Montag, 28. Mai 2012

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Britta Steffen

Britta Steffen (* 16. November 1983 in Schwedt/Oder, DDR) ist eine deutsche Schwimmerin. Sie gewann während ihrer Karriere bisher 19 Medaillen bei Olympischen Sommerspielen sowie Welt- und Europameisterschaften, darunter zwei Olympiasiege, zwei Weltmeistertitel und sechs Europameistertitel.

Sportliche Vita

Britta Steffen ist über 50m und 100m Freistil Doppel-Olympiasiegerin 2008, Doppel-Weltmeisterin 2009 und Doppel-Europameisterin 2006. Sie erzielte mehrere Weltrekorde auch in Staffelwettbewerben und hält die aktuellen Langbahn-Weltrekorde über 50 m und 100 m Freistil. Sie lebt in Berlin und trainiert unter Norbert Warnatzsch bei der SG Neukölln. Parallel hat sie Wirtschaftsingenieurwesen für Umwelt und Nachhaltigkeit an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und der Beuth-Hochschule für Technik Berlin bis zu ihrem erfolgreichen Abschluss 2012 studiert.[1]

Werdegang

Ihre Schwimmkarriere begann Britta Steffen beim SSV PCK 90 in Schwedt. Mit zwölf Jahren wechselte sie nach Potsdam auf die Sportschule. Sie wurde dort von Trainer Mathias Pönisch in ihren Jugendjahren gefördert und geformt.

In den Jahren 1998 und 1999 belegte Steffen bei Jugendmeisterschaften auf deutscher und europäischer Ebene diverse Medaillenplätze in verschiedenen Disziplinen. Allein bei den europäischen Juniorenmeisterschaften errang sie acht Siege.

Bei den Deutschen Meisterschaften 2000 belegte sie als Jahrgangsbeste jeweils den dritten Platz über 50 m und 200 m Freistil. Sie startete bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney als Vorlaufschwimmerin in der 4×200 m Freistilstaffel, die später die Bronzemedaille gewann. Außerdem belegte sie mit dem 4×100 m Freistil-Team den vierten Platz.

Nach Olympia kam Steffen in ein Formtief. Bei den Deutschen Meisterschaften 2001 und 2002 stagnierte ihre Leistung, bei der Schwimmeuropameisterschaft 2002 war sie erneut nur Vorlaufschwimmerin. Nach der Europameisterschaft wechselte sie zur SG Neukölln nach Berlin, wo sie zu alter Form zurückfand. Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen startete Britta Steffen auf zwei Strecken, ohne aber die gesteckten Ziele zu erreichen. Tief enttäuscht gab sie 2004 das Schwimmen auf und begann ihr Studium. Erst im August 2005 begann sie wieder zu trainieren.

Schwimmeuropameisterschaft 2006

Bei der Schwimmeuropameisterschaft 2006 in Budapest war sie zusammen mit Petra Dallmann, Daniela Götz und Annika Liebs Mitglied der 4×100 m Freistilstaffel, die in 3:35,22 Minuten zu Gold schwamm und dabei einen neuen Weltrekord aufstellte. Bei diesem Rekord schwamm sie an Position 3 ihre 100 m bei „fliegendem“ Start in sensationellen 52,66 Sekunden, der schnellsten Zeit, die bis dahin von einer Frau über diese Strecke geschwommen wurde.

Zwei Tage nach dem Staffelerfolg triumphierte sie ebenfalls in Weltrekordzeit von 53,30 Sekunden im 100 m Freistilfinale. Nur 24 Stunden später gelang ihr ein dritter Triumph mit Gold und Weltrekord im 4×200 m Freistilwettbewerb in 7:50,82 Minuten, zusammen mit Petra Dallmann, Daniela Samulski und Annika Liebs.

Am letzten Wettkampftag gewann sie auch über 50 m Freistil in 24,72 Sekunden und egalisierte dabei den deutschen Rekord. Nur eine Stunde später verpasste Steffen ihr fünftes Gold als Schlussschwimmerin der 4×100 m Lagenstaffel trotz einer famosen Aufholjagd hauchdünn und kam auf den zweiten Platz.

Mit insgesamt vier Goldmedaillen und einer Silbermedaille war Britta Steffen die erfolgreichste Athletin der Schwimmeuropameisterschaft 2006. Die Erfolge in Budapest erzielte Britta Steffen völlig überraschend nach einer fast zweijährigen Wettkampfpause. Auch große Teile der internationalen Fachwelt wunderten sich über diese Leistungsexplosion. Eine Vielzahl von Dopingproben in den letzten Jahren ergaben jedoch keinerlei Hinweise auf Manipulationen.

Schwimmweltmeisterschaft 2007

Bei den Schwimmweltmeisterschaften 2007 in Melbourne gewann Britta Steffen Bronze über 100 m Freistil in 53,74 Sekunden und verpasste damit ihr gestecktes Ziel Gold. Dagegen konnte sie mit der 4×200 m Freistilstaffel die Silbermedaille erkämpfen. Zusätzlich startete sie über 50 m Freistil, in der 4×100 m Lagenstaffel und in der 4×100 m Freistilstaffel. In allen drei Rennen konnte sie jedoch keine Medaille gewinnen.

Olympische Spiele 2008

Bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking gewann sie in der neuen olympischen Rekordzeit von 53,12 Sekunden die Goldmedaille über 100 m Freistil.[2]. Dies war die erste deutsche Schwimm-Goldmedaille seit dem Titel von Dagmar Hase bei den Spielen 1992 in Barcelona.

Zusätzlich gewann sie die Goldmedaille über die 50 m Freistil-Strecke in der Zeit von 24,06 Sekunden mit einem Vorsprung von 0,01 Sekunden auf Dara Torres. Sie stellte mit ihrer geschwommenen Zeit sowohl einen neuen olympischen Rekord als auch einen neuen Europarekord auf. Beide Titel wurden zudem mit einem Schwimmanzug geholt, der in der Fachwelt als „langsam“ eingestuft wurde.

Deutsche Meisterschaft 2009

Steffen verbesserte im Juni 2009 bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin den zuvor von Lisbeth Trickett gehaltenen Weltrekord über 100 Meter Freistil zweimal, auf zuletzt 52,56 Sekunden.

Weltmeisterschaft 2009

Ihren ersten Titel bei einer Weltmeisterschaft in Rom erschwamm sie in erneuter Weltrekordzeit von 52,07 Sekunden über 100 m Freistil.

Bereits in der Qualifikation über 4×100 m Freistil verbesserte Steffen ihren eigenen Weltrekord im Rahmen des Staffelrennens als Startschwimmerin auf 52,22 Sekunden. Das deutsche Quartett belegte mit der Besetzung (Steffen, Samulski, Dallmann, Schreiber) den zweiten Rang (3:31,82 Minuten) hinter den Weltrekord (3:31,72 min) schwimmenden Niederländerinnen. Das deutsche Team blieb dabei ebenfalls deutlich unter dem vorherigen Weltrekord (3:33,62 min). Ihre dritte Medaille gewann Britta Steffen mit der Staffel über 4×100 m Lagen, in der sie als Schlussschwimmerin zusammen mit Daniela Samulski, Sarah Poewe und Annika Mehlhorn den dritten Platz hinter den Staffeln aus China und Australien belegte.

Am Abschlusstag der Wettkämpfe war Britta Steffen schließlich auch über 50 m Freistil erfolgreich. Sie gewann in neuer Weltrekordzeit von 23,73 Sekunden vor Therese Alshammar, sowie den zeitgleichen Cate Campbell und Marleen Veldhuis.

Weltmeisterschaft 2011

Während der Schwimm-WM 2011 in Shanghai sagte Steffen, Titelverteidigerin über die 50- und 100-Meter-Freistil-Strecke, nach einem für sie enttäuschenden 16. Platz in den Vorläufen über 100-Meter-Freistil sowie einer langsamen Einzelzeit in der 100-m-Freistil-Staffel alle weiteren Starts ab.[3]

Rekorde

Weltrekorde (2)
50 m Freistil 00:23,73 min 2. August 2009 Rom
100 m Freistil 00:52,07 min 31. Juli 2009 Rom
Europarekorde (1)
4×100 m Lagen (mit Samulski, Poewe und Mehlhorn) 03:55,79 min 1. August 2009 Rom
Deutsche Rekorde (5)
4×100 m Freistil (mit Samulski, Dallmann und Schreiber) 03:31,82 min 26. Juli 2009 Rom
4×200 m Freistil (mit Dallmann, Samulski und Liebs) 07:50,82 min 3. August 2006 Budapest
100 m Freistil (Kurzbahn) 00:51,74 min 21. November 2009 Hannover
4×50 m Freistil (Kurzbahn) (mit Brandt, Dallmann und Freitag) 01:37,55 min 14. Dezember 2007 Debrecen
4×50 m Lagen (Kurzbahn) (mit Schäfer, Mehlhorn und Pietsch) 01:46,67 min 15. Dezember 2007 Debrecen
Stand: 8. Januar 2012

Auszeichnungen

Privatleben

Seit März 2010 ist Steffen mit dem Schwimmer Paul Biedermann liiert.[6]

Besonderes

Britta Steffen ist dafür bekannt, dass Sie schon mehrmals Medaillen verschenkt hat, zuletzt dem deutschen Hallensprecher Kai Steinbrunn in Debrecen bei der Europameisterschaft 2012. [7]

Weblinks

 Commons: Britta Steffen – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. [http:/http://www.ardmediathek.de/das-erste/sportschau-live/schwimm-dm-der-sonntag-in-berlin?documentId=10518692, Minute 30]
  2. Britta Steffen holt Olympia-Gold Kölnische Rundschau vom 15.August 2008
  3. Eberts, Carsten: Das große Rätsel um Britta Steffen bei sueddeutsche.de, 28. Juli 2011 (abgerufen am 28. Juli 2011).
  4. Britta Steffen gewinnt die Goldende Henne
  5. Sparkassenpreis 2010 für Britta Steffen
  6. Britta Steffen und Paul Biedermann sind ein Paar. Die Welt online am 31. März 2010
  7. [1].Die Welt online "Steffen schenkt Medaille deutschem Hallensprecher" am 23. März 2012
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