Feldhandball ist der Vorgänger des Hallenhandballs. Es gibt zwei Varianten: Großfeldhandball und Kleinfeldhandball. Heutzutage wird Großfeldhandball nur noch vereinzelt gespielt. Die Geschichte des Handballs wird im Hauptartikel Handball behandelt. Die deutschen Meister und die DDR-Meister im Feldhandball finden sich unter Deutsche Handballmeister. In den fünf Sommerspielzeiten von 1967 bis 1971 existierte eine Feldhandball-Bundesliga.
Früher war Großfeldhandball besonders im deutschsprachigen Raum eine populäre Sportart. 1953 und 1954 gab es zum Beispiel zwei Länderspiele im Augsburger Rosenaustadion gegen Österreich und Schweden, denen 35.000 bzw. 40.000 Zuschauer beiwohnten. Das Spiel gegen Schweden wurde als „Kampf der Giganten“ tituliert, der Sieg Deutschlands als „Wunder von Augsburg“, in Anlehnung an das „Wunder von Bern“ der Fußballer.
1959 gewann die DDR-Nationalauswahl einen innerdeutschen Vergleich gegen die Nationalmannschaft der Bundesrepublik und wurde danach zur DDR-Mannschaft des Jahres gewählt.
Bei sieben Weltmeisterschaften der Männer konnten fast ausschließlich deutsche Mannschaften triumphieren. Einzige Ausnahme ist die erste Weltmeisterschaft nach dem Zweiten Weltkrieg im Jahre 1948, als der Titel nach Schweden ging. Infolge des Krieges durfte keine deutsche Mannschaft teilnehmen.
Der DHB teilte das Jahr in eine Feld- und eine Hallensaison ein. Die Feldsaison dauerte nach den Richtlinien von Mai bis September und die Hallensaison vom Oktober bis April. Während der jeweiligen Saison durften keine Punktspiele der jeweils anderen Unterart ausgeführt werden. Auch die Jugend- und Damenmannschaften durften während der Feldsaison nicht in der Halle spielen sondern mussten eine Kleinfeldrunde im Freien spielen. So gab es also in jedem Jahr einen Feld- und einen Hallenmeister.
Gegen Ende der sechziger Jahre wurde Feldhandball zusehends vom Hallenhandball verdrängt. Der Grund für diese Entwicklung war in erster Linie die Abhängigkeit vom Wetter, welche die Verbreitung des Rasensports vor allem im Norden Europas deutlich hemmte. Gerade in den skandinavischen Ländern war die Zeit, in der Feldhandball ausgetragen werden konnte, aufgrund der dort vorherrschenden klimatischen Bedingungen stark beschränkt.
Die Verlegung des Handballsports in die Halle hatte dagegen – abgesehen von der Wetterunabhängigkeit – den Vorteil, dass man auf einem ebenen Bodenbelag spielen konnte. Somit waren gleiche Wettkampfbedingungen gewährleistet, was bei den Naturböden bislang nicht der Fall war. Da die meisten Vereine in der damaligen Zeit nicht über einen Rasenplatz verfügten, wurde meist auf mehr oder weniger rauen Hartplätzen gespielt. Dies führte dazu, dass viele Spieler die ganze Feldhandballsaison über etliche Schürfwunden hatten. Das Spielen auf den steinlosen, ebenen Hallenböden war wesentlich angenehmer und komfortabler.
Durch die notwendige Verkleinerung des Spielfeldes und ein angepasstes Regelwerk wurde darüber hinaus das Tempo des Spiels deutlich angehoben. Im Gegensatz zum Feldhandball, wo in der Regel im Mittelfeld wenig passierte, erstreckten sich beim Hallenhandball die Aktionen über das gesamte Spielfeld. Eine geschickte Raumausnutzung wurde für den Erfolg immer entscheidender. Durch das dadurch abwechslungs- und trickreichere Spiel gewann der Hallensport mit der Zeit immer neue Anhänger und ersetzte immer mehr das Spiel auf dem Großfeld.
Die Aufnahme in das olympische Programm - Feldhandball gehörte 1936 zum selbigen, während der Hallenhandball der Männer 1972 und vier Jahre später auch die Frauen olympisch wurde[1] - gab schließlich den endgültigen Ausschlag für den Hallenhandball. Die Austragung von internationalen Feldhandball-Turnieren wurde in der Folgezeit schrittweise reduziert. Die Weltmeisterschaft 1966, die die Bundesrepublik Deutschland vor der DDR gewinnen konnte, war die letzte internationale Großveranstaltung in dieser Sportart. Bereits zwei Jahre später wurde in der DDR-Oberliga der Spielbetrieb eingestellt. Die letzte deutsche Meisterschaft der Männer wurde im Jahr 1975 ausgespielt. Der letzte deutsche Meister ist die TSG Haßloch die sich 1975 im Endspiel mit 15:14 gegen den TUS Nettelstedt durchsetzte.
Kleinfeldhandball wurde gegen Ende der 1960er Jahre als Wettkampfsport in Deutschland eingeführt: ab der Saison 1968/69 wurden die Meisterschaftsspiele der Frauen statt auf dem Großfeld auf dem Kleinfeld ausgetragen. Heute ist Kleinfeldhandball nur auf speziellen Turnieren im Sommer üblich. Hier wird auf Rasen-, Asche- oder Tartan-, selten auch Betonfeldern von der Größe des Hallenfeldes gespielt, und auch die Regeln entsprechen denen des Hallenhandballs. Der Vorteil ist, dass, je nach Mannschaftszahl, auf mehreren Spielfeldern gleichzeitig gespielt werden kann. Offizieller Wettbewerbssport wird auf dem Kleinfeld nicht mehr betrieben.
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