Mit Bowle bezeichnet man ein kaltes, aromatisches Mischgetränk, dessen Grundlage meist Weißwein bildet. Ein Beispiel ist die Maibowle mit dem typischen Aroma des Waldmeisters. Oft werden dem Getränk aromatische Früchte beigemengt, welche nach entsprechender Einwirkzeit einen Großteil des Alkohols enthalten können. Es wird gewöhnlich in einem Glasgefäß mit breiter Öffnung serviert, das ebenfalls als Bowle bezeichnet wird.
Es gibt verschiedene Varianten der Bowle. Die Grundlage bildet meist Weißwein, der entweder mit Saft, Limonaden oder mit Sekt aufgegossen wird. Andere Spirituosen wie Rum können zur Verfeinerung der Bowle hinzugegeben werden. Daneben gibt es Bowle-Varianten ohne Alkohol, die sich auch für Kinder eignen. Für den Geschmack sorgen Früchte und Kräuter, bei manchen Rezepten auch Eiscreme. Es gibt zahlreiche verschiedene Rezepte und Varianten der Bowle, oft hat jede Familie ihr eigenes Rezept, das auf Partys gerne serviert wird[1].
Eine Bowle wird immer kalt serviert, manchmal auch durch Zugabe von Eiswürfel. Ein heißes Mixgetränk aus Alkohol, Früchten und / oder Gewürzen, das in einem Bowle-ähnlichen Gefäß serviert wird, nennt man Punsch. Das bekannteste Beispiel ist die Feuerzangenbowle. Im außerdeutschen Kulturkreis wird allerdings meist nicht zwischen Punsch und Bowle unterschieden.
Damit die Bowle an heißen Sommertagen auch kalt bleibt, kann man ein spezielles Bowlengefäß, das die Bowle von außen mit Eis kühlt, verwenden. Dieses Spezialgefäß wurde für die „Kalte Ente“, eine Bowle aus Wein, Sekt und Zitronen, entwickelt[2]. Häufig werden auch Eiswürfel aus geschmacklich passendem, gefrorenen Fruchtsaft, oder einem vorher eingefrorenen Teil der Bowle zum Kühlen verwendet. Auch das so genannte Bowlen-Ei, ein mit Eis zu füllendes Behältnis, das die aufgesetzte Bowle auf Trinktemperatur hält, ohne diese zu verwässern, ist eine Möglichkeit.
Serviert wird die Bowle meist in typischen, ebenfalls dickbauchigen Gläsern, die zu einem Set mit dem Bowlegefäß gehören. Kleine Bowlespieße dienen dazu, die Fruchtstücke aus der Flüssigkeit zu holen. Bowlespieße können entweder die Form kleiner Gabeln haben und aus Metall hergestellt sein oder sie sind einzinkige Spieße aus Plastik.
Die Bezeichnung wurde im 18. Jahrhundert dem englischen „bowl“ = Napf entlehnt, das wiederum auf den altenglischen Ausdruck „bolla“ = Schale zurückgeht. Heute stellt „Schüssel“ die gängigste Übersetzung für den Begriff dar. Im 19. Jahrhundert wurde eine der heute beliebtesten Bowlen, die Maibowle, basierend auf Waldmeister, entwickelt. Die Bowle erfreute sich vor allem während der 1950er, 1960er und 1970er großer Beliebtheit als Partygetränk. Die erste Bowle wurde aber wahrscheinlich schon viel früher serviert, das legt zumindest ein Buchfund aus der Klosterbibliothek zu Fulda. In einer Schrift von 1417 wird ein Getränk erwähnt, das aus Wein, Rosenblüten, Fichtennadeln und Honig besteht und in einem Bowle-ähnlichen Gefäß serviert wurde[3].
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