Montag, 28. Mai 2012

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E.ON Hanse

E.ON Hanse AG
Logo der E.ON Hanse AG
Rechtsform Aktiengesellschaft
Gründung 1. September 2003
Sitz Quickborn

Leitung

Mitarbeiter

  • 2.260 (Gruppe 2010)[1]
  • 1.771 (AG-Durchschnitt 2010)[1]
Umsatz 551,34 Mio. EUR (2010)[1]
Branche Energie
Website eon-hanse.com

Die E.ON Hanse AG ist Energieversorgungsunternehmen mit Sitz in Quickborn. Mehrheitlich gehört das Unternehmen dem E.ON-Konzern. Die E.ON Hanse beliefert rund 1,3 Mio. Kunden in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Niedersachsen mit Strom, Erdgas, Wasser oder Wärme. Dabei werden jährlich etwa 12 Mrd. Kilowattstunden Strom und 40 Mrd. Kilowattstunden Gas verkauft.

Geschichte

Die E.ON Hanse AG wurde am 1. September 2003 aus der Schleswag, HeinGas und HanseGas durch Fusion gebildet.[2]

Der Umsatz des Unternehmens belief sich im Jahr 2005 auf rund 2,6 Milliarden Euro.

Unternehmensstruktur

Unternehmensführung

Vorstand

Der Vorstand wird vom Vorsitzenden Hans-Jakob Tiessen geführt. Weitere Vorstandsmitglieder sind Udo Bottländer (Personalvorstand und Arbeitsdirektor), Andreas Fricke (kaufmännischer Vorstand) und Matthias Boxberger (seit 1. Januar 2011 technischer Vorstand).[1]

Aufsichtsrat

Der Aufsichtsrat besteht aus 20 Mitgliedern, darunter zehn Arbeitnehmervertreter und mehrere Landräte. Folgende Personen sitzen im Aufsichtsrat:

  • Thomas König, Vorsitzender seit 13. Dezember 2011[3]
  • Thies Hansen, 1. stellvertretender Vorsitzender[1]
  • Reinhard Sager, 2. stellvertretender Vorsitzender[1]
  • Detlef Flohr, Mitglied seit 30. März 2010[1]
  • Rudolf Friedrichs[1]
  • Martin Fuchs, Mitglied seit 30. Juni 2010[1]
  • Hartmut Geldmacher[1]
  • Bogislav-Tessen von Gerlach[1]
  • Peter Grau[1]
  • Jutta Hartwieg, Mitglied seit 21. April 2010[1]
  • Friedrich Janssen, Mitglied seit 11. Februar 2010[1]
  • Berith Jordan[1]
  • Jörn Klimant[1]
  • Gerd Krämer[1]
  • Udo Philipps[1]
  • Petra Reimann, Mitglied seit 3. November 2011[3]
  • Ralf Schwittay[1]
  • Sönke Vonsien, Mitglied seit 17. Juli 2010[1]
  • Sven Wanser, Mitglied seit 1. Januar 2012[3]
  • Thorsten Weber, Mitglied seit 1. Januar 2012[3]

Anteilseigner

Neben der E.ON Energie AG (73,82 %) existieren folgende kommunale Anteilseigner (26,18 %)[4][1]:

  • Centrum für angewandte Technologien GmbH (3,32 %)
  • Kreis Herzogtum Lauenburg (1,84 %)
  • Kreis Nordfriesland (1,84 %)
  • Kreis Ostholstein (2,43 %)
  • Kreisverkehrsgesellschaft in Pinneberg mbH (1,84 %)
  • Kreis Plön (1,49 %)
  • Verkehrsbetriebe Kreis Plön GmbH (0,35 %)
  • Kreis Rendsburg-Eckernförde Wirtschaftsförderungsgesellschaft (3,32 %)
  • Service-Betrieb des Kreises Schleswig-Flensburg (1,66 %)
  • Kulturstiftung Kreis Schleswig-Flensburg (1,66 %)
  • Kreis Segeberg Beteiligungsmanagement GmbH & Co. KG (2,07 %)
  • Steinburger Kreis Beteiligungsgesellschaft mbH (2,13 %)
  • Kreis Stormarn (2,21 %)

Tochterunternehmen

E.ON Hanse unterhält folgende Tochterunternehmen (Auswahl der Unternehmen mit über 1 Mio. Euro Eigenkapital[1])

  • Hamburg Netz GmbH, Hamburg (100 %)
  • E.ON Hanse Vertrieb GmbH, Hamburg (100 %)
  • SERVICE plus GmbH, Neumünster (100 %)
  • E.ON Hanse Wärme GmbH, Hamburg (100 %)
  • NORD-direkt GmbH, Neumünster (100 %)
  • Versorgungsbetriebe Helgoland GmbH, Helgoland (90 %)
  • Windenergiepark Westküste GmbH, Kaiser-Wilhelm-Koog (80 %)
  • Schleswig-Holstein Netz AG, Quickborn (56,43 %)
  • Neumünster Netz Beteiligungs-GmbH, Neumünster (50,1 %)
  • Holsteiner Wasser GmbH, Neumünster (50 %)
  • E.ON Best Service GmbH, Hamburg (25 %)

Rekommunalisierung

Um der in Schleswig-Holstein präsenten Bewegung zur Rekommunalisierung entgegenzuwirken, wurde durch die E.ON Hanse 2010 die Schleswig-Holstein Netz AG gegründet, an der sich Kommunen beteiligen können, E.ON Hanse aber die Mehrheit hat.[5]

Allerdings droht ihr der Verlust des Gasversorgungsnetzes in Hamburg; gegenwärtig erfolgt dort der Versuch einer einvernehmlichen Wertbestimmung des Hamburger Netzes, der die Basis eines möglichen Kaufpreises wäre.[6] Das Hamburger Netz betreibt E.ON Hanse über seine Tochtergesellschaft Hamburg Netz GmbH. Die Initiative "Unser Hamburg – unser Netz" fordert seit 2010 den vollständigen Rückkauf der Energieversorgungsnetze in der Hansestadt. Per Volksabstimmung während der Bundestagswahl 2013 will die Initiative die Rekommunalisierung der Netze erreichen.[7]

E.ON Hanse stellte mit der Freien und Hansestadt die Kooperationsvereinbarung "Energiekonzept für Hamburg"[8] auf, welche auf der Landespressekonferenz am 29. November 2011 präsentiert wurde.[9] Der Hamburger Senat strebt eine Beteiligung der Stadt an den Netzen in Höhe von 25,1 Prozent an[10] und findet dafür nach einer Infratest-Dimap-Umfrage von Januar 2012 eine mehrheitliche Unterstützung in der Bevölkerung[11].

Vor dem Hintergrund, dass das Kohlekraftwerk Moorburg und die dazugehörige Fernwärmetrasse seitens der Stadt Hamburg nicht verhindert werden konnte und der andauernden Konflikte der Stadt Hamburg mit der Vattenfall-Gruppe, ist die Gründung der Hamburg Energie GmbH erfolgt, um verlorengegangenen energiepolitischen Einfluss zurückzugewinnen.[12] Ziel ist die Übernahme der Energienetze (Strom, Gas, Fernwärme), um einen Umbau der städtischen Energieversorgung hin zu Erneuerbaren Energien vorzunehmen, insbesondere zur Abkehr von Kernenergie und fossilen Brennstoffen. Perspektive hierfür ist das Jahr 2014. Zu dem Zeitpunkt laufen die Konzessionsverträge aus beziehungsweise sind durch die Stadt Hamburg kündbar.[13]

Der Verlust des Hamburger Gasversorgungsnetzes würde erhebliche Auswirkungen auf die Gewinn- und Verlustsituation der E.ON Hanse-Gruppe haben, da in der Energiewirtschaft erhebliche Deckungsbeiträge im Netzgeschäft erwirtschaftet werden und der reine Energieverkauf nur geringe Margen einbringt. Zudem würde damit ein langfristiger Verlust an Kunden im Hamburger Energiehandel erfolgen.

Die E.ON AG als Muttergesellschaft hat 2010 aufgrund der erwarteten finanziellen Belastungen aus dem Energiekonzept der Bundesregierung einen Strategiewechsel angekündigt. Demnach wird sich der Konzern zukünftig auf das Kraftwerkgeschäft, schwerpunktmäßig im Ausland konzentrieren. Zwecks Schuldenabbau wird in diesem Zusammenhang erwartet, dass die Strom- und Gasnetze für die E.ON AG an Bedeutung verlieren und sukzessive verkauft werden. Die Auswirkungen dieses Strategiewechsels auf mögliche Übernahmeverhandlungen bleibt abzuwarten[14]. Für E.ON spiele Norddeutschland eine wichtige Rolle, um die unternehmerischen Chancen der Energiewende zu nutzen, betonte E.ON Vorstandsvorsitzender Johannes Teyssen im Hinblick auf die Bedeutung der Region als Windkraftstandort[15].

Veranstaltungen

Einzelnachweise

  1. abcdefghijklmnopqrstuv Suche nach E.ON Hanse AG: Jahresabschluss zum 31. Dezember 2010. In: Elektronischer Bundesanzeiger. Abgerufen am 16. März 2012. 
  2. Geschichte. In: Webseite der E.ON Hanse AG. Abgerufen am 21. März 2012. 
  3. abcd Suche nach E.ON Hanse AG: BEKANNTMACHUNG nach § 106 AktG vom 27. Dezember 2012. In: Elektronischer Bundesanzeiger. Abgerufen am 22. März 2012. 
  4. Die Gesellschafter der E.ON Hanse AG. In: Webseite der E.ON Hanse AG. Abgerufen am 21. März 2012. 
  5. Tagungsbericht Energienetze Schleswig-Holstein. In: Internetportal who-owns-the-world.org der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Abgerufen am 16. März 2012. 
  6. Drucksachen 19/6165 und 18/4464. In: Parlamentsdatenbank der Bürgerschaft der Freien und Hansestadt Hamburg. Abgerufen am 21. März 2012. 
  7. Website der Initiative "Unser Hamburg - unser Netz". Abgerufen am 21. März 2012. 
  8. Energiekonzept für Hamburg: Kooperationsvereinbarung zur zukunftsorientierten Gas- und Wärmeversorgung Freie und Hansestadt Hamburg - E.ON AG. Abgerufen am 16. März 2012. 
  9. Hamburg schafft die Energiewende. Präsentation vor der Landespressekonferenz am 29.11.2011. Abgerufen am 21. März 2012. 
  10. Hamburg schafft die Energiewende - Strategische Beteiligung Hamburgs an den Netzgesellschaften für Strom, Gas und Fernwärme - Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft vom 29. November 2011. Abgerufen am 16. März 2012. 
  11. LänderTREND Hamburg, Januar 2012. Mehrheit der Hamburger für Rückkauf der Energienetze. In: Infratest dimap. Abgerufen am 21. März 2012. 
  12. Sven-Michael Veit: Sauberer Strom füllt die Stadtkasse. In: die tageszeitung. 31. Oktober 2010, abgerufen am 21. März 2012. 
  13. Sven-Michael Veit: Hamburg gründet Öko-Stadtwerke. In: die tageszeitung. 18. Mai 2009, abgerufen am 21. März 2012. 
  14. ROUNDUP: Eon-Chef kündigt Strategiewechsel an - Weitere Milliardenverkäufe. In: Finanzen.net. 10. November 2010, abgerufen am 21. März 2012. 
  15. Johannes Teyssen: Wege, Umwege und Irrwege in die Energiezukunft. Vortrag beim Neujahrsempfang der IHK zu Kiel am 12. Januar 2011. Abgerufen am 21. März 2012. 
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