| Fefes Blog | |
|---|---|
| blog.fefe.de | |
| Kommerziell | nein |
| Beschreibung | Blog |
| Registrierung | nein |
| Sprachen | Deutsch |
| Eigentümer | Felix von Leitner |
| Urheber | Felix von Leitner |
| Erschienen | 2005 |
Fefes Blog ist ein Watchblog[1] des deutschen IT-Sicherheitsexperten[2][3] Felix von Leitner, Spitzname Fefe. Dort kommentiert von Leitner vorwiegend das Tagesgeschehen, aber auch Software-Sicherheitsprobleme und Leaks.
Felix von Leitner verbreitet in seinem Blog durch Kommentare zu den Nachrichtenlinks seine politischen Interpretationen.[4] Außerdem streut er gelegentlich Falschmeldungen mit dem erklärten Ziel, die Medienkompetenz der Leser zu steigern.[5] Von Leitner spricht diese gelegentlich als „(willfähriges) Zeitbinder-Botnet“ an.[6] Diese Floskel hat ihren Ursprung in der deutschsprachigen Wikipedia und wurde auch auf Fan-T-Shirts gedruckt.[7]
Neben Computersicherheit dominieren die Themenkomplexe Tagespolitik, Netzpolitik und Medienkritik. Stetig wiederkehrende Themen sind der Datenschutz, der Abbau des Sozialstaates, Pazifismus, die Aufdeckung von Lobbyismus und Korruption sowie der Kampf gegen Überwachung (Stasi 2.0, Zensur im Internet). Dabei verwendet von Leitner regelmäßig polarisierende Formulierungen, wie Verräterpartei für die SPD,[8]schwarze Pest für die CDU/CSU[9], ehemaliges Nachrichtenmagazin aus Hamburg für den Spiegel und Contentmafia für die Unterhaltungsindustrie.[10]
Das Blog macht durch eigene Veröffentlichungen von Sicherheitslücken auf sich aufmerksam,[11] die zum Teil eine beträchtliche Tragweite haben.[12] Bei heise Security wird von Leitner als Sicherheitsspezialist mit Verweis auf seine Blogbeiträge zitiert.[3]
2006 veröffentlichte von Leitner ein geheimes Dokument des Bundeskriminalamts zum Thema Verdachtskriterien islamistischer Terrorismus.[13] Das Bundeskriminalamt mahnte den Blogger nach eineinhalb Jahren wegen der Veröffentlichung ab.[14] Ebenfalls 2006 machte er auf die Probleme der Elektronischen Gesundheitskarte aufmerksam.[15]
Im Jahr 2008 wurde Fefes Blog bei der Suchmaschine Yahoo als schädliche Webseite gewertet, da sie eine sogenannte Archivbombe zum Download bereitstellte.[16]
Im Zusammenhang mit Polizeiübergriffen am Rande der Demonstration unter dem Motto Freiheit statt Angst am 12. September 2009 spielte das Blog eine besondere Rolle. Ein erstes Video der Übergriffe wurde zuerst auf Fefes Blog veröffentlicht.[17][18][19]
Auch bei der Verbreitung weiterer Videos kam ihm eine Schlüsselrolle zu.[20] Verschiedene Medien berichteten über den Vorfall mit Fefes Blog als Quelle für das Zeugenvideo. In der Diskussion um Internetsperren diente das Blog Massenmedien als Referenz,[21][22][23] ebenso in der Diskussion über Löschungen in der deutschsprachigen Wikipedia.[24][25][26]
Vom 20. Februar 2010 bis zum 7. Juli 2010[27] wurde im bis dahin werbefreien Blog Werbung geschaltet. Diese wurde im Februar 2010 als „Werbe-Pilot“ für zwei Monate begonnen[28] und nach Ablauf der Frist kommentarlos weitergeführt. Von Leitner referenzierte im redaktionellen Teil des Blogs häufiger auf seine Werbepartner sowie auf ähnliche Angebote.[29][30][31][32] In der Adventszeit 2010 erschien erneut Werbung.[33]
Des Weiteren gibt es wiederkehrende Sparten, die durch wiederholte Formulierungen gekennzeichnet sind, so zum Beispiel „bei UNS ist Atomkraft SICHER“[34] und „Change we can believe in.“
Nach Google Ad Planner hatte das Blog im Oktober 2009 rund 77.000 unterschiedliche Besucher.[35] Das Wikio-Blog-Ranking wertete das Blog im Oktober 2009 auf Platz 1 der deutschen Blogs in der Kategorie Gesellschaft,[36] die Seite deutscheblogcharts.de erfasst es an fünfter Stelle in einer Liste der am häufigsten referenzierten Weblogs Deutschlands.[37] Bei der Bloganalyse Rivva erreichte Fefes Blog 2009 Rang 10 unter den deutschen Online-Leitmedien,[38] während die Blog-Charts von Twingly[39] es nicht erwähnen.
Das Blog basiert auf einer von Felix von Leitner selbst entwickelten Software. Sie wurde in der Programmiersprache C geschrieben und verwendet die ebenfalls von ihm entwickelten Programmbibliotheken dietlibc und libowfat sowie den Webserver gatling und den LDAP-Server tinyldap.[5]
Im Gegensatz zu praktisch allen Webseiten im Internet vermeidet Fefes Blog die HTML-Elemente <html>, <head> und <body>. Felix von Leitner ist ein Verfechter einfacher und auf den Punkt gebrachter Software und erklärter Gegner von Bloatware.[40][41]
Die Software bietet keine Möglichkeit, Kommentare und Trackbacks zu Beiträgen im Blog zu hinterlassen. Von Leitner begründet dies mit der aus seiner Sicht sonst notwendigen Vorzensur, um sich vor Prozessen vor der Pressekammer Hamburg zu schützen.[5]
Es gibt jedoch eine nicht von Felix von Leitner unterhaltene Seite, die das Blog mit einer Kommentarfunktion versieht.[42]
Als eine Ergänzung des Blogs veröffentlicht Felix von Leitner zusammen mit dem Chaos Computer Club-Sprecher Frank Rieger[43] seit Juli 2010 einen eigenen Podcast. Das Alternativlos genannte Angebot erscheint in unregelmäßigen Abständen bis zu zweimal pro Monat. Im Gegensatz zu Fefes Blog versucht Alternativlos, die jeweiligen Inhalte mit hinreichender Tiefe zu behandeln. Dabei stehen von Leitner und Rieger auch Gäste zur Seite.
Bei den Anti-ACTA-Demonstrationen am 11. Februar 2012 zeigten Demonstranten Schilder mit der Aufschrift "Fefes Block".[44][45][46]
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Felix_von_Leitner aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und ist unter der Lizenz Creative Commons Attribution/Share Alike verfügbar. Zusätzliche Bedingungen können anwendbar sein. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |