| Karte | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Fläche: | 38.617 km² |
| geistliche Leitung: | LandesbischofRalf Meister |
| Präsident der Landessynode: | Jürgen Schneider |
| Präsident des Landeskirchenamt: | Burkhard Guntau |
| Direktor des Haus kirchlicher Dienste: | Ralf Tyra |
| Direktor des Diakonischen Werkes: | Christoph Künkel |
| Pressesprecher: | Johannes Neukirch |
| Mitgliedschaft: | EKD, VELKD,Konf. ev. Kirchen in Nds.,LWB, ÖRK |
| Sprengel: | 6 |
| Kirchenkreise: | 56 (1. Januar 2011) |
| Kirchengemeinden: | 1.320 (1. Januar 2011) |
| Kapellengemeinden: | 122 (1. Januar 2011) |
| Gemeindeglieder: | 2.833.510 (1. Januar 2011)[1] |
| Anteil an der Gesamtbevölkerung: | ≈ 47 % |
| Offizielle Website: | www.evlka.de |
Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers ist eine von 22 Gliedkirchen (Landeskirchen) der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Wie alle Landeskirchen ist sie eine Körperschaft des öffentlichen Rechts. Sie hat ihren Sitz in Hannover. Die Kirche hat 2.833.510 Gemeindeglieder (Stand: Januar 2011) in 1.320 Kirchengemeinden und ist damit aufgrund ihrer Gemeindegliederzahl die größte Landeskirche Deutschlands. Sie ist eine der lutherischen Kirchen innerhalb der EKD, Mitglied der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD), des Ökumenischen Rates der Kirchen und des Lutherischen Weltbundes. Ferner gehört sie zur Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen.
Die oberste kirchliche Behörde der Landeskirche ist das Landeskirchenamt Hannover.
Seit 1925 ist die Marktkirche Predigtkirche des Landesbischofs.[2]
Das Gebiet der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers umfasst im Wesentlichen die preußische Provinz Hannover, die bis 1946 bestand und vom August bis zum November 1946 als Land Hannover weiterexistierte. Am 23. November 1946 wurde das Gebiet Bestandteil des Landes Niedersachsen.
Änderungen der Provinz- bzw. Landesgrenzen in der Zeit nach 1933 (Groß-Hamburg-Gesetz 1937, Bildung der Stadt Salzgitter 1942 durch Gebietsaustausch zwischen den Ländern Preußen und Braunschweig) wurden bei der Zuordnung von Gebieten zur Landeskirche Hannover ebenso wenig berücksichtigt wie Kreis- und Gemeindereformen ab 1946.
Der größte Teil Niedersachsens gehört heute zum Gebiet der Landeskirche Hannover. Von den heute niedersächsischen Gebieten gehören nicht zur Landeskirche Hannover:
in den Grenzen von 1946.
Die folgenden Gebiete außerhalb des heutigen Landes Niedersachsen gehören zur Landeskirche Hannover:
Die folgenden Gebietsänderungen zwischen den ehemaligen Ländern Oldenburg und Hannover fanden bei der Zuordnung zu den Landeskirchen keine Berücksichtigung:
Die Geschichte der Landeskirche ist untrennbar mit der Geschichte des Landes Hannover verbunden, das sich im 19. Jahrhundert aus folgenden Staaten und Gebieten zusammensetzte:
In nahezu allen Teilen wurde ab 1527 die Reformation meist nach lutherischem Vorbild eingeführt; besondere Bedeutung kommt dabei dem Wittenberger Reformator Johannes Bugenhagen zu, von dem die erste Kirchenordnung in den welfischen Landen stammte. Lediglich die geistlichen Territorien Hildesheim, Münster, Osnabrück-Land und das Eichsfeld blieben katholisch. Weiterhin existierten einige reformierte Gemeinden.
1692 entstand das Kurfürstentum Hannover, das erhebliche Gebiete hinzugewinnen konnte. Erneute Gebietserweiterungen erfolgten 1815 als Hannover zum Königreich erhoben wurde, u. a. Ostfriesland, Grafschaften Lingen und Bentheim, Herrschaft Plesse und Stifter Osnabrück und Hildesheim. Mit den erheblichen Gebietszuwächsen gab es innerhalb des Königreichs Hannover nunmehr eine Landeskirche, die sowohl lutherische als auch reformierte Gemeinden hatte, deren Oberhaupt der König von Hannover als summus episcŏpus (lateinisch für: „oberster Bischof“) war. Die Kirche gliederte sich in die folgenden sechs relativ selbständigen Konsistorien: Das lutherisch-reformierte Simultankonsistorium in Aurich (für Ostfriesland) sowie die fünf lutherischen Konsistorien in Hannover (für das kurhannöversche Kerngebiet), in Ilfeld im Harz (für die ehem. Grafschaft Hohenstein), in Osnabrück (für das ehem. Hochstift Osnabrück), in Otterndorf (für das Land Hadeln, bestand 1535–1885) sowie in Stade (bestand 1650–1903, bis 1885 für die Landdrostei Stade ohne Hadeln, dann einschließlich Hadelns).
1866 wurde in Hannover ein „Landeskonsistorium“ errichtet, doch blieben die sechs Provinzialkonsistorien zunächst noch bestehen. Einen Tag nach der Errichtung des Landeskonsistoriums in Hannover wurde das Königreich Hannover von Preußen annektiert und in die Provinz Hannover umgewandelt. Die Kirche blieb jedoch selbständig und wurde nicht in die 1817 gegründete unierte Evangelische Landeskirche in Preußen eingegliedert. 1885 bzw. 1903 wurden fünf der sechs Provinzialkonsistorien aufgelöst. Lediglich Aurich blieb als paritätisch (lutherisch und reformiert) besetztes Provinzkonsistorium bestehen. Es war nämlich ab 1882 oberste Kirchenbehörde aller reformierten Gemeinden der Provinz Hannover geworden, aus dem die heutige Evangelisch-reformierte Kirche – Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland hervorging. Das Konsistorium Aurich war darüber hinaus jedoch weiterhin auch für die lutherischen Gemeinden Ostfrieslands zuständig. Dies wurde so fortgeführt bis nach dem Ersten Weltkrieg (Wegfall des Landesherrlichen Kirchenregiments). Erst 1922 wurde das paritätisch besetzte Konsistorium Aurich in ein rein reformiertes Konsistorium umgewandelt.
In preußischer Zeit war der König von Preußen Oberhaupt der Landeskirche Hannovers. Geistlicher Leiter waren in jener Zeit acht (ab 1902 vier) Generalsuperintendenten. Mitte des 19. Jahrhunderts amtierte unter den zahlreichen Namen über viele Jahre Gerhard Uhlhorn. Die Namen der letzten Generalsuperintendenten der Provinz Hannover waren:
Nach Abdankung der Könige und dem Wegfall des Landesherrlichen Kirchenregiments wurde Preußen, zu dem die Provinz Hannover gehörte, eine Republik namens Freistaat Preußen. Die Provinzialkirche Hannovers wurde selbständige Landeskirche und erhielt 1922 eine Verfassung. Danach stand an der Spitze der Landeskirche nunmehr der Landesbischof. Ferner wurde ein Landeskirchentag (ab 1946 Landessynode) eingeführt. Aus dem Landeskonsistorium in Hannover wurde das Landeskirchenamt. Bis zur Einsetzung des ersten Landesbischofs 1925 fungierten zunächst „die mit der vorläufigen Wahrnehmung des landesherrlichen Kirchenregiments beauftragten Staatsminister“ Preußens, ab 1921 dann die Präsidenten des Landeskonsistoriums in Hannover als Oberhaupt der Kirche.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers Gründungsmitglied der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und der Vereinigten Evangelisch-Lutherischen Kirche Deutschlands (VELKD). 1971 bildete sie mit den anderen evangelischen Kirchen Niedersachsens die Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen. Seit 1976 gehören die ehemals braunschweigischen Gemeinden Lunsen und Thedinghausen nach fast 300 Jahren zur Landeskirche Hannover. Die Gemeinden waren 1679 von der bremischen Kirche an die braunschweigische Kirche gekommen.
Im Jahr 1977 wurde die Nordelbische Evangelisch-Lutherische Kirche aus vier bestehenden Landeskirchen neu gegründet. Im Rahmen dieser Fusion schloss sich der Kirchenkreis Harburg, der auf Hamburger Stadtgebiet liegt, der neu gegründeten Kirche an. Zugleich trennten sich die Gemeinden von Cuxhaven, die bisher zur in der Fusion aufgehenden Evangelisch-Lutherische Kirche im Hamburgischen Staate gehörte, von ihrer Landeskirche und gliederte sich der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers an. Bis heute wird gelegentlich eine Fusion der Landeskirchen auf niedersächsischem Gebiet zu einer gemeinsamen Landeskirche ins Gespräch gebracht.
An der Spitze der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers steht der Landesbischof, der von der Synode gewählt wird. Nach Vollendung seines 65. Lebensjahres tritt der Bischof in der Regel in den Ruhestand. Dienstsitz des Bischofs ist die Bischofskanzlei in der Haarstraße in Hannovers Stadtteil Südstadt.
Als „Parlament“ hat die Landeskirche eine Landessynode. Deren Mitglieder, die Synodalen, werden alle sechs Jahre in Wahlkreisen gewählt. Wahlberechtigt sind dabei die Mitglieder der Kirchen- und Kapellenvorstände, die Mitglieder der Kirchenkreistage und die Pastoren. Vorsitzender der Synode ist der „Präsident der Synode“, derzeit Jürgen Schneider aus Hermannsburg (LVK). Die Synode tagt etwa zweimal im Jahr, in der Regel in Räumen der Henriettenstiftung in Hannover. Ihre Aufgaben sind ähnlich wie die von politischen Parlamenten. In der übrigen Zeit übernimmt der „Landessynodalausschuss“ die ständige Vertretung der Synode wahr.
Die Synode hat daneben noch eine Reihe anderer Ausschüsse. Die Sitze in den Ausschüssen und die Ausschussvorsitze werden aufgrund der Stärke der beiden kirchenpolitischen Gruppen (entsprechen Fraktionen im politischen Bereich) verteilt. Zum einen gibt es dort die (moderat) konservativen Synodalen, die sich unter dem Dach der Lebendigen Volkskirche zusammengefunden haben und die eher (links-)liberale Fraktion der „Gruppe Offene Kirche“. Letztere entstand als erste kirchenpolitische Gruppierung in der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers im Jahr 1969. Die LVK folgte einige Jahre später.
Beide Gruppen tagen mehrfach im Jahr und sind durch ihre Existenz Garant für die Effizienz der parlamentarischen Arbeit. Zunächst war die LVK in den siebziger Jahren etwas stärker als die GOK in der Synode vertreten. Seit der 22. Landessynode stellt die GOK eine Mehrheit der Synodalen. Im Zuge der Perspektivbeschlüsse der Landeskirche hatte die 23. Landessynode beschlossen mit der Neuwahl der Landessynode im Herbst 2007 die Zahl der Synodalen um 25 % auf 75 Mitglieder zu reduzieren. Im Februar 2008 konstituierte sich die 24. Landessynode neu für die Legislaturperiode 2008 bis 2014. Dabei entschieden sich 45 der 75 Synodalen für eine Mitarbeit in der GOK, 30 für eine Mitgliedschaft in der LVK. Bis 2010 (und bis zur Neuwahl des Kirchensenats, die immer zur Halbzeit der Amtszeit der Landessynode erfolgt) gehören zusätzlich zwei als Mitglieder der Landessynode gewählte Mitglieder des Kirchensenats der Landessynode überhängend an. Als Präsident der Landessynode wurde auf der ersten Tagung für drei Jahre Jürgen Schneider im Amt bestätigt.
Die Rechte der Synode nimmt zwischen den in der Regel zwei Tagungen im Jahr der sieben Mitglieder umfassende Landessynodalausschuss (LSA) als eigenes kirchenleitendes Organ wahr. Ihm sind darüber hinaus eigene Zustimmungsrechte im Bereich der Finanzwirtschaft und der Rechtsetzung übertragen, so dass das synodale Mitwirken an der gemeinsamen Kirchenleitung kontinuierlich gewährleistet ist. Zum Abschluss der I. Tagung der Landessynode wurde am 23. Februar 2008 der Landessynodalausschuss für eine sechsjährige Amtszeit neu gewählt. In diesem siebenköpfigen Leitungsgremium stellt die „Gruppe Offene Kirche“ (GOK ) vier und die Gruppe Lebendige Volkskirche (LVK) drei Mitglieder:
Ordinierte Mitglieder des LSA:
Superintendent Michael Thiel – Gifhorn (stellvertretender Vorsitzender/LVK), Pastorin Susanne Briese-Köhler – Wunstorf (GOK); Pastor Michael Gierow – Zernien (GOK).
Nichtordinierte Mitglieder des LSA:
Gunda-Marie Meyer – Adelebsen (LVK), Angelus Müller – Basdahl (LVK), Jörn Surborg – Wolfsburg (Vorsitzender/GOK), Rolf Bade – Hannover (GOK).
Der Landesbischof bzw. die Landesbischöfin hat seinen bzw. ihren Amtssitz in Hannover. Oberste innerkirchliche Behörde ist das Landeskirchenamt, dem ein Präsident (seit 1. Mai 2008: Burkhard Guntau) vorsteht. Der Landesbischof ist Vorsitzender des Kollegiums im Landeskirchenamt (quasi die „Regierung“ der Landeskirche), dem neben dem Landesbischof, der Präsident des Landeskirchenamts, der geistliche Vizepräsident, der rechtskundige Vizepräsident sowie die Oberlandeskirchenräte angehören. Weiteres wichtiges Organ ist der Kirchensenat, dem der Landesbischof, der Vorsitzende des Landessynodalausschusses, drei weitere Landessynodale, ein Landessuperintendent, der Präsident des Landeskirchenamtes mit einem weiteren Vertreter des Landeskirchenamtes, der Präsident der Landessynode und vier weitere Glieder der Landeskirche angehören. Ferner gibt es den Bischofsrat, dem der Landesbischof und die Landessuperintendenten („Regionalbischöfe“) angehören.
Die Kirchengemeinden sind Körperschaften des öffentlichen Rechts mit gewählten Kirchenvorständen, den „Kirchenvorstehern“ und den Pastoren. Die Kirchenvorsteher werden alle sechs Jahre unmittelbar von den Gemeindegliedern gewählt. Die letzte Kirchenvorstandswahl erfolgte im März 2012.
Mehrere Kirchengemeinden bilden zusammen einen Kirchenkreis (etwa einem Landkreis vergleichbar), an dessen Spitze ein Superintendent (in zwei Kirchenkreisen mit dem Titel Propst) steht. Die Kirchenkreise sind ebenfalls Körperschaften des öffentlichen Rechts und haben als Organe den Kirchenkreistag mit Kirchenkreistagsvorstand und den Kirchenkreisvorstand. Der Kirchenkreistag wird innerhalb von sechs Monaten nach Neubildung der Kirchenvorstände gebildet, er setzt sich aus Vertretern der Kirchengemeinden, vom Kirchenkreisvorstand Berufenen, dem Superintendenten und seinem Stellvertreter und den Synodalen aus dem Kirchenkreis zusammen. Die Verwaltung der Kirchenkreise und ihrer Kirchengemeinden erfolgt in einem Kirchenkreisamt, geleitet durch den Kirchenkreisamtsleiter, oder in Kirchenämtern für mehrere Kirchenkreise. Die Synode hat 2005 beschlossen, die Anzahl der Kirchenkreisämter zu halbieren. Derzeit gibt es etwa 40, in Zukunft soll dies auf maximal 21 zurückgefahren werden. Dies wird zu einer Zentralisierung der Aufgaben führen.
Die Kirchenkreise sind zu Sprengeln (etwa einem Regierungsbezirk vergleichbar) zusammengefasst, mit einem „Landessuperintendenten“ an der Spitze. Bis in die 1930-er Jahre bestanden Generaldiözesen als Untergliederungen, geleitet von Generalsuperintendenten, die schon vor der formellen Gründung der heutigen Landeskirche 1866 gebildet worden waren.[4] Der Landessuperintendent wird durch den Ephorenkonvent unterstützt. Dem Ephorenkonvent gehören alle Superintendenten des Sprengels an. Im Gegensatz zu Kirchengemeinde und Kirchenkreis hat der Sprengel keinen Status als Körperschaft des öffentlichen Rechts und ist keine eigene juristische Person, kann somit auch kein eigenes Eigentum haben oder Personal beschäftigen. Personen, die für den Sprengel arbeiten, sind unmittelbar bei der Landeskirche beschäftigt.
Bis zum 30. Juni 2007 gab es acht Sprengel. Die Anzahl wurde am 1. Juli 2007 auf sechs reduziert; dabei wurde der Sprengel Calenberg-Hoya aufgelöst, die Sprengel Hildesheim und Göttingen zusammengefasst und mehrere Kirchenkreise anderen Sprengeln zugeordnet.
Die 56 Kirchenkreise sind in 1.320 Kirchengemeinden unterteilt. Diese Zahl war bei Bildung der Kirchengemeinden wohl etwas geringer. Im Laufe der folgenden Jahre hat sich die Zahl jedoch erhöht, indem meist in Städten durch Zuzüge die Kirchengemeinden so groß wurden, dass man sie aufteilte und damit neue Kirchengemeinden entstanden. Andererseits wurden im ländlichen Raum kleinere Kirchengemeinden zu größeren Gemeinden zusammengeschlossen.
Die Landeskirche unterhält in Loccum (Ortsteil der Stadt Rehburg-Loccum) eine Evangelische Akademie und ein Predigerseminar, das im Kloster Loccum beheimatet ist. Zudem unterhält die Landeskirche in Loccum ein Religionspädagogisches Institut und gemeinsam mit der Landeskirche Oldenburg als Fort-und Weiterbildungsstätte das Pastoralkolleg.[5] In Göttingen betreibt die Kirche ein Studienhaus und Seminar für Theologie-Studenten und Pastoren im Studiensemester. Die hannoversche Landeskirche verfügt über ein zentrales Archiv. In Hildesheim neben der Michaeliskirche ist das Zentrum für Gottesdienst und Kirchenmusik in der Landeskirche untergebracht. An der Medizinischen Hochschule Hannover betreibt die Landeskirche ein Pastoralklinikum, in dem auch die Klinische Seelsorgeausbildung (KSA) untergebracht ist.[6] Im Hanns-Lilje-Haus ist das Zentrum für Gesundheitsethik (ZFG) untergebracht. Zusammen mit der Evangelischen Kirche in Deutschland ist die Landeskirche Hannover Träger des Sozialwissenschaftlichen Instituts der EKD.
Das Haus kirchlicher Dienste (HkD) – so bezeichnet seit 1. September 2002 – wurde im September 1937 als Amt für Gemeindedienst gegründet[7].Vorläufer waren ab 1919 die Arbeitsgemeinschaft für Volksmission und von 1933 bis 1937 das Volkmissionarische Amt I und II. Danach wurde das Amt für Gemeindedienst gegründet, um zahlreiche Freie evangelische Werke und Vereine vor dem Verbot durch die Nationalsozialisten zu schützen und unter dem Dach der offiziellen Kirche zu organisieren (siehe: Kirchenkampf). Im August 1941 erfolgte mit dem Zusammenschluss mit der Inneren Mission der Landeskirche eine (erste) Neuordnung des Amtes für Gemeindedienst. 2002 erfolgte die Umbenennung in Haus kirchlicher Dienste.
Das Haus kirchlicher Dienste ist das Dienstleistungs- und Kompetenzzentrum der Landeskirche Hannovers und unterstützt als übergemeindliche Einrichtung die Arbeit der Landeskirche und der Kirchengemeinden. Unter dem Dach des Hauses kirchlicher Dienste sind Vereine, Werke, Einrichtungen und Fachstellen für Arbeitsbereiche in der Landeskirche Hannovers und der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen zusammengefasst und werden zentral verwaltet.[8] Es ist eine nicht selbständige Einrichtung der Landeskirche Hannovers und steht unter der Aufsicht des Landeskirchenamtes. Es ist in allen Sprengeln der Landeskirche mit Regionalbüros[9] präsent. Zum Haus kirchlicher Dienste gehören auch das Hanns-Lilje-Haus, die evangelischen Jugendbildungsstätten Sachsenhain und Spiekeroog und das Kloster Bursfelde. Das Haus kirchlicher Dienste hat derzeit (Stand 2011) etwa 200 Mitarbeitende (2002: 270 Mitarbeitende)[10](Fachbereiche/Verwaltungsstelle), darunter etwa 80 Referenten ((Landes)-Pastoren/Diakone/Privatrechtlich angestellte Fachreferenten) (2002: über 100 Pastoren und Fachreferenten). Der Dienstsitz befindet sich seit 1966 in der Archivstraße in Hannover (Stadtteil Calenberger Neustadt), unweit des Landeskirchenamtes. Seit 2009 ist es in sechs Fachbereiche, in denen über 40 Tätigkeitsfelder zusammengefasst sind, sowie Stabs-und Verwaltungsstelle gegliedert.[11]. Die Fachbereiche mit ihren Arbeitsfeldern im Einzelnen sind:
Der Fachbereich 1 umfasst die Bereiche Büchereiarbeit, Diakone, ehrenamtlich Tätige, Gemeindeberatung und Organisationsentwicklung, Gemeindeleitung, Küster, Medienarbeit (Medienzentrale der Landeskirche Hannover) und Ephoral- und Pfarramtssekretäre.
Der Fachbereich 2 betreut das Geistliche Zentrum Kloster Bursfelde, Glaubens- und Bibelkurse, Hauskreise, Kirche im Tourismus, Kirche Unterwegs, Kur- und Urlauberseelsorge, Missionarische Dienste, das Missionarische Zentrum Hanstedt I, offene Kirchen sowie die Pilger- und Besinnungswege.
Der Fachbereich 3 umfasst die Altenarbeit, die kirchlichen Besuchsdienste, das Frauenwerk (Arbeit mit Frauen), die Männerarbeit, Kirche und Sport sowie den Weltgebetstag.
Der Fachbereich 4 (Leitung: Landesjugendpastorin Cornelia Dassler) ist das evangelische Landesjugendpfarramt einschließlich Jugendarbeit, Jugendverbandsarbeit, Arbeit mit Kindern und Schülern.
Der Fachbereich 5 umfasst die Bereiche Ökumene, Kirche in Europa, die Beziehung zum Islam und zum Judentum, Migranten, den Themenbereich Aussiedler und Ostkirchen, daneben auch die Arbeitsgemeinschaft Hilfe für Tschernobyl-Kinder, Weltanschauungsfragen, Kunst und Kultur, die Dekade zur Überwindung von Gewalt, entwicklungsbezogene Bildungsarbeit, Friedensarbeit und die Betreuung von Freiwilligendiensten.
Der Fachbereich 6 (Leitung: Superintendent a. D. Landessozialpfarrer Michael Klatt) umfasst die Bereiche Arbeit, Wirtschaft und Soziales (KDA der Landeskirche Hannover), den Kirchlichen Dienst für Handwerk und Handel (KDHH), den Kirchlichen Dienst auf dem Lande (KDL der Landeskirche Hannover)[12] sowie Ökologie und Umweltmanagement.
Weitere Einrichtungen und Vereine unter dem Dach des Haus kirchlicher Dienste sind: Der Kirchliche Dienst in Polizei und Zoll der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen, die Evangelische Erwachsenenbildung Niedersachsen e. V. (EEB der Konföderation ev. Kirchen in Niedersachsen)[13] (Päd. Leiter: Superintendent a. D. Pastor Wilhelm Niedernolte), das Evangelische Dorfhelferinnenwerk, der Zentralverein für Begegnung von Christen und Juden e.V., die Evangelische Familien-Bildungsstätte Hannover e.V. sowie die Evangelische Partnerhilfe e.V. und der Verband der kirchlichen Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Hannover e.V.
Weitere Projekte und Themen, die betreut werden, sind die Initiative Kirche für Demokratie-gegen Rechtsextremismus, Qualitätsentwicklung in Kirchengemeinden, Feindberührung 2.0, der Fonds Friedenstiften, Transfair u. a.[14]
Im Gebäude des Hauses kirchlicher Dienste ist das Rechnungsprüfungsamt der Landeskirche untergebracht. Zudem sind im Gebäudeteil Brandstraße die Abteilungen Mitarbeiterbüro (zuständig für alle privatrechtlich Beschäftigten der Landeskirche Hannovers) und die Landeskirchenkasse des Landeskirchenamtes Hannover untergebracht, diese werden von dem Haus kirchlicher Dienste technisch mitverwaltet. Im Haus kirchlicher Dienste befindet sich die Druckerei für das Haus kirchlicher Dienste und für das Landeskirchenamt. Einige Abteilungen des EMSZ und die Redaktion der Talkshow Tacheles haben ihren Sitz ebenfalls im HkD.[15][16]
Das Haus kirchlicher Dienste wird von einem Direktor geführt. Der Direktor muss ordiniert sein und wird vom Landesbischof berufen.
Der Direktor hat den Vorsitz im Leitungsausschuss inne, dem, neben dem Direktoren, der Geschäftsführer, die sechs Fachbereichsleiter und der Pädagogische Leiter der Evangelischen Erwachsenenbildung Niedersachsens angehören.
Von 1979 bis 2002 (Ausnahme bis 2000: Pastor Hans Joachim Schliep) war der Direktor des damaligen Amt für Gemeindedienst (seit 2002: Haus kirchlicher Dienste) auch Beauftragter für Umweltfragen (Umweltbeauftragter) der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen.[17][18].
Als Aufsichtsrat fungiert ein Kuratorium, dem zwei Vertreter des Landeskirchenamtes (ein ordinierter und ein rechtskundiger Vertreter), ein Mitglied des Bischofsrates, zwei Vertreter der Synode und bis zu zwei weitere Mitglieder angehören. Das Haus kirchlicher Dienste ist mit dem Direktor und dem Geschäftsführer mit beratender Stimme vertreten.[19]
Im Evangelischen Medien-und Serviecezentrum (EMSZ) der Landeskirche Hannover und der Konföderation evangelischer Kirchen in Niedersachsen sind die Evangelische Zeitung (EZ), das Lutherische Verlagshaus (LVH), der evangelische Pressedienst (epd) und der evangelische Kirchenfunk (ekn) zusammengeschlossen und werden zentral verwaltet. Das EMSZ ist eine unselbständige Einrichtung ( ekn un epd bleiben selbständige Gesellschaften) und wird von einem Kuratorium begleitet. Die Leitung und Geschäftsstelle des Medienzentrums befindet sich in der Knochenhauerstraße in Hannovers Altstadt. Die Abteilungen Fundraising, Internet und Öffentlichkeitsarbeit sind im Gebäude des Haus kirchlicher Dienste in der Archivstraße angesiedelt.[20]Von 1946 bis zur Gründung des EMSZ 2010 gehörten Teile (z.B. Lutherisches Verlagshaus) des Zentrums zum heutigen Haus kirchlicher Dienste. Direktor und Geschäftsführer ist Pastor Hans-Christof Vetter.
siehe auch: Diakonisches Werk der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers
Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannovers ist Träger vieler diakonischer Einrichtungen, die im Dachverband Diakonisches Werk Niedersachsen zusammengefasst sind. Das Diakonische Werk gehört zu den größten Wohlfahrtsverbänden Niedersachsens. Derzeitiger Direktor ist Oberlandeskirchenrat Dr. Christoph Künkel.[21]
Als gemeinsame Einrichtung der ev.-luth. Landeskirchen Hannovers, Braunschweigs und Schaumburg-Lippes pflegt das 1977 gegründete Evangelisch-lutherische Missionswerk in Niedersachsen (ELM) die Beziehungen zu den überseeischen Partnerkirchen der hannoverschen Landeskirche. Sitz des ELM ist Hermannsburg in der Südheide. Seit 2003 ist Pfarrerin Martina Helmer-Pham Xuan Direktorin des Missionswerkes.
Die Hanns-Lilje-Stiftung ist eine von der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers getragene kirchliche Stiftung. Sie wurde im Jahr 1989 mit einem Stiftungsvolunmen von 20 Millionen DM gegründet. Namensgeber war der ehemalige Landesbischof von Hannover Hanns Lilje. Mit einem derzeitigen (Stand 2011) Stiftungsvolumnen von 14,1 Millionen Euro gehört sie zu den größten Stiftungen in Deutschland. Mit bisher 11 Millionen Euro wurden seit 1990 1200 Projekte unterstützt und gefördert (Stand 2011). Die Schwerpunkte liegen in den vier Bereichen Zukunft von Politik und Gesellschaft, Wissenschaft, Technik und Wirtschaft für das Leben, die bildende Kraft von Kunst und Kultur und Offen für Neues. Die Geschäftsstelle ist im Hanns-Lilje-Haus in Hannover untergebracht.
Das Evangelische Schulwerk der Landeskirche Hannovers wurde 2009 gegründet und ist zuständig für die pädagogische und Organisatorische Begleitung und Koordination der evangelischen Schulen auf dem Gebiet der Landeskirche und hilft beim Aufbau neuer Schulen.Es ist eine unselbständige Einrichtung und wird von einem Kuratorium geleitet und von einer Geschäftsstelle verwaltet.[22]
Die Landeskirche beruft für verschiedene Themenbereiche landeskirchliche Beauftragte. Diese halten Vorträge und führen Veranstaltungen, Fort-und Weiterbildungen durch und sind Ansprechpartner für kirchliche Gremien und Leitungsorgane, sowie für Politik, Medien, Wissenschaft und Gesellschaft. (Stand April 2012)
Die Gemeinden der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers singen bzw. sangen in den letzten Jahrhunderten vor allem aus folgenden Gesangbüchern:
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