Als E-Mail-Programm (bzw. E-Mail-Client oder Mail-Client; technisch Mail User Agent, abgekürzt MUA) bezeichnet man ein Programm, mit dem E-Mails empfangen, gelesen, geschrieben und versendet werden.
Um eine E-Mail anzuzeigen, kann ein E-Mail-Programm sie entweder direkt auf dem Mail-Server öffnen (meist über IMAP oder IMAPS) oder aber von einem Mail-Server herunterladen (meist über POP3 oder POP3S) und dann lokal öffnen, i.d.R. nachdem sie in einem dazu vorher angelegten Benutzer-Postfach abgelegt wurde.
Zum Versand einer E-Mail schickt das E-Mail-Programm des Benutzers diese üblicherweise per Simple Mail Transfer Protocol (SMTP) an einen SMTP-Relay-Server (auch Smarthost), der sie dann weiter zum Mail-Server des Empfängers schickt. Der Nachteil dieses Verfahrens ist, dass bei fehlender Erreichbarkeit des Relay-Servers kein Versand von E-Mails möglich ist.
Alternativ erfolgt der Versand über einen lokal zur Verfügung stehenden Mail-Transfer-Agenten (MTA), wobei sich bei Linux oder Unix die sendmail-Schnittstelle dafür durchgesetzt hat, selbst dann, wenn andere Mail-Transfer-Agenten wie etwa Qmail, Postfix oder Exim zum Einsatz kommen. Diese Lösung hat den Vorteil einer lokalen Warteschlange für ausgehende E-Mails und den Nachteil einer aufwendigeren Installation.
Ein E-Mail-Programm braucht zur Konfiguration üblicherweise folgende Angaben:
Häufig sind POP3- und SMTP-Server sowie die Zugangsdaten identisch.
Wie beim Zugriff auf andere Benutzerkonten im Internet wird empfohlen, die Datenübertragungsarten zu verschlüsseln, siehe Transport Layer Security. Andernfalls können Benutzername und Passwort abgehört werden; ein Angreifer könnte die E-Mails des Benutzers lesen oder in seinem Namen E-Mails versenden.[1]
Der Benutzer des Programms hat üblicherweise mehrere Ordner zur Verfügung, in denen einzelne Mails gespeichert werden können. Je nach System und Programm sind diese Ordner tatsächliche Unterverzeichnisse im Dateisystem des Computers mit einzelnen Dateien für jede Mail (siehe Maildir) oder Archive, in denen mehrere Mails speichersparend zusammengepackt werden. Die Archive können wiederum in „Klartext“ als Textdateien (siehe mbox) oder als komprimierte Archive ausgeführt sein, ggf. nach freier Wahl des Benutzers.
Den Inhalt aller dieser Ordner kann der Benutzer in Listenform anzeigen lassen und Mails nach Wahl nochmal lesen, endlich beantworten, als Ausgangsgerüst für eine neu zu erstellende Mail verwenden, löschen oder in einen anderen Ordner verschieben oder kopieren.
Wenn der Benutzer mehrere Benutzerkonten besitzt, wird diese Ordnerstruktur ggf. für jeden Account einzeln erstellt.
Der Benutzer kann das Programm anweisen, beim Mail-Server ggf. neu eingetroffene Mails abzurufen, sie zu lesen, sie zu beantworten, sie weiterzuleiten, zu versenden oder zu löschen.
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