Sparen ist das Zurücklegen momentan freier Mittel zur späteren Verwendung. Häufig wird durch wiederholte Rücklage über längere Zeit ein Betrag aufsummiert, der dann für eine größere Anschaffung verwendet werden kann.
Eine genaue Abgrenzung ist nicht immer möglich. So kann zum Beispiel das Sparen zum Erwerb von Immobilien als Zwecksparen oder als Vorsorgesparen angesehen werden.
Unter das Motiv „Vorsorgesparen“ lässt sich die Absicherung gegen Unsicherheiten, das Halten eines einmal erreichten Konsumniveaus sowie die Flexibilität des intertemporalen Konsums (also die Liquidität) einordnen.
Sparen darf nicht mit dem Horten verwechselt werden, bei dem Geld im Sparstrumpf, unter der Matratze etc. zurückbehalten wird, ohne es anzulegen.
→ Hauptartikel: Geldanlage
Es gibt verschiedene Arten von Geldanlagen. Beispiele für Papierwertanlagen: Sparkonto, Sparbrief, Termineinlagen, Bundesschatzbrief, Bausparen, Tagesgeld. Grundsätzlich beruhen Papierwertanlagen auf einem gesetzlich festgeschriebenen Zahlungsversprechen. Sachwertanlagen stellen dagegen einen reellen Besitz dar.
Beispiele für Sachwertanlagen: Immobilien, Edelmetalle, Aktien, Schiffe, Flugzeuge
Unter der nationalen bzw. gesamtwirtschaftlichen Ersparnis, abgekürzt meist mit
, versteht man in der Makroökonomik das Gesamteinkommen
einer Volkswirtschaft, dem die Ausgaben für Konsum
und Staatsverbrauch
abgezogen wurden, kurz
.
Die gesamtwirtschaftliche Ersparnis lässt sich in die private und öffentliche Ersparnis zerlegen:
wobei T = Steuern - Transferleistungen (z.B. Sozialhilfe)
Aus der Summe von privater und staatlicher Ersparnis ergibt sich dann die gesamtwirtschaftliche Ersparnis/nationale Ersparnis. Diese wird gemäß geltender Literatur als
beschrieben. Um einen direkten Zusammenhang zwischen der nationalen Ersparnis auf der einen und der privaten und staatlichen Ersparnis auf der anderen Seite darstellen zu können, wird nachfolgend der Zusammenhang mathematisch dargestellt.
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In einer geschlossenen Volkswirtschaft gibt es zwischen der gesamtwirtschaftlichen Ersparnis und Investitionen einen direkten Zusammenhang. Dieser ergibt sich aus der Definition der Gesamtwirtschaftlichen Nachfragefunktion:
Nach Umstellung der Nachfragefunktion erhält man:
Setzt man diese mit der nationalen Ersparnis gleich, dann ergibt sich daraus:
Auf weitere erörternde Zusammenhänge wird an dieser Stelle verzichtet und auf den Artikel des Gütermarktgleichgewichts verwiesen.
Betrachtet man nunmehr eine offene Volkswirtschaft, so muss neben dem schon gültigen Zusammenhang
noch der Außenhandel einer Volkswirtschaft berücksichtigt werden. Daraus ergibt sich dann
. Hierbei begründet sich der wesentliche Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Volkswirtschaften. Während geschlossene Volkswirtschafte lediglich durch Sparen ihren Kapitalstock erhöhen kann, kann in einer offenen Volkswirtschaft durch den Erwerb von Auslandsvermögen zuzüglich dem eigenen Sparen der Kapitalstock erhöht und dadurch Investitionsmöglichkeiten früher genutzt werden.[1] Somit kann man durch Kreditaufnahme im Ausland die Investitionen im Inland erhöhen, ohne die Ersparnis zu verändern.
Die gesamtwirtschaftliche Ersparnis ist (in der offenen Volkswirtschaft) gleich den inländischen Investitionen
zuzüglich der Nettoauslandsinvestitionen
,
In der theoretischen geschlossenen Volkswirtschaft gilt folglich: S = I
Beim Sparen ist die richtige Bewertung des Sparens zu beachten – siehe DIW: Wirtschaftspolitische Ueberlegungen: Sparen als Voraussetzung zum Investieren?
In der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung (VGR) ist „Sparen“ im Einkommensverwendungskonto (Ausgabenkonzept) definiert als
Sparen bzw. die Änderung des Sparverhaltens hat mehrere Auswirkungen auf die Volkswirtschaft, die unter den verschiedenen Wachstumstheorien umstritten sind. Im Neoklassischen Modell führt ein Anstieg der Ersparnis zu niedrigeren Kapitalmarktzinsen und damit zu einem Anstieg der Investitionen. Die optimale Ersparnis sei durch die sogenannte Zeitpräferenzrate gegeben. Im Keynesianismus tritt dagegen der durch das vermehrte Sparen entstehende Nachfrageausfall in den Vordergrund: Dadurch würden die Gewinne aus den bereits getätigten Investitionen sinken und somit weniger unternehmensinterne Finanzierungsquellen (Eigenkapital) zur Verfügung stehen (was nebenbei auch noch die Bereitschaft der Banken zur Kreditvergabe schmälern würde). Außerdem sei es wenig wahrscheinlich, dass Unternehmen bei sinkender Nachfrage noch Erweiterungsinvestitionen tätigen würden.
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