2010) |
| Ritus | Römischer Ritus |
| Liturgiesprache | deutschobersorbisch |
| Kathedrale | St. Jakobus |
| Website | www.bistum-goerlitz.de |
| Kirchenprovinz | |
Das Bistum Görlitz (lat.: Dioecesis Gorlicensis) ist eine römisch-katholische Diözese im Osten Deutschlands und umfasst die Niederlausitz in Brandenburg sowie den nordöstlichen Teil der Oberlausitz, die zum Freistaat Sachsen gehört.
Nach der Reformation war das katholische Kirchenwesen in Kurbrandenburg und den beiden Lausitzen praktisch untergegangen. Nur das Zisterzienserkloster Neuzelle und die Pfarreien Jauernick, welche zum Zisterzienserinnenkloster Marienthal sowie Wittichenau die zum Zisterzienserinnenkloster Marienstern gehörten, blieben katholisch. Nachdem infolge des Wiener Kongresses 1815 ein großer Teil der Lausitz an Preußen gefallen war, wurde das Gebiet des heutigen Bistums durch die Bulle "De salute animarum" dem Bistum Breslau angegliedert.
Im Erzbistum Breslau wählte nach dem Tode des Breslauer Erzbischofs Adolf Bertram am 6. Juli 1945 das Breslauer Domkapitel am 16. Juli den Domdechanten Ferdinand Piontek zum Kapitularvikar. Am 12. August veranlasste der Primas von Polen, August Kardinal Hlond, Piontek zum Verzicht auf den nunmehr unter polnischer Verwaltung befindlichen Teil des Erzbistums östlich der Oder-Neiße-Grenze. Gleichzeitig teilte Hlond den nunmehr polnischen Bistumsanteil in drei Verwaltungsbezirke und ernannte bereits am 15. August 1945 deren Apostolische Administratoren:
Die Administratoren wurden mit Wirkung vom 1. September in ihr Amt eingesetzt. Wie sich später herausstellen sollte, bezogen sich Hlonds Sondervollmachten nicht auf die ehemals deutschen Diözesen, so dass sie keine kirchenrechtliche Grundlage hatten.
Im September 1945 wurde von den Breslauer Domkapitularen Prälat Ludwig Cuno (* 15. Juli 1881 Kassel; † 1. August 1949 Görlitz), Bruder des Reichskanzlers (November 1922 bis August 1923) Wilhelm Cuno, und Emanuel Tinschert (1883-1968) eine Zweigstelle des Generalvikariats Breslau für den westlich der Oder und Lausitzer Neiße gelegenen Teilen des Erzbistums Breslau eingerichtet. Kapitelsvikar Ferdinand Piontek, der sich zu jenem Zeitpunkt noch in Breslau befand, bestätigte in einem Schreiben vom 2. November 1945 diese Einrichtung. Neben der Diözesanverwaltung im Diözesangebiet westlich der Oder-Neiße-Linie war es Aufgabe der Görlitzer Zweigstelle, Kontakt zu halten zu den in alle Diözesen Deutschlands verstreuten Breslauer Priestern und Theologiestudenten, was dem in Breslau verbliebenen Kapitelsvikar kaum möglich war.
Im Juli 1946 wurde als Nachfolgeeinheit das Erzbischöfliche Amt Görlitz eingerichtet. Diese Umbenennung war erforderlich geworden, weil Kapitelsvikar Ferdinand Piontek am 9. Juli 1946 Breslau verlassen und sich zunächst nach Peine bei Hannover gewandt hatte. Im März 1947 schließlich gelangte Piontek nach Görlitz und nahm dort seine Amtsgeschäfte als Kapitelsvikar des Erzbistums Breslau auf. Mit der Errichtung der Apostolischen Administratur Görlitz am 28. Juni 1972 erlosch das Erzbischöfliche Amt Görlitz.
Nach der Ratifizierung des deutsch-polnischen Vertrages verfügte Papst Paul VI. mit der Apostolischen Konstitution Episcoporum Poloniae vom 28. Juni 1972 die kirchenrechtliche Neugliederung der ehemals deutschen Diözesen. Dadurch wurde auch das Gebiet um Görlitz und Cottbus als Apostolische Administratur vom Erzbistum Breslau abgetrennt.[1]
Die Administratur erhob Papst Johannes Paul II. am 27. Juni 1994 schließlich mit der Apostolischen Konstitution Solet usque zum eigenständigen Bistum, das dem Erzbistum Berlin als Suffraganbistum zugeordnet wurde.[2] Mit dem Apostolischen Schreiben Semper studuit bestätigte Johannes Paul II. am 21. September desselben Jahres die Hl. Hedwig von Schlesien als Bistumspatronin.[3]
Das Bistum ist heute, gemessen an der Anzahl Katholiken, das mit Abstand kleinste katholische Bistum in Deutschland.
Das Bistumswappen zeigt in rot und Gold gespalten durch einen gemauerten Bogen geteilt, sechs weiß/silberne Lilien 3-2-1 auf rotem Grund, es ist das Wappen des Erzbistums Breslau, dem Görlitz früher angehörte. Daneben ein schwarzes Kreuz, dessen Spitzen wieder gekreuzt sind, in der Mitte mit einem Ring belegt, und eine schwarze Muschel auf goldenem Grund. Das Kreuz steht für die bisherige Apostolische Administration Görlitz und die Muschel für den Patron (St.Jakobus) der ehem. Zisterzienzerabtei, heute Kathedrale. Die gemauerte Brücke soll ein Zeichen der Verbundenheit zwischen polnischen und deutschen Katholiken sein. Darunter das Wappen der Bistumspatronin, der Hl. Hedwig, (rot-silber-rote Streifen und zwei schwarze Löwen auf goldenem Grund).
Hinter dem Schild schräggekreuzt rechts ein goldenes Vortragekreuz mit quadratischen Abschlüssen und links ein goldener Krummstab. Darüber die siber/goldene Mitra rot gefüttert unt rot/silbernen Infuln.
Die folgenden Personen verwalteten den in Deutschland verbliebenen Restteil des Erzbistums Breslau westlich der Oder-Neiße-Grenze sowie die Apostolische Administratur Görlitz bis diese 1994 zum Bistum Görlitz erhoben wurde. Sie waren Titularbischöfe ihrer erloschenen Erzdiözese (Can. 376 CIC) und Weihbischöfe in (und nicht von) Görlitz. Das Erzbischöfliches Ordinariat Breslau/Zweigstelle Görlitz und das Erzbischöfliches Amt Görlitz sowie die Apostolische Administratur Görlitz leiteten sie als Kapitelsvikar bzw. Apostolischen Administrator.
| Zeit | Name | Beschreibung |
|---|---|---|
| 1945–1972: deutscher Teil des Erzbistums Breslau (September 1945-Juli 1946: Erzbischöfliches Ordinariat Breslau/Zweigstelle Görlitz; Juli 1946 – Juni 1972: Erzbischöfliches Amt Görlitz) | ||
| 1946–1963 | Bischof und Kapitelsvikar Ferdinand Piontek | (nach dem Tod von Adolf Kardinal Bertram verwaltete er vom 16. Juli 1945 bis 31. August 1945 als Kapitelsvikar das gesamte Erzbistum Breslau, nach abverlangter Verzichtsleistung erstreckte sich seine Jurisdiktion jedoch nur noch auf den westlich der Oder und Neiße gelegenen Teil des Erzbistums, mit Sitz in Görlitz, sowie auch Ordinarius für alle Priester und Gläubigen des Erzbistums Breslau, die durch Flucht oder als Heimatvertriebene nicht mehr im polnisch verwalteten Diözesangebiet lebten)
Titularbischof von Barca und Weihbischof im Erzbischöflichen Amt Görlitz (ab 1959) sowie Kapitelsvikar des Erzbistums Breslau mit Sitz in Görlitz, später Erzbischöfliches Amt Görlitz |
| 1963–1972 | Bischof und Kapitelsvikar Gerhard Schaffran | Titularbischof von Semnea (ab 1962) und Weihbischof im Erzbischöflichen Amt Görlitz sowie Kapitelsvikar des Erzbischöflichen Amts Görlitz
(1970–1987 Bischof von Meißen später Dresden-Meißen) |
| 1972 durch Papst Paul VI. zur Apostolischen Administratur erhoben und dadurch vom Erzbistum Breslau abgetrennt | ||
| 1972–1994 | Bischof und Apostolischer Administrator Bernhard Huhn | Titularbischof von Tasaccora und Weihbischof in Görlitz sowie Apostolischer Administrator der Apostolischen Administratur Görlitz |
| 1994 durch Papst Johannes Paul II. zum Suffraganbistum des Erzbistums Berlin erhoben | ||
Das Bistum Görlitz ist ein Suffraganbistum des Erzbistums Berlin und gliedert sich seit der Neuordnung vom 1. September 2004 in drei Dekanate.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Bistum_Görlitz aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |