Dieser Artikel beschreibt die regionale Küche des Erzgebirges.
Die Küche im Erzgebirge war jahrhundertelang von den wechselnden wirtschaftlichen Verhältnissen in Bergbau, Handwerk, Forstwirtschaft sowie durch Heimarbeit geprägt. Dies spiegelt sich zum einen in der Einfachheit der Küchenzutaten, der Improvisationskunst und Kreativität der erzgebirgischen Hausfrau wider, andererseits gab es in den Herrenhäusern eine sehr reichhaltige Küche. Gerade die Herren von Schönberg, die beste Beziehungen zum Hofe nach Dresden hatten, zeigten auch zu Tisch gern ihren Wohlstand. Außerdem profitierten sie durch die strategisch günstige Lage ihrer Burgen in Sayda und Purschenstein, die sich an einer sogenannten Salzstraße befanden, vom Fernhandel. Durch die Fuhrleute kamen sie in den Besitz und Genuss von fremdländischen Gewürzen und Wissen, wovon auch ihre Küchen profitierten.
Mit jedem Berggeschrey (das heißt mit neuen Erzfunden) erlebte das Erzgebirge seit dem 12. Jahrhundert eine neue Einwanderungswelle. Entsprechend hat auch die Küche der Region zahlreiche Einflüsse aus den Ursprungsregionen der Siedler aufgenommen. Besonders prägend für die heute typischen Gerichte ist das 18. Jahrhundert. Als zuletzt 1771/72 eine große Hungersnot im Gebirge ausbrach, wurde vor allem auch von Seiten der Kirche in den sogenannten „Knollenpredigten“ der Kartoffelanbau propagiert. Die Kartoffelpflanze gedieh auch auf den kargen Böden und im rauhen Klima des Gebirges und wurde zum bevorzugten Nahrungsmittel des Erzgebirges. Es entwickelte sich eine Vielzahl von Zubereitungsvarianten, die die heutige traditionelle Küche noch immer prägen.
Traditionell weit verbreitet sind verschiedene Formen von Kartoffelpuffern, die sowohl als süße oder deftige Hauptspeise wie auch als Beilage zu Fleischgerichten gereicht werden. Hierzu zählen insbesondere:
Typisch sind weiterhin Reibekuchen aus Kartoffeln, am bekanntesten ist das sogenannte Rauchemaad.
Zum Weihnachtsfest, das im Erzgebirge besonders aufwändig begangen wird, wird bis heute in vielen Haushalten das Neinerlaa zubereitet. Die einzelnen Zutaten variieren dabei von Region zu Region, manchmal auch von Dorf zu Dorf. In jedem Fall werden an Heiligabend neun Bestandteile serviert, zum Beispiel Bratwurst, Sauerkraut und Linsen, von denen jeder eine spezielle Bedeutung für das kommende Jahr hat. So stehen etwa Klöße für Reichtum, Sellerie für Fruchtbarkeit.
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Erzgebirgische_Küche aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |