Montag, 28. Mai 2012

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Formamid

Strukturformel
Strukturformel Formamid
Allgemeines
Name Formamid
Andere Namen
  • Methanamid
  • Ameisensäureamid
Summenformel CH3NO
CAS-Nummer 75-12-7
PubChem 713
Kurzbeschreibung

farblose bis gelbliche geruchlose Flüssigkeit[1]

Eigenschaften
Molare Masse 45,04 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,13 g·cm−3[1]

Schmelzpunkt

2 °C[1]

Siedepunkt

210 °C[1]

Dampfdruck

3 Pa (20 °C)[1]

Löslichkeit

vollständig mischbar mit Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [2]
08 – Gesundheitsgefährdend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 360D
EUH: keine EUH-Sätze
P: 201-​308+313 [1]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung aus EU-Verordnung (EG) 1272/2008 (CLP) [2]
Giftig
Giftig
(T)
R- und S-Sätze R: 61
S: 53-45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Formamid ist das Amid der Ameisensäure und das einfachste Carbonsäureamid.

Herstellung

Großtechnisch wird Formamid durch Umsetzung von Kohlenmonoxid mit Ammoniak hergestellt.[3] Hierbei reagiert zunächst das Kohlenmonoxid mit Methanol zu Methylformiat. Dieses wird anschließend mit Ammoniak umgesetzt, wobei das freiwerdende Methanol zur ersten Reaktionsstufe zurückgeführt wird.

Formamid kann in kleinen Mengen bei der Produktion von Amphetamin anfallen.

Eigenschaften

Bei Raumtemperatur liegt die Substanz als farb- und geruchlose Flüssigkeit vor. Sie ist hygroskopisch und wirkt als Löse- und Reduktionsmittel. Bei Temperaturen über 90 °C kann Blausäure abgespaltet werden. Bei Temperaturen über 200 °C zersetzt sich Formamid in Blausäure, Ammoniak, Kohlenmonoxid und Wasser.

Verwendung

Formamid wird hauptsächlich zur industriellen Synthese von Ameisensäure[4] und in geringerem Umfang zur Herstellung von Blausäure verwendet. Außerdem wird es zur Synthese von Vitaminen und zum Geschmeidigmachen von Leim und Papier eingesetzt.

In der Biochemie wird es zur Stabilisierung bzw. Denaturierung von Nukleinsäuren eingesetzt, z.B. um einzelsträngige DNA für einen Sequenzierungsvorgang einsetzen zu können, bei dem eine Bildung von Haarnadelhelices nicht erwünscht ist.

Einzelnachweise

  1. abcdefg Eintrag zu Formamid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 13. Jan. 2008 (JavaScript erforderlich)
  2. ab Eintrag zu CAS-Nr. 75-12-7 im European chemical Substances Information System ESIS (ergänzender Eintrag)
  3. Hans-Jürgen Arpe; Industrielle Organische Chemie: Bedeutende Vor- und Zwischenprodukte, S. 49; ISBN 978-3527315406
  4. Info BASF zu Ameinsensäure
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