Montag, 28. Mai 2012

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Die Französische Revolution

Filmdaten
Deutscher Titel Die Französische Revolution
Originaltitel La Révolution française
Produktionsland Frankreich, Italien, Deutschland, Kanada, Großbritannien
Originalsprache Französisch und Englisch
Erscheinungsjahr 1989
Länge 351 Minuten
Stab
Regie Robert Enrico, Richard T. Heffron
Drehbuch Robert Enrico, Richard T. Heffron, Daniel Boulanger, David Ambrose
Produktion Alexandre Mnouchkine
Musik Georges Delerue
Kamera François Catonné,Bernard Zitzermann
Schnitt Anne Baronnet, Martine Barraqué, Peter Hollywood, Patricia Nény
Besetzung

Die Französische Revolution (Original-Titel La Révolution française) ist ein zweiteiliger als Historiendrama konzipierter monumentaler Spielfilm, der die maßgeblichen ersten fünf Jahre der „großen“ Französischen Revolution zwischen 1789 und 1794 dramaturgisch aufbereitet und chronolologisch nachzeichnet. Er wurde von teils staatlich geförderten Medienanstalten in Frankreich, (West-)Deutschland, Italien, Großbritannien und Kanada gemeinsam produziert. Beim ersten Teil („La Révolution française: les Années lumière“, in der deutschsprachigen Version: „Die Französische Revolution: Jahre der Hoffnung“) führte Robert Enrico Regie, beim zweiten Teil („La Révolution française: les Années terribles“, in Deutschland: „Die Französische Revolution: Jahre des Zorns“) war Richard T. Heffron verantwortlich.

Nach verschiedenen Spielfilmen in der Filmgeschichte, die Episoden, Teilaspekte oder Einzelbiografien der Revolutionszeit thematisieren, ist dieser Film mit einer Gesamtdauer von knapp sechs Stunden der längste Spielfilm, der die Französische Revolution selbst zum Thema hat, und diese als sich über mehrere Jahre hinziehenden historischen Prozess im überblickenden Zusammenhang behandelt.

Trotz eines großen Budgets und einer internationalen Besetzung mit namhaften Charakterdarstellern bis in die Nebenrollen wurde der Film vom Publikum nur wenig beachtet und war unter wirtschaftlichem Aspekt erfolglos.

Inhalt

Der Film wurde 1989 anlässlich des 200. Jubiläumsjahres des Beginns der Französischen Revolution gedreht und schildert in durchgängiger Spielfilm-Handlung den chronologischen Ablauf der maßgeblichen ersten fünf Jahre dieser Revolution in im Wesentlichen faktenbezogener Detailtreue mit Blick auf die prägenden Akteure der historischen Ereignisse von der Einberufung der Generalstände bis zum sogenannten Thermidorianer-Putsch und der Hinrichtung Robespierres Ende Juli 1794.

Bei aller Verflechtung der Ereignisse an verschiedenen Schauplätzen Frankreichs (wenn auch zumeist verdichtet auf die politischen Zentren des Geschehens, die französische Hauptstadt Paris und das Schloss Versailles) mit ineinandergreifenden Erzählsträngen ist die Dramaturgie der Rahmenhandlung wesentlich aufgezogen an der sich nach und nach verändernden persönlichen und politischen Beziehung zwischen Robespierre und seinem Jugendfreund Camille Desmoulins. Beide, von Beginn an populäre Wortführer der Revolution, arbeiten zunächst zusammen, entfremden sich im weiteren Verlauf der Ereignisse aufgrund ihrer Haltung zur historischen Entwicklung und den daraus resultierenden politischen Entscheidungen im Verlauf des Ersten Koalitionskriegs bzw. nach den ersten Erfolgen der französischen Revolutionsarmee. Desmoulins nähert sich den Positionen Dantons an, der seinerseits zunächst eng mit Robespierre zusammenarbeitet, bis er sich nach der Ausrufung der Republik zusehends von der Eskalation der von Robespierre im Namen der revolutionären „Tugendhaftigkeit“ verstärkt propagierten Terrorherrschaft distanziert. Sowohl Danton als auch Desmoulins unterliegen in ihrer Rückbesinnung auf die Werte der von der Erklärung der Menschen- und Bürgerrechte inspirierten Verfassung den radikalisierten Vorstellungen Robespierres und werden hingerichtet, kurz bevor letzterer selbst zum Opfer seiner eigenen Politik wird, und ebenfalls unter der Guillotine stirbt.

Der Film endet nach der Darstellung von Robespierres Hinrichtung in einer besinnlichen Szene, bei der die hinterbliebenen Angehörigen Dantons in einer Kirche Kerzen zum Gedenken an den Familienvater entzünden. Begleitet wird diese Szene durch ein aus dem Off mit der Stimme Dantons (bzw. der seines Darstellers Klaus Maria Brandauer) gesprochenes Zitat. Es handelt sich dabei um einen die Verdienste der Revolution würdigenden Auszug aus Dantons Verteidigungsrede vor dem ihn zum Tode verurteilenden Wohlfahrtsausschuss, den er selbst mit begründet hatte; sozusagen die Quintessenz des inhaltlichen Filmanspruchs ausdrückend. In der deutschsprachigen Synchronfassung lautet dieses Zitat:

Wir haben ein Ende gemacht mit der Tyrannei der Privilegien. Wir haben ein Ende gemacht mit den uralten Übeln, jenen Herrschaftsrechten und Gewalten, auf die kein Mensch ein Anrecht hatte. Wir haben ein Ende gemacht mit dem Alleinanspruch von Reichtum und Geburt auf alle Entscheidungen unseres Staates, unserer Kirchen, unserer Armee. Gereinigt haben wir jede Vene und jede Arterie dieses großartigen Körpers des Staates Frankreich. Wir haben erklärt, dass der einfachste Mann gleich ist mit dem Größten im Land. Wir haben uns die Freiheit genommen, und gaben sie unseren Sklaven. Wir überlassen es der Welt, aufzubauen auf der Hoffnung, die wir geboren haben. Das zählt mehr als ein Sieg in einer Schlacht, mehr als alle Schwerter und Kanonen all dieser glänzenden Kavallerien Europas. Es ist eine Inspiration für die Visionen aller Menschen überall; ein Lufthauch von Freiheit, der sich nicht mehr verleugnen lässt. Wir haben unsere Leben nicht umsonst in den Dienst dieser Hoffnung gestellt.

Vierteilige Struktur in der deutschen Fassung

Für Deutschland war der Film von Anfang an für das Fernsehen konzipiert, und wurde in vier Teilen zu je 90 Minuten ausgestrahlt.

  • 1. Teil - Jahre der Hoffnung I
Nach einem einleitendem Vorspann aus den Jugenderinnerungen Robespierres, wobei er unter unwürdigen Umständen 1774 als Internatszögling eine in lateinisch gehaltene Huldigungsansprache an den neu gekrönten König Ludwig XVI. hält, beinhaltet dieser Teil die Jahre 1788/89: Von der Vorgeschichte der Revolution über die Einberufung der Generalstände, die Eroberung der Bastille durch das Volk bis zur Belagerung von Versailles durch die revolutionären Frauen von Paris im Oktober 1789.
  • 2. Teil - Jahre der Hoffnung II
Beinhaltet die Zeit von Ende 1789 bis August 1792: Vom durch das Volk erzwungenen Umzug der Königsfamilie aus Versailles in den Pariser Tuilerien-Palast über die Verkündung der französischen Verfassung von 1791, die gescheiterte Flucht der Königsfamilie, das Massaker Lafayettes auf dem Marsfeld, den Beginn des Ersten Koalitionskrieges, bis zur Erstürmung des Tuilerien-Palastes und der Absetzung des Königs.
  • 3. Teil - Jahre des Zorns I
Beinhaltet die Zeit von August 1792 bis Oktober 1793: Von der Inhaftierung der Königsfamilie über die Septembermassaker 1792, den ersten Sieg der französischen Revolutionsarmee bei der Kanonade von Valmy, die Ausrufung der Ersten französischen Republik, den Prozess gegen den vormaligen König, seine Hinrichtung, den Beginn der jakobinischen Schreckensherrschaft mit der Unterdrückung und Hinrichtung der führenden Girondisten, die Ermordung Marats durch Charlotte Corday, bis zum Prozess gegen die vormalige Königin Marie Antoinette.
  • 4. Teil - Jahre des Zorns II
Beinhaltet die Zeit von Oktober 1793 bis Juli 1794: Von der Hinrichtung Marie Antoinettes über die Zuspitzung des innerjakobinischen Konflikts zwischen Dantonisten und Robespierristen, den Prozess gegen Danton, seine und Desmoulins Hinrichtung, bis zum Thermidorianer-Putsch und der Guillotinierung von Saint-Just und Robespierre.

Rezeption

Im Lexikon des Internationalen Films heißt es über den Film:

„Ein opulent gestalteter Bilderbogen, der sich um historische Genauigkeit und Faktentreue bemüht und versucht, die Wortführer der Revolution auch als Privatpersonen transparent zu machen. Das ehrgeizige Projekt mit überaus prominenter Stammbesetzung wird in den einzelnen Episoden durch Gastauftritte hochkarätiger europäischer Film- und Fernsehschauspieler verstärkt.“

Lexikon des internationalen Films

Weblinks

  • Die Französische Revolution in der deutschen und englischen Version der Internet Movie Database
  • Der ganze Film in der deutschsprachigen Synchronfassung auf youtube.com, aufgeteilt in 28 Abschnitte à 13 bis 14 Minuten, beginnend mit dem ersten Abschnitt (für die weiteren Abschnitte den weiterführenden Links folgen)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Diese Seite wurde zuletzt am 22. Mai 2012 um 22:50 Uhr geändert.

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