Montag, 28. Mai 2012

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Evi Sachenbacher-Stehle

Evi Sachenbacher-Stehle, Tour de Ski 2010, Oberhof

Evi Sachenbacher-Stehle (* 27. November 1980 in Traunstein) ist eine deutsche Skilangläuferin und Biathletin.

Karriere

Ihren ersten Einsatz im Skilanglauf-Weltcup hatte Evi Sachenbacher 1998 beim Sprint in Garmisch-Partenkirchen, in dem sie den 14. Platz belegte. Bei der Weltmeisterschaft 1999 in der Ramsau gewann sie mit der Staffel die Bronzemedaille. Ihr erstes Weltcup-Podium war zugleich ihr erste Weltcupsieg, den sie 2001 beim Sprint in Garmisch-Partenkirchen errang. Bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City gewann sie die Goldmedaille mit der Staffel und die Silbermedaille im Sprint. Ihren zweiten Weltcupsieg erreichte Sachenbacher im November 2002 im schwedischen Kiruna beim 5 Kilometer Freistilrennen. Nach Gold in der Staffel und Silber in der Verfolgung bei der Weltmeisterschaft 2003 im Fleimstal folgten zwei schwächere Jahre. Die Wende schaffte Sachenbacher mit dem privat finanzierte Langlauftrainer Wolfgang Pichler, der sie wieder in die Weltspitze zurückführte.

Bei der obligatorischen Blutprobe im Vorfeld der Olympischen Winterspiele 2006 in Turin wurde bei Sachenbacher-Stehle ein erhöhter Hämoglobinwert von 16,4 g/dl[1] (einige Quellen schreiben auch 16,3 g/dl[2]) festgestellt, erlaubt ist bei Frauen aber nur ein Wert von maximal 16,0 g/dl. Der Internationale Skiverband (FIS) verhängte daraufhin eine Schutzsperre von fünf Tagen. Dadurch verpasste Sachenbacher-Stehle das 15-km-Jagdrennen. Der Deutsche Skiverband reichte gegen die Sperre Klage beim Internationalen Sportgerichtshof (CAS) ein, der die Klage ablehnte. Nach einem weiteren Test lag der Hämoglobinwert wieder unter dem Grenzwert, so dass sie an den Olympischen Spielen 2006 wieder teilnehmen durfte. Dort errang sie bei der 4x5-km-Staffel der Damen am 18. Februar 2006 die Silbermedaille.

Nach den Olympischen Spielen zeigte Sachenbacher-Stehle eine hervorragende Form. So konnte sie das Verfolgungsrennen in Falun für sich entscheiden und beim traditionellen 30-km-Rennen am Holmenkollen den dritten Platz belegen. Im Gesamtweltcup wurde sie letztendlich als beste Deutsche Vierte und holte abschließend noch bei der Langlauf-DM in Balderschwang mit der bayerischen Staffel den Titel.

Die Premiere der Tour de Ski beendete Sachenbacher-Stehle 2007 auf Gesamtrang acht, den gleichen Gesamtrang erreichte sie auch 2008. Bei der Weltmeisterschaft 2007 holte Sachenbacher-Stehle gemeinsam mit Claudia Nystad Silber im Teamsprint und mit der deutschen Mannschaft Silber in der 4x5-km-Staffel. Bei der Weltmeisterschaft 2009 holte Sachenbacher-Stehle die Silbermedaille mit der deutschen Mannschaft.

Bei den Olympischen Spielen 2010 in Vancouver wurde Sachenbacher-Stehle zusammen mit Claudia Nystad Olympiasiegerin im Teamsprint und gewann zusammen mit Katrin Zeller, Miriam Gössner und Claudia Nystad in der Staffel Silber. Die nacholympische Saison 2010/11 verlief für Sachenbacher Stehle nicht erfolgreich, als beste Platzierung erreichte sie bei nur 10 Teilnahmen an Weltcuprennen einen neunten Platz bei der Verfolgung von Rybinsk. Als Grund dafür gibt Sachenbacher-Stehle verschiedene Nahrungsmittelunverträglichkeiten an.[3] Am Skilanglauf-Weltcup 2011/12 nahm sie nicht teil. Stattdessen fanden sporadisch Starts beim Alpencup statt. Dabei erreichte sie mit Rang zwei in Arvieux und Rang drei in Zwiesel Podestplatzierungen.

Im März 2012 gab Evi Sachenbacher-Stehle bekannt, die Vorbereitung für die Wintersaison 2012/13 mit den Biathleten zu absolvieren, um neue Trainingsreize zu setzen. Ob sie auch bei Biathlonrennen oder weiterhin im Langlauf starten wolle, ließ Sachenbacher-Stehle offen.[4] Am 16. Mai 2012 gab sie bekannt, ab der der Saison 2012/13 im Biathlon zu starten.

Leben

Evi Sachenbacher heiratete am 2. Juli 2005 den alpinen Skirennläufer Johannes Stehle und trägt seitdem den Doppelnamen Sachenbacher-Stehle.

Weltcupsiege

Einzel
Nr. Datum Ort Disziplin
1. 27. Dezember 2001 DeutschlandDeutschland Garmisch-Partenkirchen 1,5 km Sprint Freistil
2. 23. November 2002 SchwedenSchweden Kiruna 5 km Freistil
3. 8. März 2006 SchwedenSchweden Falun 10 Doppelverfolgung
Team
Nr. Datum Ort Disziplin
1. 19. Januar 2003 TschechienTschechien Nové Město na Moravě 4 x 5 km Staffel
2. 14. Februar 2003 ItalienItalien Asiago 6 x 1,4 km Teamsprint
3. 23. März 2003 SchwedenSchweden Falun 4 x 5 km Staffel
4. 18. März 2006 JapanJapan Sapporo 6 x 0,8 km Teamsprint
5. 17. Dezember 2006 FrankreichFrankreich La Clusaz 4 x 5 km Staffel
6. 25. März 2007 SchwedenSchweden Falun 4 x 5 km Staffel
7. 24. Januar 2010 RusslandRussland Rybinsk Teamsprint

Weblinks

 Commons: Evi Sachenbacher-Stehle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Thomas Hahn, Thomas Kirstner: Eine Studie, die den Zweifel nicht zerstreut. süddeutsche.de, 22. Februar 2006, abgerufen am 8. März 2012.
  2. Spiegel.de: Schutzsperre: Sachenbacher-Stehle hofft auf Start im Teamwettbewerb. 11. Februar 2006, abgerufen am 8. März 2012.
  3. Matthias Müller: Sachenbacher-Stehle: „Ich bin voll integriert!“. tz-online.de, 7. Dezember 2012, abgerufen am 8. März 2012.
  4. Sachenbacher-Stehle flirtet mit dem Biathlon. sportschau.de, 8. März 2012, abgerufen am 8. März 2012.
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Diese Seite wurde zuletzt am 25. Mai 2012 um 20:57 Uhr geändert.

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