| Douala | ||
|---|---|---|
|
|
||
| Basisdaten | ||
| Staat | Kamerun | |
| Littoral | ||
| Höhe | 13 m | |
| Einwohner | 1.907.479 (November 2005) | |
| ISO 3166-2 | CM-LT | |
4.059.7
Koordinaten: 4° 3′ N, 9° 42′ O
Douala (dt.: Duala) ist mit 1.907.479 Einwohnern (Stand 1. Januar 2005, tatsächlich ist eine größere Zahl anzunehmen) die größte Stadt Kameruns. Sie ist nach dem Volk der Duala benannt. Die ehemalige Hauptstadt (bis 1920; seitdem Yaoundé) bildet als Wirtschaftsmetropole das Finanz-, Industrie-, Handels- und Kulturzentrum sowie den Verkehrsknotenpunkt des westafrikanischen Staates. Douala ist die Hauptstadt der Region Littoral und Hauptort des Verwaltungsbezirks Wouri.
Die Stadt liegt 24 Kilometer von der Küste des Atlantiks entfernt am Ufer des Flusses Wouri durchschnittlich 13 Meter über dem Meeresspiegel.
Am Delta des Flusses entstand der wichtigste und größte Hafen von Kamerun. Der größte Teil der Stadt liegt am linken Ufer des Wouri-Flusses. Die geografischen Koordinaten sind 4,05 Grad nördlicher Breite und 9,7 Grad östlicher Länge. Das Wildtierreservat Douala-Edea liegt südlich der Stadt.
Douala liegt in der tropischen Klimazone. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 26,2 Grad Celsius, die Jahresniederschlagsmenge 3.847 Millimeter im Mittel.
Die Temperaturen liegen das ganze Jahr über zwischen durchschnittlich 24,6 und 27,6 Grad Celsius. Während der Regenzeit von Juni bis Oktober fällt sehr viel Niederschlag, wobei der August mit 768 Millimetern im Mittel der regenreichste Monat ist. Zwischen November und März bleibt es trockener.
Das Areal der heutigen Stadt war ursprünglich Sumpfgebiet. Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die Gegend durch die von Norden her eingewanderten Volk der Douala, eine Sektion der Kameruner Küsten-Bantu, besiedelt. Unter ihnen bildeten sich als historische Zentren des jetzigen Stadtgebiets drei zunächst eigenständige Fischersiedlungen (Bonanjo, Bonaku und Bonabela) heraus, die von unterschiedlichen Clans bewohnt waren. Im Kontakt mit Europäern entwickelte sich das Delta des Kamerunflusses (das auch als Kamerunästuar bekannt war) bis Mitte des 19. Jahrhunderts zum strategisch wichtigen Punkt für den Sklavenhandel vor allem mit portugiesischen Händlern.
Ab etwa 1860 war Palmöl das Haupthandelsgut im Warenverkehr zwischen den Douala und den Europäern. Den Handel dominierten bald die Hamburger Handelshäuser Woermann und Jantzen & Thormählen, die sich zur Wahrung ihrer Interessen vor allem gegenüber der britischen Konkurrenz seit den 1880er Jahren um die Erklärung der deutschen Schutzherrschaft über die Küste bemühten. Am 12. Juli 1884 schloss der vom Auswärtigen Amt als Reichskommissar an die westafrikanische Küste entsandte Arzt und Forschungsreisende Gustav Nachtigal (1834-1885) im Namen des Deutschen Reiches einen "Schutzvertrag" mit den Douala-Chiefs Ngand´a Kwa (Akwa) und Ndumb´a Lobe (Bell) ab und stellte das Land unter deutsches Protektorat. Der Ort erhielt die Bezeichnung "Kamerunstadt" (ab 1902: Duala) und war von 1885 bis 1901 Verwaltungssitz des deutschen Schutzgebiets. Seit 1895 bestand in Duala ein eigenständiges Bezirksamt, dessen Zuständigkeitsbereich sich weit über das Weichbild der Stadt hinaus in das Hinterland beiderseits des Abo und Wuri erstreckte.
Auf Veranlassung von Gouverneur Jesko von Puttkamer wurde der Regierungssitz 1901 wegen des gesünderen Klimas nach Buea am Kamerunberg verlegt. Duala blieb aber bis zum Ersten Weltkrieg wirtschaftliches und gesellschaftliches Zentrum der Kolonie. Zudem nahm es als Standort der Stammkompanie der Kaiserlichen Schutztruppe, des Artilleriedetachements, der obersten zivilen und militärischen Medizinalbehörde und der zentralen Materialienverwaltung eine wichtige Funktion für die militärische Sicherung ein. Das Kommando der Schutztruppe, anfangs ebenfalls in Duala beheimatet, wurde 1904 nach dem unterhalb von Buea am Kamerunberg gelegenen Soppo verlegt.
Als wichtigster Ausfuhrhafen und wirtschaftliches Zentrum Kameruns unterhielten in Duala alle wichtigen in Kamerun tätigen Handelsgesellschaften Zweigniederlassungen oder Faktoreien.
Zwischen den lokalen Eliten und der Kolonialverwaltung kam es im Verlauf der deutschen Herrschaft mehrfach zu Auseinandersetzungen um die Beschneidung der im Schutzvertrag verbürgten Rechte der angestammten Bevölkerung, die in zwei Petitionen an den Reichstag gipfelten. Die Versuche des Bezirksamts, die traditionellen Siedlungsplätze am Fluss zugunsten der expandierenden Industrie (Eisenbahn- und Hafenanlagen) zu enteignen, führten zu offenem Widerstand. Der Duala-Chief Rudolf Manga Bell wurde 1914 mit seinem Sekretär durch ein deutsches Gericht zum Tod verurteilt und hingerichtet. Infolge dessen unterstützte die Mehrheit der Douala im Ersten Weltkrieg die einrückenden Briten und Franzosen und begrüßten sie als Befreier.
Nach anfänglich gemeinsamer Verwaltung kam die Stadt durch das britisch-französische Abkommen von 1916 unter französische Herrschaft.
Die Herstellung von chemischen und Aluminiumerzeugnissen, Textilien, Bier (z. B. Brasseries du Cameroun, Guinness, Isenbeck) und alkoholfreien Getränken sowie die Verarbeitung von Holz und Kakaobohnen sind die wichtigsten Produktionszweige.
Große Bedeutung hat auch der für Schiffe bis 16.000 BRT nutzbare Hafen von Douala-Bonabéri, über den 97 % des gesamten Güterumschlags Kameruns abgewickelt werden. Das Gesamtareal des Hafengebiets beträgt ca. 300 ha, darunter der Container-Hafen, ein Fischereihafen und der Holzhafen. In Bonabéri auf dem westlichen Ufer des Kamerunästuars befinden sich der Ölhafen und die Ladestationen für Bananen und Mineralien.
Die meisten Kamerun-Reisenden aus Europa kommen auf dem Flughafen Douala International in Douala an, so gilt diese Stadt auch als "Kreuzung Afrikas". Dies aber nicht nur weil die Stadt ein See- und Luftverkehrsknotenpunkt ist, sondern auch weil es ein "Schmelztiegel" verschiedener ethnischer Gruppen des Landes ist, die zum Handeln hier her kommen.
Für den Inlandsverkehr gibt es von Douala aus Busverbindungen in alle Richtungen, unter anderem nach Edéa, Yaoundé, Bafang, Bafoussam und Bamenda. Sammeltaxis verkehren von Deido aus nach Limbe (Victoria), Tiko und Buea.
Douala ist außerdem Endpunkt der Eisenbahnlinie nach Yaoundé mit Anschluss nach Ngaoundéré (Transcamerounais). Die frühere Nordbahn von Douala-Bonabéri nach Kumba wird derzeit nicht bedient.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Douala aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |