Sonntag, 27. Mai 2012

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Émile Gallé

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Émile Gallé, Selbstportrait
Glasvase von Émile Gallé, um 1900
Vase mit Klematis-Muster, 1890-1900
Deckenlampe im Uroko-Haus in Kobe, Japan

Émile Gallé (* 4. Mai 1846 in Nancy; † 23. September 1904 ebenda) war ein französischer Künstler, welcher besonders durch den Entwurf von Keramik, Glas und Möbeln im Stil des Historismus bzw. des Jugendstils bekannt geworden ist.

Biographie

Das Haus von Gallé in Nancy

Er wurde in Nancy in eine Familie von Händlern von Fayencen und Kristall geboren. Nach seinem Baccalauréat (Abitur) studierte er Philosophie, Zoologie, Botanik und Mineralogie in Deutschland. Er erlernte das Arbeiten mit Glas und Holz und spezialisierte sich in Glasbläserei.

Von 1862 bis 1866 hielt sich Gallé in Deutschland, unter anderem in Weimar, später in Meisenthal im Département Moselle auf. Nach weiteren Aufenthalten in London, wo er die väterliche Firma an einer Ausstellung Art de France vertrat, und Paris kehrte er voller neuer Eindrücke nach Nancy zurück.

Hier experimentierte er mit neuen Techniken der Glasbläserkunst (Marmorierungen, Reflexe, Glasschichten mit Einschmelzungen von Gold- und Silberfolien, Blasenbildungen).

1874 übernahm er die Leitung des väterlichen Betriebs und ein Jahr darauf heiratete er die Pastorstochter Henriette Grimm. Er installierte sich im Atelier La Garenne. Im Jahr 1883 baute er die Ateliers erheblich aus: Es entstanden Werkstätten für Fayencen, Glas und Holz.

1885 reiste er nach Berlin und studierte im Kunstgewerbemuseum die berühmte Sammlung chinesischer Glaskunst.

Er eröffnete Verkaufsstellen in Paris (1885), Frankfurt (1887) und später auch in London. 1889 beschäftigte er über dreihundert Angestellte.

1901 gründete er mit den Brüdern Augustin und Antonin Daum sowie René Lalique und Gabriel Argy-Rousseau die École de Nancy, welche unter anderem die Interessen der Glaskünstler vertrat. Er war deren erster Präsident.

Er starb am 23. September 1904 in Nancy an Leukämie. Seine Witwe und sein Schwiegersohn führten die Firma bis in die frühen 30er-Jahre weiter. Es fehlte jedoch die für die früheren Jahre typische Fülle der künstlerischen und technischen Neuerungen.

Ausstellungen und Preise

  • 1878: Paris: Weltausstellung: vier Goldmedaillen
  • 1884: Paris: Ausstellung "La Pierre, le Bois, la Terre, le Verre": Goldmedaille
  • 1889: Paris: Weltausstellung: Großer Preis
  • 1893: Chicago: Weltausstellung
  • 1894: Nancy: Kunstgewerbeausstellung
  • 1897: München: Goldmedaille
  • 1900: Paris: Weltausstellung: zwei Große Preise und eine Goldmedaille
  • 1901: Ausstellung in Dresden
  • 1902: Ausstellung in Turin
  • 1903: berühmteste Vase La Maggiorata Marta

Würdigung

Obwohl Gallé sich auch mit Holz- und Keramikarbeiten beschäftigt, sind es vor allem seine Glas- und Kristallarbeiten, die zu seinem internationalen Ruhm beitragen. Seine Vasen und Lampenschirme sind begehrte Sammlerobjekte und werden in vielen Museen weltweit ausgestellt. Seine Inspirationen erhält er durch eingehende Beschäftigung mit der Natur: schon früh ist er von der Pflanzenwelt fasziniert und setzt diese Eindrücke in seine Entwürfe um.

Emile Gallé gilt als einer der hervorragendsten Glaskünstler seiner Zeit. Die Kunstwelt hat ihm große und entscheidende Fortschritte in der Entwicklung der Glaskunst zu verdanken. Es gelang ihm, intensive Farben und dennoch erhaltene Transparenz der Gläser zu vereinen.

Kuriosa

Der 1948 geboren Schweizer Schriftsteller Martin Suter veröffentlichte 2011 den Roman Allmen und die Libellen (ISBN 978-3-257-06777-4). Im Mittelpunkt des Romans stehen fünf Gallé-Schalen mit Libellen-Motiven. Deren Diebstahl, Verkauf und Wiederauftauchen im Zusammenhang mit Versicherungsbetrug in Millionenhöhe und rücksichtsloser Sammelleidenschaft treiben die Handlung voran.

Weblinks

 Commons: Émile Gallé – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
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