Als Bretton–Woods–II–Regime wird von einigen Ökonomen, darunter Michael Dooley, David Folkerts-Landau und Peter Garber, das nicht kodifizierte Währungssystem, welches ostasiatische Währungen und darunter vor allem den chinesischen Renminbi (Yuan) nach 2001 an den US-Dollar bindet, bezeichnet. Die Bezeichnung erfolgt in Anlehnung an das Bretton-Woods-System, bei welchem die Wechselkurse vertraglich festgelegt waren.[1]
Dieses System basiert darauf, dass die USA große Teile ihres Leistungsbilanz- und Haushaltsdefizits durch asiatische Kapitalzuflüsse finanzieren und so günstig Güter aus Asien importieren. Im Gegenzug erzielen die ostasiatischen Länder, z. B. China, Exportüberschüsse und häufen Devisenreserven in US-Dollar auf. Es wird durch folgende Schlüsselelemente charakterisiert:
Das Bretton-Woods-II-Regime wird als eine der vorlaufenden Ursachen der Finanzkrise ab 2007 gehandelt.[2] Es gehört zu dem „makroökonomischen Umfeld“, das den „Nährboden“ der Krise bildete.[3]
Wiederum wird seit den massiven Zinssenkungen der Fed infolge dieser Finanzkrise und der fast 8-prozentigen Abwertung des Dollars im Februar/März 2008 vermehrt von einem Zusammenbruch des Bretton-Woods-II-Regimes gesprochen.
Das besondere Verhältnis zwischen China und USA, in dem China Devisen ansammelt und so gleichzeitig seine Exporte in die USA finanziert, wird von Niall Ferguson als „Chimerica“ bezeichnet.[4]
„Bretton Woods II“ wird in den Medien teilweise auch der außerordentliche Weltfinanzgipfel von mehr als Zwanzig der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer im November 2008 in Washington genannt, auf dem auch über die Reform des internationalen Finanzsystems in Folge der Finanzkrise ab 2007 beraten wird.[5]
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