Das Europäische Abitur (auch Europäisches Baccalauréat) ist eine von allen EU-Ländern anerkannte allgemeine Hochschulreife, die an Absolventen der Europäischen Schulen vergeben wird. In Deutschland entspricht sie dem Abitur.
Die Prüfungen zum Europäischen Abitur werden am Ende des siebten Jahres der Sekundarschule abgelegt. Die Gesamtnote setzt sich wie folgt zusammen:
Mögliche Wahlpflichtfächer sind weitere Sprachen der Europäischen Union, Biologie, Chemie, Physik, Geschichte, Wirtschaftskunde und Geographie, sowie Philosophie.
Erste Sprache: Für Muttersprachler der deutschen Sprache sind in den deutschsprachigen Sektionen der Unterricht und die Prüfungen in der sogenannten ersten Sprache (L1) auf dem Niveau des Faches Deutsch des Abiturs. Für nicht-Muttersprachler (SWALS), die die deutschsprachige Sektion besuchen, wird die Muttersprache als erste Sprache gewertet, falls es keine in der Muttersprache unterrichtende Sektion gibt.
Zweite Sprache: Um die Prüfung in der zweiten Sprache (L2) zu bestehen, muss diese fließend beherrscht werden, und die Schüler müssen fähig sein komplizierte Texte in dieser zu verstehen und zu interpretieren. Derartige Fähigkeiten überschreiten in der Regel das Niveau der Fremdsprachen im Abitur. Im Gegensatz zu diesem allerdings müssen die Schüler im Europäischen Abitur nicht nachweisen, ob sie fähig sind, Übersetzungen von Wörtern oder Texten aus einer Fremdsprache in ihre Muttersprache zu erstellen. Dies kommt daher, dass die Fremdsprachen in Klassen mit Schülern unterschiedlicher Muttersprache unterrichtet werden. Für nicht-Muttersprachler (SWALS), die die deutschsprachige Sektion besuchen ist die zweite Sprache Deutsch.
Mathematik: Die Herangehensweisen in der Mathematik sind von Grund auf verschieden, da sich das Europäische Abitur in diesem Punkt am französischen Schulsystem orientiert. Im Grund- und Leistungskurs wird jedoch thematisch größtenteils der gleiche Stoff abgedeckt. Etwas vergleichbares wie den Vertiefungskurs gibt es beim Abitur nicht, denn in diesem werden Inhalte behandelt, die in Deutschland erst an den Universitäten unterrichtet werden.
Wahlpflichtfächer: Die Wahlpflichtfächer sind zahlreich und in vier von ihnen müssen Prüfungen abgelegt werden (davon müssen mindestens zwei Leistungskurse sein). Es ist möglich, dass ein/e Absolvent/in bestimmte dieser Fächer und die anschließenden Prüfungen in seiner zweiten Sprache abgelegt hat.
Die ersten Zeugnisse wurden 1959 vergeben.
Das Europäische Abitur wird an Europäischen Schulen vergeben, die nichts mit den Europaschulen zu tun haben.
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