Montag, 28. Mai 2012

Themen


Blutagar

Alpha-Hämolyse auf Kochblutagarplatte
Beta-Hämolyse auf Blutagarplatte

Blutagar dient in der Mikrobiologie als Nährboden für Mikroorganismen, die Bestandteile des Blutes von Säugetieren für das Wachstum benötigen.

Der Nährboden besteht zu 5 bis 10 % aus defibriniertem menschlichem oder tierischem Blut (z. B. Pferde- oder Schweineblut) und ermöglicht den Nachweis bestimmter Erregerklassen und die Beurteilung hämolysierender Eigenschaften der angezüchteten Bakterien (z. B. Streptokokken).

  • α-Hämolyse (Vergrünung): Die Bakterien produzieren keine Hämolysine, sie rufen auf Blutagar eine grünliche Zone hervor, die nicht auf eine echte Hämolyse sondern auf eine Entfärbung und einen Kaliumverlust der roten Blutkörperchen zurückzuführen ist. Die Reduktion des Hämoglobins zu Biliverdin verursacht die grüne Färbung. Es finden sich noch intakte Erythrozyten.
  • β-Hämolyse: Die Bakterien produzieren Streptolysin O oder S und sind von einer klaren Hämolysezone umgeben. Das Hämoglobin wird vollständig abgebaut, es handelt sich hierbei um eine echte Hämolyse. In diesem Bereich sind alle Erythrozyten vollständig hämolysiert.
  • γ-Hämolyse: Diese Bakterien zeigen keinerlei Hämolyserverhalten.

Der Kochblutagar (auch: Schokoladenagar) ist eine Variante des Blutagars, bei dem durch kurzzeitiges Erhitzen des Agars auf 80 °C eine Lyse der Erythrozyten erreicht wird. Durch die Lyse werden Hämin („Faktor X“) und NAD („Faktor V“) in den Agar freigesetzt und können dort von Bakterien verstoffwechselt werden, die selbst nicht hämolysierend sind (z. B. Haemophilus influenzae). Kochblutplatten werden manchmal bei erhöhter CO2-Spannung bebrütet, besonders capnophile Keime, wie sämtliche Neisseria, vermehren sich so wesentlich besser.

Siehe auch

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Diese Seite wurde zuletzt am 15. März 2012 um 21:52 Uhr geändert.

Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Blutagar aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar.

TOP



TOP