Christopher M. Clark (* 14. März 1960 in Sydney), vollständiger Name Christopher Munro Clark, ist ein in Großbritannien lebender australischer Historiker.
Christopher M. Clark besuchte von 1972 bis 1978 in Sydney die Schule und studierte Geschichte von 1979 bis 1985 an der University of Sydney. Von 1985 bis 1987 führte er das Geschichtsstudium an der Freien Universität Berlin und von 1987 bis 1991 in Großbritannien am Pembroke College der University of Cambridge fort. 1991 promovierte er in „History“. Clark ist seit 1991 Fellow des St Catharine`s College in Cambridge und derzeitiger Director of Studies in History. Clark war seit 2003 University Lecturer in Modern European History. Seit 2006 war er Reader in Modern European History. Seit 2008 lehrt er als Professor of Modern European history an der University of Cambridge.
Clark ist Experte für die preußische Geschichte. Seine besonderen Forschungsschwerpunkte sind dabei die Geschichte des Pietismus und des Judentums in Preußen, der Kulturkampf in Deutschland und die Kulturkämpfe in Europa sowie das Verhältnis von Religion und modernem Staat. Clark ist seit 2009 Mitglied der Preußischen Historischen Kommission und seit 2010 Mitglied des German Historical Institute London und der Otto-von-Bismarck-Stiftung in Friedrichsruh. Seit 2010 ist er Fellow der British Academy.
Für sein Buch „Preußen“ wurde ihm 2007 der renommierte Wolfson Prize verliehen. Für seine Darstellung „Preußen. Aufstieg und Niedergang 1600–1947“, die deutsche Übersetzung seines im Jahr 2006 vorgelegten Buches „Iron Kingdom. The Rise and Downfall of Prussia 1600–1947“, wurde er 2010 mit dem Preis des Historischen Kollegs ausgezeichnet. Clark ist damit der erste Preisträger aus dem nicht-deutschsprachigen Ausland. Seine in 17 Kapiteln und auf 800 Seiten vertretene Hauptthese ist, dass Deutschland „nicht die Erfüllung Preußens [war], sondern sein Verderben“.[1] Der Kulturkampf sei zwar in Preußen durch besondere Schärfe und Radikalität geprägt gewesen, doch betont Clark vielfach die Normalität Preußens im europäischen Zusammenhang. Dadurch widerspricht er auch der Sonderwegsthese. Die von der älteren Forschung viel gelobten preußischen Reformen zu Anfang des 19. Jahrhunderts werden von ihm nüchterner beurteilt. Außerdem bezweifelt er die vielgerühmte Bedeutung des Deutschen Zollvereins. Seine Biographie über Kaiser Wilhelm II. fand ebenfalls in der Fachwelt große Anerkennung.
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