| Daman und Diu − દમણ ઔર દીવ | |
|---|---|
| Status: | Unionsterritorium |
| Hauptstadt: | Daman |
| Fläche: | 112 km² |
| Einwohner: | 242.911 (2011) |
| Bevölkerungsdichte: | 2.169 Einwohner je km² |
| Website: | daman.nic.in |
Daman und Diu (Gujarati: દમણ અને દીવ Damaṇ ane Dīv, Englisch: Daman and Diu, Portugiesisch: Damão e Diu) ist ein Unionsterritorium in Indien. Es besteht aus den beiden nicht miteinander verbundenen Gebieten Daman und Diu, die beide an der Westküste Indiens liegen und an den Bundesstaat Gujarat grenzen. Das Unionsterritorium hat rund 240.000 Einwohner (Volkszählung 2011) auf einer Fläche von 112 Quadratkilometern. Die Hauptstadt ist Daman. Daman und Diu waren vom 16. Jahrhundert bis 1961 ein Teil Portugiesisch-Indiens. Seit ihrem Anschluss an Indien werden sie als Unionsterritorium direkt durch die indische Zentralregierung verwaltet.
Das Unionsterritorium Daman und Diu besteht aus den beiden nicht miteinander verbundenen Gebieten Daman und Diu. Beide liegen an der Westen Indiens an der Küste des Arabischen Meeres rund 200 Kilometer Luftlinie voneinander entfernt. Daman liegt am Eingang des Golfs von Khambhat an der Mündung des Flusses Damanganga, Diu auf einer der Halbinsel Kathiawar vorgelagerten Insel. Sowohl Daman als auch Diu werden vom Gebiet des Bundesstaates Gujarat umgeben. Diu grenzt an den Distrikt Junagadh, Daman an den Distrikt Valsad Gujarats. Nur rund 20 Kilometer landeinwärts von Daman aber durch einen zu Gujarat gehörenden Landstreifen getrennt liegt das Unionsterritorium Dadra und Nagar Haveli, ebenfalls eine ehemalige portugiesische Kolonie.
Daman und Diu hat eine Fläche von insgesamt 112 Quadratkilometern. Hiervon entfallen 72 Quadratkilometer auf Daman und 40 Quadratkilometer auf Diu. Die beiden einzigen Städte sind die namensgebenden Orte Daman (35.743 Einwohner) und Diu (21.576, Stand jeweils Volkszählung 2001).[1]
Daman und Diu sind ehemalige portugiesische Kolonien. Diu kam 1535, Daman im Jahr 1558 unter die Kontrolle Portugals.
Zum Zeitpunkt der indischen Unabhängigkeit 1947 bestand Portugiesisch-Indien noch aus Goa, Daman und Diu sowie Dadra und Nagar Haveli, das bis zur Machtübernahme durch indische Nationalisten 1954 als Exklave zu Daman gehörte. 1961 annektierte Indien in einer Militäroperation die verbliebenen portugiesischen Besitzungen. Im Jahr darauf wurde aus ihnen das Unionsterritorium Goa, Daman und Diu gebildet. Portugal erkannte die Annexion aber erst 1974 nach dem Sturz der Diktatur in der Nelkenrevolution an. In seiner heutigen Form besteht das Unionsterritorium Daman und Diu seit 1987, als Goa als eigenständiger Bundesstaat aus den bundesunmittelbaren Gebieten herausgenommen wurde.
Nach der indischen Volkszählung 2011 hat das Unionsterritorium Daman und Diu 242.911 Einwohner. Das Unionsterritorium ist stark urbanisiert: 75,2 Prozent der Einwohner leben in Städten. Entsprechend hoch ist die Bevölkerungsdichte mit 2.169 Einwohnern pro Quadratkilometer. Das Bevölkerungswachstum Damans und Dius ist deutlich höher als in umliegenden Gebieten, was sich vor allem durch die Zuwanderung aus anderen Gebieten Indiens erklärt. Zwischen 2001 und 2011 nahm die Einwohnerzahl des Unionsterritoriums um 53,5 Prozent zu. Die Einwanderung von (vorwiegend männlichen) Arbeitsmigranten erklärt auch das extrem unausgewogene Geschlechterverhältnis: Auf 1000 Männer kommen in Daman und Diu nur 618 Frauen. Damit verzeichnet Daman und Diu den größten Männerüberschuss aller indischen Bundesstaaten und Unionsterritorien. Die Alphabetisierungsquote Damans und Dius liegt mit 87,1 Prozent deutlich über dem gesamtindischen Durchschnitt von 74,0 Prozent.[2]
| Sprachen in Daman und Diu | ||||
|---|---|---|---|---|
| Sprache | Prozent | |||
| Gujarati | 68,8 % | |||
| Hindi | 19,8 % | |||
| Marathi | 4,4 % | |||
| Andere | 7,0 % | |||
| Verteilung der Sprachen (Zensus 2001)[3] | ||||
Die Hauptsprache Damans und Dius ist wie im umliegenden Gujarat das Gujarati. Es wird von 69 Prozent der Bevölkerung des Unionsterritoriums als Muttersprache gesprochen. Unter der eingewanderten Bevölkerung sind Hindi (20 Prozent), Marathi (4 Prozent) und eine Reihe weiterer Sprachen, die insgesamt 7 Prozent ausmachen, verbreitet. Englisch spielt wie in ganz Indien eine wichtige Rolle als Verkehrs- und Bildungssprache. Das früher verbreitete Portugiesisch hat seit Ende der Kolonialzeit an Bedeutung verloren. Im Aussterben befinden sich die zwei Kreolsprachen mit portugiesisch-basiertem Wortschatz, Língua da Casa (Daman) und Língua dos Velhos (Diu). Diese Sprachen wurden vor allem unter der christlichen Bevölkerung des Gebietes gesprochen.[4]
| Religionen in Daman und Diu | ||||
|---|---|---|---|---|
| Religion | Prozent | |||
| Hinduismus | 89,7 % | |||
| Islam | 7,8 % | |||
| Christentum | 2,1 % | |||
| Andere | 0,4 % | |||
| Verteilung der Religionen (Zensus 2001)[5] | ||||
Unter den Einwohnern Damans und Dius stellen Hindus mit 90 Prozent (Volkszählung 2001) die große Mehrheit. Die muslimische Minderheit macht 8 Prozent der Bevölkerung aus. Trotz der historisch starken christlichen Prägung durch die portugiesische Kolonialzeit sind Christen heute mit 2 Prozent nur eine kleine Minderheit.
Das Unionsterritorium Daman und Diu besteht aus den beiden Distrikten Daman und Diu (Einwohnerzahl und Bevölkerungsdichte nach der Volkszählung 2011).[6]
| Distrikt | Verwaltungssitz | Fläche | Einwohner (2011) | Bev.- dichte |
|---|---|---|---|---|
| Daman | Daman | 72 km³ | 190.855 | 2.651 Ew./km² |
| Diu | Diu | 40 km³ | 52.056 | 1.301 Ew./km² |
20.42694444444472.871388888889
Koordinaten: 20° N, 73° O
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Daman_und_Diu aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |