| Commodore 128 | |
|---|---|
| Hersteller | Commodore |
| Typ | Heimcomputer |
| Veröffent- lichung | 1985 |
| Produktions- ende | 1989 |
| Neupreis | 900 DM [1] |
| Prozessor | MOS 8502 @ 2 MHz Zilog Z80A @ 4 MHz |
| Arbeitsspeicher | 128 kB |
| Grafik | VIC-II (320 x 200, 16 Farben, sprites), MOS 8563 (RGBI 640×200 16 Farben) |
| Datenträger | 340 kB Disketten Cartridges |
| Betriebssystem | Commodore BASIC 7.0 |
| Vorgänger | Commodore 64 |
| Nachfolger | - |
C128 ist die Kurzbezeichnung des Heimcomputers Commodore 128. Er wurde als ein Nachfolger des C64 konzipiert, der aber auch professionelle Ansprüche befriedigen sollte. Im Januar 1985 wurde das Gerät auf der CES in Las Vegas vorgestellt. Der C128 war der letzte zur Serienreife entwickelte Commodore-8-Bit-Computer.
Neben dem nativen C128-Modus verfügt er über zwei zusätzliche Betriebsarten: Den C64-Modus, in dem er nahezu hundertprozentig kompatibel zum C64 ist, sowie den CP/M-Modus, in welchem der Prozessor der 64/128-Modi, der 8502, für Ein- und Ausgabeoperationen zuständig ist und für die CP/M-Kompatibilität ein Z80 von Zilog benutzt wird. In den C64-Modus gelangte man durch Eingabe des BASIC-Befehls „GO64“ nach dem Booten des C128 oder das Gedrückthalten der Commodore-Taste beim Einschalten. In den CP/M-Modus gelangte man durch Einlegen einer CP/M-Diskette und einen Kalt- bzw. Warmstart oder den BASIC-Befehl BOOT.
Technisch basiert der C128 auf dem C64, verfügt allerdings noch über zusätzliche Elemente:
Als CPU dient der 8502 – ein modifizierter 6510-Chip, der im 128er-Modus knapp doppelt so schnell getaktet werden kann (ca. 2 MHz, der genaue Wert unterscheidet sich wegen der verschiedenen Fernsehnormen zwischen dem amerikanischen und dem europäischen C128). Zu diesem Zweck wird jedoch dem 40-Zeichen-Videochip der Zugriff auf den Hauptspeicher verwehrt, so dass man nur bei nicht benötigter 40-Zeichen-Darstellung den 2-MHz-Modus aktivieren kann. Der VDC bleibt von dem 2-MHz-Modus unbeeinträchtigt, da er ohnehin nicht auf den Hauptspeicher zugreift; eine 80-Zeichen-Darstellung ist also weiterhin problemlos möglich. Möchte man die höhere Geschwindigkeit auch in der 40-Zeichen-Darstellung verwenden, so kann man den 2-MHz-Modus lediglich in den Bildbereichen aktivieren, in denen der 40-Zeichen Videochip nicht auf den Hauptspeicher zugreifen muss. Auf diese Weise kann man den C128 immerhin von ca. 1 MHz auf effektiv ca. 1,3 MHz beschleunigen. Ein Beispiel dafür ist das C64-Spiel "Uridium", das im C64-Modus des C128 etwas mehr Sprites darstellt als auf einem C64. Für GEOS 128 gab es ein Utility, der im 40-Zeichen-Modus ebenfalls diesen Trick ausnutzte, um GEOS um ca. 30 % zu beschleunigen.
Als Betriebssystem und Programmierumgebung in einem dient das Commodore-BASIC Version 7.0, eine von Commodore stark erweiterte Version des Microsoft-BASIC 2.0, das bereits im VC-20 und C64 verwendet wurde. Das BASIC ist im ROM des C128 zu finden und somit direkt nach dem Einschalten verfügbar.
Das C128-BASIC verfügt im Vergleich zum C64-BASIC über zusätzliche Befehle zur Programmsteuerung, Ton- und Musikerzeugung, weit weniger kryptische Befehle zur Steuerung des Diskettenlaufwerks sowie komfortable Grafik- und Zeichenfunktionen für den 40-Zeichen-Videochip – aber nicht für den VDC. In Verbindung mit den für den C128 gedachten Diskettenlaufwerken 1571 und 1581 geht auch das Laden und Speichern von Programmen schneller als auf einem C64.
Als zweites Betriebssystem wurde CP/M-Plus V3.0 zusammen mit dem C128 geliefert. Das C128-CP/M war so konzipiert, dass Programme für die Kaypro-Computer, die damals meistverbreiteten CP/M-Rechner, normalerweise direkt lauffähig waren. Das Commodore-CP/M war sehr langsam, da der Prozessor effektiv nur mit 2 MHz lief (statt der in anderen CP/M-Maschinen üblichen 4 bis 6 MHz) und da CP/M 3.0 auch selbst komplexer und langsamer war als das üblichere CP/M 2.2.
Neben den originalen Betriebssystemen wurde auch GEOS für den C128 angeboten (inzwischen Freeware). Mittlerweile existieren auch ein Unix-Derivat namens LUnix für den C128 und eine angefangene Portierung von Contiki.
Weiterhin erlaubt der C64-Modus des C128 es, sämtliche Betriebssysteme zu verwenden, welche für den C64 erhältlich sind. So ist z. B. das BASIC V2 des C64 auch im C128 eingebaut, und es lassen sich z. B. die C64-Version von GEOS und anderen Betriebssystemen wie z. B. Contiki ohne Probleme auf dem C128 verwenden. Zum Programmieren ließ sich wie beim C64 ein Pascal-Compiler installieren, der insbesondere für die Ausbildung in Schulen von Bedeutung war[2].
Nach dem Wechsel des Firmengründers Jack Tramiel und eines großen Teils des Commodore-Entwicklerteams zu Atari wurde der C128 eilig als Nachfolge- und Aufsteigermodell zum Commodore 64 entwickelt. Mit dem CBM510 existierte bereits ein Gerät, das in mancherlei Hinsicht deutlich moderner war, so hatte es eine CPU mit integriertem Bankswitching und bis zu 1 MB Adressbereich. Aber trotz großer Ähnlichkeit (gleiche Video- und Soundhardware wie beim C64) war der CBM510 weitgehend inkompatibel zum C64 und wurde nur in sehr geringen Stückzahlen produziert, in Europa wurde er erst gar nicht angeboten. Außerdem fehlte ihm die Fähigkeit, 80 Zeichen pro Zeile darzustellen, was für die professionelle Nutzung als unverzichtbar galt. Daher entschloss man sich, ein neues System zu entwickeln, das einerseits weitestgehend binärkompatibel zum immer noch erfolgreichen C64 sein sollte, andererseits aber – über erweiterte Betriebsmodi – zusätzliche, für den professionellen Einsatz nützliche Fähigkeiten besaß. Man erwartete das baldige Ende für die 8-Bit-Produktlinie und erhoffte sich, das mit dem C128 um ein bis zwei weitere Jahre hinauszögern zu können.
Der C128 war weit weniger erfolgreich als der C64. Er sollte den C64 ablösen, bot jedoch für die Zielgruppe keine entscheidenden Neuerungen, die den deutlich höheren Preis rechtfertigten. Zudem war 1985 im Bereich des professionellen Computereinsatzes der Wechsel von CP/M zu IBM-PC-kompatibler Hardware mit MS-DOS-Betriebssystem sowie zu 16- bzw. 32-Bit-Prozessoren (Intel 8086, Motorola 68000) bereits weitgehend vollzogen. Da Spiele die neuen Eigenschaften des C128 kaum ausnutzen konnten, bot er dem normalen Heimanwender, der hauptsächlich Spiele benutzen wollte, nur geringe Vorteile gegenüber dem C64. So wurden nur ca. 4 Millionen Stück verkauft, verglichen mit ca. 17 Millionen C64.
Die Folge war, dass ein entsprechendes Softwareangebot ausblieb und die meisten C128 im C64-Modus betrieben wurden. Zudem kam der C128 zu einem Zeitpunkt auf den Markt, als bereits die ersten Gerüchte über den Amiga durchsickerten.
Ein weiterer Grund für die mangelnde Akzeptanz des Rechners war die komplexe Systemarchitektur mit drei verschiedenen Betriebsmodi, zwei Prozessoren und zwei Grafikchips, Bank Switching, mehreren verschieden zu verwendenden RAM-Typen und einem weiteren Prozessor im Diskettenlaufwerk. Einer prinzipiell veralteten Grundstruktur wurde durch großen Materialaufwand eine zwar überdurchschnittliche, aber eben nicht herausragende Leistung abgerungen.
Letztlich überlebte der C64 entgegen allen Erwartungen noch neun weitere Jahre und wurde erst 1994 eingestellt, Jahre nachdem der C128 schon vom Markt genommen war.
Commodore hat den C128 in mehreren Varianten produziert.
Neben der Standardversion produzierte Commodore auch in verschiedenen Ländern (u. a. Deutschland, Italien, Frankreich) angepasste Modelle, bei denen mittels der „Caps“- bzw. „Ascii/DIN“-Taste zwischen internationalem und lokalem Modus umgeschaltet werden kann. Im lokalen Modus steht ein Zeichensatz mit Umlauten und anderen Sonderzeichen der jeweiligen Sprache sowie eine angepasste Tastaturbelegung zur Verfügung. Dafür entfällt im Vergleich zum US-Modell der leicht verbesserte Zeichensatz für den C128-Modus, stattdessen wird in den internationalen Modellen – solange der lokale Modus nicht aktiviert ist – auch im C128-Modus der unveränderte C64-Zeichensatz benutzt.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel C128 aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |