Die Elbekreuzung 2 ist eine zwischen 1976 und 1978 errichtete 380-kV-Drehstrom-Freileitungskreuzung der Elbe, die 1978 in Betrieb genommen wurde. Die Freileitung verbindet das Schaltwerk Wilster mit dem Umspannwerk Dollern, das östlich von Stade liegt. Die für vier Drehstromkreise mit einer Betriebsspannung von 380 kV ausgelegte Elbekreuzung 2 erweitert die 1962 in Betrieb genommene Elbekreuzung 1.
Die Elbekreuzung 2 besteht aus vier Masten:
Die Spannweite zwischen den Tragmasten über der Elbe beträgt etwa 1170 m.
Alle vier Maste der Elbekreuzung 2 sind mit geländergesicherten Laufstegen ausgerüstet. Sie führen zwei Blitzschutzleiter.
Die enorme Höhe der beiden Tragmaste auf der Insel Lühesand und der Hetlinger Schanze ist erforderlich, um die geforderten 75 Meter Durchfahrtshöhe unter den durchhängenden Leitungen auf der Elbe zu gewährleisten.
Von den zwölf Leiterseilen der Elbekreuzung 2 wurden in der Anfangszeit nur sechs Leiterseile (2 Drehstromkreise) genutzt. Die anderen sechs Leiterseile waren zwar bei Errichtung der Leitung bereits an den Masten installiert worden, um den hohen Aufwand des Seilzugs über die Elbe kein zweites Mal betreiben zu müssen, sie wurden aber zunächst an den beiden Abspannmasten geerdet. Als in den 1990er Jahren die Bahnen in Schleswig-Holstein elektrifiziert wurden, nahm man vier der ungenutzten Leiterseile der Elbekreuzung 2 als Bahnstromleitung in Betrieb, wobei auf dem anschließenden Leitungsabschnitt vier Leiterseile für 110-kV-Bahnstrom installiert werden mussten. Die Tragmaste der Elbekreuzung 2 sind damit die höchsten von der Deutschen Bahn AG genutzten Freileitungsmaste. Die höchsten dedizierten Bahnstrommaste stehen in Bremen und dienen einer vierkreisigen Bahnstromleitung zur Überquerung der Weser.
Am 13. August 2001 kollidierte ein Leichtflugzeug bei schlechter Sicht mit einem der Erdseile der Elbekreuzung 2 zwischen den beiden Tragmasten und wurde schwer beschädigt, konnte jedoch noch landen. Menschen kamen nicht zu Schaden. [1]
Detail des Strommastes an der Hetlinger Schanze
Abspannmast am niedersächsischen Ufer. Die inneren Leiter der oberen Traverse sind noch ungenutzt, die Stromschlaufen enden am Gittermast
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