Montag, 28. Mai 2012

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Dynamoelektrisches Prinzip

Das dynamoelektrische Prinzip besagt, dass ein elektrischer Generator für die Anfangserregung zur Erzeugung elektrischer Spannung keinen von außen zugeführten elektrischen Strom benötigt, sondern sich diesen selbst durch den anfänglich geringen Restmagnetismus in der elektromagnetischen Erregerwicklung durch die elektromagnetische Induktion erzeugen kann. Der dadurch bewirkte anfänglich sehr kleine Strom verstärkt wiederum den Magnetismus in der Erregerwicklung fortschreitend bis zum maximal möglichen Wert bei der magnetischen Sättigung des Eisenkerns.

Entdeckungsgeschichte

Vielfach und bevorzugt wird Werner von Siemens als erster Entdecker dieser Erscheinung genannt, er veröffentlichte am 17. Januar 1867 seine Darstellung[1] des dynamoelektrischen Prinzips. Bereits vor Siemens und auch praktisch zeitgleich mit ihm gab es jedoch weitere Personen die sich mit diesem Thema befassten und das Prinzip beschrieben. So hatte Ányos Jedlik schon 1851/53 mit dem von der Maschine selbst erzeugten Strom die Feldmagnete gespeist und dies beschrieben, jedoch keinen weiteren praktischen Gebrauch davon gemacht.[2] Dem Dänen Søren Hjorth wurde 1854 eine Generatormaschine mit „Rückkopplung“ zum Patent angemeldet[3], die sowohl Dauermagnete als auch Elektromagnete enthielt; er war damit der erste, der die Selbsterregung gefunden und ausgeführt hatte.[2]

Zeitgleich mit Siemens entdeckten und publizierten auch Samuel Alfred Varley und Charles Wheatstone das dynamoelektrisches Prinzip. So war Wheatstones Vortrag zu diesem Thema vor der Royal Society of London zwar zwei Wochen später angemeldet worden als der von Werners Bruder William Siemens am 14. Februar 1867 am gleichen Ort, allerdings befasste sich Wheatstone im Gegensatz zur siemensschen Variante mit der Selbsterregung mittels Parallelschaltung von Anker- und Feldwicklung statt der Reihenschaltung. Diese erwies sich später vor allem für die Kraftwerkstechnik als bedeutender.[2] Siemens unterstellte auf jeden Fall eine große Bedeutung der Selbsterregung von Generatoren ohne Abhängigkeit von äußerer Hilfsbetriebe mit den Worten: »Der Technik sind gegenwärtig die Mittel gegeben, electrische Ströme von unbegrenzter Stärke auf billige und bequeme Weise überall da zu erzeugen, wo Arbeitskraft disponibel ist.«[2]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1.  W. Siemens: Ueber die Umwandlung von Arbeitskraft in elektrischen Strom ohne Anwendung permanenter Magnete. In: Annalen der Physik. 206, Nr. 2, 1867, S. 332–335, doi:10.1002/andp.18672060113.
  2. abcd Deutsches Museum: Die Dynamomaschine von Werner Siemens, Entdeckungsgeschichte
  3. Patent GB2199: An improved electro magnetic machine. Angemeldet am 14. Oktober 1985. Nach:  R. A. Robertson (Hrsg.): The Mechanics’ magazine. 62, Robertson, Brooman, and Co., London 1855 (Volltext in der Google Buchsuche).
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