Als Frag ['fræɡ] (auch: Kill, Score) bezeichnet man in Computerspielen das Töten einer virtuellen Spielfigur.[1] Frag ist eine Ersatzbezeichnung für den Tod, da der Tod in Computerspielen meistens nicht permanent ist und Spieler zeitnah wieder in das Spiel einsteigen können (Spawn). Üblicherweise wird dieser Begriff nur bei Ego-Shootern verwendet, insbesondere in dem Mehrspieler-Modus „Deathmatch“. In diesem Modus bestimmt normalerweise allein die Anzahl der erzielten Frags die Position eines Spielers in der Rangliste.
Der Ursprung des Begriffs liegt in den Zeiten des Vietnamkriegs. Fragging bezeichnete das Töten oder Verwunden von eigenen inkompetenten Vorgesetzten mit Hilfe einer Splitter-Handgranate (engl. fragmentation grenade; kurz frag-grenade oder frag), die nachts oder während eines Angriffs in ein Zelt oder einen Schützengraben geworfen wurde. Die Aktion wurde dann offiziell auf Feindbeschuss geschoben. Diese extreme Maßnahme stellte die Ultima Ratio dar, um die eigene Einheit vor einem Befehlshaber zu schützen, der seine Untergebenen durch Unfähigkeit oder Übermut gefährdete.[2]
Später tauchte der Begriff in Untergrundcomics wie zum Beispiel Lobo auf und fand schließlich als Slangbezeichnung auch Einzug in Videospiele. Maßgeblich vorangetrieben wurde diese Adaption vermutlich durch einen der ersten Ego-Shooter, id Softwares Doom: Hier konnten sich die Spieler, Mitglieder einer Einheit der Marines, in einem alternativen Spielmodus auch gegenseitig bekämpfen. Gezählt wurden die getöteten Mitglieder der eigentlich eigenen Einheit als „Frags“. Vor allem in neueren Spielen wird das Wort Frag zunehmend mit „Score“ (engl. Punktestand) ersetzt, um die Spiele so geringfügig zu entschärfen. Beispielsweise war in Unreal Tournament 2003 im Endpunktestand noch „Frags“ zu lesen, im Nachfolger Unreal Tournament 2004 wurde dies durch „Score“ ersetzt.
Frags werden wie Punkte gezählt. Während man durch das Fraggen anderer Spieler Punkte gewinnt, kann man in manchen Spielen Frags auch wieder verlieren. Dies passiert zum Beispiel dann, wenn ein Spieler sich absichtlich oder versehentlich selbst tötet. Es kann auch Abzüge dafür geben, in Teamspielen Mitglieder des eigenen Teams zu töten.
Dagegen verliert man in den meisten Spielkonzepten keine Frags, wenn man von einem anderen Spieler getötet wird. Dies führt zu der spieltheoretischen Konsequenz, dass man am Kampfgeschehen teilnehmen sollte, falls man dem Gegner nicht vollkommen unterlegen ist, denn der mögliche Nutzen (ein Frag) überwiegt den möglichen Schaden (verlorene Zeit und Waffen durch den Respawn und ein Frag für den Gegner, der möglicherweise nicht erstplatziert ist).
Neben dem Tod durch Waffen gibt es aber noch einige andere Fälle:
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