Sonntag, 27. Mai 2012

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Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte

Das Bundesministerium für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte, BMVt, wurde 1949 errichtet. Bis zur Gründung der Bundesrepublik Deutschland oblag in den Westzonen die Fürsorge für die Flüchtlinge den Landesregierungen. Das neue Bundesministerium übernahm dann die sozialpolitische Aufgabe, die Integration der Vertriebenen und Flüchtlinge zu koordinieren, sich um die Angelegenheiten der Kriegsgeschädigten zu kümmern, und sich im Rahmen des Lastenausgleichs um Entschädigung und Starthilfen zu kümmern.

Das Bundesvertriebenenministerium wurde vom ehemaligen ZvD-Vorsitzenden und christdemokratischen Abgeordneten Hans Lukaschek aufgebaut. Weitere acht Bundesminister folgten, bis 1969 das Bundesvertriebenenministerium aufgelöst und die Zuständigkeiten auf andere Bundesministerien verteilt wurden. In der Anfangszeit erarbeitete das Bundesvertriebenenministerium das Lastenausgleichsgesetz, das 1952 verabschiedet wurde, und das Bundesvertriebenengesetz (BVFG), das 1953 in Kraft trat. Sie bildeten die Grundlage für seine spätere Arbeit.

Im Auftrag dieses Ministeriums wurde eine vielbändige Dokumentation der Vertreibung der Deutschen aus Ost-Mitteleuropa von zahlreichen Wissenschaftlern erarbeitet und herausgegeben.[1] Bei diesem Projekt, das über ungefähr zehn Jahre lief, spielte ein sog. „Königsberger Kreis“ unter Führung von Theodor Schieder, Werner Conze und Hans Rothfels eine maßgebliche Rolle, sie waren Autoren oder Bearbeiter. Weitere Autoren waren Adolf Diestelkamp; Rudolf (von) Laun (Hamburg); Peter Rassow. Schieder und ähnliche Historiker haben in der Zeit des Nationalsozialismus den Volkstumskampf mit einer „feingesponnenen ideologischen Rechtfertigung deutscher Vorherrschaft im Osten“ argumentativ unterstützt, wie es Wolfgang J. Mommsen formulierte.[2] 1969 wurde das Ministerium aufgelöst.

Bundesminister 1949 bis 1969

Hans-Joachim von Merkatz war während seiner kurzen Amtszeit gleichzeitig Bundesminister für Angelegenheiten des Bundesrates und der Länder.

Nr. Name Lebensdaten Partei Beginn der Amtszeit Ende der Amtszeit
Bundesminister für Angelegenheiten der Vertriebenen
1 Hans Lukaschek 1885–1960 CDU 20. September 1949 20. Oktober 1953
2 Theodor Oberländer 1905–1998 GB/BHE 20. Oktober 1953 31. Januar 1954
Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte
2 Theodor Oberländer 1905–1998 GB/BHE (bis 1955) CDU (ab 1955) 1. Februar 1954 4. Mai 1960
3 Hans-Joachim von Merkatz 1905–1982 CDU 27. Oktober 1960 14. November 1961
4 Wolfgang Mischnick 1921–2002 FDP 14. November 1961 15. Oktober 1963
5 Hans Krüger 1902–1971 CDU 17. Oktober 1963 7. Februar 1964
6 Ernst Lemmer 1898–1970 CDU 19. Februar 1964 26. Oktober 1965
7 Johann Baptist Gradl 1904–1988 CDU 26. Oktober 1965 1. Dezember 1966
8 Kai-Uwe von Hassel 1913–1997 CDU 1. Dezember 1966 5. Februar 1969
9 Heinrich Windelen * 1921 CDU 7. Februar 1969 21. Oktober 1969

Beamtete Staatssekretäre

Weblinks

Einzelnachweise

  1. 5 Bände, zT. in mehreren Teilbänden; ferner 3 Beihefte von sog. "Zeitzeugen", u.a. Hans Graf von Lehndorff, Bh. 3; 1 Ortsregister (1963). 1954ff (1954 noch undatiert, ab 1957: datierte Bände, bis 1961) Die vier Bände über die CS(S)R, Rumänien, Ungarn und "östlich der Oder-Neiße" (davon Teil 1, 1954, sowie Tschechoslowakei, Rumänien und Jugoslawien sind online verlinkt, siehe Weblinks), wurden vom Ministerium auch auf Englisch verlegt und vertrieben. Die Konzeption der Bände, die ab 1955 erschienen, ist die eigentliche Meisterleistung Oberländers, der durchsetzte, dass die Vorarbeiten des Faschisten Fritz Valjavec seit 1951 zugrunde gelegt wurden. Als Verlag firmierte das Ministerium selbst, auch ein "Verlag Christ unterwegs", Bonn (in Kommission), oder "Hayn's Erben", Berlin. Es gab immer wieder Neuauflagen, auch als TB, sowie in einem Massenverlag (Weltbild), womit die Produkte bis 1994 weite Verbreitung fanden.
  2. Im Interview: Wolfgang J. Mommsen. Siehe zur Kritik auch Ingo Haar: Morden für die Karriere. Eine skandalöse Quelle im geplanten Zentrum gegen Vertreibung. In: Süddeutsche Zeitung, 17. Januar 2005.
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Diese Seite wurde zuletzt am 18. März 2012 um 15:05 Uhr geändert.

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