Folkpartiet liberalerna (Volkspartei Die Liberalen) ist eine der im schwedischen Reichstag vertretenen politischen Parteien. Sie ist eine sozialliberale Partei. Parteivorsitzender ist seit 2007 Jan Björklund. Die Liberale Volkspartei erreichte in der Reichstagswahl 2010 7,1 Prozent der Stimmen und 24 von 349 Mandaten und ist als Teil der Allianz für Schweden in der Regierung vertreten.
Folkpartiet liberalerna wurde 1934 gegründet, hat aber ihre Wurzeln in älteren liberalen Strömungen, die 1902 zur Gründung der Partei Frisinnade Landsföreningen führten. Das wichtigste politische Ziel dieser Zeit war die Demokratisierung des politischen Systems Schwedens im Sinne der Aufklärung und des Liberalismus. Es waren die liberalen Regierungen unter Karl Staaff, die eine parlamentarische Reform und eine Wahlrechtsreform anstrebten, und eine sozialdemokratisch-liberale Regierungskoalition unter Nils Edén, die diese Ziele verwirklichten.
Nachdem diese Reformen 1920 durchgeführt worden waren, führten unterschiedliche Standpunkte in der Alkoholpolitik zum Auseinanderbrechen der Partei, und in den folgenden Jahren konkurrierten zwei liberale Parteien miteinander. Erst 1934 kam es mit der Neubildung der Liberalen Volkspartei zu einer Wiedervereinigung des liberalen Lagers.
Die neue Partei entwickelte ein sozialliberales Programm, in dem klassische liberale Positionen durch die Forderung nach sozialer Verantwortung des Staates für die Schwächsten der Gesellschaft ergänzt wurden. In den 1950er Jahren, die die Blütezeit der liberalen Volkspartei waren, verstand man es, diese sozialliberale Politik deutlich zu formulieren und sich gleichzeitig vom Sozialismus und der Planwirtschaft der sozialdemokratischen Regierung abzugrenzen.
In den 1960er und 70er Jahren geschah ein Generationswechsel in der Partei und die liberale Volkspartei öffnete sich auch gegenüber dem politischen Hauptgegner, den Sozialdemokraten, was zu einer Zusammenarbeit nach der Wahl 1973 führte.
Als die bürgerlichen Parteien bei der Wahl 1976 die Mehrheit erreichten, trat die Volkspartei in die bürgerliche Koalitionsregierung ein. Nach dem Zusammenbruch dieser Regierung 1978 bildete sie eine Minderheitsregierung unter Ola Ullsten, die nach der Wahl 1979 von einer neuerlichen bürgerlichen Koalition abgelöst wurde.
Nach dem katastrophalen Ergebnis der Wahl 1982 gab es 1983 einem weiteren Führungswechsel. Nun positionierte sich die Volkspartei mehr und mehr im bürgerlichen Lager, und sie nahm auch an der bürgerlichen Koalitionsregierung 1991-1994 teil. Nach dem großen Erfolg bei der Wahl 1985 sanken die Stimmen kontinuierlich ab, und die Wahl 1998 brachte die Partei in die gefährliche Nähe der Vier-Prozent-Hürde. Mit dem Überraschungsergebnis bei der Wahl 2002 konnte sie sich wieder konsolidieren, verlor bei der Wahl 2006 jedoch fast die Hälfte ihrer Wähler. Eine mögliche Ursache wurde darin gesehen, dass sich einige führende Parteimitglieder der Volkspartei Zugang zum internen Computernetzwerk der Sozialdemokraten und damit zu einer Reihe interner Dokumente verschafft hatten.
Bei der Europawahl 2009 erhielt die Partei 13,58 Prozent der Stimmen und wurde damit drittgrößte Partei. Die Hauptursachen dieses Ergebnisses sehen die meisten Kommentatoren in der großen Beliebtheit der Spitzenkandidatin Marit Paulsen und dem pro-europäischen Profil der Partei.
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