| Council on Foreign Relations | |
|---|---|
| Gründer | Edward M. House |
| Typ | Politik - Think Tank |
| Gründung | 1921 |
| Sitz | New York City - Washington D.C. |
| Personen | |
| Mitglieder | 4500 & 250 Unternehmen |
| Website | www.cfr.org |
Der Council on Foreign Relations, der Rat für auswärtige Beziehungen ist ein privates amerikanisches Studienzentrum und Think Tank zu weltweiten außenpolitischen Themen mit Sitz in New York City und Washington D.C..
Die Gesellschaft wurde 1921 in New York City von Edward M. House in Zusammenarbeit mit den deutsch-jüdischen Bankiers Paul Warburg und Otto Hermann Kahn, Amerikas einflussreichstem Journalisten Walter Lippmann sowie New Yorker Geschäftsleuten, Bankiers und hochrangigen Politikern gegründet.[1][2][3][4]
Dem Council wird seit seiner Entstehung eine herausragende Funktion im Formulierungsprozess außenpolitischer Strategien zugesprochen.
Der CFR ist Herausgeber der 2-Monatszeitung Foreign Affairs, die distinguierteste Publikation für außenpolitische und weltwirtschaftliche Fragen überhaupt, der Bibel des außenpolitischen Denkens.[5]
Die Geschichte des Council on Foreign Relations begann in New York City im Winter 1917/18. Die beiden Berater des US-Präsidenten Woodrow Wilson, der Diplomat Edward M. House und der Harvard-Absolvent und einflussreiche Journalist Walter Lippmann, stellten eine Gruppe angesehener intellektueller Akademiker zu einer diskret operierenden Gemeinschaft zusammen, um Optionen für Präsident Wilson zu erarbeiten, wie die Politik der Nachkriegszeit nach dem Fall des deutschen Kaiserreichs aussehen könnte. Die Gruppe nannte sich schlicht "The Inquiry", was mit "Die Untersuchung" übersetzt werden kann. Walter Lippmann gab folgende Erklärung ab: " Unser Vorhaben ist genial. Pure, aufsehenerregende Genialität - und nichts anderes.". In der offiziellen Geschichtschreibung gelten Lippmann und House als federführend beim Entwurf von Wilsons 14-Punkte-Programm vom Januar 1918.[6]
Bei der am 18. Januar 1919 von den Ententestaaten und ihren Verbündeten einberufenen Friedenskonferenz von Versailles war House der Verhandlungsführer der US-Delegation. Im Gegensatz zu Großbritannien machten die USA unter House den Franzosen bei der Friedenskonferenz im Endeffekt weit weniger Schwierigkeiten bei der Verwirklichung ihrer Kriegsziele als erwartet. House spielte in Wilsons Auftrag auch eine zentrale Rolle bei der Gründung des Völkerbundes, dem Vorläufer der Vereinten Nationen.
Knapp zwei Jahre nach Beendigung des Ersten Weltkriegs trafen sich im Winter 1920/21 die Mitglieder eines Komitee um Paul Warburg regelmäßig in einem angemieteten Büro in der 43. Straße in Manhattan und luden eine Reihe von ausgesuchten Männern ein, Mitglied im neuen Council on Foreign Relations zu werden. Zwischenzeitlich erarbeitete der von US-Präsident Wilson berufene Vertreter der US-Kriegshandelsbehörde George W. Wickersham gemeinsam mit dem Anwalt, Vizeaußenminister und US-Delegierten bei den Pariser Friedensverhandlungen Frank Lyon Polk, eine Verfassung für den Council on Foreign Relations. Als der Council on Foreign Relations schließlich am 29. Juli 1921 gegründet wurde, bestand das gewählte Direktorium aus dem Ehrenpräsidenten Elihu Root, Präsident John W. Davis, und Vizepräsident Paul D. Cravath, alle 3 Juristen, wobei Davis und Cravath Anwälte für namhafte New Yorker Investmentbanken wie Kuhn, Loeb & Co. waren.[7] Erste Direktoren wurden die beiden deutsch-jüdischen Welt- und Investmentbänker Paul Warburg, Gründer und Erdenker der privaten amerikanischen US-Notenbank FED, und Otto Hermann Kahn, u.a. Erbauer des weltberühmten Oheka-Castle.
Die Gründung des heutigen Council on Foreign Relations hatte also in den besonderen Erfahrungen der Teilnehmer der Pariser Friedenskonferenz ihren Auslöser und reflektierte bis zu einem gewissen Grad die Arbeit der Expertengruppe "Inquiry". Was mit einer kleinen Gruppe intellektueller Politikstrategen begann,"The Inquiry", wurde im 1921 gegründeten Council on Foreign Relations expansiv fortgeführt und war seitdem maßgebend für die amerikanische Außenpolitik und Diplomatie des 20. Jahrhunderts.[8]
Die Gründung des CFR reihte sich in eine bereits vorhandene internationalistische Strömung der US-Politik ein. Schon 1910 hatten sich in der vom Industriellen und Philanthropen Andrew Carnegie gegründeten Carnegie Endowment for International Peace eine noch kleine Gruppe von intellektuellen Internationalisten gesammelt und setzte sich 1919 mit der neu gegründeten Woodrow Wilson Foundation landesweit für den Beitritt der USA zum Völkerbund ein. Diese Gruppe, die sich aus einflussreichen Investmentbänkern, Geschäftsleuten, Akademikern und Politikern zusammensetzte, vertrat die internationalistischen Ideale Präsident Wilsons. CFR-Gründungsvater Wickersham gründete zudem mit dem Supreme Court Richter John Hessin Clarke, die League of Non-Partisan Association (LNNPA), um die amerikanische Bevölkerung doch noch für einen Beitritt in den Völkerbund zu bewegen. Diese internationalistischen Institutionen zeichneten sich durch ihre Homogenität der Mitgliedschaft aus. So waren die Mitglieder der Gruppen ausschließlich Männer, stammten von der amerikanischen Ostküste, hatten enge geschäftliche, gesellschaftliche und kulturelle Beziehungen untereinander, waren zumeist vermögend, oberen Gesellschaftsschichten angehörend und an berühmten US-Elite-Universitäten gelehrt worden. Sie hatten fast keinen Kontakt zum Wahlvolk, Mitgliedern des mittleren Managements oder mittelständischen Unternehmen. Der von ihnen geprägte Internationalismus und eine damit verbundene Globalisierung, richtete sich rhetorisch an alle Bürger, erreichte aber meist nur andere Internationalisten oder Mitglieder des foreign policy establishments. Einer der wichtigsten Akteure dieser Lesart amerikanischer Außenpolitik ist seit vielen Jahrzehnten der Ehrendirektor des Council on Foreign Relations David Rockefeller. Seine Interpretation der Einflussnahme lautete "Über ein Jahrhundert lang haben ideologische Extremisten von beiden Seiten des politischen Spektrums gut publizierte Ereignisse zum Anlaß genommen, die Rockefeller-Familie für den übermäßigen Einfluss anzugreifen, den wir ihrer Meinung nach auf amerikanische politische und wirtschaftliche Institutionen ausüben. Manche glauben gar, wir seien Teil einer geheimen Kabale, die entgegen der besten Interessen der USA arbeitet, charakterisieren mich und meine Familie als Internationalisten und Verschwörer, die gemeinsam mit anderen weltweit eine integriertere globale politische und wirtschaftliche Struktur schaffen – One World, wenn Sie so wollen. Wenn das die Anklage ist, dann bin ich schuldig, und ich bin stolz darauf." [9][10]
In einem Interview mit dem ebenso traditionellen wie einflussreichen deutsch-amerikanischen Netzwerk Atlantik-Brücke fasste es der Investmentbänker und ehemalige US-Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland und der DDR, John Kornblum folgendermaßen zusammen: "Der Kernpunkt unserer Europapolitik seit 1910 war, Deutschland in seine europäische Umgebung einzubetten. Dieses Problem war für die Vereinigten Staaten 1990 erledigt.“[11][12][13]
Präsident des CFR ist seit 2003 Richard Nathan Haass, Vizepräsident ist Richard E. Salomon. Weiterhin sitzen im Board of Directors der ehemalige US-Außenminister Colin Powell und die allesamt im Investmentbanking und Private Equity agierenden Penny Pritzker, Peter Peterson, Stephen Friedman und David M. Rubenstein.[14][15] Zu den ehemaligen Vorständen des CFR gehören neben Paul Warburg und Otto Hermann Kahn der CIA-Direktor Allen Dulles, der Gründer der deutschen Atlantik-Brücke e.V., des American Council on Germany und Präsident der Weltbank John J. McCloy, das Gehirn der US-amerikanischen Außenpolitik Zbigniew Brzezinski, der US-Präsident George H.W. Bush, die US-Außenminister Henry Kissinger und Dick Cheney, der Unternehmer George Soros und viele weitere Persönlichkeiten vornehmlich aus Politik, Finanzwirtschaft und Elite-Universitätskreisen mit höchstem Einfluss.[16]
Unter den 4500 Mitgliedern befinden sich einflussreiche Persönlichkeiten wie Spitzenbeamte der US-Regierung ( Top government officials ), angesehene Akademiker, Wirtschaftsführer, gefeierte Journalisten, bekannte Juristen und weitere ausgezeichnete Profis ihres Metiers.
Aktuelle bekannte Mitglieder sind u.a. der Stabschef des Weißen Haus bei US-Präsident Barack Obama Jacob Lew, der Direktor aller 15 US-amerikanischen Geheimdienste DNI John Negroponte, der Staatssekretär für Rüstungskontrolle und Internationale Sicherheit der USA John Bolton, der Finanzminister der USA Timothy F. Geithner, Geithners Vorgänger als Finanzminister und ehemalige CEO von Goldman Sachs Henry Paulson, die Vizepräsidentin des Federal Reserve System Janet Yellen, der Vorstandsvorsitzende von Goldman Sachs Lloyd C. Blankfein, der Vorstandsvorsitzende von JPMorgan Chase & Co. James Dimon, der Vorstandsvorsitzende der Citigroup Michael E. O'Neill, der Vorstandsvorsitzende von American Express Kenneth Chenault, Die NBC - Nachrichtenikone Tom Brokaw , der Moderator der Nr.1-Nachrichtensendung der USA NBC Nightly News Brian Williams, ABC-News-Präsident Benjamin Sherwood, der Chefanalyst Politik von CNN David Gergen, der CBS-News-Kommentator Douglas Brinkley, der Redenschreiber und einer der einflussreichsten Journalisten Amerikas Charles Krauthammer, einer der einflussreichsten Journalisten Amerikas Hendrik Hertzberg, der Präsident des Jüdischen Weltkongress Ronald Lauder, der Oberste Richter am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten (Chief Justice of the United States) John Roberts, die Richterin am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten (Supreme Court) Ruth Bader Ginsburg, der Richter am Obersten Gerichtshof der Vereinigten Staaten Stephen Breyer, der Kommandeur der ISAF und Joint Special Operations Command für Operationen von Spezialtruppen im Irak und in Afghanistan Stanley A. McChrystal, sein Nachfolger als Kommandeur der ISAF und jetziger CIA-Direktor David Petraeus, sowie dessen Nachfolger und aktueller ISAF-Kommandeur John R. Allen, der Kommandierende General des US European Command sowie Supreme Allied Commander Europe der NATO James G. Stavridis, der Vorsitzende des American Council on Germany William M. Drozdiak, der neue Besitzer von Karstadt Nicolas Berggruen, der ehemalige Vorsitzende des Federal Reserve System Alan Greenspan, der amtierende Bürgermeister von New York Michael Bloomberg, der Gegenkandidat der umstrittenen US-Präsidentschaftwahlen 2004 John Kerry, der ehemalige US-Präsident Bill Clinton, der Filmproduzent von Quentin Tarantinos Gewaltorgien Lawrence Bender, die Schauspielerin Angelina Jolie, sowie die Schauspieler George Clooney und Warren Beatty. Ebenso gehören und gehörten eine große Anzahl der vergangenen US-Präsidenten, US-Außenminister und US-Stabschefs des 20. und 21. Jahrhunderts dem CFR an.[17]
Bei den Corporate Members gibt es verschiedene Prioritätsstufen. An oberster Stelle stehen die Gründerfirmen des CFR, die sogenannten Founders. Hierzu zählen Goldman Sachs, JPMorgan Chase & Co., Bank of America, Merrill Lynch, Exxon Mobil Corporation, McKinsey & Company Inc. sowie der internationale Börsenbetreiber NASDAQ OMX Group. Es folgen die Corporate Members des Presidents Circle wie BP plc., Shell, Credit Suisse, Lockheed Martin und andere namhafte Global Player. Am Ende der Corporate Membership stehen die Premium Members wie Deutsche Bank AG, Airbus, De Beers, Google, VW, Walmart und Warburg Pincus. Insgesamt beheimatet der CFR 250 Firmen. Die Mitgliedsgebühren betragen 25.000 US-$ für Premium -Mitglieder und 50.000 US-$ für Mitglieder des Presidents-Circle.[18]
Die Aufgaben des CFR sind zum einen die Arbeit in den Diskussions- und Studiengruppen, zum zweiten Öffentlichkeitsarbeit mit dem Ziel, eine pro-internationalistische Außenpolitik der USA zu fördern und schließlich die Arbeit im Formulierungsprozess US-amerikanischer Außenpolitik. In einer Globalisierung, die gepaart ist mit monetärem Nationalismus (monetary nationalism), sieht der CFR eine gefährliche Kombination, die finanzielle Krisen und geopolitische Spannungen erzeuge. Das David Rockefeller Studies Program ist eine der wichtigsten Säulen des CFR. Dieser Think Tank beschäftigt 70 CFR Fellows, die wirtschaftliche und politische Expertisen erarbeiten und über das bestehende Netzwerk an Entscheidungsträger übermitteln. Zudem schreiben die Fellows Bücher, Zeitungsartikel, Blogs und beteiligen sich an Diskussionen über die Weltpolitik.
Seit 1942 verschmolzen die privaten Studiengruppen des CFR praktisch mit dem US-Außenministerium. Die klare und kühne Konzeption von dem, was nach dem Krieg mit der Welt geschehen sollte, sind von den Studiengruppen und den Emissären des Council on Foreign Relations wesentlich mitbestimmt worden. Blaupausen und Entwürfe zu UN, NATO, Weltbank, IWF und Marshallplan haben ihren Ursprung in bedeutendem Umfang beim CFR.[19][20]
Der amerikanische Soziologieprofessor William Domhoff sagte 1975 gegenüber dem Nachrichtenmagazin SPIEGEL: „Der Council ist das entscheidende Verbindungsglied zwischen den großen Konzernen und der Regierung“ und stellte fest, dass „die Wichtigkeit dieser Vereinigung für das Verständnis der Grundmotive und der Grundlinien amerikanischer Weltpolitik kaum hoch genug veranschlagt werden kann“.[21]
Als wichtige und allgemein zugängliche Quelle gilt die seit 1922 alle zwei Monate erscheinende Foreign Affairs, die vom CFR herausgegeben wird und als wichtigste Publikation für Außenpolitik weltweit gilt. Zu den wichtigsten Autoren der Anfangszeit der Foreign Affairs gelten Gustav Stresemann ( 1923 Reichskanzler und von 1923-29 Reichsaußenminister ), Hjalmar Schacht ( Reichswirtschaftsminister und Präsident der Reichsbank ), Wilhelm Marx ( 1922-1925 und 1926-28 deutscher Reichskanzler ), Wilhelm Groener ( Reichswehrgeneral ), Leo Trotzki und Franklin D. Roosevelt.[22] Heutzutage ist der Herausgeber und Journalist der ZEIT, Josef Joffe ein unregelmäßiger Autor in der Foreign Affairs.[23]
1955 wurde die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik e.V. auf Einfluss des Council on Foreign Relations und des Chatham House gegründet und gilt seit jeher als Außenposten des CFR in Deutschland. In der internationalen Politik firmiert die DGAP demzufolge auch als German Council on Foreign Relations. Die Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik ist eine der großen Forschungseinrichtungen für Fragen der internationalen Politik und der Außen- und Sicherheitspolitik mit Sitz in Berlin. Die Institution versucht in dieser Rolle aktiv die außenpolitische Meinungsbildung auf allen Ebenen zu begleiten. Seine Arbeit richtet sich an Entscheidungsträger in der deutschen Politik, Wirtschaft, Verwaltung, in NGOs, im Militär sowie an eine breite Öffentlichkeit. Die DGAP veröffentlicht zweimonatlich die Fachzeitschrift Internationale Politik. Sie ist unter anderem Ausrichter des EU-Russland Forums. Die DGAP versteht sich als praxisorientierter Think Tank, der auf wissenschaftlicher Basis nachfrageorientierte Politikberatung anbietet. Sie finanziert sich über die Beiträge ihrer Mitglieder, über eingeworbene Projektmittel und über Zuwendungen von Sponsoren und Mäzenen, darunter unter anderem das Auswärtige Amt, die Deutsche Bank AG und der Luft-, Raumfahrt- und Rüstungskonzern EADS.
Viele deutsche Spitzenpolitiker und Manager haben in den vergangenen Jahrzehnten vor dem New Yorker Council on Foreign Relations gesprochen, so Helmut Kohl, Klaus Kinkel, Willy Brandt, Fritz Erler, Heinrich von Brentano, Hermann Josef Abs, Fritz Berg, Theodor Heuss, Erich Ollenhauer und Joschka Fischer.
An den Geschehnissen rund um die Terroranschläge am 11. September 2001 waren viele Mitglieder des CFR direkt betroffen.
CIA-Direktor George John Tenet, Vize-Präsident Dick Cheney, der an diesem Tage ranghöchste Offizier der US-Streitkräfte (Joint Chiefs of Staff) Richard B. Myers, der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz, der Terrorismusberater Richard Clarke, der nationale Sicherheitsberater Samuel Berger, der US-Außenminister Colin Powell und die Nationale Sicherheitsberaterin Condoleezza Rice sind allesamt Mitglieder des CFR, und mussten gemeinsam mit den weiteren CFR Mitgliedern Bill Clinton, Madeleine Albright und William Cohen vor dem 9/11-Untersuchungsausschuss aussagen. Damit waren nur 6 der insgesamt 17 Aussagenden vor dem Untersuchungsausschuss der Anschläge vom 11. September 2001 keine Mitglieder des Council on Foreign Relations. Wobei gesagt werden muss, dass der Vater des Aussagenden George Bush, George H. W. Bush, von 1977-79 Direktor des CFR war und die Tochter des Aussagenden Al Gore, Karenna Gore Schiff, CFR-Mitglied ist. Lediglich die 4 Aussagenden Donald Rumsfeld, John Ashcroft, Janet Reno und Tom Ridge sind derzeit keine Mitglieder oder haben keine familiären Verbindungen zum CFR. Einen besonderen Verlust erlitt an diesem Tage im Übrigen der einzige Ehrenvorsitzende und von 1949-1985 Direktor des CFR David Rockefeller jr., da er die Errichtung des World Trade Centers durch die Finanzierung überhaupt erst möglich machte.
In der Untersuchungskommission zu den Anschlägen am 11. September 2001 waren 5 von 10 Ausschuss-Mitgliedern aktuelle CFR-Mitglieder (2012). Darunter der Vorsitzende Thomas Kean, der Vize-Vorsitzende Lee H. Hamilton, die Ausschussmitglieder Jamie Gorelick, Bob Kerrey und John F. Lehman, sowie der Vorsitzende des Mitarbeiterstabs Philip D. Zelikow. Der Vorsitzende Thomas Kean wurde vor Untersuchungsbeginn von Präsident George Bush, anstelle des zurückgetretenen Henry Kissinger (CFR-Direktor 1977-81) eingesetzt.[24][25][26][27][28][29][30]
In dem für das US-Militär bestimmten strategischen Manifest "Rebuilding Americas Defenses - Strategy, Forces and Resources For a New Century" (übersetzt: "Der Umbau Amerikas Verteidigung - Strategie, Streitkräfte und Ressourcen für ein Neues Jahrhundert") von September 2000, an dem u.a. die CFR-Mitglieder Eliot Cohen, Devon Cross, Robert Kagan, Mark Lagon, Lewis Libby und Dov Zakheim entscheidend mitgewirkt haben, heißt es wortwörtlich: "The process of transformation, even if it brings revolutionary change, is likely to be a long one, absent some catastrophic and catalyzing event – like a new Pearl Harbor." Übersetzt:"Der weitere Fortgang der Umgestaltung (...des Militärs und in Bezug auf neue Militär-Technologien, d.A .) , auch wenn daraus ein revolutionärer Wandel entsteht, wird wahrscheinlich lange dauern, solange katastrophale und katalysierende Ereignisse - wie ein neues Pearl Harbor - ausbleiben.[31]
Der emiritierte Professor Hans-Jürgen Krysmanski von der Universität Münster stellt fest, dass die weitgehend von privaten Zuwendungen abhängigen Universitäten, privaten Denkfabriken/Think Tanks, sowie die großen Stiftungen/Foundations eine zentrale Rolle bei der grundsätzlichen Problemanalyse spielen. Durch klugen Einsatz von Geld und Personal kann schon an diesem Punkt die gewollte Richtung der Analysen beeinflusst werden. Die so entstehende „Definition von Wirklichkeit“ ist dann die Grundlage für die „wirklichen“ Entscheidungen im Rahmen von „Planungsgruppen“. Diese „policy discussion groups“ stellen die machtpolitischen Kerne des Einflusssystems der Geld- und Machteliten dar. Diese Gruppen hält Prof. Krysmanski für noch immer erstaunlich wenig erforscht - und stehen ihrer ganzen Natur nach der zuverlässigen Erforschung auch gar nicht offen. Auf jeden Fall aber war viele Jahrzehnte, und sicher in den Fünfzigern, das Council on Foreign Relations eine solche zentrale Planungsgruppe.[32] Professor George William Domhoff von der University of California konstatierte, "dass die allermeisten Bürger dieses Landes, das sich für das bestinformierte Gemeinwesen aller Zeiten hält, keine Ahnung von der Existenz eines solchen Gremiums hat. Die freie Presse dieses Landes nimmt sich die Freiheit, ein Gremium, in welchem die mächtigsten Männer dieses Landes sich mit Weltpolitik befassen, als eine Art privaten Bridge-Club zu betrachten, der niemand tangiert und niemand etwas angeht.“.
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