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Der Blick ist eine deutschsprachige Schweizer Tageszeitung. Er ist mit einer Auflage von 208'360 Exemplaren (2011) nach der Gratiszeitung 20 Minuten die zweitgrösste Tageszeitung der Schweiz.
Der Blick ist eine Boulevardzeitung. Der wöchentliche Blick ist aufgeteilt in einen News- und einen Sportteil. Zusätzlich zu letzteren erscheint im SonntagsBlick noch das «Magazin», welches als Lifestyle-Magazin zu verstehen ist.
Die Zeitung wurde 1959 vom Ringier-Verlag als erste Schweizer Boulevardzeitung mit einer Auflage von 50'000 Exemplaren lanciert. Sie stiess damals mit ihrem Fokus auf Verbrechen, Sex und Sport bei Politik und etablierter Presse auf viel Kritik. Die Erstausgabe der Boulevardzeitung erschien am 14. Oktober 1959.[2] Ungeachtet der Kritik wurde der Blick in der Deutschschweiz zu einem Erfolg.
In den 1980er-Jahren positionierte sich der Blick unter dem Chefredaktor Peter Uebersax rechtspopulistisch. Der Auflagenerfolg in den 1980er-Jahren basierte jedoch hauptsächlich auf dem Gewinnspiel Bingo, das Blick im November 1982 eingeführt hatte. Die Beilage von Bingo-Karten an bestimmten Tagen führte jeweils zu einer um 60'000 bis 70'000 Exemplare höhere Verkaufszahl. Seinen Höhepunkt erreichte der Blick 1986 mit einer Auflage von rund 380'000 Exemplaren.[3]
Ab den 1990er-Jahren sah sich der Blick mit einem Leserschwund konfrontiert, der zum Abgang von fünf Chefredaktoren innerhalb dreizehn Jahren führte und sich abwechselnde Strategien zur Folge hatte. Hierzu zählte unter anderem die Anreicherung durch Kulturthemen und grosse Reportagen, einen politischen Linkskurs sowie die Rückkehr zum anfänglichen Boulevard mit Fokus auf Skandale, Verbrechen und Einzelschicksale.[3] Aufgrund seiner Berichterstattung wird das Blatt zum Teil weiterhin als populistisch wahrgenommen.[4][5][6][7]
Seit 1969 erscheint am Sonntag die Schwesterzeitung SonntagsBlick. Die Zeitung hat eine Auflage von 238'178 (WEMF 2010) und 825'000 Leser (MACH Basic 2011-2.[8] Chefredaktor ist Karsten Witzmann. Vom 14. Juni 2004 bis zum 13. Oktober 2009 erschien der Blick im Tabloidformat. Seit 2008 erscheint wochentags am späten Nachmittag die Gratiszeitung Blick am Abend, womit vor allem junge Leser angesprochen werden sollen.
Für Aufsehen sorgte der Blick im März 2002, als die Zeitung Djamila Rowe 10.000 Euro (ca. 15'000 Franken)[9] für die Aussage[10][11] bezahlte, die sie jedoch wenig später widerrief,[12] sie habe eine Affäre mit Thomas Borer, dem damaligen Schweizer Botschafter in Deutschland. Die angebliche Sexaffäre wurde zur Staatsaffäre, in deren Folge Thomas Borer-Fielding als Botschafter abberufen wurde. Michael Ringier, der Verleger des Blick, entschuldigte sich im Juli 2002 öffentlich beim Ehepaar Borer-Fielding, und Chefredaktor Mathias Nolte trat zurück. Der Blick musste nach einem aussergerichtlichen Vergleich Schmerzensgeld in Höhe von über einer Million Schweizer Franken zahlen.[13][14]
Die Auflage des Blicks geht seit einigen Jahren zurück. So hat die Zeitung zwischen Herbst 2006 und Frühling 2007 21'000 Leser verloren.[15] Der Auflagenschwund führt zu hämischen Kommentaren der Konkurrenten. Peter Rothenbühler, Chefredaktor von Le Matin, einer Boulevardzeitung der frankophonen Schweiz, und ehemaliger Chefredakteur des SonntagsBlicks zwischen 1985 und 1988, meinte, «dass man nicht ungestraft über Monate das Asyl- und das Ausländergesetz bekämpfen kann, um dann feststellen zu müssen, dass vermutlich hundert Prozent der Blick-Leser für ebendiese Gesetze votiert haben».[16] Auch das Nachrichtenmagazin Facts sieht als einen der Gründe für die Absatzschwierigkeiten des Blicks die politisch widersprüchliche Meinungsmachung und Berichterstattung des Blicks sowie eine überalterte Leserschaft. [17] Der Hauptgrund für die schwindende Auflage des Blicks liegt allerdings in der Konkurrenz der Gratiszeitungen, insbesondere des auflagenstärksten 20 Minuten, das sich an ein jüngeres und urbaneres Publikum richtet, und dem damit verbundenen veränderten Verhalten der Leserschaft. Zu diesem Schluss kommt auch Michael Ringier, Verwaltungsratspräsident der Ringier Holding AG. Dieser erklärte in einem am 16. Januar 2008 ausgestrahlten Beitrag des Schweizer Fernsehen SF, dass die Leserschaft nur noch dann bereit sei, für eine Zeitung zu bezahlen, wenn diese exklusive Inhalte biete. Für nicht exklusive Inhalte, die in jeder beliebigen Gratiszeitung zu lesen sind, sei die Leserschaft hingegen nicht bereit, etwas zu bezahlen.[18]
In einem Bericht anlässlich des 50-jährigen Jubiläums des Blicks machte die Neue Zürcher Zeitung mehrere Gründe für den einstigen Erfolg und dem darauf folgenden starken Auflagenschwund aus. Demnach basierte der einstige Erfolg hauptsächlich auf der Einführung des damals noch unbekannten Boulevardjournalismus sowie der Einführung von Gewinnspielen. Aufgrund der mangelnden Konkurrenz profitierte der Blick zusätzlich durch einen Verstärkereffekt, durch das Skandalisieren oder Mitschwimmen auf den Erfolgswellen von Sendungen des Schweizer Fernsehens. Zur heutigen Situation schreibt die NZZ: «Heute müssen Boulevardzeitungen ihr Jagdrevier, das sie vor einem Vierteljahrhundert praktisch konkurrenzlos ausbeuteten, täglich mit vielen teilen.»[3]
Am 5. März 2008 kam das Boulevardblatt in einer überarbeiteten Version heraus. Die Überarbeitung stand unter dem Motto «Blick 2010». Neu war die Papierausgabe nicht mehr zwei-, sondern einteilig. Ausserdem konnte der Blick nun von beiden Seiten gelesen werden. Diese Neuerung wurde von der Leserschaft teilweise stark kritisiert.
Zu seinem 50. Geburtstag am 14. Oktober 2009 kehrte der Blick zum alten Zeitungsformat zurück. Die Tageszeitung besteht heute wieder aus zwei Bünden. Nach einigen Jahren Unterbruch erscheint wieder ein erotisches Bild im Blick (früher auf Seite 3, jetzt auf der Titelseite). Aus Gründen der Leserbindung handelt es sich bei den Models um Frauen aus der Leserschaft, die sich für ein Erotik-Shooting beworben haben.[19] Mit der Rückkehr zum alten Zeitungsformat ist auch ein Kurswechsel hin zum eigentlichen Kern des Blicks verbunden, der emotionale Fortsetzungsgeschichten über Verbrechen, Sex und Affären von Prominenten beinhaltet.[3]
Der Blick geriet wegen boulevardesquer Berichterstattungen mit schlecht recherchierten, gezielt manipulierten oder teils frei erfundenen Angaben und Bildern in die Kritik. In einem Fall publizierte der Blick am 31. August 2009 unter der Überschrift «Polizei jagt Dealer auf Google Street View» einen Artikel unter Verwendung eines zufällig auf Google Street View aufgefundenen Fotos. Dabei erweckte die Zeitung ohne jegliche Grundlage den Anschein, bei der abgebildeten Szene würde es sich um einen Drogendeal auf offener Strasse handeln. Hierbei wurden die auf dem Originalbild auf Google Street View gut erkennbaren Gesichter durch den Blick verpixelt und die abgebildeten Personen als ein «obskurer Typ» sowie als «drei junge Mädchen» bzw. «Teenager» bezeichnet. Zusätzlich involvierte der Blick mit einem Hinweis auch die Polizei. Wie sich kurz darauf erwies, handelte es sich um eine vom Blick konstruierte Geschichte, bei der keinerlei journalistische Recherche vorgenommen wurde. Bei den abgebildeten Personen handelte es sich in Wirklichkeit um einen Theaterregisseur und Wirt eines bekannten Restaurants, der in der Nähe seines Lokals Gutscheine verteilte, sowie um drei Angestellte einer Mediaagentur.[20][21][22]
Nebst weiteren Fällen sorgte besonders die gezielte Manipulation eines Bildes im November 1997 anlässlich der Berichterstattung über den Anschlag von Luxor, bei dem 36 Schweizer ums Leben kamen, für heftige Diskussionen sowie internationale Schlagzeilen. Hierbei bildete der Blick ein Foto ab, bei dem eine langgezogene Wasserpfütze vor dem Hatschepsut-Tempel gezielt rot eingefärbt und so als eine Blutlache unter der Bezeichnung «Blutspur des Grauens» dargestellt wurde.[23]
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