Die Brasilianische Küche ist die Landesküche Brasiliens, sowohl nach Einwohnerzahl als auch nach Fläche das fünftgrößte Land der Erde. Als einziges Land mit zusammenhängendem Staatsgebiet umfasst es von Nord nach Süd vier aufeinanderfolgende Klimazonen. Die Bevölkerung besteht größtenteils aus Einwanderern und deren Nachfahren aus Europa, Afrika und Asien.
Daher wird einsichtig, dass es schwierig ist, eine Brasilianische Küche zu definieren, da eine Vielzahl verschiedener Völker und Kulturen eine eigene Küche mitbringen. Auch wurden die traditionellen Küchen stark durch Einwanderer beeinflusst, vor allem aus Europa - hier besonders aus der Kolonialmacht Portugal - und aus Afrika.
Allgemeines: Generell hat die Küche der ehemaligen portugiesischen Kolonisatoren die brasilianische Küche beeinflusst. Durch die koloniale Besiedlung und die Sklavenhaltung wurden Lebensmittel eingeführt, die sich vor allem in großem Umfang und mit ausreichender Haltbarkeit beschaffen ließen. Daraus hat sich eine traditionelle Verbreitung vor allem von schwarzen Bohnen, Reis, Maniok sowie auch des überaus haltbaren Bacalhau für die meistverzehrten Gerichte ergeben. Als das brasilianische Nationalgericht gilt die Feijoada, ein Bohneneintopf mit Fleisch, zu dem Reis, Farofa aus Maniok und die dekorativen Orangescheibchen gereicht werden. Besondere Vorliebe genießen wie in Portugal auch die zahlreichen Zubereitungsvariationen des Bacalhau. In den späten 1980er Jahren haben sich in São Paulo Selbstbedienungsrestaurants (sogenannte Self Service) durchgesetzt, welche man bis heute in allen Gegenden des Landes findet. Dabei wird nach Kilopreis bezahlt. Je nach Lage und Qualität der Self Service kann der Kilopreis stark variieren. Samstag und Sonntag ist im Normalfall viel teurer als unter der Woche.
Brasilien ist ein Land, in dem Fahrten von einer Stadt in die andere oft länger als einen Tag dauern, und so haben die Verpflegungsstationen entlang der Fernstraßen einen besonderen Stellenwert, der als überregionale kulinarische Zone zu berücksichtigen wäre. In den Snackbars der Rodoviarias (Busstationen) herrscht meist ein größeres, wenn auch einfaches Angebot an belegten Sandwiches (Sandes) und einfachen Gerichten, aber auch dort gibt es immer die Self Service-Restaurants. In den einsamer gelegenen, familiär und nebengeschäftlich betriebenen Haltepunkten wird für die Passagiere eines Busses meist das Almoço (dt.: Mittagessen) in nur einer einzigen Variante angeboten. Dabei handelt es sich meist um einen Teller mit Reis, Bohnen oder Kartoffeln und Fleisch, manchmal auch um eine mehr oder weniger abgespeckte Variante der Feijoada. Bereits fertig auf dem Teller angerichtet heißen diese Gerichte daher auch prato feito (dt.: angerichteter Teller).
Acre, Amapá, Amazonas, Pará, Rondônia, Roraima, Tocantins
Der Norden und der Westen Brasiliens sind dünn besiedelt und umfassen sowohl Steppen- als auch Urwaldgebiete. Daher stellt sich die Frage, ob jenseits von lokalen Ausprägungen und jenseits der Großstädte Manaus und Belém eine gemeinsame Küche zu identifizieren ist. Es wird aber gesagt, dass der Norden stark von der indianischen Küche geprägt sei, aber auch indische Einflüsse seien erkennbar. Fisch ist ein wesentlicher Bestandteil der Ernährung.
Wichtige Gerichte sind:
Alagoas, Ceará, Maranhão, Paraíba, Pernambuco, Piauí, Rio Grande do Norte, Sergipe
Der Nordosten ist von trockenen Gebieten geprägt. Die Gerichte sind stark von afrikanischen und kreolischen Einflüssen geprägt. In Meeresnähe basieren die Rezepte mehr auf Fisch und anderen Meerestieren, während man im Inland mehr Reis, Bohnen, getrocknetes Fleisch, Maniok und Ähnliches isst.
Zwar geografisch zum Nordosten gehörend, nimmt die Bahianische Küche dennoch einen besonderen Rang ein durch ihre Vielfalt und phantasievollen Variationen. Sie unterscheidet sich in Brasilien am weitesten von der kolonial-portugiesisch geprägten Küche der anderen Regionen, sie ist gewissermaßen die brasilianischste Küche. Dies ist zum einen durch stärkere afrikanische Einflüsse (gegenüber den kreolischen des Nordostens) und zum anderen durch reicheres Angebot an Früchten, Fleisch und Fischen bedingt.
Besonders bekannte Gerichte sind:
Goiás, Mato Grosso, Mato Grosso do Sul, Distrito Federal
Wichtige Gerichte sind:
Espírito Santo, Minas Gerais, Rio de Janeiro, São Paulo
Aus dem Südosten des Landes kommen die bekanntesten brasilianischen Rezepte. Gerade Bohnen sind in der Region sehr beliebt. Während in Rio de Janeiro die schwarze Bohne sehr beliebt ist, bevorzugt man in São Paulo die rote und die weiße Bohne. In Minas Gerais hingegen ist die schwarze und die rote Bohne am verbreitetsten.
Wichtige Gerichte sind:
Paraná, Santa Catarina, Rio Grande do Sul
Im Süden des Landes ist der Einfluss der Europäer sehr stark, so dass man keine Probleme haben sollte, auch typische Gerichte aus Ländern wie Deutschland, den Niederlanden, Frankreich, Italien etc. zu finden. Die Europäer brachten auch den Wein in die Region. Da die Viehwirtschaft hier besonders ausgeprägt ist, sind Fleischgerichte sehr verbreitet, auch mit getrocknetem oder gepökeltem Fleisch.
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