| The Boeing Company | |
|---|---|
| Rechtsform | Corporation |
| ISIN | US0970231058 |
| Gründung | 15. Juli 1916 als Pacific Aero Products Company |
| Sitz | Chicago, Illinois, USA |
| Leitung | James McNerney, CEO |
| Mitarbeiter | 165.000 (2010)[1] |
| Umsatz | 70 Mrd. USD (2011)[2] |
| Branche | Flugzeugbau |
| Website | www.boeing.com |
Das US-amerikanische Unternehmen Boeing (The Boeing Company) ist der weltweit größte Hersteller von zivilen und militärischen Flugzeugen und Hubschraubern sowie von Militär- und Weltraumtechnik.
Gemeinsam mit dem europäischen Wettbewerber Airbus bildet Boeing das Duopol für Großraumflugzeuge.
Bereits 1915 begann der Ingenieur William Edward Boeing, Sohn des deutschen Auswanderers Wilhelm Böing, in Seattle (US-Bundesstaat Washington) die Arbeit an einer ersten „B&W“, zusammen mit seinem Kollegen George Conrad Westervelt. Als dieser die Mitarbeit an dem Projekt aufgab, stellte Boeing die ersten beiden B&Ws ohne seine Hilfe fertig. Die Firmengründung fand am 15. Juli 1916 als Pacific Aero Products Company statt. Bereits 1917 wurde das Unternehmen in Boeing Aeroplane Company umbenannt. William Boeing hatte an der Universität Yale studiert und anschließend zunächst in der Holzverarbeitungsindustrie gearbeitet, wo er Kenntnisse über Holzstrukturen erwarb, die ihm für seine spätere Tätigkeit im Flugzeugbau nützlich sein würden. 1934 war sein Unternehmen bereits sehr groß geworden. Infolge der Gesetzgebung nach der Depression, derzufolge die großen Firmen sich in kleinere Einheiten aufteilen mussten, schied William Boeing ganz aus seiner Firma aus. 1929[3] übernahm das Unternehmen die Stearman Aircraft Corporation in Wichita (Kansas) und führte den Betrieb als Zweigwerk weiter.
Während des Zweiten Weltkriegs entwickelte sich der Flugzeugbauer mit der im Boeing Werk 2 gefertigten B-17 bald zu einem der größten Produzenten von Bombenflugzeugen. Mit dem Beginn des Kalten Krieges konnte Boeing die führende Position in dieser Sparte mit der B-47 und B-52 weiter festigen. Weil die Reichweite dieser Bomber für einen Angriff auf die Sowjetunion nicht ausreichte, entwickelte Boeing für die USAF auch das jetgetriebene Tankflugzeug KC-135, das von Boeing zur 707 weiterentwickelt wurde und so Boeings Aufstieg zum größten Produzenten von Zivilflugzeugen einleitete. Während Boeing mit Zivilflugzeugen immer erfolgreicher wurde, ging der Erfolg bei der Ausschreibung neuer Bomberprojekte zurück. In den 1950er Jahren betrat Boeing mit der Entwicklung der ballistischen Interkontinentalrakete Minuteman technisches Neuland. Darauf aufbauend konnte der Konzern in der Raumfahrt erfolgreich Fuß fassen: Boeing produzierte unter anderem die erste Stufe der Mondrakete Saturn V. 1997 übernahm Boeing den in der zivilen Luftfahrt zur Nummer Drei (hinter Airbus) abgesunkenen Flugzeugbauer McDonnell Douglas und die Aerospace Units von Rockwell International (Boeing North American).
Im März 2001 gab Boeing bekannt, den Firmensitz von Seattle an einen anderen Ort zu verlegen. Im Gespräch waren unter anderem Chicago, Denver oder Dallas, wobei man sich letztlich für Chicago entschied. Die Produktion von Flugzeugen blieb davon unangetastet.
In den letzten Jahren musste der Konzern einige Rückschläge hinnehmen. Durch die Krise im Luftverkehr und die Terroranschläge am 11. September 2001 in den USA war keine Fluggesellschaft bereit, den zwar schnellen, aber relativ unwirtschaftlichen Sonic Cruiser zu bestellen. Der Konkurrent Airbus gewann darüber hinaus immer mehr Marktanteile. Dazu kam, dass der Konzern einen großen Auftrag an Lockheed Martin verlor. Das von Boeing entwickelte Militärflugzeug X-32 wurde von der US Air Force abgelehnt. Außerdem warf die NASA der Boeing Nachlässigkeiten wegen des Columbia-Unglücks vor.
Boeing verbuchte im Geschäftsjahr 2002 einen Umsatz von 54,069 Milliarden US-Dollar bei einem Gewinn von 0,492 Milliarden Dollar. 2002 produzierte Boeing 381 Flugzeuge, liegt aber nicht mehr vor Airbus. Weltweit beschäftigt Boeing mehr als 150.000 Mitarbeiter in 70 Ländern.[4]
2003 gab das Unternehmen bekannt, die 757-Produktion Ende 2004 einzustellen - seit den Terroranschlägen 2001 wurden nur neun Flugzeuge dieser Art bestellt. Auch der 767, im transatlantischen Luftverkehr in den letzten 20 Jahren dominierend gewesen, droht wegen mangelnder Nachfrage das Aus, zumal ein Nachfolgemodell, die 787 bereits angeboten wird.
| Anzahl der bestellten Flugzeuge pro Jahr[5] | |
|---|---|
| Jahr | Flugzeuge |
| 2003 | 239 |
| 2004 | 272 |
| 2005 | 1002 |
| 2006 | 1044 |
| 2007 | 1413 |
| 2008 | 662 |
| 2009 | 142 |
| 2010 | 530 |
| 2011 | 805 |
Mit der 787, dem sogenannten Dreamliner, versucht Boeing, auf dem 250-Sitzer-Markt wieder Fuß zu fassen. Das Modell soll damit die 757 und 767 ersetzen.
2005 gab das Unternehmen bekannt, auch die 717-Produktion Ende 2006 einzustellen, als Grund wird ebenfalls mangelnde Nachfrage angegeben.
Boeing erklärte das Direktverbindungskonzept, im Gegensatz zum Drehkreuzkonzept, zum Luftverkehrsmodell der Zukunft. Daher würden zukünftig kleinere Flugzeuge mit größerer Reichweite erforderlich.[6]
Seit dem Jahr 2005 ist die Anzahl der bestellten Flugzeuge wieder deutlich angestiegen[5]. Auch die Umsätze und Gewinne im Vergleich zu den Jahren davor sind wieder gestiegen[7], sodass die Krise mit dem Jahr 2005 beendet wurde. Im Jahr 2010 ist der Umsatz allerdings im Vergleich zum Vorjahr von 68,281 Mrd. auf 64,308 Mrd. US-Dollar gesunken. Den größten Umsatzrückgang musste die zivile Flugzeugsparte hinnehmen, dort sank der Umsatz von 34,051 Mrd. auf 31,834 Mrd. US-Dollar.
Jedoch sank auch der Umsatz im militärischen Bereich (Boeing Defense, Space & Security) von 33,661 Mrd. auf 31,943 Mrd. US-Dollar.[8] Dies dürfte auf Spätfolgen der Finanzkrise zurückzuführen sein, da viele Fluggesellschaften Aufträge stornierten oder aufschoben mitunter wegen des erneut stark gestiegenen Ölpreises und weiterhin bestehenden Sorgen über die Erholung der weltweiten Konjunktur.
In der militärischen Sparte dürften ähnliche Gründe eine Rolle spielen, z.B. war 1995 ursprünglich geplant 800 F-22 Jagdflugzeuge zu beschaffen, aufgrund der sehr hohen Kosten und günstigeren Alternativen wie der F-35 wurden letztendlich lediglich 187 Exemplare bestellt. Allerdings handelt es sich im eigentlichen Sinne nicht um eine Krise bei Boeing selbst, sondern wie bereits erwähnt um Folgen der weltweiten Finanzkrise. Mit der Einführung neuer und moderner Flugzeuge wird ein weiterer Umsatzanstieg in den kommenden Jahren erwartet.
Im Januar 2012 wurde bekannt, dass Boeing bis zum Ende des Jahres 2013 das Werk in Wichita (Kansas) schließen will. Grund sind Kürzungen im US-Verteidigungsetat und damit einhergehend weniger Bestellungen. Von der Schließung eines der Hauptarbeitgeber des Ortes wären 2160 Beschäftigte betroffen, die ab dem 3. Quartal 2012 entlassen würden.[9]
Zusammen mit American Airlines, United Airlines, US Airways, Delta Air Lines und Continental Airlines hat Boeing eine Klageschrift gegen FBI und CIA eingereicht. Ziel ist die Klärung der Frage, ob die Branche der Fluggesellschaften eine Mitschuld an den Terroranschlägen vom 11. September 2001 trägt und/oder ob ihre Reaktionen richtig und angemessen waren.[10]
Boeings Forschungs- und Entwicklungsarbeit wird seit vielen Jahren in hohem Maße von der US-Regierung über die NASA, das US-Verteidigungsministerium, das US-Wirtschaftsministerium und andere Regierungsstellen subventioniert. Seit 1990 erhielt Boeing ca. 23,7 Milliarden US-Dollar an Regierungssubventionen.[11] Zusätzlich erhält Boeing ca. 200 Millionen US-Dollar an Exportsubventionen nach dem Extraterritorial Income Exclusion Act (obwohl diese von der WTO als illegal erklärt wurden).
Die massiven Verstöße Boeings gegen Festlegungen im „Übereinkommen über Subventionen und Ausgleichsmaßnahmen“ der WTO sowie gegen das 1992 geschlossene US-EU Agreement on Trade in Large Civil Aircraft[12] führten zu zahlreichen Beschwerden der EU bei der WTO, und im Gegenzug zu Beschwerden der USA bezüglich illegaler Subventionierung von Boeings Hauptkonkurrenten Airbus.[13][14][15] Ein Nachweis für unerlaubte Subventionierung ist aber auch sehr schwierig, da sowohl Boeing als auch EADS (Airbus) ihren Umsatz zu über der Hälfte mit Rüstungsaufträgen ihrer eigenen Regierungen machen. Es müsste also nachgewiesen werden, dass die Regierungen bei den Rüstungsgütern überhöhte Preise akzeptieren. Die FAS berichtete, die Untersuchung der WTO habe die amerikanischen Vorwürfe teilweise bestätigt.[16]
Der breiten Öffentlichkeit am bekanntesten, und Boeings Hauptgeschäft seit Gründung der Firma, ist die Entwicklung und der Bau von Verkehrsflugzeugen (englisch Commercial Airplanes).
Eine eigene Abteilung von Boeing ist seit 1960 Boeing Vertol. Die frühere Vertol Aircraft Corporation ging aus der Firma Piasecki Helicopter hervor und hat ihren Sitz in Morton, Pennsylvania. Neben Hubschraubern stellte sie auch Schienenfahrzeuge her.
Ein anderes Hauptgeschäftsfeld heißt auf Deutsch: Verteidigung, Raumfahrt und Sicherheit. Zu diesem Bereich gehören die Abteilungen: Boeing Military Aircraft, Global Services & Support, Network & Space Systems, Phantom Works und sogenannte Joint Ventures, d. h. Zusammenarbeit(en) mit anderen Firmen an verschiedenen Projekten.
Diesem Geschäft liegt in erster Linie die Finanzierung der firmeneigenen Geschäftsbereiche und Tochterfirmen zugrunde. Boeing Kapital – so die deutsche Übersetzung – tritt weltweit außerdem auch als Kapitalgeber für den Kauf von Boeings Produkten in Erscheinung.
Boeing hat im Jahr 2009 202 Bestellungen von 22 Kunden erhalten. In den 202 Bestellungen sind 53 Bestellungen von nicht identifizierten Kunden enthalten. Den Bestellungen stehen 111 Abbestellungen gegenüber, sodass sich teilweise negative Zahlen ergeben.[5]
Boeing hat im Jahr 2008 662 Bestellungen von 40 Kunden erhalten. Abbestellungen sind von den Zahlen abgezogen. In den 662 Bestellungen sind insgesamt 166 Bestellungen von nicht identifizierten Kunden enthalten.[5]
Boeing hat im Jahr 2007 1413 Bestellungen von 70 Kunden erhalten. Abbestellungen sind von den Zahlen abgezogen.[5]
Im Jahr 2006 hat Boeing insgesamt 1044 Flugzeugbestellungen von 62 Fluggesellschaften erhalten. Diese Zahl übertrifft den bisherigen Rekord von 2005 mit 1022 Aufträgen. Erstmals seit sechs Jahren überflügelt Boeing mit dieser Anzahl von bestellten Flugzeugen außerdem den Konkurrenten Airbus. Sie verteilen sich folgendermaßen[5]:
Boeing hat im Jahr 2009 bis November 394 Passagierflugzeuge ausgeliefert.[5]
Boeing hat im Jahr 2008 insgesamt 375 Passagierflugzeuge ausgeliefert.[5]
Boeing hat im Jahr 2007 insgesamt 441 Passagierflugzeuge ausgeliefert.[5]
(Stand: Dezember 2006)
(Stand: Dezember 2006) Boeing hat 2006 insgesamt 398 Passagierflugzeuge ausgeliefert:
(Stand Dezember 2006)
Die Preise für die Flugzeuge variieren je nach Konfiguration. Die folgende Tabelle gibt eine Übersicht der Preisspannen für das Jahr 2009 (Angaben in Millionen US-Dollar)[17]:
| Boeing-737-Familie | |||
|---|---|---|---|
| 737-600 | 51,5 - 87 | 737-800 | 51,5 – 87 |
| 737-700 | 51,5 - 87 | 737-900 ER | 51,5 - 87 |
| Boeing-747-Familie | |||
| 747-400/-ER | 234 - 304,5 | 747-8 I | 234 - 304,5 |
| 747-400F/-ERF | 234 - 304,5 | 747-8 F | 234 - 304,5 |
| Boeing-767-Familie | |||
| 767-200 ER | 124,5 – 135,5 | 767-300 F | 151 – 162 |
| 767-300 ER | 127.5 - 173 | 767-400 ER | 127.5 - 173 |
| Boeing-777-Familie | |||
| 777-200 | 205.5 - 260.5 | 777-300 | 205.5 - 260.5 |
| 777-200 ER | 205.5 - 260.5 | 777-300 ER | 205.5 - 260.5 |
| 777-200 LR | 205.5 - 260.5 | 777-200 F | 205.5 - 260.5 |
| Boeing-787-Familie | |||
| 787-3 | 150 - 205.5 | 787-9 | 150 - 205.5 |
| 787-8 | 150 - 205.5 | 787-10 | 150 - 205.5 |
Die genaue Bezeichnung eines Flugzeugs variiert in den letzten zwei Stellen, so bedeutet bspw. 737-86N(WL), dass es sich um eine 737-800 mit Winglets handelt, die nach dem Boeing Customer Code[18] der Leasing-Firma GECAS gehört. Speziell bei Leasingfirmen bedeutet dies jedoch nicht, dass das Flugzeug unter dem Eigentümernamen oder dessen Länderkennung fliegt.
| Zeitleiste ziviler Verkehrsflugzeuge von Boeing (inkl. McDonnell Douglas) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Boeing | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| McDonnell Douglas | Douglas | McDonnell Douglas | Boeing | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Typ | 1960er | 1970er | 1980er | 1990er | 2000er | 2010er | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Strecke | Rumpf | Antrieb | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 | 0 | 1 | 2 | 3 | 4 | 5 | 6 | 7 | 8 | 9 |
| kurz/mittel | Standard | zweistrahlig | DC-9 | MD-80 / MD-90 | 717 (MD-95) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| kurz/mittel | Standard | zweistrahlig | 757 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| mittel | Standard | zweistrahlig | 737 (736, 73G, 738, 739) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| kurz/mittel | Standard | dreistrahlig | 727 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| mittel/lang | Standard | vierstrahlig | … DC-8 | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| mittel/lang | Standard | vierstrahlig | … 707 (707, 720) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| lang | Großraum | zweistrahlig | 767 (762, 763, 764) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| lang | Großraum | zweistrahlig | 787 („Dreamliner“) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| lang | Großraum | zweistrahlig | 777 (772, 773) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| lang | Großraum | dreistrahlig | DC-10 | MD-11 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| lang | Großraum | vierstrahlig | 747 („Jumbo Jet“) | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
Neben Waffensystemen, Raketen (Minuteman), Lenkflugkörpern (z.B. Peacekeeper), Hubschraubern (u. a. AH-64 Apache, RAH-66 Comanche) sowie Überwachungs- und Schulungsflugzeugen produziert Boeing Kampfflugzeuge, Jagdflugzeuge und Bomber sowie Tank- und Transportflugzeuge.
Boeing baute die drei Mondautos für die NASA.
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