Montag, 28. Mai 2012

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Felsendom

Der Felsendom (arabisch ‏قبة الصخرة‎ qubbat as-sachra, DMG qubbatu ʾṣ-ṣaḫra; hebräisch ‏כיפת הסלע‎, Kipat Hasela) ist ein prächtiger Sakralbau des Islams in Jerusalem.

Der Felsendom ist das wohl bekannteste Wahrzeichen Jerusalems und eines der Hauptheiligtümer des Islam. Er befindet sich auf dem Tempelberg im südöstlichen Teil der Altstadt von Jerusalem. Der Felsendom ist der älteste islamische Sakralbau und stellt ein Meisterwerk der islamischen Baukunst des frühen Umayyadenstils dar, in welchem die Übernahme des frühchristlich-byzantinischen Zentralbautyps zum Ausdruck kommt.[1]

Ansicht des Felsendoms, davor: der Kettendom

Der Kuppelbau wurde über dem Felsen (Sachra) errichtet, auf welchem Abraham der biblischen Erzählung nach seinen Sohn Isaak[2] zu opfern bereit war und wo die Himmelfahrt Mohammeds stattgefunden haben soll. Er ist ursprünglich – und auch heute – nicht als Moschee, sondern als ein Schrein beziehungsweise eine Kuppel (‏قبّة ‎ qubba, ‚Kuppel‘) verstanden worden.

Das Bauwerk

Achteckiger Grundriss

Die Grundmauern sind aus unregelmäßigem Naturstein in mörtelloser Bauweise ausgeführt. Als Material ist wahrscheinlich Granodiorit, ein granitähnliches Material eingesetzt worden. Die Fundamente sind aus Betonquadern, die ebenfalls unregelmäßig dimensioniert sind. Das Flachdach hat eine versteckte Innenentwässerung, es befindet sich etwa einen halben Meter unter dem oberen Abschluss der Mauern. Die Mauern sind etwa 7–8 Meter hoch. Über dem Flachdach befindet sich ein runder Aufbau, der etwa 1/3 des Grundgebäudes beträgt und 5–6 Meter hoch ist. Darauf ist ein rundes Kuppeldach aus vergoldetem Blech befestigt. Ab etwa 3 Metern Höhe haben alle Mauern einen blauen Schmuck mit orientalischen Motiven. Das gesamte Gebäude ist rundum mit je 7 Rundbögen je Achteck-Seite ausgestattet. Diese sind ausgemauert und ebenfalls mit blauen Fliesenornamenten versehen.

Der achteckige Grundriss ist in einen Kreis mit knapp 55 Meter Durchmesser eingepasst. Der Durchmesser des Innenkreises beträgt 20,37 Meter. Der Dom hat vier Eingänge, die in Richtung der vier Himmelsrichtungen angeordnet sind. Das südliche Tor wird durch einen Portikus hervorgehoben und gilt als Haupteingang.[3]

Die Kuppel besaß früher ein schwarzes Bleidach; erst 1963 bekam sie mit Blattgold behämmerte Aluminiumbronzeplatten. 1993 ließ König Ḥusain diese durch gold-galvanisierte Platten ersetzen. Insgesamt 40 Pfeiler und Säulen stützen die Kuppel. Die Säulen sind im Achteck angeordnet und dienen somit auch als Abgrenzung von zwei achteckigen Wandelgängen.[4]

In der Nähe des Felsendoms – ebenfalls auf dem Tempelberg – befindet sich die al-Aqsa-Moschee, die ebenfalls unter den Umayyaden errichtet wurde. Die irrtümlich verwendete Bezeichnung „Umar-Moschee“ geht auf Überlieferungen zurück, deren Authentizität fraglich ist. Danach soll der zweite Kalif Umar ibn al-Chattab nach der muslimischen Eroberung Jerusalems am Palmsonntag, dem 2. April 635, auf dem Tempelberg (oder am Mihrab Davids, heute als der Turm Davids am Jaffa-Tor bekannt) gebetet haben.[5]

Baugeschichte

Die Erbauung des Felsendoms wird in der neueren Forschung dem Kalifen ʿAbd al-Malik ibn Marwān (regierte 685–705) sowie dessen Sohn und Nachfolger al-Walīd ibn ʿAbd al-Malik (reg. 705–715), der auch den Bau der al-Aqsa-Moschee weitergeführt haben soll, zugeschrieben. Die Bauinschrift in archaischem kufischen Duktus, die über dem Kranzgesims an der Kuppel erhalten ist, dokumentiert nicht nur den Namen des Erbauers, sondern auch die ursprüngliche Bezeichnung der Anlage, die man lediglich als Kuppel (Qubba) verstanden hat; der hier in Klammern stehende Namensteil ist vom Abbasidenkalifen Al-Maʾmūn getilgt und durch seinen eigenen Namen ersetzt worden (Siehe unten: sakrale Inschriften):

„Erbaut hat diese Kuppel der Diener Gottes Abd [al-Malik], der Befehlshaber der Gläubigen, im Jahre zweiundsiebzig, möge ihn Gott zu Gnaden annehmen.“

Der Felsendom mit altem Olivenbaum
Längsschnitt des Felsendoms

Auf diese Änderung des Gründernamens hat erstmals der französische Reisende und Wissenschaftler, später Botschafter in Konstantinopel, Charles Jean Melchior de Vogüé (*1829; †1916) im Jahre 1864 hingewiesen.[6]M. de Vogüé hat sich erstmals auf arabische Quellen berufen können: auf das geographisch-topographische Werk über Jerusalem und Hebron al-Uns al-ǧalīl bi-aḫbār al-Quds wa-ʾl-Ḫalīl von Muǧīr ad-Dīn al-ʿUlaimī aus dem 15. Jahrhundert, das der österreichische Orientalist Joseph von Hammer-Purgstall (*1774; †1856) bereits 1811 ins Deutsche übersetzt hatte, ferner auf das Itḥāf al-aḫiṣṣāʾ fī faḍāʾil al-masǧid al-Aqṣā von as-Suyūtī (*1445; †1505) über die Vorzüge von Jerusalem und seinen heiligen Stätten in der englischen Übersetzung von James Reynolds (London 1836).

Einige Forscher sind der Ansicht, dass ʿAbd al-Malik das Gebäude errichten ließ, um den Sieg der Araber über Byzanz und Persien zu feiern und den Triumph des Islam über Judentum und Christentum zu demonstrieren.[7] Anderen Ansichten zufolge war es bereits der Dynastiegründer Muʿāwiya (reg. 661–680), der als erster den Bau einer Moschee an dieser Stelle in Angriff nahm.[8] Den Beginn der Bauarbeiten verbinden andere mit dem Namen Kaiser Herakleios’ (reg. 610–641); der Bau sei mit der Rückführung der von den Persern im Jahre 614 geraubten Kreuzesreliquie in Verbindung zu bringen.[9]Anastasios Sinaites († nach 700), der gegen 660 Jerusalem besuchte, berichtet über Aufräumungs- und Reinigungsarbeiten ägyptischer Arbeiter auf dem Tempelberg, was auf die Interesse der Muslime bereits dreißig Jahre vor der Fertigstellung des Felsendoms schließen lässt.[10] Der gallische Bischof Arculfus, der um 670 – also noch während des Kalifats von Muʿāwiya – Palästina bereist hatte, berichtet über ein viereckiges Gebetshaus auf dem Tempelberg und beschreibt es als einen über Trümmerresten mit dicken Balken und Brettern errichteten Bau. Ob es sich in dieser Beschreibung, die erst Adomnan, der Verfasser des Liber de locis sanctis, schriftlich niedergelegt hatte, in der Tat um einen Vorläufer des Felsendoms handelt, ist unklar.[11]

Die Anfänge der systematischen Erforschung des Tempelberges im Allgemeinen und des Felsendoms im Einzelnen reichen in das frühe 19. Jahrhundert zurück. Domingo Badía y Leblich (*1767 in Barcelona; †30. August 1818 in Damaskus), war der erste Europäer, der als Muslim verkleidet unter dem Namen ʿAlī Bey al-ʿAbbāsī die heiligen Stätten von Jerusalem besuchte. Seine Reisebeschreibung mit Karten gab er unter dem Titel Voyages en Afrique et en Asie in Paris (1814) heraus. Der britische Archäologe und Architekt Frederick Catherwood (*1799; †1854) überarbeitete diese Karten und publizierte sie einige Jahre später.[12] Diese Karten sind dann durch weitere Zeichnungen von Jerusalem, vom Felsendom und den anderen heiligen Stätten durch Charles William Wilson (*1836; †1905), der 1864-1865 mit seinem Freund Charles Warren (*1840; †1927) den für die Erforschung Jerusalems heute noch bedeutenden Ordnance Survey of Jerusalem (London 1865) herausgab, ergänzt und korrigiert worden.[13]

Charles Warren gab dann mit C. R. Conder The Survey of Western Palestine (London 1884) heraus, in dem er die bis heute gültige Bemerkung über den Zugang zum Felsendom und Tempelberg machte[14]:

„In the present state of Muslim feeling in the East, there is, however, no hope of excavation being permitted to Christians within the area of the Ḥaram esh-Sherif.“

Charles Warren: The Survey of Western Palestine, S. 100

Der schottische Architekt James Fergusson (1808-1886)[15] und der deutsche Kirchenhistoriker Johann Nepomuk Sepp (*1816; †1909)[16] nahmen in jener Zeit an, dass der Felsendom ursprünglich als eine Kirche entweder von Flavius Valerius Constantinus, oder von Justinian I. erbaut worden sei. J. N. Sepp versetzte die auf die Regierungszeit ʿAbd al-Malik b. Marwāns datierte Bau- bzw. Gründungsinschrift in kufischem Duktus in die Zeit von Saladin.

1890 erschien die heute noch unverzichtbare[17] topographische und historische Darstellung Palästinas, einschließlich des Felsendoms von Guy Le Strange: Palestine under the Moslems,[18] die allein dem Tempelberg und dem Felsendom 120 Seiten widmet. Le Strange stützt sich sowohl auf die Berichte von arabischen Geographen als auch auf die islamische Historiographie und der Literatur über die Vorzüge von Jerusalem; dabei verfolgt er die historische Entwicklung des Felsendoms bis in das Jahr 1500[19] und widerlegt Fergussons Annahmen über den Ursprung der Anlage (S. 117). Nach dem damaligen Forschungsstand verkennt er allerdings den frühen Ursprung der Jerusalem betreffenden Überlieferungen und versetzt sie als literarische Produkte in die Zeit nach den Kreuzzügen.[20]

Nach den gegenwärtigen Forschungsergebnissen, die sowohl die islamischen Historiographen als auch die Lokalhistoriker Jerusalems bestätigen, war ʿAbd al-Malik der Erbauer der Kuppel über dem Felsen, wobei er sich der byzantinischen Architektur und Baukunst, ferner Baumeister griechischen Ursprungs bediente.[21] Die architektonische Gesamtkonzeption ähnelt der Kirche von San Vitale in Ravenna und der Grabeskirche in Jerusalem. Der Kuppelbau und der daneben stehende Kettendom (s. unten) waren ursprünglich z. T. offene Anlagen. Nur der Kuppelbau ist unter al-Maʾmūn durch eine achteckige Mauer erweitert worden, wobei der Abbasidenkalif auf der Innenseite der Arkaden neue Mosaikfliesen – nunmehr mit seinem Namen – anbringen ließ, ohne dabei das ursprüngliche Baudatum anzutasten. Von „einer betrügerischen Fälschung“ kann somit keine Rede sein, „auch nicht von einer damnatio memoriae eines verhaßten Vorgängers...vielmehr von einer geistigen Aneignung des Monumentes“.[22]

Den neusten Untersuchungen zufolge[23] gilt der Umayyadenkalif ʿAbd al-Malik ibn Marwān als Planer und Erbauer des gesamten Baukomplexes. Durch das Anbringen der Inschriften verlieh der Kalif dem Bau zweifelsfrei eine primär religiöse Bedeutung. Als Bestandteil der Gesamtanlage sind auch die im Jahre 1968 erstmals vorgelegten Ergebnisse von Ausgrabungen eines Umayyadenpalastes südlich des Tempelberges zu betrachten.

In seiner ursprünglichen Form sah der Felsendom so aus, wie der unmittelbar im SO daneben stehende Kettendom: ein offener Bau mit Kuppel. Im Jahre 846 wurde der Bau durch ein starkes Erdbeben beschädigt. Im Jahre 1016 stürzte die Kuppel während eines weiteren Erdbebens auf den Felsen herab; 1021 ließ sie der sechste Fatimiden-Herrscher Al-Hākim bi-amri ʾllāh (reg. 996–1021) neu errichten. Weitere Erneuerungsarbeiten sind im Innern auf den Fliesen mit dem Datum 418 (1027) dokumentiert.

Bei der Belagerung Jerusalems (1099) nahmen die Kreuzfahrer den Felsendom in Besitz: er wurde der Templum Domini – die Kirche der Kreuzritter. Auf dem Felsen wurde ein Marmoraltar, auf der Spitze der Kuppel ein goldenes Kreuz aufgestellt.[24] Im Jahre 1187, nach seinem Sieg über die Kreuzfahrer bei Hattin, zog Saladin in Jerusalem ein und ließ das goldene Kreuz auf der Kuppel und die Marmorverkleidung des Felsens samt Altar entfernen. Seine Erneuerungsarbeiten sind im Innern der Kuppel dokumentiert.[25]

Der Felsendom ist seit seinem Bau nicht wesentlich verändert worden; allerdings stammt die Verkleidung der Fassade mit den charakteristischen blauen Fliesen aus der Zeit des osmanischen Sultans Süleymans des Prächtigen. Nur die Verkleidung des Sockels mit verschiedenfarbigem Marmor stammt aus der Errichtungsphase. Bei der Außenverkleidung der Fassade hat man rund 45.000 Keramikfliesen angebracht, die im Verlaufe notwendiger Ausbesserungsarbeiten durch neue Fliesen ersetzt worden sind. In den Jahren 1960-1961 hat man die meisten Fliesen osmanischen Ursprungs entfernt und durch Reproduktionen ersetzt. Die Originale sind zum Teil im Islamischen Museum des Ḥaram aš-šarīf hinterlegt.[26]

Umayyadische Sockelverkleidung (Marmor): Khirbat al-Minya/Israel

Diese Sockelverkleidungen – siehe Foto rechts – aus der Zeit der Umayyaden sind auch an anderen Bauten aus jener Zeit wie beispielsweise in den Überresten ihrer (Khirba) Wüstenpaläste in Syrien-Palästina nachweisbar und baugeschichtlich dokumentiert.

In der Forschung wird angenommen, dass die Außenverkleidung des Baus ursprünglich mit dessen Innenverkleidung vergleichbar gewesen ist und in der Darstellung von Bäumen, Früchten und Pflanzen aus Glasmosaiken bestand. Der Dominikanermönch Felix Fabri, der im Jahre 1483, also noch vor den umfangreichen Erneuerungsarbeiten unter Süleiman dem Prächtigen, Jerusalem besuchte, berichtet in seinem Evagatorium von Motiven wie Palmen, Olivenbäumen und Engeln an der Außenverkleidung des Felsendoms. Da er den Tempelberg nicht betreten durfte, erfolgten seine Beobachtungen aus der Ferne. Die Blumenmotive mit flügelartigen Aufsätzen wird er wohl mit Engeln verwechselt haben, die an keiner Stelle des Baus nachweisbar sind und auch von den islamischen Chronisten nicht erwähnt werden.[27]

Der Felsen ist ein geologisches Prachtstück aus einer der härtesten grauen Gesteinsschichten, die man auf der Hochebene Jerusalems findet. Unter dem Fels ist eine Höhle, maghāra / ‏ مغارة‎, wo sich, der Legende nach, der „Brunnen der Seelen“ biʾr al-arwāh / ‏بئر الأرواح ‎ / biʾru ʾl-arwāḥ befindet, wo sich die Seelen der Verstorbenen zweimal in der Woche versammeln. Der Boden ist mit Marmor ausgelegt; ein auffallendes, vorspringendes Felsstück nennt man hier „die Zunge des Felsens“ lisān as-sachra / ‏لسان الصخرة‎ / lisānu ʾṣ-ṣaḫra, da der Felsen den Kalifen ’Umar hier begrüßt haben soll. Neben dem Eingang zu dieser Höhle, unter einem einfach gearbeiteten kleinen Schrein, kann man den angeblichen Fußabdruck sowie einige Barthaare des Propheten Mohammed sehen.

Die politisch-historischen Hintergründe

Bereits Ignaz Goldziher fragte sich in seinen Muhammedanischen Studien (1889/90), warum der Umayyadenkalif ʿAbd al-Malik in Jerusalem, an einem geschichtsträchtigen Ort, die „Kuppel“ (al-qubba) errichten ließ; unter Berufung auf z. T. relativ späte Quellen – vor allem nach den Historikern und Geographen al-Ya'qubi und Ibn al-Faqih al-Hamadani (beide wirkten im späten 9. Jahrhundert) – stellte er eine kausale Verbindung zwischen dem Gegenkalifat des Abdallah ibn az-Zubair in Mekka und der Errichtung des Felsendoms in Jerusalem her. Er schrieb:

„Als der ummejjadische Chalife 'Abdalmalik aus Besorgnis darüber, dass sein in Mekka herrschender Rivale ʿAbdallāh b. Zubejr die nach den heiligen Stätten im Ḥigāz pilgernden Syrer zwingen könnte, ihm den Huldigungseid zu leisten, die Wallfahrt nach Mekka hintanhalten wollte, da griff er zu dem Auskunftsmittel der Lehre vom stellvertretenden Hagg zur Kubbat al-sachra in Jerusalem.[28]

Der deutsche Orientalist Werner Caskel wies darauf hin, dass die ersten Umayyadenkalifen bestrebt gewesen seien, in Syrien-Palästina ein religiös-geistiges Zentrum zu errichten. Diese Forschungshypothesen scheinen die nunmehr im Druck vorliegenden Werke islamischer Lokalhistoriker über die Vorzüge Jerusalems in mancher Hinsicht zu bestätigen; der Felsen, unter dem Flüsse des Paradieses fließen, ist der Ort, der dem Himmel am nächsten liegt. Und in Sure 50, 41, in der es heißt

„Und lausche am Tag, da einer (der Rufer) aus der Nähe ruft (sodass jeder es deutlich hört)!“

identifiziert man die Stelle „aus der Nähe“ (min makānin qarībin) mit dem Felsen, wo am Tage der Auferstehung der Erzengel Israfilاسرافيل‎ / Isrāfīl stehen wird. Den Höhepunkt der Wallfahrtszeremonien von Mekka, den Tag von Arafat, hat man unter den Umayyaden auch am Felsendom gefeiert. Neue Forschungsergebnisse, die auf bisher nicht benutzte Quellen zurückgehen, bestätigen, dass man in der Regierungszeit des Kalifen ʿAbd al-Malik um den Bau den Umlauf (tawaf) genauso vollzog, wie um die Kaaba in Mekka. Auch das Opferfest als Abschluss der Wallfahrtszeremonien begingen die Muslime der Region am Felsendom. Der Historiker Ibn Kathīr (1300–1373) gibt nach seiner Quelle Sibt ibn al-Dschauzi (1186–1256) eine detailliertere Darstellung dieser Riten am Felsendom als sein Vorgänger Yaʿqubi und sieht sie im historischen Zusammenhang mit der Besetzung des mekkanischen Heiligtums durch seinen Rivalen ʿAbdallah ibn az-Zubair.[29]

Eidleistungen an diesem Ort hatten die gleiche Bedeutung wie an der Kaaba von Mekka oder an der Kanzel (minbar) des Propheten in Medina. Bereits zu Beginn des 8. Jahrhunderts war vor allem unter den Muslimen von Syrien-Palästina Sitte, die Pilgerfahrt nach Mekka mit einem Besuch des Felsendoms zu verbinden und in den Weihezustand bereits hier einzutreten.[30]

Sakrale Inschriften

Die Baudaten ergeben sich aus Inschriften, Papyrusurkunden und den Berichten arabischer Historiographen: at-Tabarī, Ibn Kathīr, al-Balādhurī und anderer. Die Fertigstellung des Felsendoms ist mit der auf das muslimische Jahr 72 (691–692) datierten Bauinschrift eindeutig belegt. Als Bauherr nennt sich an dieser Stelle allerdings der Abbasidenkalif al-Maʾmūn, der es offenbar übersehen hat, bei der Tilgung des Namen des Umayyadenkalifen ʿAbd al-Malik auch das ursprüngliche Baudatum abzuändern. Die geänderte Stelle – hier in Klammern – ist in einem vom Original abweichenden Duktus geschrieben.[31] Dort heißt es:

„Errichtet hat diese Kuppel der Diener Gottes ʿAbd (Allāh, der Imām al-Maʾmūn, der Befehlshaber) der Gläubigen.“

Das 240m lange Inschriftenband ist aus einer Reihe von Koranzitaten – auch in paraphrasierter Form – zusammengesetzt. Auf der Außenseite des inneren Oktogons beginnen die Abschnitte mit der Basmala nebst Glaubensbekenntnis (Schahāda). Auf der Innenseite des inneren Oktogons steht dann die Fortsetzung: Basmala, Glaubensbekenntnis, in der aber als Zusatz die christliche Lehre von der göttlichen Natur Jesu durch Koranverse (Sure 4, Vers 171–172, durch die Paraphrase von Sure 19, Vers 33 und durch Sure 3, Vers 18–20) zurückgewiesen wird. Weiter heißt es:

„Er (Gott) hat die Herrschaft über Himmel und Erde. Er macht lebendig und lässt sterben und hat zu allem Macht.“

– Sure 57, Vers 2

gefolgt von einer Aussage über Jesus – als Paraphrase von Sure 19, 33:

„Heil sei über ihn am Tage, da er geboren wurde, am Tage, da er stirbt und am Tage, da er wieder zum Leben erweckt wird.“

Die Innendekorationen des Felsendoms zeigen Darstellungen des Paradieses; sowohl diese als auch die Inschriften erklärt die zeitgenössische Forschung mit dem ursprünglichen Vorhaben des Bauherrn Abd al-Malik: der Bau hat von Anfang an religiöse Bedeutung,[32] die der antichristlichen Polemik nicht entbehrt. Im inneren Teil des Oktogons, dem heiligen Fels gegenüber, steht eine Passage aus der Sure 4, Vers 171:

„Christus (al-masih) Jesus, der Sohn der Maria, ist nur der Gesandte Gottes und sein Wort, das er der Maria entboten hat ...“

„Religionspolitisches Ziel der Inschriften ist es, den vor Ort als Gottessohn verehrten Jesus auf seine koranische Dimension eines bloßen Gottesdieners zurückzustufen und ihm den Propheten des Islam auf gleicher Höhe, als einen im Himmel und auf Erden hochgeehrten Propheten - als den ihn der in der Inschrift mehrmals zitierte Vers Q 33:56[33] darstellt-, zur Seite zu stellen.“

Angelika Neuwirth (2010), S. 252

In diesem Sinne wird Muḥammad in der Inschrift mehrfach als „Diener Gottes“ und als „Gesandter Gottes“ genannt. Um jene Zeit, im ausgehenden 7. Jahrhundert, war es auch den Christen bekannt, dass die Muslime ihren Propheten als „großen Gesandten (Gottes)“ bezeichneten. Der Archidiakon Georgius, der gegen 720 in Ägypten wirkte, berichtet, dass ʿAbd al-ʿAzīz ibn Marwān, Statthalter in Ägypten und Bruder des Kalifen ʿAbd al-Malik ibn Marwān, an den Kirchentoren Ägyptens Aufschriften anbringen ließ, auf denen Muḥammad als der große Gesandte Gottes genannt wurde.[34]

Der Historiker und Biograph adh-Dhahabī († 1348) berichtet in seinem umfassenden Werk „Geschichte des Islam“ (Taʾrīḫ al-islām), dass der Gründer des Felsendoms ʿAbd al-Malik ibn Marwān neue Geldstücke mit dem in der Inschrift wiederholten Koranzitat „Sag: Er ist Gott, ein Einziger“ (Sure 112, Vers 1) und am Rand der Münze mit „Muḥammad ist der Gesandte Gottes“ prägen ließ.[35]

Die Koranzitate stellen die ältesten schriftlichen Dokumente des Korans im kufischen Duktus aus dem Jahr 692 dar, in denen schon – wenn auch nicht durchgehend – diakritische Punkte des Arabischen verwendet worden sind.[36]

Eine weitere Inschrift enthält die Verse 1-21 aus der 20. Sure (Tā-Hā) und ist undatiert. Sie ist vermutlich auf Veranlassung Saladins nach der Rückeroberung Jerusalems angebracht worden und ist als Demonstration der Umwandlung des von den Kreuzfahrern als „Templum Domini“ benutzten Felsendoms in ein islamisches Heiligtum verstanden worden.[37] Die Inschrift, die den Anfang der 36. Sure Ya-Sin enthält, erscheint auf der Balustrade des Oktogons und ist während der umfassenden Renovierungsarbeiten unter Suleiman dem Prächtigen im 16. Jahrhundert hinzugefügt worden.[38] Die auf das Jahr 1545-1546 datierte Inschrift unmittelbar unterhalb der Kuppel enthält die Verse 1-20 der 17. Sure (al-Isrāʾ); in der Baugeschichte des Felsendoms wird dort die Himmelfahrt Mohammeds erstmals mit diesem Ort verbunden.[39]

Die Gründungsinschrift

Originalinschrift der Innenfassade

Innenfassade: Süd - Südost - Ost - Nordost - Nord - Nordwest - West - Südwest:

  • bi-smi llāhi r-raḥmāni r-raḥīmi lā ilāha illā llāhu waḥda-hu lā šarīka la-hu la-hu l-mulku wa-la-hu l-ḥamdu yuḥyī wa-yumītu wa-huwa ʿalā kulli šayʾin qadīrun (Sure 64, 1 und 57, 2)

Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes. Es gibt keinen Gott außer Gott allein. Er hat keinen Teilhaber (an der Herrschaft). Er hat die Herrschaft (über die ganze Welt). Ihm sei Lob! Er macht lebendig und läßt sterben und hat zu allem die Macht.[40]

  • Muḥammadun ʿabdu llāhi wa-rasūlu-hu

Muḥammad ist der Diener Gottes und sein Gesandter

  • inna llāha wa-malāʾikata-hu yuṣallūna ʿalā n-nabiyyi yā ayyu-hā llaḏīna āmanū ṣallū ʿalai-hi wa-sallimū taslīman (Sure 33, 56)

Gott und seine Engel sprechen den Segen über den Propheten. Ihr Gläubigen! Sprecht (auch ihr) den Segen über ihn und grüßt (ihn), wie es sich gehört!

  • ṣallā llāhu ʿalai-hi wa-s-salāmu ʿalai-hi wa-raḥmatu llāhi

Möge Gott über ihn den Segen sprechen. Heil sei über ihm und die Barmherzigkeit Gottes.

  • yā ahla l-kitābi lā taġlū fī dīni-kum wa-lā taqūlū ʿalā llāhi illā l-ḥaqqa (Sure 4, 171)

Ihr Leute der Schrift! Treibt es in eurer Religion nicht zu weit und sagt gegen Gott nichts aus, als die Wahrheit![41]

  • inna-mā l-masīḥu ʿĪsā bnu Maryama rasūlu llāhi wa-kalimatu-hu alqā-hā ilā Maryama wa-rūhun min-hu fa-āminū bi-llāhi wa-rusuli-hi wa-lā taqūlū ṯalāṯatun ʾintahū ḫairan la-kum innamā llāhu ilāhun wāḥidun subḥāna-hu an yakūna la-hu waladun la-hu mā fī s-samawāti wa-mā fī l-arḍi wa-kafā bi-llāhi wakīlan lan yastankifa l-masīhū an yakūna ʿabdan li-llāhi wa-lā l-malāʾikatu l-muqarrabūn wa-man yastankif ʿan ʿibādati-hi wa-yastakbir fa-sa-yaḥšuru-hum ilai-hi ǧamīʿan (Sure 4, 171-172)

Christus Jesus, der Sohn der Maria, ist nur der Gesandte Gottes und sein Wort, das er der Maria entboten hat, und Geist von ihm. Darum glaubt an Gott und seine Gesandten und sagt nicht (von Gott, daß er in einem) drei (sei)! Hört auf (so etwas zu sagen)! Das ist besser für euch. Gott ist nur ein einziger Gott. Gepriesen sei er! (Er ist darüber erhaben) ein Kind zu haben. Ihm gehört (vielmehr alles), was im Himmel und auf der Erde ist. Und Gott genügt als Sachwalter. Christus wird es nicht verschmähen, ein (bloßer) Diener Gottes zu sein, auch nicht die (Gott) nahestehenden Engel. Und wenn einer es verschmäht, Gott (w. ihm) zu dienen und (zu) hochmütig (dazu) ist (hat das nichts zu bedeuten). Er wird sie (d.h. die Menschen) (dereinst) alle zu sich versammeln.

  • Allāhumma ṣalli ʿalā rasūli-ka wa-ʿabdi-ka ʿĪsā bni Maryama wa-s-salāmu ʿalai-hi yauma wulida wa-yauma yamūtu wa-yauma yubʿaṯu ḥayyan (Sure 19,15)[42]

Herr, sprich den Segen über Deinen Gesandten und Diener Jesus dem Sohn der Maria. Heil sei über ihm am Tag, da er geboren wurde, am Tag, da er stirbt, und am Tag, da er (wieder) zum Leben auferweckt wird!

  • ḏālika ʿĪsā bnu Maryama qaulu l-ḥaqqi llaḏī fī-hi yamtarūna[43] mā kāna li-llāhi an yattaḫiḏa min waladin subḥāna-hu iḏā qaḍā amran fa-inna-mā yaqūlu la-hu kun fa-yakūn inna llāha rabbī wa-rabbu-kum fa-ʾbudū-hu hāḏa sirāṭun mustaqīmun (Sure 19, 34)

Dies ist Jesus, der Sohn der Maria - um die Wahrheit zu sagen, über die sie (d.h. die Ungläubigen (unter den Christen?) (immer noch) im Zweifel sind. Es steht Gott nicht an, sich irgendein Kind zuzulegen. Gepriesen sei er! Wenn er eine Sache beschlossen hat, sagt er zu ihr nur: sei!, dann ist sie. Gott ist mein und euer Herr. Dienet ihm! Das ist ein gerader Weg.

  • šahida llāhu anna-hu lā ilāha illā huwa wa-l-malāʾikatu ulū l-ʿilm qāʾiman bil-qisṭi (Sure 3, 18)

Gott bezeugt, daß es keinen Gott gibt außer ihn. Desgleichen die Engel und diejenigen, die das (Offenbarungs)wissen besitzen. Er sorgt für Gerechtigkeit.

  • lā ilāha illā huwa l-ʿazīzu l-ḥakīmu (Sur. 3, 6)[44]

Es gibt keinen Gott außer ihm. Er ist der Mächtige und Weise.

  • inna d-dīn ʿinda llāhi l-islāmu wa-mā ʾḫtalafa llaḏīna ūtū l-kitāba illā min baʿdi mā ǧāʾa-humu l-ʿilmu baġyan baina-hum wa-man yakfuru bi-āyāti llāhi fa-inna llāha sarīʿu l-ḥisābi (Sure 3, 19)

Als (einzig wahre) Religion gilt bei Gott der Islam. Und diejenigen, die die Schrift erhalten haben, wurden - in gegenseitiger Auflehnung - erst uneins, nachdem das Wissen zu ihnen gekommen war. Wenn aber einer nicht an die Zeichen Gottes glaubt, ist Gott schnell im Abrechnen.

Außenfassade: Süd - Südwest - West - Nordwest - Nord - Nordost - Ost - Südost:

Originalinschrift der Außenfassade
  • bi-smi llāhi r-raḥmāni r-raḥīmi lā ilāha illā llāhu waḥda-hu lā šarīka la-hu qul huwa llāhu aḥadun llāhu ṣ-ṣamadu lam yalid wa-lam yūlad wa-lam yakun la-hu kufuwan aḥadun (Sure 112, 1-4)

Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes. Es gibt keinen Gott außer Gott allein. Er hat keinen Teilhaber (an der Herrschaft). Sag: Er ist Gott, ein Einziger. Gott, der, an den man sich (mit seinen Nöten und Sorgen) wendet. Er hat weder gezeugt, noch ist er gezeugt worden. Und keiner ist ihm ebenbürtig.

  • Muḥammadun rasūlu llāhi ṣallā llāhu ʿalaihi

Muḥammad ist der Gesandte Gottes, möge Gott über ihn den Segen sprechen.

  • bi-smi llāhi r-raḥmāni r-raḥīmi lā ilāha illā llāhu waḥda-hu lā šarīka la-hu

Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes. Es gibt keinen Gott außer Gott allein. Er hat keinen Teilhaber (an der Herrschaft).

  • Muḥammadun rasūlu llāhi

Muḥammad ist der Gesandte Gottes.

  • inna llāha wa-malāʾikata-hu yuṣallūna ʿalā n-nabiyyi yā ayyu-hā llaḏīna āmanū ṣallū ʿalai-hi wa-sallimū taslīman (Sure 33, 56)

Gott und seine Engel sprechen den Segen über den Propheten. Ihr Gläubigen! Sprecht (auch ihr) den Segen über ihn und grüßt (ihn), wie es sich gehört!

  • bi-smi llāhi r-raḥmāni r-raḥīmi lā ilāha illā llāhu waḥda-hu

Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes. Es gibt keinen Gott außer Gott allein.

  • al-ḥamdu li-llāhi llaḏī lam yattaḫiḏ waladan wa-lam yakun la-hu šarīkun fī l-mulki wa-lam yakun la-hu waliyun mina ḏ-ḏulli wa-kabbir-hu takbīran (Sure 17, 111)

Lob sei Gott, der sich kein Kind (oder: keine Kinder) zugelegt hat, und der keinen Teilhaber an der Herrschaft hat, und keinen Freund (der ihn) vor Erniedrigung (schützen müßte)! Und preise ihn allenthalben!

  • Muḥammadun rasūlu llāhi ṣallā llāhu ʿalai-hi wa-malāʾikatu-hu wa-rusulu-hu wa-s-salāmu ʿalaihi wa-raḥmatu llāhi

Muḥammad ist der Gesandte Gottes. Möge Gott und seine Engel und seine Gesandten über ihm den Segen sprechen. Und Heil sei über ihm und Gottes Barmherzigkeit.

  • bi-smi llāhi r-raḥmāni r-raḥīm lā ilāha illā llāhu waḥda-hu lā šarīka la-hu la-hu l-mulku wa-la-hu l-ḥamdu yuḥyī wa-yumītu wa-huwa ʿalā kulli šayʾin qadīrun (Sure 64,1 und 57, 2)

Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes. Es gibt keinen Gott außer Gott allein. Er hat keinen Teilhaber (an der Herrschaft). Er hat die Herrschaft (über die ganze Welt). Ihm sei Lob! Er macht lebendig und lässt sterben und hat zu allem die Macht.

  • Muḥammadun rasūlu llāhi ṣallā llāhu ʿalai-hi wa-yaqbalu šafāʿata-hu yauma l-qiyāma fī ummati-hi

Muḥammad ist der Gesandte Gottes, möge Gott über ihn den Segen sprechen und er (wird) seine Fürbitte für sein Volk am Tage der Auferstehung annehmen.

  • bi-smi llāhi r-raḥmāni r-raḥīmi lā ilāha illā llāhu waḥda-hu lā šarīka la-hu Muḥammadun rasūlu llāhi ṣallā llāhu ʿalai-hi
  • banā hāḏihi l-qubbata ʿabdu Allāhi ʿAbd [Allāh al-imām al-Maʾmūn amīru] al-muʾminīna fī sanati iṯnatain wa-sabʿīna yaqbalu llāhu min-hu wa-raḍiya ʿan-hu āmīn rabbu l-ʿālamīna li-llāhi l-ḥamdu

Im Namen des barmherzigen und gnädigen Gottes. Es gibt keinen Gott außer Gott allein. Muḥammad ist der Gesandte Gottes, möge Gott über ihn den Segen sprechen. Erbaut hat diese Kuppel der Diener Gottes ʿAbd [Allāh der Imām al-Maʾmūn, der Befehlshaber] der Gläubigen, im Jahre zwei und siebzig. Möge Gott (es) von ihm annehmen und an ihm Wohlgefallen haben. Amen, Herr der Menschen in aller Welt. Gott gebührt Lob.[45]

Der Kettendom

Der Felsendom mit dem Kettendom. Stereoskopie aus dem späten 19. Jhd.
Der Felsendom mit dem Kettendom 2006

Der Kettendom qubbat al-silsila / ‏ قبة السلسلة‎ / qubbatu ʾs-silsila steht in unmittelbarer Nähe an der Ostseite des Felsendoms. Das Baudatum ist genauso wenig bekannt wie die ursprüngliche Funktion des Baus. Aber schon der andalusische Geschichtsschreiber und Jurist ʿAbd al-Malik b. Habib († 852) erwähnt, dass der Kettendom vom Kalifen ʿAbd al-Malik errichtet wurde; somit muss die kleine Anlage um seine Zeit, als er den islamischen Osten bereiste, bereits vorhanden gewesen sein. Spätere muslimische Autoren und Geographen wie der Andalusier Ibn ʿAbd Rabbihi und der Perser Naser Khosrow knüpfen bei der Beschreibung der Funktion dieses kleinen Baus an die biblische Tradition an: in der Zeit der Kinder Israels hätten hier die Ketten herabgehangen, wo Recht gesprochen wurde. Es war der islamischen Überlieferung nach David, der die Ketten aufgehängt hatte, die nur rechtschaffene Menschen mit den Händen fassen konnten. Der arabische Geograph al-Idrisi, der sich während der Kreuzzüge im Jahre 1154 in Jerusalem aufhielt, beschreibt die Stelle als „das Heilige unter den heiligen (Stätten)“. Anderen Berichten zufolge stand hier angeblich die Schatzkammer (bait al-māl), wo ʿAbd al-Malik die Gelder für den Bau des Doms hinterlegt haben soll.[46]

Archäologische Untersuchungen ergaben, dass die Fundamente des Kettendoms in der Höhe des Felsendoms liegen und die Säulensockel mit denen des Felsendoms identisch sind. Der Bau war – wie es Naser Khosrow ausdrücklich erwähnt – zu keinem Zeitpunkt mit einer Mauer umgeben; vielmehr stand dort eine Kanzel (mihrab), die in der Achse auf die Kanzel der gegenüberliegenden al-Aqsa-Moschee ausgerichtet war.[47] Der Kettendom selbst entstand nach der baulichen Vorlage des Felsendoms in Kleinformat und ist in Richtung der Qibla in Mekka positioniert. Es wird auch angenommen, dass der Bau ursprünglich als Modell, eine Art Vorlage, für die Errichtung des Felsendoms gedacht war.[48]

Al-Mawazin

Al-Mawazin mit dem Felsendom von der Aqsa-Moschee aus gesehen

Die acht auf die Plattform der Gesamtanlage hinaufführenden Stufen enden in byzantinischen Säulen in der Form einer Arkade, die al-mawazin / ‏الموازين‎ / al-mawāzīn /‚die Waagschalen‘ genannt werden; denn am Tage der Auferstehung, so die islamische Tradition, werden hier alle Dinge, Taten und Sünden des Menschen auf den Waagschalen der Gerechtigkeit Gottes abgewogen. Die Bezeichnung ist koranischen Ursprungs, denn es heißt in Sure 23, Vers 102–103:

„Denen, die dann schwere Waagschalen haben, wird es wohl ergehen. Diejenigen aber, die leichte Waagschalen haben, sind dann ihrer selbst verlustig gegangen.“

Und in Sure 21, Vers 47 heißt es:

„Und für den Tag (oder: am Tag) der Auferstehung stellen wir die gerechten Waagen auf. Und dann wird niemand (im mindesten) Unrecht getan. Wenn es (auch nur) das Gewicht eines Senfkorns ist, bringen wir es bei. Wir rechnen (genau) genug ab.“

Übersetzung: Rudi Paret

Aufgrund dieser Koranverse, die dann die Hadith-Literatur mit weiteren, auf den Propheten zurückgeführten Aussagen anzureichern und diese am Tempelberg zu lokalisieren vermochte, ist diese Stätte (al-Ḥaram asch-scharīf) in der islamischen Welt von besonderer Bedeutung.

Al-Mawazin mit Blick auf die Aqsa-Moschee

Der Überlieferung (Hadith) zufolge ist es der Erzengel Gabriel, der am Tage der Auferstehung die Waagschalen besitzt: sahib al-mawazin / ‏ صاحب الموازين‎ / ṣāḥibu ʾl-mawāzīn /‚der Besitzer der Waagschalen‘. Durch diese Bezeichnung der Zugänge zum Felsendom wird dessen zentrale Bedeutung im religiösem Leben der Muslime demonstriert. In den eschatologischen Glaubensvorstellungen der Muslime wird die gesamte Anlage mit dem Felsen unter der Kuppel in Hadithen thematisiert.

Die obere Plattform, auf der sich der Felsendom befindet, ist nur durch diese Stufen mit den abschließenden Arkaden, die im 7.–8. Jahrhundert entstanden sind, erreichbar. Der arabische Geograph Ibn al-Faqīh al-Hamadānī berichtet im 10. Jahrhundert nur von sechs Treppenzugängen; wann die zwei weiteren hinzugefügt worden sind, ist unbekannt. Die ursprüngliche Gesamtkonzeption der Treppen ist auf jeden Fall Teil der umayyadischen Architektur.[49]

Der Felsendom in der Lokalgeschichte

Eine wichtige Gattung der islamischen Geschichtsschreibung ist die Lokalgeschichte. Ihr Inhalt unterscheidet sich von der Komposition der umfassenden Universalgeschichte und der annalistischen Geschichtsschreibung. Neben der oft legendenhaften Beschreibung der Entstehung von Siedlungen und Städten stehen Berichte über die Vorzüge (faḍāʾil)[50] der betreffenden Region, ihrer Bauten und ihrer Bewohner im Vordergrund.[51] Als historisch-geographische Gattung[52] mit lokalspezifischen Überlieferungen ist die Lokalgeschichte auch für die Erforschung sowohl von Palästina als auch für die Schilderung der heiligen Stätten, in diesem Fall des Felsendoms, eine unentbehrliche Quelle.

Es war, wie erwähnt, Guy Le Strange, der erstmals auf die lokalgeschichtlichen Berichte über die Vorzüge Jerusalems (faḍāʾil bait al-maqdis)konsequent zurückgriff; er konnte sie der Chronologie des islamischen Überlieferungswesens allerdings nicht genau zuordnen:

The source from which they are derived is to me quite unknown; possibly in the Muthīr[53] we have another specimen of the romantic history books which Islam produced during the age of the Crusades...

– Journal of the Royal Asiatic Society (JRAS), Band 19 (1887), S. 251

Neueren Forschungsergebnissen zufolge geht man heute davon aus, daß Überlieferungen über die Vorzüge Jerusalems bereits in der umayyadischen Zeit, im späten 7. und im 8. Jahrhundert in Umlauf gewesen sind[54]und wohl zu den ältesten Gattungen des Hadith gehören.[55] Die Verfasser der ersten Sammlungen über die Vorzüge Jerusalems und über seine heiligen Stätten - vor allem über den Felsendom und der al-Aqṣā-Moschee - wirkten im 10. und 11. Jahrhundert:

  • Abū Bakr Muḥammad ibn Aḥmad al-Wāsiṭī: Faḍāʾil bait al-muqaddas. über das Leben des Verfassers ist wenig bekannt. Ein Vermerk in der Einleitung des Werkes bestätigt, daß er es im Jahre 1019 in seinem Haus in Jerusalem unterrichtete.[56]
  • Abū ʾl-Maʿālī al-Mušarraf ibn al-Muraǧǧā ibn Ibrāhīm al-Maqdisī: Faḍāʾil bait al-maqdis wa-ʾl-Ḫalīl wa-faḍāʾil aš-Šām. er war wahrscheinlich ein jüngerer Zeitgenosse von al-Wāsiṭī, da er noch 1046-1047 in Tyros tätig war. Auf seinen Reisen sammelte er Traditionen über Faḍāʾil in Damaskus, Kairo, Assuan und Mekka. Wie der Titel es zeigt, behandelt al-Muraǧǧā auch die Vorzüge von Hebron mit dem angeblichen Grab von Ibrāhīm und von Syrien-Palästina einschließlich Damaskus, dessen Einwohner „eines der Schwerter Gottes“ sind und das Land „Gottes Reichtum auf Erden“ darstellt.[57]
  • Ibn al-Ǧauzī, ʿAbd ar-Raḥmān ibn ʿAlī Abū l-Faraǧ (*1116; †1201): Faḍāʾil al-Quds. Der Verfasser stellt in diesem Buch die bekanntesten Traditionen über die Vorzüge Jerusalems in fünfundzwanzig Kapiteln zusammen, beschränkt sich aber überwiegend auf den Felsendom und die al-Aqṣā-Moschee. Das Buch endet mit einer Tradition, dernach Gott selbst vom Felsen des Doms in den Himmel hinaufgestiegen sei. Der Verfasser lehnt die Echtheit dieser Tradition ab und folgt damit seinen Vorgängern in der hadithkritischen Literatur. Es ist dabei nicht auszuschließen, daß in dieser Tradition, die in Syrien in Umlauf gewesen ist, theologische Spekulationen des Judentums mitschwingen, denen zufolge Gott nach dem Sündenfall Adams vom Berg Zion in den Himmel entrückte und dabei seinen Fußabdruck auf dem Felsen hinterließ.[58]

Die Literatur über die Vorzüge des Felsendoms stellt auch die Verbindung zur koranischen Offenbarungen her und stützt sich dabei auf alte Überlieferungen in der Koranexegese:

„Und lausche am Tag, da einer (w. der Rufer) aus der Nähe ruft (so daß jeder es deutlich hört)“

Sure 50, Vers 41: Übersetzung: Rudi Paret

Diese „Nähe“ (makān qarīb: naher Ort) wird mit dem Felsen identifiziert; al-Wāsiṭī und Ibn al-Muraǧǧā widmen diesen Überlieferungen ein eigenes Kapitel und greifen dabei auf die Exegese von Qatāda b. Diʿāma zurück, die schon aṭ-Ṭabarī in seinem Korankommentar verarbeitet hat.[59]

Die sagenumwobene Steinplatte (al-balāṭa as-saudāʾ) neben dem Felsen ist der Ort, wo das Gebet am verdienstvollsten ist; sie gehört zu den besonders verehrten Stätten, die im Laufe der Zeit im Felsendom und in dessen nächster Umgebung entstanden sind.[60] Wenn man das Gebet an der Nordseite des Felsens verrichtet, so vereint man beide Gebetsrichtungen: die alte aus der medinensischen Zeit Mohammeds nach Jerusalem und die Kaaba.[61]

Die Fortführung der jüdischen Tradition im islamisch-eschatologischen Denken, das eng mit dem Ort verbunden ist, kann im arabischen Schrifttum über die Vorzüge der heiligen Stätten in Jerusalem mehrfach beobachtet werden. Ibn al-Muraǧǧā erwähnt in seinem oben genannten Werk einen interessanten Bericht, der auf Kaʿb al-Aḥbār, einen zum Islam konvertierten Juden in der Zeit Mohammads, zurückgeführt wird:

„Kaʿb al-Aḥbār fiel unter den Büchern eine Schrift in die Hände, in der es hieß: Īrūšalāyim, das heißt Jerusalem, der Felsen, den man Altar (haikal) nennt: ich werde zu dir meinen Diener ʿAbd al-Malik entsenden, der dich dann aufbauen und reichlich verzieren wird. Wahrlich, ich werde nach Jerusalem seinen ersten König zurückführen und ihn mit Gold, Silber und Perlen krönen. Wahrlich werde ich zu Dir meine Schöpfung entsenden und auf dem Felsen meinen Thron aufstellen, denn ich bin Gott, der Herr und David ist der König der Söhne Israels.[62]

Für die Muslime im 11.–12. Jahrhundert, als al-Muraǧǧā und al-Wāsiṭī wirkten, war der Tempel Salomons und dessen Altar (haikal) mit dem Felsen, auf dem Gottes Thron stand, identisch.[63]

Tourismus

Der Zugang zum Tempelberg ist für Touristen seit (Stand:2006) nur vom Dungtor der Altstadt, Endstation der Buslinie 1, möglich. Hinter dem Tor führt die baufällige Mughrabi-Brücke zum Marokkaner-Tor des Felsendoms. Die anderen Tore zum Tempelberg dürfen nur Muslime benutzen. Die Kontrolle wird an jedem Tor von den israelischen Behörden durchgeführt. Eintrittskarten für den Tempelberg sind entfallen. Dafür ist der Eintritt in die Aqsa-Moschee, wo seit 2005–2006 umfangreiche Renovierungsarbeiten durchgeführt werden, und in den Felsendom nur mit schriftlicher Genehmigung der Waqf-Administration (am Bab al-Nazir) möglich. Der Tempelberg wird – auch auf dem Innenhof – von israelischen Sicherheitskräften bewacht, die uneingeschränkten Zugang zu diesem Gebiet haben. Touristen können nur beim Verlassen des Tempelberges die anderen Tore benutzen.

Am 14. Mai 2009 betrat Papst Benedikt XVI. als erstes Oberhaupt der römisch-katholischen Kirche den Felsendom.

  • Detail der umlaufenden Schrift aus der osmanischen Zeit

  • Innenansicht

  • Außenansicht

  • Felsendom 1916, Originalbeschreibung: Enver Pasha and Jamal (Cemal) Pasha visiting the Dome of the Rock

Literatur

  • Max van Berchem: Matériaux pour un Corpus Inscriptionum Arabicarum: Jerusalem: Ville. II/2. Kairo (o. D.)
  • C. Graf v. Bothmer: Zur architekturgeschichtlichen Interpretation des Felsendoms in Jerusalem. In: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG), Supplementband III,2 (1975), S. 1568–1573.
  • H. Busse: Die arabischen Inschriften im und am Felsendom in Jerusalem. In: Das Heilige Land. 109 (1997), S. 8–24.
  • H. Busse: 'Omar b. al-Hattab in Jerusalem. In: Jerusalem Studies in Arabic and Islam. 5 (1984), S. 73–119.
  • H. Busse: 'Omar’s image as the conqueror of Jerusalem. In: Jerusalem Studies in Arabic and Islam. 8 (1986), S. 149–169.
  • H. Busse: Zur Geschichte und Deutung der frühislamischen Ḥarambauten in Jerusalem. In: Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins (ZDPV), Bd. 107 (1991), S. 144–154.
  •  Werner Caskel: Der Felsendom und die Wallfahrt nach Jerusalem. Westdeutscher Verlag, Köln/Opladen 1963.
  • K. A. C. Creswell: Early Muslim Architecture. Oxford 1932, Teil I. S. 42–94.
  • Amikam Elad: Medieval Jerusalem and Islamic Worship; Holy Places, Ceremonies, Pilgrimage. Brill, Leiden 1995
  • Richard Ettinghausen, Oleg Grabar, Marilyn Jenkins-Madina: Islamic Art and Architecture 650-1250. Yake University Press 2001, S. 15–20.
  • Christian Ewert und Jens-Peter Wisshak: Forschungen zur almohadischen Moschee. Lief. 1, Vorstufen : hierarchische Gliederungen westislamischer Betsäle des 8. bis 11. Jahrhunderts: die Hauptmoscheen von Qairawan und Córdoba und ihr Bannkreis. Madrider Beiträge, Bd. 9. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 1981, ISBN 3-8053-0471-4.
  • S. D. Goitein: The Historical Background of the Erection of th Dome of the Rock. In: Journal of the American Oriental Society (JAOS). 70 (1950), S. 104–108.
  • S. D. Goitein: Jerusalem in the Arab Period (638–1099). In: The Jerusalem Chatedra. 2 (1982), S. 168–196.
  • Oleg Grabar: The Umayyad Dome of the Rock of Jerusalem. In: Ars Orientalis. 3 (1959), S. 33–62.
  • Oleg Grabar: Art. Ḳubbat al-Ṣakhra. In: The Encyclopaedia of Islam, 2. A., Brill, Leiden, Bd. 5 (1986), S. 298f.
  • Oleg Grabar: The Dome of the Rock. Harvard University Press, 2006
  • Georg Graf: Wie ist das Wort Al-Masīḥ zu übersetzen? In: Zeitschrift der Deutschen Morgenländischen Gesellschaft (ZDMG) 104 (1954), S. 119ff.
  • Richard Hartmann: Der Felsendom in Jerusalem und seine Geschichte. Straßburg 1905
  • Jacob Lassner: Muslims on the sanctity of Jerusalem. In: Jerusalem Studies in Arabic and Islam. 31 (2006), S. 164–195.
  • D.S. Margoliouth: Cairo, Jerusalem & Damascus. Three chief cities of the Egyptian Sultans. With illustartions in colour by W. S. S. Tyrwhitt. London 1907, S. 175–227 (mit Abbildungen)
  • Ibn al-Murajjā: Faḍāʾil Bayt al-Maqdis wa-al-Khalīl wa-Faḍāʾil al-Shām (The Merits of Jerusalem, Hebron and Syria). Ed. Ofer Livne-Kafri, Shfaram 1995
  • Angelika Neuwirth: Der Koran als Text der Spätantike. Ein europäischer Zugang. Verlag der Weltreligionen. Insel Verlag Berlin 2010, S. 249–253.
  • Myriam Rosen-Ayalon: The Early Islamic Monuments of al-Ḥaram al-sharīf. An Iconographic Study. In: Qedem. Monographs of the Institute of Archaeology. 23. The Hebrew University. Jerusalem 1989
  • Guy Le Strange: Palestine under the Moslems. A description of Syria and the Holy Land from A.D. 630 to 1300. Cosimo Classics 2010 (Nachdruck der Erstausgabe von 1890). S. 114ff.
  • J. Walker: Ḳubbat aṣ-Ṣakhra. In: A. J. Weninck und J. H. Kramers (Hrsg.): Handwörterbuch des Islam. Brill, Leiden 1941, S. 333–336.
  • The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Brill, Leiden. Band 5, S. 298 (Oleg Grabar)
 Commons: Felsendom – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Christian Ewert (1981): „So wie der Felsendom durch die Übernahme des frühchristlich-byzantinischen Zentralbautyps die geistige Landnahme im ehemals christlichen Osten vor Augen rückt, könnte Qairawan … usw. “ – dort mit weiteren Quellenangaben
  2. Thomas Eich: Vorlesung: Einführung in die Geschichte und Kulturen des Nahen Ostens II. SoSe 2008, 8. Stunde, Universität Tübingen, 10. Juni 2008. Minute 0:00 bis 6:13. Der islamischen Tradition und Koranexegese zufolge war es Ismael, der hätte geopfert werden sollen
  3. BUSSE, Heribert / Georg KRETSCHMAR (1987): Jerusalemer Heiligtumstraditionen in altkirchlicher und frühislamischer Zeit. Otto Harrassowitz: Wiesbaden; S. 5.
  4. Grabar, Oleg (Hg.) (2005): Jerusalem, Volume IV - Constructing the Study of Islamic Art. Hampshire: Ashgate Publishing Limited, S. 3.
  5. H. Busse (1986), S. 160 und 166–167
  6. In seinem Le Temple de Jérusalem. Paris 1864; siehe: O. Grabar (2006), S. 61–61.
  7. Oleg Grabar (1959), S. 33–62; ders. (2006), S. 59ff.
  8. Busse (1991), S. 146 mit Hinweis auf Olge Grabar: The Meaning of the Dome of the Rock. in dem der Verfasser seine 1959 vorgelegte Theorie revidiert
  9. H. Busse (1991), S. 145–146.
  10. Robert G. Hoyland: The earliest Christian writings on Muḥammad: an appraisal. In: Harald Motzki (Hrsg.): The Biography of Muḥammad. The issue of sources. Brill, Leiden 2000, S. 276–297; hier: S. 289 und Anm. 54
  11. H. Busse: Die ʿUmar-Moschee im östlichen Atrium der Grabeskirche. In: Zeitschrift des Deutschen Palästina-Vereins. Bd. 109 (1993), S. 74–75; Herbert Donner: Pilgerfahrt ins Heilige Land. Stuttgart 1979, S. 315ff. mit deutscher Übersetzung und Kommentar
  12. Busse (2004), S. 431.
  13. Der nach Charles Wilson benannte Wilson-Bogen mit einer Spannweite von 12,8m, der in der Umayyadenzeit als Brücke zum Tempelberg diente, ist heute von der Klagemauer aus zugänglich
  14. Busse(2004), S. 431–432.
  15. The Holy Sepulchre and the Temple at Jerusalem. S. 67–73. London 1865; William Smith (Hrsg.): A Dictionary of the Bible. London 1863. Band 1, S. 1030.
  16. Neue architektonische Studien und historisch-topographische Forschungen in Palästina. S. 44–45. Würzburg 1867
  17. O. Grabar (2006), S. 216.
  18. Nachdruck Beirut 1965; Cosimo Classics 2000
  19. Amikam Elad: The history and topography of Jerusalem during the early islamic period. In: Jerusalem Studies in Arabic and Islam (JSAI), 14 (1991), S. 41–45; Busse (2004), S. 432.
  20. Amikam Elad, (1991), S. 45–46; Busse (2004), S. 432.
  21. Siehe O. Grabar in: The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Bd. 5, S. 298.
  22. Christian Ewert, S. 50.
  23. Myriam Rosen-Ayalon (1989)
  24. J. Walker in: A. J. Wensinck und J. H. Kramers (Hrsg.): Handwörterbuch des Islams, S. 344 mit weiteren Quellenangaben.[1]
  25. Oleg Grabar: The Umayyad Dome of the Rock in Jerusalem In: Ars Orientalist, Bd. 3, S. 33ff.
  26. Grabar (2006), S. 192–195.
  27. M. Rosen-Ayalon (1989), S. 20–22 und S. 15, Abb. III.6 (Nach Creswell)
  28. Muhammedanische Studien. Bd. II. S. 35.
  29. Amikam Elad: The History and Topography of Jerusalem During the Early Islamic Period: The Historical Value of Faḍāʾil al-Quds Literature: A Reconsideration. In: Jerusalem Studies in Arabic and Islam 14 (1991), S. 56–62.
  30. Amikam Elad, a.a.O.64–67 mit weiteren Quellenangaben
  31. Siehe Guy Le Strange (1890), S. 119.
  32. H. Busse (1991), S. 150 und ders. (1997), S. 8ff.
  33. „Gott und seine Engel sprechen den Segen über den Propheten. Ihr Gläubigen! Sprecht (auch ihr) den Segen über ihn und grüßt (ihn), wie es sich gehört!“
  34. Robert G. Hoyland: The earliest christian writings on Muḥammad: an appraisal. In: Harald Motzki (Hrsg.): The biography of Muḥammad. The issue of the sources. Brill, Leiden 2000, S. 285.
  35. adh-Dhahabi: Siyar aʿlām an-nubalāʾ. Band 4, S. 248. Anm. 4 des Herausgebers mit Hinweis auf das genannte Werk, Band 3, S. 279; siehe auch: Oleg Grabar (2006), S. 117.
  36. Siehe:[2]; Rayan Shani: The Iconography of the Dome of the Rock. In: Jerusalem Studies in Arabic and Islam (JSAI) 23 (1999), S. 158ff; hier: S. 187; Abb. 2a und 2b; Christel Kessler: Abd al-Malik's Inscription in the Dome of the Rock. A Reconsideration. In: Journal of the Royal Asiatic Society (JRAS), 1 (1970), 2-64
  37. Busse (1991), S. 151; Grabar (2006), S. 173–174.
  38. Busse (1991), S. 152.
  39. Grabar (2006), S. 196–198.
  40. Die Übersetzung der Koranverse nach: Rudi Paret: Der Koran
  41. Christoph Luxenberg: Neudeutung der arabischen Inschrift im Felsendom zu Jerusalem. In: Karl-Heinz Ohlig /Gerd-R. Puin (Hrsg.): Die dunklen Anfänge. 3. Auflage. Berlin 2007, S. 127 liest und übersetzt entsprechend die Koranstelle falsch: lā taʿlū - anstatt lā taġlū
  42. Im Koran steht allerdings salāmun anstatt as-salāmu. Eine vergleichbare Konstruktion steht im Vers 33 derselben Sure, nunmehr determiniert und als direkte Rede am Versanfang: wa-s-salāmu ʿalayya yauma wulidtu wa-yauma amūtu wa-yauma ubʿaṯu ḥayyan: Heil sei über mir am Tag, da ich geboren wurde, am Tag, da ich sterbe, und am Tag, da ich (wieder) zum Leben auferweckt werde!
  43. In der Inschrift: tamtarūna (Plural 2. Pers. Mask.): „..über die ihr (d.h. die Ungläubigen (unter den Christen?) (immer noch) im Zweifel sind“
  44. Auch Sure 3, 18 und mehrfach in dieser Kombination. Siehe im Koran in der Kombination: al-ʿaziz al-ḥakīm bei: Muḥammad Fuʾād ʿAbd al-Bāqī: al-Muʿǧam al-mufahras li-alfāẓ al-Qurʾān al-karīm S. 459 sub. al-ʿazīz
  45. Siehe die Abschrift in arabischer Sprache vom Original in der Anm. 15;H. Busse: Monotheismus und islamische Christologie in der Bauinschrift des Felsendoms in Jerusalem.In: Theologische Quartalschrift 161 (1981), S. 168–1978; Fred M. Donner: Muhammad and the Believers: at the Origins of Islam. Harvard University Press 2010, S. 233–236; (Appendix B); Olge Grabar (2006), S. 91–92.
  46. H. Busse (1991), S. 147; M. Rosen-Ayalon (1989), S. 25–29; Oleg Grabar (2006), S. 152.
  47. M. Rosen-Ayalon (1989), S. 27.
  48. Guy Le Strange (1890), S. 153.
  49. M. Rosen-Ayalon (1989), S. 30–32.
  50. The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Band 2, S. 725.
  51. G. E. Grunebaum: Zum Lob der Stadt in der arabischen Prosa. In: Kritik und Dichtkunst. Studien zur arabischen Literaturgeschichte. S. 80–86. Wiesbaden 1955
  52. Fuat Sezgin (1967), S. 340–341.
  53. Gemeint ist das Muṯīr al-ġarām ilā ziyārat al-Quds wa-š-Šām von al-Maqdisī (†1364) über die Vorzüge des Besuchs von Jerusalem und Syrien-Palästina; siehe C. Brockelmann: Geschichte der arabischen Litteratur. Band 2, S. 162. Brill, Leiden 1949
  54. M. J. Kister: A comment on the antiquity of traditions praising Jerusalem.In: The Jerusalem Cathedra. Band 1 (1981), S. 185–186.
  55. Amikam Elad (1991), S. 46.
  56. Faḍāʾil bait al-muqaddas(Hrsg.) Isaac Hasson. The Hebrew University. Jerusalem 1979. Einleitung, S. (2)
  57. (Hrsg.): Ofer Livne-Kafri. Shfaram 1995. Nr. 515 bzw. 523
  58. Josef van Ess: ʿAbd al-Malik and the Dome of the Rock. In: Jeremy Jons (Hrsg.): Bayt al-Maqdis. Jerusalem and Early Islam. Oxford 1999. S.95-96; dazu siehe O. Grabar (2006), S. 117-118
  59. Band 26. S. 182
  60. Elad (1991), S. 58; O. Grabar (2006), S. 136-137
  61. Rubin (1986), S. 118
  62. Ofer Livne-Kafri: A Note on Some Traditions of Faḍāʾil al-Quds. In: Jerusalem Studies in Arabic and Islam. 14 (1991), S. 71ff bes. S. 82–83.
  63. Heribert Busse:Bāb Ḥiṭṭa: Qurʾān 2:58 and the Entry into Jerusalem. In: Jerusalem Studies in Arabic and Islam. Bd.22 (1998), S. 9 und Anm. 50.

31.77805555555635.235277777778
Koordinaten:
31° 46′ 41″ N, 35° 14′ 7″ O

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