Unter Dispersion (von lateinisch dispergere, „ausbreiten, zerstreuen“) versteht man in der Physik die Abhängigkeit einer Größe von der Frequenz. In der Optik ist dies speziell die von der Frequenz des Lichts abhängende Ausbreitungsgeschwindigkeit des Lichts in Medien. Dies hat zur Folge, dass Sonnenlicht an den Flächen eines Prismas unterschiedlich stark gebrochen wird. Auf der anderen Seite des Prismas zeigt sich ein farbiges Spektrum.
Der Zusammenhang zwischen der Kreisfrequenz (oder der Energie) einer Welle und dem Wellenvektor wird Dispersionsrelation genannt, insbesondere ist das bei Teilchenwellen gerade der Energie-Impuls-Zusammenhang des Teilchens.
Bei den meisten transparenten Stoffen steigt im sichtbaren Bereich der Brechungsindex mit der Frequenz an, Glas bricht blaues Licht stärker als rotes. Man spricht von normaler Dispersion. Der positiven Ableitung dn/dω entspricht dn/dλ < 0.
Fällt dagegen der Brechungsindex mit steigender Frequenz (dn/dλ > 0), so liegt anomale Dispersion vor. Entdeckt wurde sie bei einer alkoholischen Fuchsin-Lösung von Christian Christiansen im Jahr 1870. Der Effekt ist keine spezielle Eigenschaft dieses Farbstoffs, vielmehr tritt er immer in Wellenlängenbereichen nahe einer starken Absorption auf. Ganz allgemein verknüpft die Kramers-Kronig-Relation den Verlauf des Brechungsindex mit dem der Absorption.
Eine einfache Kennzahl für die Dispersion eines isotropen, transparenten Mediums ist die abbesche Zahl. Die Sellmeier-Gleichung dagegen versucht, den empirisch ermittelten Verlauf des Brechungsindex
über die Wellenlänge
genau wiederzugeben. Daneben existiert noch eine einfachere Beschreibung durch die Cauchy-Gleichung. Weitere Dispersionsformeln:
Die Dispersion der Phasengeschwindigkeit bestimmt die Dispersion der Gruppengeschwindigkeit.
Die Dispersion von Wasserwellen wird in Dispersion (Wasserwellen) beschrieben; die Dispersionsrelation von Phononen im dortigen Abschnitt Dispersion.
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