Ein Traumspiel (schwedisch Ett drömspel) ist ein Schauspiel von August Strindberg, erschienen 1902. Die Uraufführung des Stückes war am 17. April 1907 im Svenska Teatern in Stockholm. Die deutsche Erstaufführung fand am 17. März 1916 im Theater in der Königgrätzer Straße in Berlin statt.
Ein Traumspiel gehört mit dem Kammerspiel Die Gespenstersonate und der Damaskus-Trilogie zu den Hauptwerken seiner späteren Schaffenszeit. In suggestiven, zum Teil unmerklich ineinander übergehenden Episoden eines Stationendramas wird die Tragik menschlichen Lebens und Suchens dargestellt.
Protagonistin ist die Tochter des indischen Gottes Indra, Agnes, die aus Mitleid mit den Menschen auf die Erde herabsteigt. In immer neuen Verwandlungen und traumhaften Sequenzen ohne eigentliche dramatische Handlung erkundet sie die Möglichkeiten und Begrenztheiten menschlicher Existenz. Das Mitleiden von Agnes: "Es ist schade um die Menschen" ("Det är synd om människor") wird zum Hauptmotiv des Stücks. Exemplarisch begegnet sie unterschiedlichen Lebensentwürfen: dem des Offiziers, des pedantischen Advokaten, des Dichters. Das Scheitern und Leiden der Figuren gewinnt eine metaphysische Dimension, in dem der Sinn des Lebens sich nur aus einem unerkennbaren, jenseitigen Zusammenhang ergeben kann, der gleichzeitig das aktuelle Geschehen traumhaft-geheimnisvoll durchwebt. So endet der Weg von Agnes an einer Tür im Theaterkorridor, hinter der sie die "Lösung des Welträtsels" vermutet. Es stellt sich heraus, daß hinter der Tür "nichts" ist.
Die Rätsel der Welt bleiben unbeantwortet; zurück bleibt "...eine Wand von fragenden, trauernden, verzweifelten Menschengesichtern". Agnes gelobt, die an Ijob gemahnende Klage des Dichters gegen den Schöpfergott bei ihrer Rückkehr vor den Thron des Vaters zu tragen.
In der suggestiven Sprachkraft und Poesie des Werkes wird im "Mitleiden" und der gegenseitigen Identifikation und Spiegelung der Figuren - trotz aller Klage und allen Leidens - ein Lebenssinn suggeriert. Strindberg schrieb das Werk ein Jahr nach dem Erscheinen der Traumdeutung von Sigmund Freud.
Übersetzungen:
Verfilmungen:
Vertonungen
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