Booten (englische Aussprache [ˈbuːtən]; von engl.: to boot), Hochfahren oder auch Starten bezeichnet das Laden des Betriebssystems eines Computers, wie es in der Regel nach dem Einschalten erforderlich ist. Das Wort booten ist eine Kurzform von bootstrap loading, sinngemäß laden per Bootstrap (ein Bootstrap ist eine Stiefelschlaufe, die bei Langschaftstiefeln das Anziehen des Schuhwerks erleichtern soll).
Bei frühen Computern war oftmals kein Festwertspeicher (ROM) vorhanden, hier musste die erste Stufe des Bootprozesses mittels Maschinenkonsole (Tastatur) von Hand in den Speicher geschrieben werden, damit das Betriebssystem dann von externen Speichergeräten eingelesen werden konnte. Auf allen aktuell gebräuchlichen Computern und computergesteuerten Geräten/Anlagen beginnt der Bootprozess automatisch nach dem Einschalten.
Auf Großrechnern der Firma IBM wird der Bootvorgang traditionell Initial Program Load (IPL) genannt. Dieser Gebrauch des Begriffs Initial Program Load ist allerdings mittlerweile überholt, denn man ist dazu übergegangen, diesen Begriff für die erste Stufe der Ausführung eines mehrstufigen Bootladeprogramms zu verwenden. Bei Rechnern der Firma CDC und technisch verwandten Anlagen spricht man dagegen vom Deadstart-Vorgang.
Beim Booten eines PCs beginnt der Prozessor mit der Abarbeitung des an einer festgelegten Speicheradresse im ROM abgelegten BIOS (bei neuen PCs bzw. Macs das EFI); dieses führt einen Test der angeschlossenen Geräte durch (POST) und untersucht Speichergeräte wie Diskettenlaufwerke, Festplatten oder CD-/DVD-Laufwerke etc. auf das Vorhandensein gültiger Bootsektoren. Die Suchreihenfolge, nach der auf diese Geräte zugegriffen wird, kann verändert werden.
Der Bootsektor einer Festplatte wird als Master Boot Record bezeichnet (MBR). In den Bootsektoren von Speichermedien wird durch die Installationsroutinen der Betriebssysteme oder auch bei der Installation von Bootmanagern ein ausführbarer Code (Computerprogramm) gespeichert.
Die Programmanweisungen aus dem jeweiligen Bootsektor veranlassen das Laden und Ausführen weiterer Software. Aufgrund seiner geringen Größe (Umfang 512 Bytes) kann der Code des Master Boot Record nur elementare Operationen ausführen. Er ist daher häufig sehr auf ein Betriebssystem abgestimmt oder als erste von mehreren Stufen eines komfortableren Bootmanagers anzusehen, und lädt weiteren Code von anderer Stelle nach.
Intel hat mit PXE eine Methode spezifiziert, um PCs (IA-32) und Itanium-Rechner (IA-64) über ein Netzwerk booten zu können.
Man unterscheidet zwischen:
Moderne Betriebssysteme bieten die Möglichkeit, den Startvorgang zu beschleunigen. Je nach Art des Herunterfahrens des Rechners lassen sich folgende Methoden unterscheiden:
Die Beschleunigung beruht darauf, dass ein kompletter Neustart, wie bei einem vollständigen Herunterfahren, vermieden wird und ausschließlich der zuvor gesicherte Speicherinhalt geladen wird, also eine Art Warmboot mit Speichererhalt möglich wird.
Wenn ein Computer nicht bootet (nicht mehr hochfährt), kann das diverse Ursachen haben. Eine Fehlerquelle ist neben Einstellungen des BIOS
Wenn der Computer erstmalig nach einer Konfigurationsänderung gestartet wird, sollte zum Beispiel geprüft werden, dass keine Kabel fehlen oder falsch angeschlossen sind, die einzelnen Komponenten, wie Arbeitsspeicher (RAM) oder Steckverbindungen, richtig Kontakt haben und die Jumper der IDE- oder SCSI-Festplatten richtig gesetzt sind.
Wenn keine Bildschirmanzeige erscheint, so kann auf x86-Rechnern die Anzahl der vom BIOS ausgegebenen Pieptöne einen Hinweis auf den Fehler geben (siehe unter Liste der BIOS-Signaltöne).
Teilweise werden durch das BIOS Fehlertexte, wie z.B. DISK BOOT FAILURE, INSERT SYSTEM DISK AND PRESS ENTER auf dem Bildschirm angezeigt. Zur Fehlersuche kann eine Live-CD (siehe auch Boot-CD) wie Knoppix oder UBCD eingesetzt werden.
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