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Fehlernährung wird in der Fachliteratur für jede Form einer Ernährung verwendet, die so zusammengesetzt ist, dass sie den körperlichen Bedürfnissen nicht entspricht, so dass sie auf Dauer zu einem Mangel an wichtigen Nährstoffen, Vitaminen und Mineralstoffen oder zu einer gesundheitsschädlichen Überversorgung[1] führt. Fehlernährung ist kein Synonym für Unterernährung, der Begriff schließt auch permanente Überernährung ein. Eine Mangelernährung ist dagegen eine Form der Fehlernährung.
Nach einer Definition in medizinischer Fachliteratur ist Fehlernährung „ein Ernährungszustand, bei dem Mangel oder Exzess (oder Imbalancen) von Energie, Eiweißen oder anderen Nährstoffen messbare unerwünschte Effekte auf die Form der Gewebe und des Organismus (...), auf ihre Funktion und auf den klinischen Verlauf haben.“[2]
Ein Vitaminmangel ist in Deutschland heute sehr selten, dagegen kommt Eisenmangel (Anämie) häufiger vor. Jodmangel kann zu einem Kropf führen. Ältere Menschen haben ein höheres Risiko, an Fehlernährung zu leiden, vor allem, wenn sie allein leben oder in Alten- oder Pflegeheimen untergebracht sind.
Auch arme oder obdachlose Menschen leiden teilweise an Fehlernährung bzw. Vitaminmangel, so stellte eine Studie der Universität Bonn im Jahr 2007 ein erhöhtes Auftreten von Übergewicht durch falsche und unausgewogene Nahrung bei Kindern fest, deren Eltern ALG II (Hartz IV) beziehen, und beziffert die Kosten einer ausgewogenen Ernährung eines Jugendlichen etwa doppelt so hoch wie der im ALG II-Satz vorgesehene tägliche Betrag für Ernährung.[3]
Ein nicht auf Obdachlose beschränktes Problem ist der übermäßige Verzehr von Fertiggerichten und Fastfood. So enthalten die meisten Fastfood-Gerichte durch ihre Zusammensetzung ohnehin wenige Vitamine, außerdem werden sie mit großer Hitze zubereitet, welche überdies Vitamine zerstört. Die Problematik bei Fertiggerichten ist die, dass sie lange Lagerfähigkeit aufweisen und über diesen Zeitraum Vitamine zerstört werden oder bereits bei der Herstellung verloren gingen.
In Entwicklungsländern sind Menschen häufig aus Mangel an Nahrungsmitteln oder aus Unkenntnis fehlernährt. So können große Mengen an enthülstem und poliertem Reis Beri-Beri auslösen, dies trifft häufig Menschen in dritte Weltländer und im asiatischem Raum, deren Nahrung überwiegend aus solchem Reis bestehen. Beri-Beri kann außerdem durch stark ausgemahlenem Mehl hervorgerufen werden. Der Verzehr von rohem Fisch kann zu einem Mangel an Thiamin sorgen, da er ein Enzym enthalten kann, was dieses Vitamin zerstört. Dies ist damit Problem für Menschen im asiatischem Raum, da dort Rohfisch Teil des Speiseplanes ist. Ein modernes Problem hingegen ist die einseitige Ernährung durch längerfristige Diäten, welche häufig ohne Kontrolle von einem Arzt durchgeführt werden. Je nach Art der Diät treten auch unterschiedliche Hypovitaminosen in unterschiedlicher Intensität auf.
Die tierische Fehlernährung führt zu ähnlichen Symptomen, bei Hunden ist zum Beispiel ein glanzloses Fell Kennzeichen für Eiweißmangel. In begrenztem Umfang gilt der Begriff auch für die pflanzliche Ernährung (Bodennährstoffe).
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