Die FIFA-Weltrangliste ist eine Weltrangliste für Fußball-Nationalmannschaften, die vom Weltverband FIFA geführt wird. Sie wurde im August 1993 erstmals für Männerfußballnationalmannschaften und 2003 für Frauenfußballnationalmannschaften veröffentlicht und soll es ermöglichen, in regelmäßigen Abständen die Stärke der international aktiven Mannschaften zu bestimmen und zu vergleichen. Sie wird häufig – teilweise auch neben anderen Kriterien – zur Einteilung von Mannschaften in Lostöpfe herangezogen. Bisher schafften es sieben Mannschaften bei den Männern aber lediglich zwei Teams bei den Frauen auf den Spitzenplatz und konnten somit als bestes Team der Welt gelten. Zwischen 1993 und 1998 war die Weltrangliste der Männer wenig differenziert, so dass mehrmals zwei bis vier Länder die gleiche Punktzahl aufwiesen. Der Weltranglistenerste hatte in diesem Zeitraum 57 bis 73 Punkte. Anfang 1999 erfolgte die erste Änderung der Berechnungsgrundlage, zwischen 1999 und 2006 hatte der Weltranglistenerste 796 bis 859 Punkte. Nach der WM 2006 erfolgte eine weitere Änderung der Berechnungsgrundlage, die Werte für den Weltranglistenersten liegen seitdem zwischen 1442 und 1920 Punkten.
(Stand: 9. Mai 2012, nächste Veröffentlichung am 6. Juni 2012) |
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Im Ranking werden seit 2006 offizielle A-Nationalmannschaftsspiele nur noch der letzten vier Jahre berücksichtigt, um im Gegensatz zur früheren Berechnungsmethode einen besseren Überblick über die aktuelle Stärke zu gewährleisten. Aus diesen Spielen wird für jede Mannschaft die durchschnittlich erzielte Punktzahl berechnet. Die Rangliste wird normalerweise einmal im Monat aktualisiert. Während eines WM-Endrundenturnieres entfällt jedoch üblicherweise die Aktualisierung im Monat Juni.
Die Punktzahl für ein Spiel errechnet sich nach der folgenden Formel:
P = M * I * T * C * 100
hierbei ist:
Das Mulitiplikationsergebnis wird einer Nationalmannschaft für jedes neue Spiel hinzugerechnet. Die Ranglistenpunkte verfallen jedoch im Verlaufe von 4 Jahren und werden nach jeweils 12 Monaten abgewertet. Hierbei gelten folgende Gewichtungsfaktoren:
Ältere Ergebnisse zählen für die Rangliste nicht mehr.
Es wird nun jeweils der Punktedurchschnitt über den jeweiligen 12-Monats-Zeitraum gebildet und dieser dann mit dem zeitabhängigen Anrechnungsfaktor multipliziert. Hat ein Verband weniger als fünf Spiele innerhalb eines solchen 12-Monats Zeitraumes absolviert, wird bei der Berechnung des Punktedurchschnitts trotzdem von fünf Spielen ausgegangen. Die so bestimmten vier Zahlen werden anschließend zur Ranglistenpunktzahl addiert.
Die Maximalpunktzahl, die eine Mannschaft für ein Spiel erringen kann, beträgt 2400. Sie bekommt derzeit, wer als südamerikanische oder europäische Mannschaft (CONMEBOL- oder UEFA-Mitglied) in einer Weltmeisterschaftsendrunde einen südamerikanischen oder europäischen Weltranglistenersten besiegt.
Die Minimalpunktzahl, die für ein nicht verlorenes Spiel vergeben wird, beträgt 42,5 Punkte. Sie erhält der Teilnehmer eines Freundschaftsspiels zwischen zwei Mannschaften aus Asien (AFC) oder Ozeanien (OFC), wenn das Spiel Unentschieden endet (und ein allfälliges Elfmeterschießen verloren wird), sofern die gegnerische Mannschaft auf Platz 150 der Rangliste oder schlechter steht.
| Team A | Team B | ||
|---|---|---|---|
| Spieldatum | 29. Juni 2010 | ||
| Status des Spiels | Weltmeisterschaftsendrunde | ||
| Team | Paraguay | Japan | |
| Resultat | 5 | 3 n. E. | |
| Ranglistenposition | 31 | 45 | |
| regionale Stärke im Juni 2010 | 0,98 | 0,85 | |
| M (Punkte für das Resultat) | 2 | 1 | |
| I (Status des Spiels) | 4,0 | ||
| T (Stärke des Gegners) | 1,55 | 1,69 | |
| C (Stärke der Konföderationen) | 0,915 | ||
| P = M * I * T * C * 100 | 1134,6 | 618,5 |
Bereits das bis Juni 2006 gültige Berechnungsverfahren der Rangliste war umstritten. Aufgrund seiner Komplexität, seiner sehr langen Wertungsperiode von acht Jahren und anderer Faktoren war es stark in die Kritik geraten. So tauchten unter den Top-10-Mannschaften Länder auf, welche zwar innerhalb ihrer Konföderationen dominierten, im interkontinentalen Vergleich allerdings diese Leistungen nicht bestätigen konnten (wie etwa die USA). Dieser Kritik versuchte die FIFA mit dem oben beschriebenen neuen Berechnungsmodus zu begegnen, welcher nach der WM 2006 eingeführt wurde.
Ein weiterer Kritikpunkt war schon unter dem alten und ist besonders unter dem neuen System die schwache Gewichtung von Freundschaftsspielen. Falls der Gastgeber eines großen Turnieres in den Jahren vor dem Turnier keine Qualifikationsspiele austragen muss, da er direkt qualifiziert ist, kann dies dazu führen, dass er in der Weltrangliste auch ohne eigenes Zutun abstürzt. So fiel Deutschland als Gastgeber der WM 2006 in der Zeit nach der EM 2004 – noch mit der alten Berechnungsmethode – um zehn Plätze vom 12. auf den 22. Platz zurück. Schlimmer erging es nach dem neuen Berechnungssystem Österreich (von Platz 60 auf 101) und der Schweiz (von 13 auf 48) vor der EM 2008.
Da die FIFA-Weltrangliste die Grundlage für die Einteilung der Nationalverbände in Setztöpfe zur Auslosung der WM-Qualifikationsgruppen bildet, hat dies beispielsweise die praktische Konsequenz, dass die Gastgeber einer EM bei der Auslosung der Qualifikationsgruppen zur folgenden WM in einem niedrigeren Setztopf landen und somit höher eingestufte Gegner zu erwarten haben.
Im Jahre 2003 führte die FIFA eine Weltrangliste für die Fußballnationalmannschaften der Frauen ein, um ebenfalls einen Vergleich zu ermöglichen.
(Stand: 16. März 2012, nächste Veröffentlichung am 1. Juni 2012) Anmerkung: Auf Rang 135 rangieren 40 Nationalmannschaften, die bislang zu wenig Länderspiele für eine aussagekräftige Platzierung absolvierten oder seit mehr als 18 Monaten kein Spiel mehr bestritten haben. |
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Liechtenstein ist hier nicht vertreten, da der Liechtensteiner Fussballverband bisher keine Frauennationalmannschaft aufgestellt hat.
Die Berechnung unterscheidet sich deutlich von der Weltrangliste der Männer. Die wichtigsten Unterschiede sind:
Neben der FIFA-Weltrangliste gibt es weitere Listen, die sich mit der Einordnung der Spielstärke von Nationalmannschaften beschäftigen. Die älteste Liste dieser Art ist die Xocca-Weltrangliste, die bereits seit 1981 veröffentlicht und bis Mai 2007 monatlich aktualisiert wurde. Eine andere Liste orientiert sich an der Elo-Zahl (siehe World Football Elo Ratings bzw. Weblink).
Eine alternative Interpretation der Statistiken liefern die Unofficial Football World Championships und der sogenannte Nasazzi-Stab. In diesen fiktiven Wettbewerben wird, ähnlich wie beim Boxen, davon ausgegangen, dass der amtierende Fußballweltmeister den Titel mit einer Niederlage an den Sieger der Partie verliert.
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