Charles Schumann, eigentlich Karl Georg Schuhmann, (* 15. September 1941 in Kirchenthumbach/Oberpfalz) ist Barkeeper und Betreiber einer der bekanntesten Bars Deutschlands, des Münchener Schumann’s. Bekannt wurde er zudem durch mehrere Barbücher, seine Tätigkeit als Model für das Modelabel Baldessarini[1] und zahlreiche weitere Werbe-Engagements, unter anderem für Bürostühle,[2] Parfüm (Boss)[3] und Campari.
Schumann – damals noch Karl Georg Schuhmann – stammt aus einer streng katholischen Familie, der Vater war Landwirt. Er besuchte ein bischöfliches Gymnasium in Regensburg, das Priesterseminar nennt er rückblickend „eine böse, dunkle Zeit“[4], brach mit 17 ab und blieb, um Geld zu verdienen, danach sechs Jahre lang beim Bundesgrenzschutz. Nach einer Ausbildung zum Konsulatssekretär beim Auswärtigen Amt in Bonn besuchte er eine Hotelfachschule in der Schweiz, jobbte er unter anderem in einer Hühnerbraterei an der Adria, in einer Diskothek in München und tagsüber als Koch. 1971 ging er nach Südfrankreich, wo er bis 1973 in verschiedenen Diskotheken und Nachtlokalen arbeitete. Dort bekam er den Spitznamen „Charles“. Unter anderem war Schumann Personalchef einer Zweigstelle der Münchener Discothek Tiffany's in Montpellier und leitete schließlich einen Stripteaseclub an der spanischen Grenze. Im Sommer 1973 ging er zurück nach München, holte das Abitur nach und schrieb sich an der Universität für Politik und Publizistik ein. In München arbeitete er zunächst als angestellter Barkeeper in der 1974 eröffneten Harry's New York Bar[5] und eröffnete schließlich 1982 in der Maximilianstraße 36 „Schumann’s American Bar“.[6] Vorher hieß das Lokal Die Kanne.
Das Schumann’s erlangte schnell große Popularität und entwickelte sich nicht nur zur Stammbar für Autoren, Journalisten und Künstler, sondern auch zum Treffpunkt der Münchener Schickeria. Unterstützt wurde die Popularität durch den logoartigen Schriftzug „Schumann’s“ und mehrere Bücher, die Schumann in den folgenden Jahren veröffentlichte. Er schrieb sie nur teilweise selbst; viele Beiträge sind Kurzgeschichten und Episoden anderer Autoren, die zum Thema „Bar“ passen. 1991 erschien American Bar. Das von Günter Mattei illustrierte Barbuch erlebte 20 Auflagen, wurde in mehrere Sprachen übersetzt und nach Angaben des Verlags 300.000 mal verkauft, bis Ende 2011 mit Schumann's Bar eine überarbeitete Neuausgabe erschien. 2001 eröffnete Schumann eine Tagesbar an der Maffeistraße. 2003 zog das Schumann’s in die heutigen, größeren Räume am Odeonsplatz 6 + 7; dort entwickelte sich die Bar zunehmend zur Restaurant-Bar. In Zusammenarbeit mit Villeroy & Boch und Schott-Zwiesel (2010) entwickelte Schumann zwei Serien von Bargläsern, die auch in seiner eigenen Bar verwendet wurden.
Zahlreiche Cocktails wurden von Charles Schumann entwickelt, darunter der „Swimmingpool“ (1978), ein Colada-Cocktail aus Rum, Wodka und Kokosnusscreme, der seine blaue Farbe durch blauen Curaçao-Likör erhält. Schumann selbst bezeichnet sich eher als Pur-Trinker und bevorzugt, wenn überhaupt, einfache klassische Drinks aus wenigen Komponenten.[1] Er bedient heute noch (2011) regelmäßig in seiner Bar.
Einige der von Schumann erfundenen Cocktailrezepte finden sich in der Wikibooks-Sammlung:
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