Evi Sachenbacher-Stehle (* 27. November 1980 in Traunstein) ist eine deutsche Skilangläuferin und Biathletin.
Ihren ersten Einsatz im Skilanglauf-Weltcup hatte Evi Sachenbacher 1998 beim Sprint in Garmisch-Partenkirchen, in dem sie den 14. Platz belegte. Bei der Weltmeisterschaft 1999 in der Ramsau gewann sie mit der Staffel die Bronzemedaille. Ihr erstes Weltcup-Podium war zugleich ihr erste Weltcupsieg, den sie 2001 beim Sprint in Garmisch-Partenkirchen errang. Bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City gewann sie die Goldmedaille mit der Staffel und die Silbermedaille im Sprint. Ihren zweiten Weltcupsieg erreichte Sachenbacher im November 2002 im schwedischen Kiruna beim 5 Kilometer Freistilrennen. Nach Gold in der Staffel und Silber in der Verfolgung bei der Weltmeisterschaft 2003 im Fleimstal folgten zwei schwächere Jahre. Die Wende schaffte Sachenbacher mit dem privat finanzierte Langlauftrainer Wolfgang Pichler, der sie wieder in die Weltspitze zurückführte.
Bei der obligatorischen Blutprobe im Vorfeld der Olympischen Winterspiele 2006 in Turin wurde bei Sachenbacher-Stehle ein erhöhter Hämoglobinwert von 16,4 g/dl[1] (einige Quellen schreiben auch 16,3 g/dl[2]) festgestellt, erlaubt ist bei Frauen aber nur ein Wert von maximal 16,0 g/dl. Der Internationale Skiverband (FIS) verhängte daraufhin eine Schutzsperre von fünf Tagen. Dadurch verpasste Sachenbacher-Stehle das 15-km-Jagdrennen. Der Deutsche Skiverband reichte gegen die Sperre Klage beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) ein, der die Klage ablehnte. Nach einem weiteren Test lag der Hämoglobinwert wieder unter dem Grenzwert, so dass sie an den Olympischen Spielen 2006 wieder teilnehmen durfte. Dort errang sie bei der 4x5-km-Staffel der Damen am 18. Februar 2006 die Silbermedaille.
Nach den Olympischen Spielen zeigte Sachenbacher-Stehle eine hervorragende Form. So konnte sie das Verfolgungsrennen in Falun für sich entscheiden und beim traditionellen 30-km-Rennen am Holmenkollen den dritten Platz belegen. Im Gesamtweltcup wurde sie letztendlich als beste Deutsche Vierte und holte abschließend noch bei der Langlauf-DM in Balderschwang mit der bayerischen Staffel den Titel.
Die Premiere der Tour de Ski beendete Sachenbacher-Stehle 2007 auf Gesamtrang acht, den gleichen Gesamtrang erreichte sie auch 2008. Bei der Weltmeisterschaft 2007 holte Sachenbacher-Stehle gemeinsam mit Claudia Nystad Silber im Teamsprint und mit der deutschen Mannschaft Silber in der 4x5-km-Staffel. Bei der Weltmeisterschaft 2009 holte Sachenbacher-Stehle die Silbermedaille mit der deutschen Mannschaft.
Bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver wurde Sachenbacher-Stehle zusammen mit Claudia Nystad Olympiasiegerin im Teamsprint und gewann zusammen mit Katrin Zeller, Miriam Gössner und Claudia Nystad in der Staffel Silber. Die nacholympische Saison 2010/11 verlief für Sachenbacher Stehle nicht erfolgreich, als beste Platzierung erreichte sie bei nur 10 Teilnahmen an Weltcuprennen einen neunten Platz bei der Verfolgung von Rybinsk. Als Grund dafür gibt Sachenbacher-Stehle verschiedene Nahrungsmittelunverträglichkeiten an.[3] Am Skilanglauf-Weltcup 2011/12 nahm sie nicht teil. Stattdessen fanden sporadisch Starts beim Alpencup statt. Dabei erreichte sie mit Rang zwei in Arvieux und Rang drei in Zwiesel Podestplatzierungen.
Im März 2012 gab Evi Sachenbacher-Stehle bekannt, die Vorbereitung für die Wintersaison 2012/13 mit den Biathleten zu absolvieren, um neue Trainingsreize zu setzen. Ob sie auch bei Biathlonrennen oder weiterhin im Langlauf starten wolle, ließ Sachenbacher-Stehle offen.[4] Am 16. Mai 2012 gab sie bekannt, ab der der Saison 2012/13 im Biathlon zu starten.
Evi Sachenbacher heiratete am 2. Juli 2005 den alpinen Skirennläufer Johannes Stehle und trägt seitdem den Doppelnamen Sachenbacher-Stehle.
| Nr. | Datum | Ort | Disziplin |
|---|---|---|---|
| 1. | 27. Dezember 2001 | 1,5 km Sprint Freistil | |
| 2. | 23. November 2002 | 5 km Freistil | |
| 3. | 8. März 2006 | 10 Doppelverfolgung |
| Nr. | Datum | Ort | Disziplin |
|---|---|---|---|
| 1. | 19. Januar 2003 | 4 x 5 km Staffel | |
| 2. | 14. Februar 2003 | 6 x 1,4 km Teamsprint | |
| 3. | 23. März 2003 | 4 x 5 km Staffel | |
| 4. | 18. März 2006 | 6 x 0,8 km Teamsprint | |
| 5. | 17. Dezember 2006 | 4 x 5 km Staffel | |
| 6. | 25. März 2007 | 4 x 5 km Staffel | |
| 7. | 24. Januar 2010 | Teamsprint |
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